Motivation und Ausgleich

Was machen Sie eigentlich, wenn Sie sich aufregen?

Gitte Härter • 15.10.2010 • email Weiterempfehlen

Eben ist wieder so ein Moment, der danach schreit Balladen als Punkversion zu hören, und zwar ganz laut. Ich kann nicht in die Details gehen, aber jemand hat etwas über meinen Kopf weg entschieden und mich vor vollendete Tatsachen gestellt, die blöd sind. Und das regt mich jetzt so auf, dass ich Punk höre (was ich sonst nie tue), um wieder arbeitsfähig zu werden.  cool mad

Was machen Sie, wenn Sie sich aufregen?

* nein, es war nicht Christine oder Ralf

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Amos Ruwwe am 15.10.2010
Punk!!!!! Eijaja, da hat es Dich aber schlimm erwischt.Wenn ich mich mal aufrege, das ist glücklicherweise sehr selten,dann schaue erst einmal dumm aus der Wäsche. Meistens bin ich baff, dass mir das überhaupt passiert.Und schon ist die Aufregung weg.
Von: Volkert Brammer am 17.10.2010
Punk hören steht bei mir nicht gerade auf meiner Liste, wenn ich auf der Palme bin und nur noch mit Kokusnüssen schmeiße. Aber schimpfen, mit jemanden telefonieren, der mir nur zuhören soll, noch besser, wenn ich so richtig sauer bin, mir nur zustimmen soll. Manchmal möchte ich einfach nur recht haben. Auch wenn´s nicht wirklich stimmt...

Was mir auch hilft ist rausgehen, in den Wald und vor mich hinschimpfen, auf´s Fahrrad und ab in die Natur. überhaupt alles, was mit Bewegung zu tun hat.

Was mir auf keinem Fall hilft, ist das berühmte bis 10 zählen, mich irgendwie ablenken oder nur nicht dran denken. Wer sowas in den Umlauf gebracht hat, gehört ...

Gitte, ich hoffe du legst inzwischen wieder sanftere Klänge auf!
Von: Gitte Härter am 17.10.2010
@Amos:
Da hast Du mich jetzt sehr zum Lachen UND STAUNEN! gebracht: Du schaust "dumm aus der Wäsche", bist baff und schon ist die Aufregung weg! Toll! Schick mir mal eine Portion Deiner Gelassenheit rüber, Amos. grin

@Volkert:
Ja, das mit dem "bis 10 zählen" hat mir auch noch nie geholfen. Zwar schon, wenn es um das Reagieren gegenüber anderen geht - da dann im übertragenen Sinne zu wissen: Ruhig Blut erstmal, dann erst loslegen. Aber den eigenen Blutdruck damit zu senken, das kann ich auch nicht. Schimpfen, bewegen, Recht haben - ja, das ist auch so eher mein Temperament.

Und Dein Nachsatz hat mich auch zum Lachen gebracht, denn kurioserweise habe ich, obwohl ich auch das selten tue, gerade Auf Mozarts Spuren gehört. Gefällt Dir bestimmt auch - Oboe ist ja so ähnlich wie Klarinette (das warst doch Du mit dem Klarinettenunterricht, Volkert?)
Von: Sylvia Grotsch am 18.10.2010
Ich schreib ein Mäl´sche an meine Freundin. Um sie aber nicht zum Abfalleimer zu machen, wird diese Mail dann "redigiert". Trotzdem tut es gut, jemanden anderen teilhaben zu lassen. Und es kommt auch IMMER eine kluge Antwort zurück. Oder auch mal was richtig "Ordinäres", was meiner Wut gut tut.

Und dann: Wie wichtig wäre diese Sache, wenn du gerade eine ganz schlimme Diagnose vom Arzt erhalten würdest? Für dich oder einen Menschen, der dir ganz nah steht?

Na bitte! Fuck it!

Einen herrlichen sonnigen Tag ohne jeden Ärger wünsch ich Euch!

