Produktivität

Zwei auf einen Streich

Gitte Härter • 30.05.2011 • email Weiterempfehlen

Produktiver wird es automatisch, wenn Sie ein „zwei auf einen Streich“ anstreben.

Gegen die Aufschieberitis hilft zum Beispiel die Bier-und-Korn-Taktik: Sie packen immer, und zwar wirklich immer, eine weitere klitzekleine Aufgabe gleich mit dazu. Also BIER = normale oder größere Sache, KORN = Mini-Sache. Für diese Taktik ist es besonders hilfreich, wenn Sie Ihre Aufgabenliste detailliert führen, also Aufgaben wirklich konsequent herunterbrechen und auch so aufschreiben. Denn dann haben Sie jederzeit eine Menge von kleinen Aufgaben parat, die nur einige Minuten dauern.

Das ist aber natürlich noch nicht alles.

„Wenn ich eh ...“

Fragen Sie sich IMMER vorher: Was könnte ich tun, um hier einen Zusatznutzen einzubauen? Oft lässt sich eine weitere Sache, die damit zusammenhängt, gleich mit erledigen oder auf jeden Fall optimieren.

  • Wenn ich eh die Steuer mache, kann ich bei der Gelegenheit ein System etablieren, mit dem ich die Belege besser vorsortiere - und künftig davon profitieren.
  • Wenn ich eh diesen Kunden anrufe, um wegen der unbezahlten Rechnung zu fragen, kann ich ihm bei der Gelegenheit gleich eine neue Leistung vorstellen.

Zusatznutzen einbauen

Kommen wir nun zu meinem Favoriten: Sie geben täglichen Hilfsmitteln einen Mehrwert. Hier fünf Beispiele, von denen Sie sich inspirieren lassen können:

Telefonzettel + Honorarkalkulation

In manchen Branchen braucht man bestimmte Eckdaten, um ein Angebot zu erstellen. Es bietet sich an, hier einen individuellen Telefonzettel zu erstellen (am besten im A 4-Format: so haben Sie genug Platz und es geht nicht so schnell in anderen Unterlagen verloren): Dort schreiben Sie die üblichen Angaben, die man bei einer Telefonnotiz braucht, aber hinterlegen auch alle typischen Fragen oder Optionen, die Sie für Ihre Kalkulation brauchen. Besonders, wenn Sie Mitarbeiter haben, nützt so ein standardisierter Aufbau dafür, dass alle wichtigen Angaben abgefragt werden – und jeder schnell die Informationen findet, die er braucht.

Visitenkarten mit Mehrwert

Wie hier bereits näher ausgeführt, können Sie Ihre Visitenkarte mit Tipps versehen.

E-Mail-Signatur + Werbung

Die E-Mail-Signatur ist Pflicht und sie ist nützlich, weil man schnell mal die Kontaktdaten heraussuchen kann. Darum ist sie auch sinnvoll, wenn Sie öfter mit den gleichen Leuten mailen.

Aber Sie können sie natürlich auch für Werbung nützen: auf Ihren Newsletter hinweisen, einen Messestand oder eine aktuelle Aktion.

Wichtig: Nicht übertreiben! Die Signatur sollte nicht mehrere Meter lang sein und alles, was Ihnen so einfällt enthalten. Denken Sie an den Mehrwert für den Empfänger. Endlos lange Disclaimer oder Zitate oder fünfundzwanzig Links auf Ihre weiteren Websites sind kontraproduktiv.

Rechnung + Weiterempfehlung

Was steht denn auf Ihrer Rechnung? Einfach nur das Projekt und der Betrag? Oder steht wenigstens ein Dankeschön dabei? Was ist mit der Bitte um Weiterempfehlung? Sie können auch Ihre Rechnung dazu nutzen, dass sie etwas mehr für Sie tut.

Rechnung + nächste Bestellung

Oder nutzen Sie die Rechnung dafür, gleich einen Folgeauftrag anzubieten. Natürlich individuell formuliert und so dass es wirklich auf diesen speziellen Kunden zugeschnitten passt.

Ein Webprogrammierer, der eine Imageseite für einen Kunden umgesetzt hat, aber weiß, dass der Kunde die Website demnächst erweitern möchte, könnte beispielsweise bei der Abrechnung direkt darauf hinweisen, dass als Nächstes ja - wie besprochen - das Blog und der Newsletter ansteht und er sich freut, weiter dabei zu unterstützen.

Wenn Sie Zehnerkarten für irgendetwas verkaufen – zum Beispiel Massagen oder Sportstunden -, dann hat der Kunde ja vorab gekauft. Lassen Sie die Karte nicht sang- und klanglos ablaufen, sondern ermuntern Sie individuell auf diesen speziellen Kunden formuliert dazu, weiterzumachen.

Was machen Sie in dieser Richtung schon?

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Sabine Weiss am 30.05.2011
Tolle tipps, nur bei einem musste ich grinsen: wenn ich gerade einen kunden anrufe, weil er nicht zahlt - ausgerechnet dem soll ich gleich weitere leistungen anbieten?

ich habe gerade so einen klienten, beim ersten mal hab ich schon wochenlang und mehrere emails gewartet, bis endlich geld kam. dieses mal bin ich bereits bei der androhung eines inkassobüros. der buchhalterische + persönliche ärger zahlt sich nie und nimmer aus wink

mein fazit: kunden, deren bezahlung ich hinterherlaufen muss, biete ich in zukunft nichts mehr an. außer sie zahlen im voraus ,-)
Von: Gitte Härter am 30.05.2011
Hihi, Frau Weiss, gerade dabei hatte ich vorhin selbst gestutzt - aber darauf gebaut, dass es sicher richtig eingeordnet wird: Nicht jeder Kunde, der nicht sofort bezahlt, ist ja ein chronischer Nichtzahler oder "Zechpreller".

Ich meine natürlich Kunden, die gerade eine Rechnung übersehen haben oder mit denen man regelmäßig zu tun hat, aber mal jemand etwas länger braucht - mit denen man gut und gerne arbeitet und das weiter vertiefen will. Das ist ja vorausgesetzt - den Ärgermacher-Kunden natürlich nicht, da haben Sie völlig recht. grin
Von: Tanja Handl am 31.05.2011
Sehr gute Tipps, die helfen, Zeit zu sparen und von denen die meisten gleichzeitig auch einen Mehrwert für den Kunden bieten. Vor allem die Idee mit der Bitte um Weiterempfehlung finde ich sehr gut.
Von: Silke Bicker am 06.06.2011
Hallo Gitte,

wenn ich eine Rechnung schreibe, lege ich immer eine Visitenkarte mit einer kleinen Beilage dazu. Nicht schwer, sondern so dass die Post nicht meckern kann. Und es bereitet mir Freude, dem Kunden diese Freude zu bereiten:-)!
Oft muss es gar nicht viel sein und nichts Großartiges, man erfreut sich vor allem an kleinen, unverhofften, feinen Kleinigkeiten.

Viele Grüße,
Silke
Von: Gitte Härter am 12.06.2011
@Tania - das freut mich! Es sind ja wirklich oft nur so kleine Details (auf die man nicht immer auf Anhieb selbst kommt), die einen schönen Unterschied machen.

@Silke. Das stimmt! Doppelte Freude: "Und es bereitet mir Freude, dem Kunden diese Freude zu bereiten" - und der Empfänger jubelt. Ich kann mich noch gut erinnern, dass in meiner Angestelltenzeit ein Büromittelversand an seine Rechnungen immer kleine Gummibärchentüten getackert hat. Das war immer ein großes Hallo. grin

 

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