Wenn Sie nicht genug verdienen, liegt es oft daran
Wissen Sie, was mir an erfolgreichen Unternehmern und Freiberuflern immer wieder auffällt? Sie kennen ihre Zahlen aus dem FF. Sie kennen ihren Umsatz, ihren Profit, ihre Umsatzrendite, ihre Marketingkosten und und und.
Viele Selbstständige denken hier leider anders. Sie denken:
"Zahlen... das ist doch was für Erbsenzähler und kleinkarierte Buchhalter."
Ich gebe es zu, diese Einstellung hatte ich auch lange Zeit.
Ich kümmere mich halt lieber um die Sache, um mein Kerngeschäft, um mein Thema. Also lass mich doch mit Zahlen in Ruhe!
Bis das erste Mal eine Steuernachzahlung ins Haus steht.
Oder bis uns bewusst wird, dass wir von unserem augenblicklichen Stundensatz eigentlich gar nicht existieren können.
Oder bis wir feststellen, dass wir gar nicht wissen, welche Art Werbung sich für uns rechnet, weil wir nicht wissen, wie viel eine Anzeige kosten darf, damit unter dem Strich genug dabei herauskommt.
Oder bis wir merken, dass wir wegen unrentabler Projekte so viel arbeiten müssen, dass wir ausbrennen und den Spaß an unserem Geschäft verlieren.
Kennen Sie den schönen Spruch: "Was ich nicht messen kann, kann ich auch nicht managen". Das ist eine universelle Wahrheit aus dem Geschäftsleben und gilt für Großunternehmen genauso wie für uns Solo-Unternehmer.
Deswegen ist es für Sie essentiell, dass Sie wissen, welche Aufträge und Projekte sich rechnen, wie viele Stunden Sie zu welchem Stundensatz arbeiten müssen und ab wann Sie anfangen Profit zu erwirtschaften.
Diese Zahlen brauchen Sie, um die wichtigen alltäglichen Entscheidungen in Ihrem Geschäft zu treffen.
Und deswegen müssen Sie wenigstens die wichtigsten Zahlen in Ihrem Geschäft erfassen und kennen.
Ohne geht es nicht auf Dauer. Ehrlich!
Aber von welchen Zahlen sprechen wir hier eigentlich?
Da haben wir zuerst mal die privaten Kosten: Am Anfang sollten Sie unbedingt Ihre notwendigen Lebenshaltungskosten kennen. Was geben Sie pro Monat an Miete, Versicherungen, Lebensmitteln usw. aus?
Dann kommen die laufenden geschäftlichen Kosten dazu. Büro? Arbeitsmaterialien? Fahrtkosten? Webserver? Telefon? usw.
Und wenn Sie private und geschäftliche Kosten aufaddieren, haben Sie schon mal den Grundbetrag, der die Grundlinie Ihres Geschäfts bildet. Diesen Umsatz + ca 0-50% (je nach Einkommen- und ggf. Gewerbe-Steuersatz) müssen Sie monatlich an Umsatz machen, damit Sie über die Runden kommen: Das ist Ihr minimaler, erforderlicher Umsatz.
Eine weitere wichtige Zahl, gerade für Freiberufler ist der minimale Stundensatz, den Sie erwirtschaften müssen. Dazu überlegen Sie sich, wie viele Stunden Sie im Monat ausgelastet sein wollen, und teilen Ihren minimalen, erforderlichen Umsatz durch die Stundenzahl.
Wollen Sie als Coach pro Monat 60 Stunden Coaching anbieten und Ihr erforderlicher Umsatz pro Monat liegt bei 3.000 EUR, dann teilen Sie 3.000 durch 60 und kommen auf einen minimalen Stundensatz von 50 EUR.
Das ist der Betrag, den Sie mindestens pro Stunde verdienen müssen. Und Aufträge unter diesem Stundensatz sollten Sie in Zukunft lieber ablehnen, weil Sie sonst nicht kostendeckend arbeiten.
Ich weiß es selbst: Für uns kreative Unternehmer ist das mit den Zahlen manchmal wirklich eine Herausforderung. Wir wollen uns damit am liebsten nicht beschäftigen. Aber es geht wirklich nicht ohne.
Und ich kann Ihnen aus Erfahrung sagen: Mit der Zeit kann man sogar Spaß daran bekommen. In den ersten Jahren meines Unternehmertums habe ich Excel gehasst
Und heute freue ich mich, wenn ich meine Zahlen pflege und sehe und mir anschaue, wie sich mein Profit in den letzten Jahren nach oben entwickelt hat.
Die Sache mit den Zahlen lässt sich aber noch beliebig weiterführen. Z.B. sollten Sie den Break-Even kennen, ab welcher Stückzahl sich ein neues Produkt rechnet oder ab welcher Teilnehmerzahl Ihr Seminar kostendeckend ist.
Oder Sie müssen sich ausrechnen können, wie viel die Gewinnung eines neuen Kunden kosten darf, damit Sie wirksam Werbung machen können.
Sie müssen wissen, wie viele Besucher Ihre Webseite hat und wie viele Kunden daraus entstehen.
Sie müssen wissen, wie viele Kunden in Ihrer Kundenkartei sind und wie viele Antworten Sie durchschnittlich bekommen, wenn Sie ein Mailing an alle rausschicken.
Sie müssen auch wissen, ab welchem Stundensatz es sich für Sie rechnet, bestimmte Tätigkeiten auszulagern, weil Sie z.B. für Kunden einen höheren Stundensatz erwirtschaften können, als wenn Sie Ihre Wäsche bügeln oder Ihre Wohnung zu putzen.
Ohne all Ihre Zahlen zu kennen, können Sie unternehmerisch nicht sinnvoll agieren. Vielleicht geht es eine Zeitlang gut und wir mogeln uns so durch, aber es ist ein Blindflug und das können Sie sich als Unternehmer nicht erlauben. Wirkliches Wachstum ist so jedenfalls nur schwer möglich.
Ich weiß das, denn ich habe es auf die harte Tour lernen müssen. Machen Sie bitte nicht den gleichen Fehler.
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