Werfen Sie wild mit Informationen um sich?
In den 90er Jahren habe ich die Werbe-Doku The Fine Art of Separating People From Their Money gesehen und bis heute ist mir eine Szene besonders im Gedächtnis geblieben: David Bowie und Tennisbälle.
Fang!
David Bowie ist einer der Interviewten. Er brachte folgendes Bild: Informationen sind wie Bälle.
Wenn Du jemandem einen Tennisball zuwirfst, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass er ihn mühelos fängt. Wirfst Du ihm aber mehrere Bälle auf einmal zu, wird er keinen davon fangen.
... und dann prallten auch schon ein halbes Dutzend Bälle an ihm ab.
Stellen Sie sich das einmal bildlich vor. Oder noch besser: Probieren Sie es aus! Zu erleben, wie der „Beschossene“ völlig überfordert wird, beschert Ihnen einen ganz anderen Aha-Effekt als es nur theoretisch zu wissen.
Sie werden dann beim Formulieren Ihres nächsten Mailings, bei Ihren Web-Texten und auch bei Ihrem nächsten Gespräch mit einem (potenziellen) Kunden ganz automatisch viel sensibler dafür sein, ob Sie Ihre Informationen in wirksamen Häppchen präsentieren, das verspreche ich Ihnen.
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Dabei fallen mir Menschen ein, die vor einem sitzen, einmal tief Luft holen - und dich dann mit einem fast unaufhörlichen Redeschwall ohne Punkt und Komma eindecken.
Schüttel! Lauf weg!
Es gibt ja das Sender-Empfänger-Modell nach Stuart Hall.
Link zu Wikipedia - Sender-Empfänger-Modell
Dieses Kommunikationsmodell sollte man sich vielleicht immer mal wieder vor Augen führen, bevor man jemanden mit Informationen endeckt.
Wenn ich beispielsweise jemandem an der Bushaltestelle erzähle, daß die Busse jetzt andere Fahrtzeiten haben, dieser angesprochene Jemand gedanklich aber gerade beim Formulieren einer Entschuldigung für sein Zuspätkommen ist, dann verpufft meine Information auf dem Wege zu seinem Ohr.
Oder noch "besser" (weil schon einige Male beobachtet): Jemand fragt einen anderen nach dem Weg, der Angesprochene reagiert aber nicht, weil er die Kopf-/Ohr-Hörer seines MP3-Players in den Ohren hat und Musik hört.
Bevor ich meine Informationen "sende", sollte ich prüfen und sicher sein, daß er andere auch wirklich auf "Empfang" eingestellt ist.
So gesehen ist Dein obiges Beispiel mit den Tennisbällen wirklich klasse, Gitte. Um die Aufnahmebereitschaft zu testen, werfe ich meinem Gegenüber erst einmal nur EINEN Informationsball zu. Wirft er mir dann einen "Ich bin aufnahmebereit!"-Ball zurück, kann ich ihm weitere Informations-Bälle zu werfen. Bis er mir einen "Habe verstanden!"- oder "Ich bin nicht mehr aufnahmebereit!"-Ball zurückwirft.
Herzliche Grüße
Norbert