Würden Sie sich feuern?
Mal ehrlich. Wenn Sie Ihr eigener Mitarbeiter wären und sich den lieben langen Tag so zuschauen: Wären Sie begeistert? Würden Sie diesen tollen Mitarbeiter nie mehr loslassen und ihm sofort einen Bonus bezahlen, weil er so fleißig und engagiert ist? – Oder würden Sie sich vielleicht so richtig ärgern, was dieser Typ Sie kostet und nicht das bringt, was er sollte?
Führen Sie mal eine ehrliche Mitarbeiterbeurteilung ... mit sich selbst. Hier einige Anregungen: Bewerten Sie sich jeweils mit
Gehen Sie anschließend jeweils in die Tiefe, was Sie damit genau meinen, was Sie optimieren können oder was sich dringend ändern muss, damit Sie “Ihren Arbeitsplatz behalten und ein guter Mitarbeiter werden.”
Qualität der Arbeit
- ist fleißig
- ideenreich
- bringt Arbeiten zügig zu Ende/zieht Dinge durch
- erledigt seine Aufgaben einwandfrei
- Arbeitstempo (mit konstant guter Arbeitsqualität)
- Sorgfalt
- Termintreue
- erfüllt alle seine Aufgabenbereiche gleichermaßen gewissenhaft
- bleibt am Ball
- Arbeitsqualität bei übermäßiger Belastung/Stress
persönliche Eigenschaften und Fähigkeiten
- engagiert
- interessiert
- kann sich gut selbst organisieren
- entscheidungsfreudig
- kommt mit Enttäuschungen und Rückschlägen gut klar
- lösungsorientiert
- Frustrationstoleranz
- setzt sich Ziele und arbeitet daran
- selbstkritisch
- offen für Feedback
- kritikfähig
- kann Prioritäten setzen
Kommunikation und Zusammenarbeit mit anderen
- kann klar kommunizieren
- hat Standpunkt/vermittelt seine Meinung
- fähig, konstruktive Kritik zu üben
- verhandlungssicher
- kann Grenzen ziehen
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Anmerkungen & Kommentare
Zapperlot! Das ist ja eine geniale Frage.
Meine erste Reaktion: "Nein, natürlich nicht, wo denkst Du denn hin?!"
Meine zweite Reaktion: "Ich werde diese Fragen und aufgezählten Punkte einfach mal mit meinem Co-Coach zusammen durchgehen." Grundgedanke: Selbstbild und Fremdbild in Übereinstimmung bringen.
Kürzlich hatte ich mit einem regelmäßigen Coaching-Newsletter einen Persönlichkeitstest erhalten. Ich habe mich sofort an die Beantwortung der vielen Fragen und deren Auswertung gemacht. Abschließend konnte ich die Auswertungsdaten in ein Koordinatenkreuz übertragen. Junge, Junge, da war schon die eine oder andere nicht vermutete Leistungsdelle zu erkennen, an der ich jetzt arbeite.
Würde ich mich feuern?
Jeder hat eine Chance verdient. Die gebe ich mir auch.
Ganz ehrlich zufrieden wäre ich mir mir als Mitarbeiter zur Zeit nicht. Eigentlich müsste ich mich abmahnen, weil ich die Arbeitszeit für *Privates* nutze...
Danke für diesen Letter.
Ostseegrüße von Diana
Dieser Eintrag wurde als „Artikel des Tages für Multiprojecter” nominiert. Hier kannst du bis 16.09.2008. 8:00 die anderen Kandidaten besichtigen und für deinen Lieblingsartikel stimmen. Wir würden uns freuen, deine Meinung zu hören.
Ich verrate aber nicht, ob ich mich feuern würde...
Sie erinnert mich aber quasi an das Gegenteil. Dass ich mich immer wieder mal frage (auf den Tipp eines Kollegen hin): würde ich einen Mitarbeiter so behandeln/ ausbeuten wie mich?
Und nein, das würde ich ganz sicher nicht.
