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Wie gerüstet sind Sie für Unvorhergesehenes?

Gitte Härter • 22.08.2011 • email Weiterempfehlen

Am Donnerstag habe ich auf den Artikel Top 10 Risikomanagement gelinkt und natürlich habe ich auch – wie viele von Ihnen – keine richtigen Notfallpläne. Nun habe ich das Glück, dass ich nicht komplett alleine bin und für wesentliche Aspekte meines Business Leute einspringen können. Doch mein Kerngeschäft könnte niemand mal eben übernehmen.

Bloß gut, dass ich fast nie krank bin und meine Leistungen mittlerweile fast nur noch online mache - das geht dann zur Not auch mal angeschlagen, weil man nicht raus unter die Leute muss. Am Samstag habe ich aber einmal mehr gelernt, was alles Unvorhergesehenes passieren kann. Ich bin nämlich aufgewacht und konnte mein rechtes Auge nicht richtig öffnen. Merkwürdig.

Also aufstehen und in den Spiegel schauen: AAAAAAAH! QUASIMODO!!! Mein rechtes Auge hängt klein, schräg und monstermäßig in einem unsymmetrischen Gesicht.

Die Übeltäter: Drecksmücken, die mich am Freitagabend im Englischen Garten attackiert haben. Ein Stich im Augenlid und ein Stich direkt unterm Auge. Zugeschwollen von allen Seiten. Uhoh ... und das, wo doch am Montag ein neuer Workshop beginnt. Was ist, wenn ich nichts sehe?

Zum Glück bin ich glimpflich davongekommen. Die Schwellung lässt sich mit permanentem Kühlen bekämpfen und ich fühle mich ansonsten normal.

Aber: So schnell kanns gehen!

Keine Krankheit. Kein Bus, der einen überfährt. Manchmal geht man gesund ins Bett und wacht mit einem Handicap auf. Wenn es blöd läuft, ist es etwas Schlimmeres, das Sie wochenlang außer Gefecht setzt.

Oder denken Sie nur an diverse Abhängigkeiten, die Sie in die Bredouille bringen können. Sie wären nicht der erste Selbstständige, der nicht mehr an seine Website rankommt, weil der Webdesigner nicht mehr greifbar ist.

Hier habe ich Ihnen einen Fragebogen zusammengestellt, mit dem Sie verschiedene Eventualitäten beurteilen und planen können.

PDF Eventualfall herunterladen

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Antinéa am 22.08.2011
Liebe Gitte,

danke für den download!
Was Dein Auge angeht:
versuche mal Apis mellifica D6 (aus der Apotheke). Es hilft bei entzündlichen oder allergischen Reaktionen auf Insektenstiche.

Wieder baldigen Durchblick wünscht

Antinéa
Von: Noelani am 22.08.2011
Danke für den tollen Tipp. Gute Besserung betreffend deines Auges.

Aloha Noelani
Von: Matthias am 22.08.2011
Hallo, liebe Gitte,

als ich mich heute mit diesem „Risiko-Katalog“ konfrontiert sah,
da war mein erster Gedanke:

„Oh mein Gott, Matthias, eigentlich müsstest du schon längst tot sein!“ –

denn:
Gegen fast nichts davon bin „abgesichert“ und was bitte sind „finanzielle Rücklagen“ und wie kommt man an so etwas? *lach

Was ein „Worst Case“ ist, muss ich nirgendwo nachlesen, denn dies durchlebe
ich seit Jahren
(wobei ich mir „angestellt arbeiten und von Mo. bis Fr. gemobbt werden“
noch viel schlimmer vorstelle... soviel „Schmerzensgeld“ würde ich dabei garnie verdienen!) –

Als „Selbstständiger“ bzw. „Freiberufler“ oder „Freischaffender“ ist man meiner Meinung
nach immer auch ein Stück „Fatalist“ –
Wer das nicht aushält, dem sei eine „kleine“ Beamtenlaufbahn empfohlen,
aber man muss dies mögen (für mich wäre das nichts!) –

