Ziel angepeilt. Wie auf Kurs bleiben?
Unser fleißiger Kommentierer Norbert hat eine ganze Liste an Themenvorschlägen gemacht, unter anderem: “Wie bleibe ich auf Kurs, obwohl ich scheinbar gerade das Ziel aus den Augen verloren habe?” Danke dafür, denn das ist ein ganz zentraler Erfolgsfaktor und gleichzeitig knirscht’s hier oft im Gebälk. Hier nun einige Anregungen dazu:
Ist das Ziel so definiert, dass es überhaupt ansteuerbar ist?
Das ist klar: Schwammige Ziele bringen keinen Kurs. „Ich müsste mal mit dem Auto wohin fahren.“ oder „Irgendwann fliege ich im Urlaub in den Süden.“ würde niemand als richtiges Ziel ansehen – aber im Business geben wir uns leider oft genug mit derlei unausgegorenen Vorhaben zufrieden.
Da steht dann „Marketing verbessern“ oder „Mehr Akquise machen“ auf der To-Do-Liste. Beißt’s hier schon aus, heißt’s zurück auf Los und erstmal das Ziel klarkriegen.
Gibt es einen verfolgbaren Plan?
Jetzt kommt wieder was eigentlich Selbstverständliches, das aber noch öfter fehlt: Die konkreten Schritte zum Ziel. Hier gibt es zwei Stolperfallen:
Die erste ist es, sich zu große Brocken vorzunehmen, bei denen man gar nicht genau die Marschrichtung erkennt, und die sich im Alltag auch gar nicht realisieren lassen.
Die zweite ist es, alles bis ins Kleinste aufzuschreiben und dann vor einer Riesenliste zu sitzen. Dann sieht man den berühmten Wald vor lauter Bäumen nicht mehr und die Gefahr des Verzettelns ist enorm.
In beiden Fällen gerät man schnell ins Hintertreffen, ist frustriert oder macht sich unnötig Druck – bis man es ganz bleiben lässt.
Mein Mantra: Lösungen sind in der Regel einfach. Und: Die einfachsten Lösungen sind meistens auch die besten.
Halten Sie sich darum an die Taktik der kleinen Schritte wie Ralf es im Formular Meine Steuerzentrale wunderbar auf den Punkt bringt. Fragen Sie sich immer: Was sind die drei nächsten, ganz konkreten Schritte, die mich meinem Ziel näherbringen?
Wenn Sie so planen, stellen Sie sicher,
- dass Sie am Ball bleiben,
- dass Sie sich nicht zu viel vornehmen,
- dass Sie genau das machen, was Sie jetzt im Moment auf Ihr Ziel zuführt.
Haben Sie etwas gemerkt: Bei dieser Vorgehensweise ist es ganz und gar unmöglich, das Ziel aus den Augen zu verlieren, weil Sie es immer vor Augen haben.
Haben Sie festgelegt, wie Sie Erfolge kontrollieren können?
Wenn Sie Ihre Website planen, kommen Sie mit festgelegten Teilschritten und zeitlichen und inhaltlichen ToDos weiter. Da ist die Erfolgskontrolle einfach: Habe ich das zeitgerecht erledigt? Ist es fix und fertig?
Wenn Sie aber beispielsweise eine neue Marketingstrategie etablieren, müssen Sie auch messen, ob sich diese rentiert.
Häufig hat man eine Idee, die sich gut anhört und auf die auch aus dem Bauch heraus eine ganz gute Resonanz erfolgt. Doch in der Realität bringt sie gar nicht so viel wie man sich dachte. Vielleicht bindet sie also völlig unnötig Ihre Zeit und Energie oder Sie haben ein Ergebnis, das weit unter seinen Möglichkeiten bleibt.
In diesem Fall wäre es wichtig, das Ziel komplett – oder den eingeschlagenen Kurs – zu korrigieren. Wenn Sie sich nicht überlegt haben, wie Sie den Erfolg verlässlich messen können und es natürlich dann auch nicht tun, dann merken Sie nicht, was sich lohnt. Dann haben Sie vielleicht Ihr Ziel sogar fest im Blick, aber es ist ein suboptimaler Kurs, den Sie hier verfolgen!
Ideen und Aufträge immer vorher auf Ziel-Kompatibilität prüfen!
Ein weiterer Klassiker, den sicher die meisten – wenn nicht alle – von uns aus eigener Erfahrung kennen, ist es, ein Ziel vor Augen zu haben, aber neue Ideen und Aufträge nicht daraufhin zu überprüfen, ob sie auch wirklich zum eigenen Ziel passen.
Wenn Sie gerne reich und berühmt werden wollen und das bei deutlich weniger Aufwand, gleichzeitig aber immer Aufträge von Existenzgründern oder Behörden annehmen, dann sehe ich Schwarz für Ihre 4-Stunden-Woche. ![]()
Ein Ziel lässt sich nur verfolgen, wenn Sie sich im Alltag fragen: Das, was ich jetzt tue, führt mich das auf mein Ziel zu? Oder lenkt es mich ab beziehungsweise geht sogar in eine völlig andere Richtung? Dazu gehört dann natürlich auch die Konsequenz, Aufträge und Ideen nicht zu verfolgen, die gegenläufig sind.
Überprüfen Sie regelmäßig den Standort!
