Im Kundenkontakt

Was können Sie diesem Kunden noch anbieten?

Gitte Härter • 14.11.2008 • email Weiterempfehlen

Sie sitzen also gerade an diesem einen Auftrag. Überlegen Sie schon jetzt: Wenn dieser Auftrag beendet ist, was kann ich diesem Kunden im Anschluss anbieten?

  • Gibt es etwas, das er als Ergänzung oder Weiterführung brauchen könnte?
  • Könnten Sie einen bestimmten Service oder eine Wartung durchführen?
  • Haben Sie tolle Kontrollinstrumente, die dem Kunden den Erfolg Ihrer Arbeit zeigen?

Egal, in welcher Branche Sie tätig sind: In der Regel haben Sie etwas im Angebot, das Ihr Kunde auch noch brauchen kann. Schließen Sie nicht einfach den Auftrag ab und warten, ob Ihr Kunde wieder auf Sie zukommt, sondern seien Sie pro-aktiv.

 

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Anmerkungen & Kommentare

Der Beitrag deckt sich auch mit meiner Erfahrung: Wenn man schon früh genug "vorausplant" stehen die Chancen besser sich einen Folgeauftrag zu verdienen ...

und wie immer: von nichts kommt nichts ... der Kunde wird nicht von selber auf einen zukommen (in den meisten Fällen zumindest) ...

Haltet Ihr es für besser schon früh (also noch während dem ersten Auftrag) über eventuelle Folgeaufträge mit dem Kunden zu sprechen oder sprecht Ihr eure Kunden erst nach Abschluss auf weitere Möglichkeiten an? Und wie macht ihr das (schriftlich oder im Gespräch?) ? (wäre ja ev. eine Idee für einen eigenen Artikel)

lg. Mario
Von: Gitte Härter am 15.11.2008
Hallo Mario,

es gibt natürlich nicht DIE Zeitangabe genausowenig wie es eine feste Empfehlung für den Weg gibt.

Wichtig ist in erster Linie mal, wie Du das ja auch nochmal bekräftigst, dass man selbst so aktiv ist und an einen Folgeauftrag DENKT. "Folgeauftrag" hat natürlich mehrere Aspekte: allgemeine Kundenbindung/dranbleiben, eine Erweiterung des aktuellen Auftrages oder eben eine Ergänzung oder Nachfolgesache wie von mir beschrieben.

Nun kommt es natürlich darauf an, was man anbietet und worüber man genau über den aktuellen Auftrag gesprochen hat.

Wenn ich Webdesigner bin und ein Kunde von mir eine Imageseite will und ich schon mit ihm darüber gesprochen habe, dass er nichts interaktiv plant, dann kann ich ihm sobald die Website fertiggestellt ist direkt ein Angebot machen: Hey, und wenn Du doch den Newsletter als Marketingwerkzeug nutzen willst, ich hätte da System XY, das ist schnell eingerichtet und würde Dich nur xy/Monat kosten. Das heißt, ich würde ein "Nein" akzeptieren, aber dennoch servicebewusst etwas schonmal konkret in den Raum als Möglichkeit stellen.

Wenn ich einen ersten Auftrag bekommen habe und es gut läuft, kann ich gleich danach durchklingeln und sagen: "Wie war's. Ich würde gerne künftig mehr für Sie machen." Damit zeige ich echtes Interesse zur Kundenzufriedenheit, bekomme für den aktuellen Auftrag wichtiges Feedback und kann - wenn ich gute Arbeit geleistet habe - direkt das Begonnene vertiefen.

Nun gibt es Leistungen, bei denen ein Kunde nicht sofort wieder was braucht. Wenn ich jemanden bei seiner Bewerbung unterstütze und er hat den Job, dann braucht er kein Bewerbungstraining. Ich kann ihm aber sagen: Toll, finde Dich gut ein. Und wenn Du nach der Probezeit mal mit Deinem Chef über das Gehalt verhandeln willst: das mach ich auch. Denk an mich. (Das ist auch besonders wichtig, weil einen Kunden oftmals in die Schublade der Leistung stecken, für die sie einen genutzt haben - und gar nicht auf dem Schirm haben, was man ihnen noch Nützliches bieten kann).

Die Variationen sind also total vielfältig. Wichtig ist natürlich immer: Im eigenen Interesse handeln, aber immer nur das anbieten, was auch wirklich dem Kunden nützt und das auch aus seiner Warte argumentieren.

Oft ist das nämlich anders. Da fällt mir spontan jetzt nochmal ein Webdesigner-Beispiel ein. Mir haut's immer den Hut weg, wenn ich sehe, wie oft Webmenschen kleinen Selbstständigen ein CMS für Tausende von Mark "empfehlen", das sie hinten und vorne nicht brauchen. Sowas, auch wenn der Kunde das auf Anhieb selbst nicht merkt und so ein Angebot gut findet, rächt sich im Nachhinein doppelt und dreifach.

Einen schönen Sonntag
Gitte
danke für die umfangreiche Antwort smile Finde es auch sehr wichtig, wenn der Kunde merkt, dass man Interesse an seiner Zufriedenheit hat und das wird meist mehrfach belohnt...

Ich versuche immer mit meinen Kunden eine optimale Lösung für beide Seiten zu finden (sprich: eigene Interessen und Interessen des Kunden zu vereinen) ... also eine Win-Win-Situation schaffen. Denke das ist (wenn man eine langfristige Partnerschaft will) der beste Weg.

Schönen Sonntag auch smile Mario
Von: Gitte Härter am 16.11.2008
... ganz genau. Und was mir bei der Gelegenheit noch einfällt: Häufig vergisst man, dass wir selbst ja die Fachleute sind. Das heißt, dass das Abwarten bis der Kunde (noch) was will auch schlichtweg zu nichts führt, weil er die Möglichkeiten nicht kennt. Umso wichtiger ist es, dass das, was Du als Fachmann für die optimale Lösung ansiehst auch wirklich aussprichst.

Da zögern viele Selbstständige oft, weil sie nichts "aufschwatzen" wollen.

 

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