Weihnachtsgrüße schreiben

Für viele Selbstständige sind Weihnachtsgrüße Routine oder einfach etwas, das man tun sollte wegen Kundenbindung und so. Schade!
Gezielt Weihnachtskarten zu verschicken, und zwar so richtig, per Post, ist ganz wunderbar. Für den Schreiber und den Empfänger. Wann holt man denn heutzutage schon noch Handgeschriebenes aus dem Briefkasten?
Machen Sie es sich angenehm.
Alleine das Einkaufen der Weihnachtskarten ist schon lustig: Was passt zu mir? Ah, diese eine Lustige, da wird sich Kunde X ja kringeln vor Lachen!
Da lächelt man ja schon im Laden vor sich hin (ich habe Ihnen ja kürzlich von den E-Cards von nichtlustig.de erzählt und hinterher gesehen, dass es auch ein Postkartenset mit 15 Weihnachtsmotiven gibt, oder besser: Nichtweihnachten-Motiven).
Letzte Woche habe ich im Hugendubel putzige Postkarten von Henrike Wilson gesehen und gleich beim inkognito-Verlag nachgefragt, ob ich zwei Motive hier im Blog zeigen darf.
Kurz und gut: Es gibt in den Läden so eine schöne Auswahl von stimmungsvollen, witzigen, normalen Post- oder Klappkarten! Zudem gibt es hübsche Aufkleber von Sternen und Schneemännern oder Elchen ... so können Sie sich richtig austoben. Oder Sie holen sich einfach festeres Papier und drucken Ihre eigenen Karten.
Weihnachtsgrüße sind keine Pflicht!
Im September haben wir schonmal über Geschenke allgemein und Weihnachten gesprochen, und dort habe ich auch schon einmal betont: Weihnachtsgrüße sind keine Pflicht. Kein Mensch erwartet das von Ihnen. Wenn Sie also keine Freude dran haben oder keine Zeit, dann lassen Sie´s bleiben.
Wenn Sie aber, wie ich, Spaß daran haben, dann gucken Sie Ihr Adressbuch und Ihre Kundenkartei daraufhin durch, wem Sie gerne einen Gruß schicken möchten. Vermeiden Sie eine Massensendung an alle. Auf diese Nullachtfuffzehn-Grüße mit irgendeinem Eindruck und einer hingekrakelten Unterschrift kann man echt verzichten. Das wirkt dann wie ein liebloses Massenmailing und ist wirklich auch Zeitverschwendung.
Keine Karte vermisst man nicht. Aber eine Allerweltsserienkarte fällt schlimmstenfalls sogar negativ auf oder enttäuscht.
Übrigens: Sie brauchen auch kein Grußkarten-Ping-Pong veranstalten à la Huch, Kunde Y hat mir eine Karte geschickt, jetzt muss ich schnell-schnell auch eine zurückschicken, auch wenn ich das gar nicht gemacht hätte. Für manche ist es noch schlimmer, wenn sie ein kleines Präsent erhalten, aber selbst gar nichts dergleichen geplant haben. Bitte nicht zur Gegenschenkaktion ausholen! Freuen Sie sich einfach und bedanken Sie sich.
Nehmen Sie sich Zeit
Ich schreibe immer so zwei Dutzend handgeschriebene Karten und ein paar e-Cards. Beim Durchforsten meiner Adressbücher fällt mir dann oft noch ein Name ins Auge, wo ich denke: Ach, Z! Mit dem hab ich ja schon länger gar keinen Kontakt ... und dann habe ich Lust dazu, mal anzuklopfen. Gar nicht unbedingt mit einem Weihnachtsgruß, sondern mit einem Ich bin gerade über Ihren Namen gestolpert-Aufhänger.
Bei den handschriftlichen Gren mache ich es immer so, dass ich die Postkarten beziehungsweise die Umschläge zu Hause mit der Adresse beschrifte und dann alles leer mit mir herumtrage. Wenn ich dann unterwegs bin, setze ich mich gemütlich in ein Café und schreibe ein paar Karten, so wie ich gerade lustig bin. Auf diese Weise artet es nicht in Anstrengung aus ![]()
Beim einen oder anderen Empfänger fällt Ihnen vielleicht etwas Besonderes ein oder Sie möchten wissen, wie etwas weiterging ... bei anderen möchten Sie vielleicht nur über das schnell vergangene Jahr philosophieren oder ein Treffen fürs nächste Jahr vereinbaren.