Ich würde sagen: "So, Feierabend, genug getan für heute. Und so schnell wie du bist, hast du eh das doppelte geschafft wie andere in der Zeit."
Natürlich gibt es auch Punkte, die du oben benennst: Phasen, in denen ich nicht hochkonzentriert am Wesentlichen arbeite, sondern doch lieber mal eben die E-Mails checke oder Kommentare in Blogs schreibe
Wobei mir dann mein eigenes Blog einfällt, wo ich vielleicht auch mal wieder was schreiben sollte... und so springe ich dann manchmal ungeplant im Netz herum.
Aber im großen und ganzen wäre ich mit mir als Mitarbeiterin durchaus zufrieden: nicht ganz unkompliziert mit bestimmten Macken, aber wenn man die kennt, kann man das handeln.
Dafür klotzt sie rein, hat Massen von Ideen, die sie größtenteils auch umsetzt ... also, gefeuert wird sie nicht
Abendliche Grüße
Zamyat
*Privat*, weil ich auch von meiner Mitarbeiterin erwarten würde, dass sich sich um ihr ICH kümmert .. dass sie sich auch informiert, wie sie ihr Leben verbessern kann ... - und das außerhalb der Arbeitszeit!!!
Viele Grüße
du erziehst echt zur Ehrlichkeit. Bei mir war es so, solange die Arbeit mir riesigen Spaß machte, hatte ich keinen Kündigungsgrund.
Aber als alles bestens lief, war die Freude nicht mehr so groß, und dann kündigte ich mich, sehr zum Leidwesen meines Mannes. Ich brauch einfach alle 7 - 10 Jahre eine neue Herausforderung. Und so machte ich auch hier gänzlich Neues!
Die Frage ist wieder supergut - danke!
Edeltraud
herzlichen Dank für Eure Kommentare - ich war die ganze Woche auf Seminar und bin vorhin erst zurückgekommen ... ganz gespannt, was sich hier in der Zwischenzeit getan hat.
@Ralf:
Genau, gute Sache, das auch mit Blick auf Mitarbeitergespräche durchzugehen.
@Norbert:
Das ist eine gute Sache, das so zu verbildlichen mit so einem Koordinatensystem. Das erinnert mich, dass ich in meiner früheren Firma das auch mal hatte und ganz beeindruckt war, wie diese verschiedenen Kreuzchen und das "Feld", das dabei entsteht, eine ganz andere Wahrnehmung ermöglicht.
@Marius:
Das ist phänomenal, dass Dir die kurze Frage soviel gegeben hat. Besser geht's nicht. - Das ist manchmal wie eine Offenbarung, gell? Da liest man was und es ist gar nichts Weltbewegendes, aber jemand verpackt es in eine Formulierung wo die Erkenntnisse rauschen.
_Ich verrate aber nicht, ob ich mich feuern würde..._
@Reka:
Das ist natürlich auch ein wichtiger Punkt: Wenn man etwas nicht gut genug kann zu schauen, wer kann mir das abnehmen. - Nur so Dinge wie der Schlendrian oder einfach auch schlechte Disziplin, die ich bei einigen Kunden über die Jahre schon immer wieder hatte. Die natürlich mehr als unglücklich darüber waren, zum Beispiel, dass sie Zeit vertrödelten statt zu akquirieren. Auch wenn man, um bei dem Beispiel zu bleiben, nicht immer volle Kraft "fährt" (fahren kann oder muss), so ist doch eine längere Phase von so dahindümpeln schon etwas, wo man nie und nimmer bei einem Mitarbeiter zuschauen würde - bei sich selbst aber wohl
Dankeschön für den Verweis auf Deiner Website auf den Artikel.
@Zamyat:
Das ist natürlich auch ein ganz, ganz wichtiger - weiterer - Aspekt. Es ist ja immer alles so schön vielschichtig. Und jeder Blickwinkel verändert ganz schnell und bringt eine neue wichtige Facette rein.
