Produktivität

Zirkeltraining für Liegengebliebenes

Gitte Härter • 11.03.2009 • email Weiterempfehlen

Jaja, man soll sich idealerweise konzentrieren und eine einzige Sache konsequent durchziehen. Das geht dann auch schneller von der Hand. Stimmt alles. Aber was ist mit den ungeliebten Aufgaben, die Sie einfach nicht machen? Die Ablage endlich wegarbeiten, den Stapel Fachzeitschriften (oder E-Mail Newsletter) auf Nützliches durchsehen, die Buchhaltungsbelege sortieren ...

Wie wär’s mit Zirkeltraining? Nehmen Sie sich zwei, drei dieser Aufgaben vor und stellen Sie die Eieruhr auf 15 oder 20 Minuten. Wenn es Aufgaben sind, bei denen Sie den Kopf mehr in der Sache brauchen, dann ruhig bis zu einer Stunde. Wenn die Uhr klingelt, wechseln Sie zur anderen Aufgabe und starten neu. So bauen Sie Liegengebliebenes in Häppchen ab und das Ganze entwickelt sogar eine eigene Dynamik und macht Ihnen am Ende vielleicht sogar Spaß. wink

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Norbert Jothann am 12.03.2009
Moin, Gitte!

Ja, das klappt wirklich. Auf diese Weise packe ich hin und wieder weniger geliebte Routine- oder Aufräumarbeiten an.

Immer mit dem Gedanken: "Du brauchst es nur eine (Viertel-, halbe) Stunde zu machen. Mehr nicht." Oftmals bin ich damit schon nach 15 Minuten durch - und frage mich dann, warum ich das nicht schon früher oder sofort angepackt habe...

wink

Herzliche Grüße aus Hamburg
Norbert
Von: Heike Eberle am 12.03.2009
Hallo Gitte,

für den sportlichen Ansatz bin ich immer zu haben und ich finde Deinen Zirkeltrainingsansatz hat viel Motivierendes. Und die Eieruhr ist wieder im Spiel - oder auch eine Stoppuhr...die Eieruhr scheint ein wirklich wichtiges "Motivationsinstrument" für Selbständige zu sein. Eine innere Stimme muss nur noch sagen: Weiter, nächste Aufgabe!

Viele Grüße
Heike
Von: Gitte Härter am 13.03.2009
Hallo Norbert, hallo Heike,

genau: die Routine aufmischen. Und sportlich in Richtung "überwinden", "machen" oder auch einen Wettkampf mit sich selbst finde ich zwischendrin ganz nützlich. Dann wird man beipielsweise auch schneller.

Ich weiß nicht, ob ich das schonmal erzählt habe: Zu Beginn meiner Berufstätigkeit habe ich in der Verwaltung der Polizei gearbeitet. Und dabei hatte ich eine Stelle, bei der ich über ein Jahr lang nur Formularsätze ausfüllen musste: also drei Formularblätter, Kohlepapier dazwischen (ja, das war damals noch so ... hihi), geradestößeln, in die Schreibmaschine einspannend. Und dann ausfülllen: Adresse, Geburtsdatum, Datum der Einstellungsprüfung oder Starttermin und Ort. Fertig. Neuer Formularsatz ... und das ging den ganzen Tag so, wie am Fließband.

Damit das effektiver wurde (und vor allen Dingen nicht öde) habe ich immer gegen mich selbst Wettläufe gemacht: Wie geht's noch schneller? Schaff ich heute mehr als gestern?

So macht man Ungeliebtem oder Liegengelassenem Beine und bringt auch Schwung rein.

Schönes Wochenende
Gitte
Von: Sonja M. Berndl am 13.03.2009
Hallo Gitte!

Ich mache das etwas anders, weil bei 15 Minuten die Chance besteht, dass der innere Schweinehund siegt. Ich nehme mir die kleinstmögliche Einheit vor (also keine bestimmte Zeit). Um bei Ihren Beispielen zu bleiben: einen einzigen Buchungsbeleg ablegen oder eine einzige Zeitschrift durchsehen. Oder bei größeren Projekten: den nächsten Schritt ausführen. Da bin ich dann so schnell, dass es der innere Schweinehund überhaupt nicht bemerkt, dass ich was gemacht habe. Und meistens mache ich dann doch mehr, weil ich mein Ziel ja bereits erreicht habe und es mir dann richtig Spaß macht "über das Ziel hinauszuschießen".

Herzliche Grüße!
Sonja
Von: Gitte Härter am 16.03.2009
Guten Morgen Sonja,

da hab ich sehr gelacht: "Da bin ich dann so schnell, dass es der innere Schweinehund überhaupt nicht bemerkt, dass ich was gemacht habe."

Das ist auch eine schöne Idee. Besonders bei den Tätigkeiten, wo man diesen einen Handgriff machen sollte, damit das Ding weg oder weiter ist.

EINEN guten Start in die neue Woche wink
Gitte
Von: Jürgen Gräbel am 16.03.2009
Hallo Frau Härter, liebe Leser,
ich mache das folgendermaßen, wenngleich mir der sportliche Ansatz sehr gut gefällt. Aber jeder auf seine Art.

Damit mir die morgentliche Frische, in der Zeit in der die größte Leistungsfähigkeit vorhanden ist, nicht vergeudet wird, lege ich (wenn nötig) jeweils vor der Mittagspause und vor dem Arbeitsende meine "Tabularasa-Zeit" ein und erledige Liegengebliebenes. So kann ich immer wieder an einem aufgeräumten Schreibtisch starten, ohne dass mich noch ein schlechtes Gewissen plagt.
Ich habe einmal bei einer Bank gearbeitet, da musste der Schreibtisch immer "sauber" sein, wenn man ihn zur Pause oder zum Feierabend verließ. Dieses Prinzip habe ich für meine Freiberuflichkeit beibehalten und es klappt.
Viele Frühlingsgrüße
Jürgen Gräbel
Von: Zamyat M. Klein am 16.03.2009
Hallo,

Zirkeltraining finde ich ja nett, das erinnert mich dumpf an Schulzeiten und dicke Medizinbälle...

Was Sonja Berndl schreibt erinnert mich an die "Mini-Handlung" von LoVerde, die wir immer in den Motivations-Seminaren vorgestellt haben.
Da geht es genau darum, sich so eine winzige und banale Sache vorzunehmen, dass man einfach nicht scheitern kann! Und dann den nächsten kleinen Schritt...
Dabei passiert dann oft wie oben beschrieben, dass man auch gleich weiter macht. Denn das Schwierigste ist es eben oft bei solchen Sachen, überhaupt anzufangen.

Herr Gräbel,

O *Neid*, so eine Regelmäßigkeit würde ich mir auch gerne mal antrainieren. Da ich aber oft bis zum letzten Drücker am PC hänge und dann nur noch aus meinem Home Office sprinten kann, bleibt dann oft was liegen.
Haben Sie vielleicht einen Tipp oder Trick, den Sie verraten können?

Herzliche Grüße
Zamyat

 

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