Elektronische Grüße
Wenn Sie lieber elektronisch verschicken, dann versenden Sie lieber einzelne Karten beziehungsweise E-Mails. Ein Versand an einen Massenverteiler, der sofort als solcher erkennbar ist, wirkt beliebiger und das wird dann weniger ankommen, weil sich der Empfänger zwar gemeint fühlt, aber nicht wirklich.
Und seien Sie nicht irritiert, wenn jemand nicht auf eine elektronische Karte antwortet. Da die blöden Spamversender sich seit einiger Zeit auch als e-Card tarnen, kann es sein, dass Empfänger übervorsichtig geworden sind und die elektronische Karte nicht öffnen.
Übrigens: hallmark.com hat viele hübsche, kostenfrei versendbare e-Cards (= englischsprachige Website)
Ach, und weil ich das letztens in einem Internetforum als Frage gesehen habe: Bitte kombinieren Sie einen persönlichen Weihnachtsgruß nicht mit einer Verkaufsaktion! Eine Karte zu schicken und gleichzeitig das neueste Angebot als Werbung beilegen, das kommt nicht gut.
Viel Spaß beim Kartenschreiben!
Ihre Kunden und Geschäftspartner werden sich sehr über Ihren handgeschriebenen Gruß freuen.
Der Inkognito-Verlag hat mich gebeten, auf seine SOS-Kinderdorf-Karten zu verweisen, bei denen auch die von mir vorgestellte Künstlerin vertreten ist. Der Großteil der Erlöse gehe direkt an die Kinderdörfer.
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Anmerkungen & Kommentare
freut mich, dass Dir die Motive auch gefallen. Mir hat es besonders der Weihnachtsmann mit dem Schneemann angetan (übrigens: Was ist das denn seit ein paar Jahren mit dem Weihnachtsmann? Bei uns gab's nur den Nikolaus und das Christkind).
Sich nicht auf einen Anlass wie Weihnachten zu beschränken, ist gut. Da heißt es dann: dran denken. Anlässe - gerade wie Weihnachten - sind oft auch eine Erinnerung daran, sich mal wieder zu melden. Es ist schön, dass Du unterm Jahr auch mal eine Postkarte oder einen Gruß schreibst ... ich mache das auch, aber viel zu wenig. Meist flutet einen der Alltag, und ich denke nicht dran.
Mein Vater hat mir letztens alle meine Briefe und Karten, die ich ihm jemals geschickt habe, zurückgegeben - ich wusste gar nicht, dass er sie aufgehoben hat. Ich habe wahllos in ein paar geschaut und da steht fast immer in irgendeiner Form: "Aaaah, entschuldige, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe" ... die Zeit rast einfach so, kommt mir vor.
Viele Grüße
Gitte
PS: "Gegen-Weihnachtskarte" ist auch ein cooler Ausdruck ... haha!
Ja, wenn ich die beiden obigen Bilder vergleiche, finde ich auch das Schneemann-Weihnachtsmann-Bild netter.
Weihnachtsmann, Nikolaus (und Knecht Ruprecht), Christkind:
Soweit mir bekannt, hängt das im Kern/Ursprung mit der Reformation durch Martin Luther zusammen.
Ursprünglich wurden die Weihnachtsgeschenke nur am 6. Dezember durch Stankt Nikolaus verteilt. Der heilige Stankt Nikolaus (Bischof Nikolaus von Myra) kam in Begleitung seines Knechtes. Brave Kinder bekamen vom Bischof, will sagen: von der Figur St. Nikolaus, Geschenke, unartige Kinder vom Knecht eins mit der Rute.
Durch die Reformationsbewegung, die die katholischen Heiligen ablehnte, wurde der Zeitpunkt, zu dem die Geschenke übergeben werden, auf die Weihnachtszeit verschoben. Das Christkind, das dem Jesuskind Gaben bringt, soll eine Erfindung von Martin Luther sein.
Wobei die heiligen drei Könige Caspar, Balthasar und Melchior nun wieder eine Erfindung der katholischen Kirche sein sollen, da im Neuen Testament (Matthäus-Evangelium) nur allgemein von den "Weisen aus dem Morgenland" berichtet wird.
Doch zurück zum Weihnachtsmann.
Wie bekannt, war Nikolaus von Myra Bischof. Folglich trat die Figur des Heiligen Stankt Nikolaus stets als ein Bischof auf. Also nichts mit rot-weißer Kleidung und Mütze.