Das klingt gerade ganz schrecklich (ich weiß), aber zur Beruhigung:
Noch nie hatte ich sowenig Geld zur Verfügung wie im Sommer 2011 und noch nie hatte ich mich so wohl in meiner Haut gefühlt
(ich bin – frei nach Janosch - „gesund wie ein Wildschwein“ – und kann mich Dingen mit Muße widmen, die sonst zu kurz kommen und es bleibt noch Ruhe und Zeit zum Radeln und Baden gehen) – und mein ausgeruhter Kopf entwickelt entspannt neue Ideen und Perspektiven...

Um es ganz klar auszudrücken:
Der schlimmste Fall wäre eine schreckliche Krankheit, die einen Totalausfall mit sich bringt,
alles andere lässt sich improvisieren!

Klar kenne ich die Not, dass der „Webmaster“ nicht mehr greifbar ist
und was ist meine Lösung:
In bin heute selber mein eigener WEBMASTER!:-)

Ich bin kein Computer-Freak, aber die Not hat mich gelehrt, auch dort inzwischen viel selber zu
lösen – sei es Hardware oder Software-Probleme und demnächst muss ich
z.B. meinen PC wieder komplett neu installieren –
nun ja, macht keinen Spaß, aber es gibt schlimmeres....

Neulich bekam ich ganz plötzlich heftige Zahnschmerzen, mit Kopfweh, leichtem Schwindel etc.
Au Backe! - es war eine Zahnfleischentzündung und ich hab es dann mehrmals mit Myrrhentinktur eingepinselt und gut war es – beim Doc war ich nicht –

Viele Grüße
Matthias
Von: Kaschu am 22.08.2011
Danke liebe Gitte!
Ich dachte, mein Büro wäre z.Bsp. für meine Kollegin so gut organisiert, dass sie gleich einspringen könnte,
Pustekuchen!
Wir haben gleich die Probe aufs Exempel gemacht. Hätte nicht geklappt.
Erstaunlich, was sich da im Laufe der Zeit alles eingeschlichen hat. Besonders der Zugriff auf Dateien ist kritisch. Jetzt müssen wir die Organisation neu überdenken. Und mit dem externen Dienstleister, der bis jetzt alle Internet- und PC-Probleme aus der Welt geschaffen hat klären, wer ihn vertritt...
Lieben Gruß
Franziska
Von: Silke Bicker am 22.08.2011
Hallo Gitte,

wenn ich ein wenig Schleichwerbung machen darf: es gibt ein Bodyspray von L´Occitane mit Zitronenverbene, den mögen Mücken nicht:-) und man selbst duftet erfrischend sommerlich. Steht in Parfümerien oder den Geschäften der Kette unter "Parfum bzw. Körperspray", nicht unter Anti-Mücken-Mitteln":-)!

Für den schlimmsten Notfall - Ausfall für einige Zeit - bin ich leider, leider nicht gewappnet. Aber ich kann an gute Kollegen weiterleiten und habe bereits zu Anfang meiner Freiberuflichkeit einen Notfallordner angelegt. Eigentlich eher 2, einen aus Papier und einen im PC samt Dropbox. Und beide halte ich auf aktuellem Stand.

Viele Grüße,
Silke
Von: Amos Ruwwe am 22.08.2011
Worst- case, da haben alle gleich Angst. Wie geht das beim Wetter? Bei unbeständigem Wetter nimmt man einen Regenschirm mit. Wenn es plötzlich regnet, schwupp, hat man einen Regenschirm zur Hand.
Übertragen auf das Unternehmen geht das auch.
Ein worst- case oder in deutsch gesprochen ist ein Widerfahrnis, das nicht umbedingt der Totalausfall sein,aber er stört erheblich den Unternehmensverlauf.
Beispiel:als die Spritpreise sprunghaft stiegen, konnten viele Fuhrparks die Kosten nicht stemmen und viele Fahrer wurden rausgeworfen.
Das war ein Widerfahrniss für die Fahrer.
Für den Unternehmen war es ebenso ein Widerfahrnis.
Der angestellte Fahrer kann immer die Augen und Ohren offen halten, für Krisen und kann Alternative vorbereiten.
Der Unternehmer auch, Hybridfahrzeuge anschafffen, oder die Fahrzeugflotte auf Gas umstellen.
Von: Gitte Härter am 23.08.2011
Guten Morgen zusammen,

