Erfolgsprinzipien

Zwei der wichtigsten Fragen für jeden Selbständigen

Ralf Senftleben • 14.01.2008 • email Weiterempfehlen

Wenn Sie mich fragen, was zwei der wichtigsten Fragen für einen Unternehmer sind, dann würde ich die folgenden beiden nennen:

  • Was genau will ich erreichen?
  • Und führt mich dieser Weg, den ich gerade gehe auch zu dem, was ich erreichen will?

Diese beiden Fragen klingen eigentlich wie ein No-Brainer, aber es lohnt sich, genauer hinzuschauen. Denn diese beiden Fragen beschreiben das, was man im Englischen ein “Mindset” nennt, also eine grundlegende Einstellung oder eine grundsätzliche Herangehensweise an die Dinge.

Das ist ein bisschen abstrakt, aber ich möchte Sie bitten, eine Sekunde bei mir zu bleiben, denn diese Sache ist wirklich extrem wichtig und es wird gleich konkreter.

Viele Unternehmer - und mir geht das auch öfters so - gehen oft aus dem Bauch heraus, also intuitiv an Problemstellungen heran. Wir machen einfach mal. Und oft klappt das auch. Und ganz oft eben auch nicht.

Klappt es nicht, dann liegt das oft daran, dass wir zur Lösung eines privaten und geschäftlichen Problems meistens nicht die beste, sondern die erste Lösung wählen, die uns einfällt. Und das gilt besonders für uns tatkräftige, entscheidungsfreudige Unternehmer und Selbstständige.

Und nun ist es leider so, dass in der Geschäftswelt gerade die Entscheidungen die besten sind, die der Intuition entgegenlaufen. Das können Sie jeden Tag an der Börse betrachten, wo diejenigen die Gewinne machen, die gegen den Trend, also gegen die Intuition der breiten Masse handeln.

An der Börse können Sie sehen, dass das, was viele für Intuition halten, oft nur aus Ängsten, Zweifeln und Vorurteilen besteht. Und das gilt für die meisten Menschen, für mich genauso wie wahrscheinlich auch für Sie.

Wo man dieses “intuitive” und oft erstaunlich wenig zielführende Handeln besonders häufig beobachten kann, ist bei Werbemaßnahmen.

Ich habe neulich eine Werbung eines Grafiker in einer Zeitschrift gesehen und in der Werbung fehlten die Kontaktangaben. D.h. man hatte keine Möglichkeit, den Grafiker zu erreichen. Ein paar hundert Euro einfach zum Fenster rausgeworfen.

Das war wohl ein typischer Fall von: “Ich muss mal Werbung machen”. Aber ohne zu fragen: “Was will ich mit der Werbung erreichen? Und führt dieser Weg (also diese Anzeige) zu dem, was ich erreichen will?”

Oder für unseren eMail-Newsletter von “Zeit zu leben” bekommen wir öfters Anzeigen, die direkt auf die Homepage eines Anbieters führen. Aber auf der Homepage gibt es keine Möglichkeit, auf einfache Weise etwas zu bestellen oder Informationen anzufordern. Hier wird es dem Interessenten schwer gemacht, zum Kunden zu werden. Auch hier wird nicht zielführend gedacht, sondern einfach mal Werbung gemacht, weil Werbung bringt doch mehr Kunden, oder?

Es ist so, dass wir Menschen automatisch unsere Intuition nutzen, um Probleme zu lösen, ob privat oder geschäftlich. Aber oft zeigt uns unser Bauchgefühl eben nur den Weg des geringsten Widerstands und nicht den besten Weg.

Deswegen ist es wichtig, dass wir immer wieder bewusst unseren Verstand einschalten und uns immer wieder das Ziel vor Augen führen, das wir erreichen wollen. Und es ist wichtig, dass wir unsere Handlungen immer wieder auf Sinnhaftigkeit überprüfen.

Weil ich auch schon oft in diese Falle getappt bin, habe ich mir diese beiden Fragen

  • Was genau will ich erreichen?
  • Und führt mich dieser Weg, den ich gerade gehe auch zu dem, was ich erreichen will?

groß ausgedruckt und eine Zeitlang an meine Bürowand gehängt, bis ich mich selbst mit diesen beiden Fragen programmiert habe und diese zum Bestandteil meines automatischen Denkens geworden sind.

Heute stelle ich mir diese beiden Fragen bei nahezu jeder Entscheidung und jedem Business-Projekt, das ich angehe und auch sonst oft zwischendurch.

Mit diesen Fragen halte ich mich selbst auf Kurs und stelle sicher, dass ich keinen Blödsinn anstelle und weniger oft in die falsche Richtung laufe.

Für Sie können diese Fragen vielleicht das Gleiche bewirken. Denn unser unternehmerischer Erfolg beginnt und er endet auch an einer Stelle: In unserem Kopf.

Ich schicke Ihnen herzliche Grüße,
auch im Namen von Christine Öttl und Gitte Härter,
Ihr Ralf Senftleben

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Christine Pleschkou am 03.02.2008
Je nach dem wie der Mensch "gestrickt" ist (ration- oder emotionalorientiert) kommt der erste Einfall entweder aus dem Kopf oder dem Bauch, weil der Mensch damit in seiner "Schiene" läuft. Bei kleineren Entscheidungen (was esse ich heute zu Mittag grin) ist das unerheblich, bei größeren ist es günstiger den Einfall, die Idee aufzuschreiben und das alte Sprichwort "einmal darüber schlafen" anzuwenden.

Die erste Entscheidung kann dann aus-, umgebaut, ergänzt, korrigiert oder auch verworfen werden. Weil durch den Zeitabstand zum ersten Einfall sich der Kopf oder der Bauch dazu meldet und eine ausgewogenere vielleicht auch vielschichtigere Sichtweise ermöglicht.

Herzliche Grüße
Christine
Von: Ralf Senftleben am 03.02.2008
Christine, das ist ein sehr guter Hinweis, finde ich.

Nicht nur das mit dem drüber schlafen.

Sondern auch, dass es eben mehr emotional und mehr rational ausgerichtete Leute gibt.

Und ich glaube, es ist sinnvoll, hier mehr von der jeweis anderen Seite mit einzubeziehen.

Eher rationale Leute haben etwas davon, wenn sie mehr auf den Bauch hören.

Und eher gefühlsorientierte Menschen können davon profitieren, mit dem Verstand ihre Bauchentscheidungen zu überprüfen.

 

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