Und mit der Ausbeuterei triffst Du mit Deiner Frage natürlich bei mir genau ins Schwarze. Ich würde Mitarbeiter auch nicht ausbeuten und heimschicken, aber selbst mach ich's schon ... und nehms nicht als Ausbeutung wahr, zumindest meistens nicht ... Hihi
@Diana:
Das mit der Abmahnung gefällt mir! Ein ernstes Wörtchen mit sich zu reden in den Dingen, wo die Prioritäten anders liegen als sie müssten oder wo man sich einfach zu sehr auf eine Sache einlässt, die - so wichtig sie AUCH sein mag - einfach neben anderen Prioritäten hintanstehen müsste.
@Edeltraud:
Schön, dass Dir die Frage wieder so gut gefallen hat. Ich habe auch gleich zustimmend genickt, als ich gelesen habe, dass Du alle paar Jahre was Neues brauchst. Das geht mir ganz genauso. Ich kann Dich da voll und ganz verstehen. Interessant ist natürlich diese Formulierung:
_Aber als alles bestens lief, war die Freude nicht mehr so groß_
Da werden bestimmt bei dem einen oder anderen Mitleser die Augen größer und man blinzelt zweimal ob das, was da steht, vielleicht ein Tippfehler ist
Ein schönes Wochenende an alle!
Gitte
"Aber als alles bestens lief, war die Freude nicht mehr so groß, und dann kündigte ich mich..."
Das kann ich gut nachvollziehen, Edeltraud. Ich habe in meinem Leben auch alle paar Jahre etwas Neues begonnen, wenn alles beinahe wie von selbst und gut lief. Auch dann, wenn mein Umfeld dies mit Kopfschütteln quittierte.
Und nun meine spontane, aber wirklich überzeugte Meinung zu der aktuellen Frage: "würde ich mich selbst feuern oder belobigen?"
100 % belobigen!!! Warum?? Ich bin sehr engagiert, was das Unternehmen betrifft, bin mit Herz und wirklicher Leidenschaft dabei, habe das Know how und die selbstkritische "Brille" auf, die mich mindestens einmal wöchentlich fragen lässt: " was kann ich besser machen, als bisher? Was könnte einfacher organisiert werden? Wie ist die Meinung meiner Kunden? Was war wirklich gut und soll unbedingt bleiben oder ausgebaut werden? Mit diesen Fragen komme ich jedesmal zu sehr eindeutigen "Urteilen", weil sie aus der aktuellen Praxis und auch aus der Sicht auf die Vergangenheit möglich werden. Ich finde, es ist doch wie im Leistungssport: wenn du eine gute Leistung abgeliefert hast, willst du eine sehr gute Leistung und überlegst, wie du dahin kommst. Wenn du sehr gute Leistungen erbracht hast, dann kannst du dich darüber freuen und gleichzeitig - positiv selbstkritisch - fragen, was du noch verbessern kannst ... so geht es immer weiter zu besseren und noch besseren Ergebnissen. Manchmal fällt dabei auch auf, dass einiges zu überdenken ist und zu verändern ist. Der Feind jedes selbstkritischen Menschen und jedes Erfolges ist doch wohl die "Verherrlichung" genauso wie die "Zerreissung" der eigenen Leistung. Also ich würde jeden Mitarbeiter, der engagiert, natürlich kompetent, selbstkritisch, dienstleistungsorientiert bzw. serviceorientiert und aufgeschlossen ist fördern und natürlich auch belobbigen. Ja, und auch mich würde ich genau deshalb fördern!
Habt eine gute Jahresendzeit!!!
herzlichen Dank für das schöne Lob.
Und gratuliere zu dieser tollen Mitarbeiterin!
Herzliche Grüße
Gitte
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Ich hätte noch eine Ergänzung für alle, die Mitarbeiter haben: Sich selbst mit diesen Fragen selbst durchleuchten vor jedem Kritik- / Mitarbeitergespräch. Das bringt einen schnell auf die gleiche Augenhöhe.