erstmal herzlichen Dank für die guten Wünsche und Tipps für mein Auge/gegen Mücken. Zum Glück habe ich den Durchblick schon wieder, nachdem ich mir das ganze Wochenende ein Eispack draufgedrückt habe. Ich freue mich aber über Eure Tipps, denn da ich mehrmals die Woche im Englischen Garten Sport mache, bin ich regelmäßig zerstochen.

-------------

Dankeschön auch für die Ergänzungen. Ich denke, die drücken auch sehr schön aus, worum es geht: Einfach das, was man besser organisieren kann - oder einfach mal vorbereiten sollte als "Plan B" -, die sollte man als Selbstständige/r jetzt machen. Dann haut Unvorhergesehenes nicht so rein.

Und natürlich kann man nicht alles abdecken und wird immer auch improvisieren, doch ist die Lage natürlich schon auch eine andere, wie ein Business strukturiert ist und was davon alles abhängt.

Ein Schreibtischtäter im Homeoffice tut sich da leichter als jemand, bei dem Miete oder Pacht weiterläuft, der Kredite laufen hat oder ein Produkt gerade erst zur Marktreife bringt. Denn bei Homeoffice-Denkarbeitern fällt schlimmstenfalls Geld aus, aber es laufen keine Kosten weiter.

Im Wesentlichen geht es einfach darum, sich Gedanken über diese Dinge zu machen, dann kann man immer noch vollen Bewusstseins sagen "Ich mach da nichts vorab" - aber man sitzt nicht plötzlich mit der Bescherung da, weil man an etwas einfach noch nie gedacht hat.

Einen schönen Tag grin
Gitte

PS: "Widerfahrnis" ist ja ein gutes Wort!
Von: Nadine am 23.08.2011
Ich bin versichert, bis unter die Zähne: Unfall (Privat/Betrieb), Berufsunfähigkeitsversicherung, Krankentagegeld ab 3. und 6. Woche, Krankenhaustagegeld, Berufsgenossenschaft, da ich auch ausbilde.
Und bis dahin .. wenn ich krank bin, dann bin ich krank, dann erlaube ich mir keine Sorgen, da ich ja eh nix ändern kann.
Von: Martin Kramer am 23.08.2011
Hallo Gitte,
Vielen Dank für den neuen Tipp. Es lohnt sich schon, auch mal in die Richtung weiter zu denken. In meiner Branche darf ich die Kunden (und auch meine eigenen Kinder) immer wieder daran erinnern, wie lebenswichtig regelmäßige Datensicherungen sind. Ein Bekannter von mir hat kürzlich alle seine Digitalfotos der letzten 10 Jahre verloren. Das ist dann wohl so, als hätte man sein Leben nicht gelebt.
Viele Grüße - Martin
Von: Gitte Härter am 25.08.2011
Dankeschön, Nadine und Martin: die Stichworte "sinnvoll versichert" und "regelmäßige Datensicherungen" sind natürlich noch zwei sehr wichtige Ergänzungen!
Von: Zamyat M. Klein am 25.08.2011
Puuhhh ja, das ist ein Thema.

Und es geht ja noch viel weiter, tiefer, wie mir gerade leider aktuell durch einen Freund klar wurde.
Eine vergleichsweise harmlose Operation, danach unbemerkt Herzstillstand, Koma- ich will nicht in die Details gehen.

Aber da tauchen noch so Gedanken auf wie Patientenverfügung und Testament (es kann einen in JEDEM Alter treffen), wer kümmert sich, wer findet was im Büro (eben all diese Unterlagen) etc. Als Single ist das alles nicht so einfach.
Wer sagt meine Aufträge ab, wer informiert wen- hoch, ich darf gar nicht dran denken.