Haben Sie einen guten Orientierungssinn? Ich habe nicht nur keinen Orientierungssinn, sondern ich habe die Gabe, mit absoluter Sicherheit überall völlig falsch zu gehen – und das, obwohl ich in weiser Voraussicht immer einen Ausdruck vom Stadtplan dabei habe.
Mit dem Verfolgen Ihrer Ziele ist es ganz genauso. Die eben genannten Schritte sind Ihr Stadtplan. Von Zeit zu Zeit müssen Sie ihn aus der Hosentasche nehmen und gucken „Was? Wo bin ich hier denn genau?“ Und dann orientieren Sie sich und wissen, wo es lang geht.
Das ist auch wichtig, wenn Sie konsequent den eingeschlagenen Kurs halten, denn manchmal verändert sich etwas: Schauen Sie immer das „big picture“ an – so überprüfen Sie das eingeschlagene Ziel im Gesamtzusammenhang Ihres Businesses und Ihrer persönlichen Wünsche und Bedürfnisse.
Wenn Sie sich verlaufen haben: Erstmal verorten.
Haha, „verorten“ ist mein neues Lieblingswort! Wenn es Ihnen so geht, wie Norbert formuliert hat, und Sie das Gefühl haben, Ihr Ziel tatsächlich oder scheinbar aus den Augen verloren zu haben, dann brauchen Sie eine kleine Pause in Ihrem Tun. Wenn Sie prinzipiell richtig sind, dann genügt Ihnen die eben genannte kurze Standortbestimmung.
Wenn Sie sich aber total verlaufen haben, heißt es, sich erstmal richtig zu orientieren und alles, was Sie vorhatten, in letzter Zeit getan haben und momentan tun zu verorten.
aus wiktionary:
einen Standort bestimmen/lokalisieren
einen Platz in einem Bezugssystem zuweisen/einordnen
Sie würden also nicht nur sagen: „Aha, da bin ich. So geht es weiter.“, sondern Sie würden alles, was gerade so los ist – in Ihrem Kopf und in Ihrem Tun – auf den Tisch werfen und sich komplett neu sortieren und vielleicht müssen Sie das „big picture“ zunächst wieder erkennen können.
Häufig beginnt hier die Chose dann erstmal von vorne.
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Anmerkungen & Kommentare
wunderbar, ich kann mich dem Vorschreiber Norbert nur anschließen. Und für mich ist auch das Wort "verorten" total neu - wieder etwas dazu gelernt
Ohne Ziele und ohne dazu dazugehörige Tun (was genauso wichtig ist!) jedoch bleibt man in dem Zustand stecken. Und wie oft kommt es vor, dass die Ziele so unkonkret, so schwammig weiß ich nicht, formuliert werden. Und diese Unkonkretheit ist für mich ein Zeichen mangelhafter Auseinandersetzung, fehlender Leidenschaft mit dem Ziel. Je mehr ich mit dem Ziel anfangen kann, je mehr ich über das Ziel nachgedacht habe, desto eher kann ich mein Ziel formulieren und finde die notwendigen Wege dazu, das Ziel zu erreichen.
Zielgerichtete Grüße
Heike
Einen schönen Nachmittag
Gitte
PS an Heike: Ich hoffe, Dein Urlaub war schön. Ich habe Dich nicht vergessen: Du liegst hier bei mir auf dem Schreibtisch und so bald mein Gehirn wieder funktioniert, melde ich mich.
mein Urlaub war sehr schön, aber kurz
Liebe Grüße
Heike
ich hab total gelacht: jetzt muss man schon immer dazu sagen, dass man keine Schweinegrippe hat, oder wie?
Gut, dass der Urlaub wenigstens schön war und es Dir wieder gut geht.
Danke für das Kompliment. Mein Gehirn ist allerdings wirklich nicht auf der Höhe. Habe es letzte Woche wohl zu sehr zum Glühen gebracht. Momentan streikt es. Wird sicher wieder
Bis demnächst
Gitte
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Gitte Härter •
Ein wundervoller Artikel und eine schöne, nachvollziehbare Beschreibung wie man Ziele "erdenkt", plant, "verortet" und am Ende auch erreicht.
Kürzlich las ich auf der Website von Maria Ast das Barbara Sher Zitat: „Ziele sind Wünsche mit einem Datum.“ Das bringt es gut auf den Punkt, daß es eben nicht damit getan ist, sich nur irgendwelche Ziele zu setzen, sondern sich positiv-konkret definierte, erreichbare und gut terminierte Ziele, um ins Handeln und zum Erfolg zu kommen. Wobei ich hier das einigen Lesern wahrscheinlich bekannte Wortspiel bemühen möchte: Erfolg kommt von er-folgen. Es muß etwas aus der Zielsetzung erfolgen, damit sich der Erfolg am Ende auch einstellt.
Nur Zielen ohne den Pfeil auch abzuschießen, bringt irgendwie nichts. Außer vielleicht eine ganz, ganz hohe und die Umwelt vergessen machende Konzentration auf das Ziel - und blutunterlaufene Schwielen in den Fingern.
Wunderbar Deine Anspielung auf das Timothy Ferriss Buch "Die 4-Stunden-Woche".
Klasse finde ich Deine Analogie zum Stadtplan.
Dankbare Grüße aus Hamburg
Norbert