Selbstmanagement

Wer managed mich eigentlich?

Ralf Senftleben • 22.05.2008 • email Weiterempfehlen

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber manchmal in schwachen Stunden beneide ich Angestellte ein bisschen. Da gibt es immer jemanden, der einem sagt, was getan werden muss. Da gibt es immer jemanden, der die Ziele vorgibt und mir schwierige Entscheidungen abnimmt.

Tja, als Selbstständiger müssen wir das für uns selbst erledigen. Das ist auch gut so, denn ich denke, deswegen haben wir uns alle selbstständig gemacht.

Aber manchmal wäre es doch auch schön, sich mal keinen Kopf machen zu müssen und jemanden haben zu können, der einem sagt, wo es langgeht?

Manchmal hätte ich auch gerne jemanden, der mich managed. Das würde mir natürlich innerhalb von 2 Minuten schwer auf die Nerven gehen, aber ich gönne mir manchmal die Vorstellung grin

Wünschen Sie sich auch manchmal jemanden, der Sie managed?

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Thomas Kochler am 23.05.2008
Ich habe das große Glück, manchmal auch von meinem Mitarbeitern "gemanaged" zu werden. Immer nur kurz zwar, aber meist auch im richtigen Moment ...
Von: Ralf Senftleben am 23.05.2008
Thomas, und so muss das auch sein, finde ich.

Die Idee, das der Chef der ist, der alles weiß und nie mal 'ne schwache Minute hat, ist auch realitätsfern und überholt.
Von: Gitte Härter am 27.05.2008
... hihi, ich will auch was sagen: Also ich wünsche mir eigentlich nie, dass mir jemand sagt, was ich tun soll. Habe ich auch noch nie.

Ich hätte dafür gerne eine Butler oder einen Sekretär, der mir Kaffee macht oder mir Kleinkram oder Ungeliebtes abnimmt.
Von: Diana K am 27.05.2008
Hallo an alle,

Gitte - jeep, genau so denke ich auch. Nur möchte bzw. kann ich den *Butler* nicht bezahlen, weil ich's dann lieber doch selber mache - also sehn ich mich nach nem *Antreiber*.

Die Vorteile der Arbeitnehmer sind ja auch das geregelte Wochenende (wenn ich nicht grad im Verkauf tätig bin oder bei Bus und Bahn) und die langen Urlaubszeiten.

(Habe heute gerade von einem Unternehmen erfahren, die 16 Euro Stundenlohn und 30 Urlaubstage für ihre AN (Schweißer) bieten. - dafür 3-Schichtsystem, also auch Nachtschicht benötigen.)

Ist es das wirklich? Jahr für Jahr *nur* schweißen? Den eigenen Kopf nicht mehr zu nutzen/nutzen zu dürfen.?

Nöööö ....

Liebe Grüße
Diana
Von: Ralf Senftleben am 27.05.2008
Gitte, wenn ich das nächste Mal in München bin, binde ich mir eine Fliege um und servier dir den Kaffee grin

Und Diana, ja, das ist es ja, warum wir selbstständig sind, nicht? Wegen der Freiheit, unser eigenes Ding zu machen.

Und wenn der Freiheitsdrang stärker ist, als das Sicherheitsbedürfnis, dann macht man sich selbstständig, auch wenn es manchmal einen Tick anstrengender ist.
Von: Andrea Herzog am 02.06.2008
Auch Selbständige brauchen einen Coach/Trainer!
Jeder Spitzensportler, der ansich schon begabt und motiviert ist, benötigt einen Trainer/Coach, der ihn puscht, stützt und fördert. Genauso ist das bei Selbständigen!
Von: Anne Schneider am 02.06.2008
..."und wenn der Freiheitsdrang stärker ist als das Sicherheitsbedürfnis, dann macht man sich selbständig..." Das ist genau der Satz, den ich gerade brauchte. Leider ist es nicht nur " einen Tick anstrengender", aber es ist auch meine Chance, jeden Tag kreative Lösungen zu suchen und zu finden.Doch, genau das ist es mir wert..
Von: Ralf am 02.06.2008
Andrea, gerade Selbstständige brauchen einen Coach. Je schwerer die Aufgabe, desto mehr brauchen wir Unterstützung.

Siehe auch: Co-Coaching
Von: Norbert Jothann am 02.06.2008
Hallo an alle Vor-Schreiber!

Prima Gedanken und ein wundervoller Dialog zu diesem Thema.

Manchmal hätte auch ich gern jemanden, der mir sagt, was ich tun soll. Hier übernimmt meine Frau ab und zu ungefragt diesen Part... wink Aber das gehört - so glaube ich - wohl doch mehr zu einem anderen Thema: "Männer und Frauen in der Partnerschaft" - oder so...

Die oben beschriebenen zwei Minuten, nach denen es Ralf Senftleben "schwer auf die Nerven" ginge, wenn ihn jemand organisierte, treffen auch auf mich zu.

Und als Berater/Coach/Trainer stimme ich Andrea Herzog und Ralf Senftleben zu, daß (gerade!) Selbstständige jemanden an ihrer Seite brauchen, der sie "puscht, stützt und fördert".

Herzliche Grüße aus Hamburg

Norbert Jothann

 

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