Die Dinge, die du schreibst, sind in meinem Job zum Glück auch alle per Laptop zu regeln. Da ich mir gerade ein Netbook bestellt habe, werde ich es immer mit mir schleppen grin

Ansonsten: Augen zu und durch.Wenn ich mir über all das auch noch n Kopp machen würde... Bin gerade mal wieder mit Krücken-Humpelei beschäftigt (und mache so auch Trainings)- das reicht erst mal grin
Von: Silke Bicker am 25.08.2011
Hm, mir fällt gerade ein - wo liegt eigentlich das Passwort (oder die Passwörter) für Laptop/ Netbook/ Smartphone etc.? Was nutzt ein Rechner für die Aushilfen, wenn sie nicht "hinein kommen"?
Meins ist bisher nur in meinem Kopf gespeichert...

Grüße, Silke

P.S.: woher weiß das Spamorakel, dass ich ncoh 77 Cents habe?!?
Von: Gitte Härter am 30.08.2011
Super-Ergänzungen, Zamyat und Silke. Immer gibt es noch ein Stichwort, das man noch gar nicht bedacht hat!

Haha: Zamyats "Spamorakel" habe ich schon wieder ganz vergessen.
Von: Sabine Gewehr am 30.08.2011
Hallo Gitte,
danke für die super Tipps die eigene Organisation mal kritisch zu betrachten und sich für Eventualitäten zu rüsten.Für mich sehe ich da noch viel Verbesserungspotential.

Wie Zamyat schon andeutet, das Thema geht noch viel tiefer. Es herrscht oft noch der Irrtum, dass der Ehepartner, die Eltern oder Kinder für eine Person in Notsituationen im rechtlichen Sinne handeln können.

Um es ganz klar zu sagen: Wer zum Beispiel nach einem Unfall im Koma liegt und nicht für sich selbst handeln kann, braucht ( und bekommt)einen Betreuer.

Daher ist niemand zu jung oder zu alt für eine Vorsorgevollmacht. Damit kann jeder selbst bestimmen, welche Person des Vertrauens im Notfall handeln soll und kann.

Für den Einzel-Selbständigen ist das Vorsorgen schon für viele alltägliche Dinge besonders wichtig zum Beispiel:

Wer darf Post öffnen? Es gibt ja das Postgeheimnis.

Durch das elektronische Banking kann bei bekannten Pins und Tans faktisch auch von einem fremden Konto verfügt werden, so dass das Business erst mal weiter läuft. Aus juristischer Sicht ist diese Vorgehensweise jedoch nicht korrekt.

Wer kann im Notfall Verträge kündigen oder neue abschließen?

Meine Ergänzung zu dem Thema ist daher: auch wenn es unangenehm ist, jeder Unternehmer sollte eine Vorsorgevollmacht errichten. Aus eigener Erfahrung nach einem Autounfall kann ich sagen, das Leben mit dem Wissen, dass eine selbst ausgesuchte Person für mich handeln kann entspannt das Leben.
Viele Grüße Sabine
Von: Gitte Härter am 01.09.2011
Vielen Dank, Sabine, für die weiteren wichtigen Ergänzungen!
Von: Matthias am 14.09.2011
"Vorsorgevollmacht"?

Netter Gedanke, aber in meinem Leben gibt es (leider) keinen einzigen Menschen, der dafür in Frage käme (es könnte auch niemand)...

Wenn ich das zeitliche segne, wars das eben...

Es sei denn ich würde - posthum - berühmt (bin schlißlich auch Maler *g*), dann könnte es freilich sein, daß dann die halbe Welt behauptet sie hätte längst "Vorsorgevollmacht" ...lach...

Grüßle
Matthias

PS: Was solls dem großen VINCENT VAN GOGH gings auch nicht besser, also nicht jammern! grin

 

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