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Was kostet das?

Gitte Härter • 01.09.2009 • email Weiterempfehlen

Wie oft stellen Sie im Laden etwas wieder ins Regal zurück, weil kein Preis draufklebt?

  • Ich hätte das schon gern gehabt, aber so wichtig, extra zu fragen, ist es mir dann doch nicht.
  • Ich kaufe lieber das daneben, da weiß ich den Preis sicher.
  • Vermutlich ist es eh zu teuer ...

Genauso geht es Dienstleistern.

Darum bin ich ein großer Verfechter davon, dass Sie Ihre Preise nennen – gleich auf der Website. Wenn Sie Pauschalangebote machen, geben Sie eine Hausnummer oder Anhaltspunkte, wonach sich das Honorar richtet. Manchmal ist ein Preisbeispiel sinnvoll.

Gerade im Netz ist es sehr einfach, dann doch mal kurz zu dem Mitbewerber zu klicken, der alle Angaben offenlegt.

Vergessen Sie: „Mein Honorar ist so erklärungsbedürftig, das argumentiere ich dann im näheren Gespräch.“ Denn wenn der Besucher so denkt wie Sie im Laden, kommen Sie erst gar nicht dazu, mit ihm zu sprechen.

Wichtig: Manche Selbstständige nennen auch deshalb kein Honorar, weil sie keine klare Preiskalkulation haben. Da gibt es zig verschiedene Stundensätze oder unterschiedliche Tageshonorare. Wenn das bei Ihnen auch so ist und wenn Sie keine Honorare nennen, weil Sie es zu kompliziert finden, dann sollten Sie Ihre Kalkulation mal überprüfen. Zu kompliziert ist nie gut. Nicht nur, weil es umständlich und oft schwer nachvollziehbar ist. Sondern auch weil Sie die Preisinformation schon als Umstandskrämer erscheinen lässt. Kein gutes Omen!

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Fabian | Sportmuffel.de am 03.09.2009
Ich war gestern in einem Fahrradgeschäft. Die Produkte waren zwar bepreist. Ich hatte hier aber ein anderes Problem: Die Mitarbeiter waren nicht zu erkennen. Irgendwie sahen im Laden alle gleich aus. Ich finde das ganz schlecht. Warum tragen die Angestellten keine einfachen T-Shirts mit dem Namen des Ladens drauf?

Ich stand 15 min. lang im Eingangsbereich und kein Mensch interessierte sich für mich. Es kam nicht mal jemand sagte "Ich bin noch in der Beratung eines anderen Kunden, bin aber gleich für Sie da...!"

Ein frustrierendes Erlebnis. Hatte ich in Fahrradläden schon öfter :-(


Fabian
Von: Edeltraud am 03.09.2009
Hallo Gitte,
da hast du wieder mal zu 100 % recht. Ich kriege einen dicken Hals, wenn ich "Preis nach Absprache" oder Ähnliches lese.
Ich rate unseren Absolventen der Ausbildung immer, gleich einen Stundensatz in die HP zu schreiben. Du glaubst nicht wie schwer das den Neoselbständigen fällt.
Das hat immer noch ganz viel mit der eigenen Wertigkeit zu tun und natürlich wie schwer es ist, sich selbst zu verkaufen.
Aber für den Erfolg ist es meiner Meinung nach unumgänglich!

Liebe Grüße
Edeltraud
Von: Gitte Härter am 04.09.2009
@Fabian

Das kenne ich auch nur zu gut! In Geschäften gibt es sogar noch den Vorteil: Man braucht nur einmal ein paar Stunden jemanden an die Tür zu stellen und sehen, wer dumm rumstehen gelassen wird oder gleich wieder abdreht. Dann sieht man wie oft Kunden unverrichteter Dinge abziehen (oder sogar so verärgert schauen, dass klar ist, dass sie niemals wieder in diesen Laden kommen und vermutlich davon abraten werden).

Da blutet einem wirklich das Herz, wenn auf einer Seite Meetings abgehalten, Arbeitszeit verbraucht und Geld ausgegeben wird, um Kunden zu gewinnen und dann werden Sie vor Ort verprellt.


@Edeltraud

Das ist gut, dass Du das in der Ausbildung gleich sagst - da kann man die Unsicherheiten direkt nehmen. Und auch darüber sprechen, worin genau die Hürde liegt.

Den Preis zu nennen hat noch einen anderen guten Effekt: Man hat auch weniger Arbeit. Wenn jemand mein Stundensatz von 90 Euro zu hoch ist, weil er gerne nur 30 Euro zahlen will, dann brauch ich ihm kein Angebot machen und ich will auch nicht großartig Verhandlungsversuche abwenden. Stichwort: unnötig Zeit vergeuden - für beide Seiten.