Sylvia
Von: Andrea Schmitz am 18.10.2010
Hi Gitte

Also, Punk ist klasse, ich werde da fröhlich. Von daher ist Deine Idee gar nicht blöd. Nur bringe ich Punk nicht mit Ärger in Verbindung.
Ich persönlich muss in so einer Situation meinem Ärger lautstark Luft machen: Mit üblen Schimpfwörtern und allem was dazu gehört! Dazu brauche ich dann jemanden, der sich das anhört und sich auch noch dabei amüsiert. Dann lachen wir am Ende beide. Da gibt es ein paar potenzielle Opfer, die mir hoffentlich auch sagen würden, dass sie genug abbekommen haben.
Wichtig: Es kommt nicht sonderlich oft vor, dass es so weit kommt... eigentlich bin ich meist friedlich.

Liebe Grüße
Andrea
Von: Agnes Hümbs am 18.10.2010
Ich und wütend? Das kommt schon mal vor. Da ich allein in meinem Zuhause-Büro arbeite, kann ich mich dann austoben. Ich lasse dann Schimpftiraden ab, in die ich mich enorm reinsteigern kann. Plötzlich bricht sich meine Sprachkreativität mit Wucht eine Schneise mit Schimpfwörtern durch den Sumpf der Unfähigen dieser Welt, die mich mitreißt, in Fahrt bringt und austeilen läßt, dass selbst abgebrühtesten Schimpftheoretikern die Haare zu Berge stehen. Wer jetzt an der Tür klingelt, ist schon tot...Irgendwann ist die Absurdität so groß, dass ich mich beruhige. Meistens muss ich lachen, denn am Ende wird bei mir aus Wut meistens Kabarett.
Von: Gitte Härter am 18.10.2010
Hallo zusammen,

da habt Ihr mich jetzt ganz schön zum Lachen gebracht, weil ich mir dieses kollektive Geschimpfe bildlich vorstelle. grin

Ich kann mich mit allem total identifizieren: auch das Ins-Verhältnis-Setzen und sich aufführen wie ein Rohrspatz und dann darüber lachen müssen.

Schön finde ich aber auch, dass es Euch auch mitunter so geht, dass einfach ein Ventil hermuss (und auch ich sitze oftmals am PC und schreie laut F$"$%!). Hihi.

Einen schönen Abend
Gitte
Von: Susanne am 19.10.2010
Wenn ich mich nur normal aufrege, hilft ein Spaziergang mit dem Hund, Gartenarbeit etc.
Rege ich mich mehr auf, dann habe ich einen grossen Boxsack, welcher malträtiert wird.
Rege ich mich absolut megastark auf (das kommt wirklich sehr selten vor!) wird's gefährlich: Hund geht in Deckung, Türen werden geknallt, ich brülle und tobe und sehe wohl für andere aus wie eine Bombe vor der Detonation wink
Gut dass das nicht öfters vorkommt, sonst bräuchte ich wohl einen Inhouse-Herzspezialisten wink
Von: Volkert Brammer am 19.10.2010
Hallo Gitte,

freut mich, dass du nach deiner Punk-Phase so Sanfteres aufgelegt hast. Albrecht Mayer ist einfach klasse, besonders seine neue CD "Bonjour Paris". Was ich auch schon immer genial fand, ist das Klarinetten Konzert von Mozart. Einfach ein Stimmungsaufheller und zum Dahinschweben.

Was mir ja echt gefällt, ist bei vielen hier im Blog, die Erlaubnis, einfach mal rumzuschimpfen, Dampf abzulassen und sich so zu befreien. Geht auch gut im Auto.

Was ich in ganz ätzenden Situationen mache, ist einen Brief schreiben: Mit echtem Stift auf echtem Paper unzensiert Gift und Galle spucken, alles das, was nervt, belastet, doof ist, aufschreiben. Und danach diesen Brief vernichten: Verbrennen, zerreißen und vergraben. Wenn dann alles verwandelt wurde, denke und sehe ich meist klarer, kann eher gucken, was wirklich los und mich auch mal in die Lage des
Anderen versetzen.

Sonnige Herbsttage
Volkert

 

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