Doch bereits im "Struwwelpeter" von 1844 war ein Nikolaus mit roter Mütze und langem Mantel mit Kordel abgebildet. Text:
"Da kam der große Nikolas
mit seinem großen Tintenfaß."
Die beiden ursprünglichen Figuren, der schenkende St. Nikolaus und der strafende Knecht Ruprecht, scheinen im Weihnachtsmann vereint zu sein. Im protestantischen Norden setzte sich immer mehr die Figur dieses Stankt Nikolaus als Weihnachtsmann durch.
Dass nun gerade die Brause-Firma aus den USA, die seit 1931 mit einem rot-weiß gekleideten Santa Claus für sich Werbung macht, mit der Entwicklung zu tun hat, ist umstritten. Zumal es angeblich, wie ich einmal las, bereits ähnliche Darstellungen auf Postkarten im 19. Jahrhundert gab.
Ich denke, viele Dinge haben da mit hineingespielt. Der pragmatische Gedanke, lieber eine Person, statt vieler zu haben, die Werbung, die bereitwillige Übernahme US-amerikanischer "Traditionen" durch viele Deutsche, statt sich auf die eigenen zu besinnen, die Verbreitung protestantischer Sichtweisen...
Soweit der kleine Exkurs zum Stichwort Weihnachtsmann, statt Nikolaus und Christkind.
Herzliche Grüße aus dem protestantischen Hamburg (in dem dennoch auch ein katholischer Erzbischof seinen Sitz hat)
Norbert
"Guter Weihnachtsmann
Lieber guter Weihnachtsmann,
schau mich nicht so böse an,
stecke deine Rute ein,
ich will auch immer artig sein."
(Verfasser unbekannt)
In diesem Verslein sind schon Nikolaus und Ruprecht im Weihnachtsmann vereint.
Übrigens: Der Dichter August Heinrich Hoffmann, besser bekannt als Hoffmann von Fallersleben, (1798-1874), der Verfasser des "Lied der Deutschen" (Nationalhymne), schrieb schon vom Weihnachtsmann:
"Morgen kommt der Weihnachtsmann
Morgen kommt der Weihnachtsmann,
Kommt mit seinen Gaben,
(...)
Doch du weißt ja unsern Wunsch,
Kennst ja uns're Herzen.
Kinder, Vater und Mama,
Auch sogar der Großpapa,
Alle, alle sind wir da,
Warten dein mit Schmerzen."
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... mit denen Selbstständige
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Gitte Härter •
Danke für die Anregungen.
Ich finde es gut, daß Du die Bitte des Inkognito-Verlages, doch auch auf die SOS-Kinderdorf-Karten zurückzugreifen, hier veröffentlicht hast.
Meine Frau und ich bevorzugen diese Karten beim Versand von Grußkarten.
Da ich einige sehr umtriebige Bekannte und Freunde habe, die zumeist nur über ihr mitreisendes Notebook zu erreichen sind, nutze ich hier gerne die E-Cards, die für jeden individuell ausgesucht und mit Text versehen werden.
Deinen Hinweis, daß man nicht in Schrecken erstarrt, weil jemand einem eine Weihnachtskarte geschickt hat, auf die man dann aus der Schockstarre heraus eine Gegen-Weihnachtskarte sendet, finde ich hier sehr wichtig.
In diesem Fall nehme ich mir eine Weihnachtskarte und nutze diese dann als Dankeskarte für den netten Weihnachtsgruß. Oder freue mich einfach insgeheim, daß nun gerade auch dieser Mensch an mich gedacht hat. Zum Neujahr erhält diese Person eine Grußkarte, in der ich mich für den netten Weihnachtsgruß bedanke.
Generell habe ich allerdings die Frequenz meiner ausgesandten Weihnachtsgrüße stark nach unten gefahren. Ich nutze lieber die Zeit zwischen Neujahr und Advent, um Grüße zu senden, statt mich auf die Zeit zwischen Totensonntag und Neujahr zu verengen. Advent ist schließlich die Zeit der Besinnung, in der das neue Kirchenjahr seinen Anfang nimmt. Streß und Besinnung passen irgendwie nicht zueinander.
Die von Dir ausgewählten Weihnachtskarten in diesem Artikel gefallen mir sehr gut.
Adventliche Grüße aus Hamburg
Norbert