Zusammenfassung: Blogparade “Desillusioniert”
Mitte Januar habe ich zu einer Blogparade aufgerufen, deren Überschrift “Desillusioniert!” wohl viele abgeschreckt hat. Schade! Denn das ist, wie die Beiträge zeigen, ein mehr als spannendes Thema
Was man sich am Anfang der Selbstständigkeit so vorstellt, entspricht nicht immer der Realität. Manchmal kracht man unschön auf den Boden der Tatsachen und oft kann man rückblickend darüber schmunzeln, wie man sich etwas vorgestellt hat.
Es gibt fünf sehr interessante Beiträge, die ich hier nochmal kurz zusammenfasse. Herzlichen Dank an alle MitmacherInnen für die detaillierten Einblicke und Gedanken! ![]()
Neuer Businessplan
Silke Bicker beschreibt auf Ihrer Facebook-Seite im Eintrag vom 20. Januar, wie sich ihr ursprüngliches Angebot verändert hat:
“Zu Anfang meiner Selbständigkeit sah mein Angebot reichlich naturerlebnispädagogisch aus mit allen dazu gehörigen Zielgruppen: Kinder, Familien, Senioren und Seh- und Gehbehinderte. Eins der ersten Dinge, die ich lernen durfte war: Für Umweltbildung gibt keiner Geld aus. Viele wollen es haben bzw. genießen - aber Geld dafür ausgeben? Nein! (...) Also musste ein neuer Businessplan her für Zielgruppen, die bereit sind für solche Geschichten mehr zu berappen und eine neue Aufstellung und Umarbeitung der Angebote.”
Fliegen lernen
Mechthild Bruns hat sich nach 18 Jahren Arbeit in einem internationalen Konzern selbstständig gemacht - trotz vieler Warnungen und obwohl sie wusste, dass es Coaches wie Sand am Meer gibt. Sie schreibt in ihrem Beitrag Durch Selbständigkeit desillusioniert? Wirklich nicht, denn ich lerne fliegen!, dass sie mit dem Thema erst gar nichts anfangen konnte, weil sie ihre Selbstständigkeit als Erfolgsgeschichte sieht.
Aber in puncto Marketing hat sie dann doch jede Menge gefunden, das zum Thema passt:
Hatte ich mich in Sachen Marketing zunächst eng an dem orientiert, was Marketing-Experten und die einschlägige Literatur empfahlen, so komme ich jetzt immer mehr auf den Boden der Tatsachen. Denn ich habe in den drei Jahren meiner Selbständigkeit etliches ausprobiert und weiß jetzt immer besser, was für mich nur im begrenzten Rahmen nützlich ist, was ich alles nicht brauche und vor allem, was gut für mich ist.
Die Illusion, dass Menschen sich wirklich ändern wollen
Frank Obels reflektiert in seinem Beitrag Desillusioniert – die Geschichte von der Illusion, dass Menschen sich wirklich ändern wollen!, inwiefern er sich seine Selbstständigkeit als Therapeut und Coach zu Beginn seiner Karriere anders vorgestellt hatte. Dieser Beitrag ist für ganz, ganz viele Branchen extrem interessant, denn die Forderung “Ich will eine Veränderung, mach DU (als Trainer, Coach, Therapeut ...) mal!” ist ja weit verbreitet.
Ich hatte schnell das Prinzip der Resonanz verstanden. Nicht “die anderen” sind es, sondern es ist meine Resonanz, die etwas anzieht, auch und gerade, wenn es mir nicht gefällt. Also änderte ich meine Resonanz ...
Heilsames desillusionieren
Angela Braun beschreibt in ihrem Beitrag Illusionen der Selbständigkeit – Heilsames desillusionieren, wie es ihr mit der Selbstständigkeit so ging und wie Überzeugungen uns oft blockieren können, zum Beispiel:
“Ich weiss noch nicht genug! – Das ist eine Illusion, die vielen Menschen, nicht nur Selbständigen, das Leben immer wieder schwer macht.”
Multiplikatoren
Mein eigener Beitrag Die Multiplikatoren-Fata Morgana dreht sich um die Karotten, die einem vor die Nase gehalten werden, wenn man kostenfrei für andere arbeitet:
“Wenn ich über die ganze Spanne meiner Selbstständigkeit zurückblicke, dann kann ich sagen, dass ich am meisten vom Multiplikationseffekt desillusioniert bin ...”
Haben Sie etwas hinzuzufügen?
Auch wenn die Blogparade jetzt aus ist: Ich freue mich, wenn Sie hier in den Kommentaren oder in Ihrem Blog eigene Erfahrungen preisgeben. Weitere Blogbeiträge nehme ich oben in die Zusammenfassung nachträglich mit auf.
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Anmerkungen & Kommentare
nicht direkt zum Thema, aber von der Blogparade inspiriert: http://www.psn-wirtschaftsberatung.de/2012/karpfen/
Viele Grüße
Petra
großartig! Ich habe sehr gelacht über die minimalistische (tolle) Überschrift und den Karpfenvergleich. Genau solche Bilder führen zu Aha-Effekten.
Abgesehen davon, dass es für mich neu war, dass Karpfen so speziell schmecken. Interessant!
Viele Grüße
Gitte
danke für Ihr Feedback. Gut, dass Sie nicht weitergeschrieben haben, als Sie gemerkt haben, dass es Sie runterzieht.
Ich bin durchaus ein Fan, Fragestellungen auch mal von der negativen Seite anzupacken. So habe ich zum Beispiel zu Beginn meiner Selbstständigkeit von "alten Selbstständigenhasen" erfahren: Was war dein größter Fehler rückblickend? Das hatte eine ganz andere Qualität als die typischen "So sollte mans machen"-Tipps.
Insofern werde ich auch künftig einfach immer wieder mischen. Hier zum Beispiel hatten wir eine umgedrehte Variante: Ihr bester Business-Tipp.
Viele Grüße
Gitte
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Es war eine Freude dabei zu sein
Beste Grüsse
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