Einen schönen Tag
Gitte,
die gerade einen ganz dicken Hals hat, weil eine Firma eine Kundenbindungschance auf dümmste Weise nicht nur nicht ergriffen, sondern mich als Kunde damit für immer verloren hat
Von: Amos Ruwwe am 05.09.2009
Preis nach Absprache, das kann ich verstehen, dass hier eine klare Ansage richtig ist. Preis und Honorar sind für mich unterschiedliche Kategorien. Als freiberuflich Schaffender lehre ich in meinem Seminar ... und was kosten Sie so?.., das eine selbstsichere Preiskalkulation zu den verschiedenen angebotenen Dienstleistungen Grundvoraussetzung ist, für eine unverkrampfte Honorarforderung oder Verhandlung.Dann ist das eine schnelle und angenehme Angelegenheit, für beide Seiten.
Von: Barbara Steldinger am 07.09.2009
Ein heisses Thema, das ich für mich auch schon hin und hergewendet habe.Schreibe ich meinen Stundensatz auf der Hp gleich hin, melden sich manche potentielle Kunden erst garnicht obwohl sie auch in Raten zahlen könnten.Das wissen sie dann aber nicht, der hohe Preis schreckt sie erst mal ab.

Andererseits findet schon mal eine Vorsortierung statt, denn ich will ja meine Arbeit auch zum angemessenen Preis verkaufen und Kunden anziehen, die ihn gerne zahlen (können).

Ich denke, alles steht und fällt damit, wie sehr ich selbst gerade im Mangel bin.

Habe ich viele Kunden, es läuft gut, kann ich auch ganz selbstsicher meinen Stundensatz angeben. Bin ich auf jeden einzelnen Kunden (händeringend) angewiesen, werde ich mich bei der Frage nach dem Preis nicht unverkrampft geben können.Da bin ich eher bereit, im Preis entgegenzukommen obwohl das für meine Selbstwert verheerend ist.
Von: Katrin GRocke am 07.09.2009
Auch ich kann es nicht verstehen, warum sich viele Unternehmer so bedeckt bei diesem Thema halten.
Ich gebe meine Preise auch auf meiner Homepage bekannt. Für mich als Kosmetikerin finde ich es besonders wichtig, dass sich gar nicht erst Kunden einstellen, die nicht zu mir passen. Und das reguliert sich in meinem regionalem Umfeld durch etwas höher angesiedelte Preise tatsächlich meiner Phylosophie entsprechend.
Daneben bin ich so wie so der Meinung, dass eine Dienstleistung ja nicht direkt vergleichbar ist. Wenn mir eine Kundin während der Behandlung unentwegt erzählt, dass meine Preise sehr hoch seien und wieviel es da und dort kostet, nach der Behandlung jedoch ganz überrascht meint, sie habe so eine tolle Haut noch nie gehabt, dann ist das für mich selbstredend.
Ich verstecke mich nicht mit meinen Preisen, damit bin ich in meinem nunmehr drei Jahren Selbstständigkeit sehr gut gefahren und habe mich genau in die von mir geplante Richtung entwickelt.
Ich habe am Anfang meiner Selbstständigkeit die Erfahrung gemacht, dass Kunden, denen man Zugeständnisse macht, einen immer mehr "aussaugen" und dies immer wieder erwarten. Grundsätzlich diskutiere ich nicht mehr über meine Preise.Ich gebe bei meinen Kunden alles, sie bekommen beste Leistung bei bester Kompetenz, hochwertigen Materialien, innovativen Behandlungsmethoden. Meine Kunden wissen und schätzen das.
Sehr gern gebe ich dagegen ein Extra in Form einer kleinen Zusatzdienstleistung oder einem kleinen Artikel mit nach Hause. Das erwähne ich dann aber auch ( klappern gehört zum Handwerk. Das macht den Kunden sehr viel Freude und nach meinen Erfahrungen bekomme ich dies durch neue Geschäfte mehrfach zurück. Aber das ist dann schon wieder ein anderes Thema smile

Einen schönen Tag an Alle
Katrin Grocke
Von: Gitte Härter am 07.09.2009
Hallo zusammen,

vielen Dank für die Erfahrungen und Ergänzungen zu meinem Artikel.

Ich möchte eins nochmal herausheben, was Katrin eben geschrieben hat:

>>Grundsätzlich diskutiere ich nicht über meine Preise.

Das finde ich wichtig. Wenn die eigene Kalkulation stimmt (und wie von Barbara angesprochen natürlich auch der "Selbstwert"), dann gibt es keine Rechtfertigung und keine Diskussion.

Und dann gilt auch immer der Grundsatz "Kein Nachlass ohne Grund".

 

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