Was halten Sie für das größte Hindernis “bei sich selbst”?
Letzte Woche hatte ich einen tollen Selbstständigen-Workshop, bei dem es um Selbstmanagement ging. Also alle Themen, die wir Selbstständigen so haben (von der Akquise, das Auf und Ab aushalten, Organisation und und und), aber nicht in bezug auf fachliche Tipps à la “Wie geht Kundenbindung?”, sondern bei allem das “Was tue ich/tue ich nicht?”, “Wie fühle ich mich?”, “Wie geht es mir?”.
Denn es ist ja so: Sie können sich tausend tolle Akquisetipps und Zeitmanagementkniffe holen. Wenn Sie keine Lust auf Akquise haben oder sich einfach nicht an Ihre eigenen Zeitregeln halten, dann passiert ... niente.
Ich würde ganz gerne mal mit Ihnen gemeinsam gucken, wo Sie die größten persönlichen Hürden oder auch individuellen Denkfehler sehen. Mit Denkfehler meine ich, dass man sich manchmal im Kreis dreht und es nicht merkt. Ein Paradebeispiel dafür ist das “Zu wenig konkret werden”. Im vorhin ergänzten ausführlichen Kommentar zu Ralfs Probleme-lösen-Beitrag wird das klarer. Lesen Sie doch dort drüben mal rein!
Was also glauben Sie sind die größten persönlichen Hindernisse? Ihre eigenen oder auch Beobachtungen, die Sie bei anderen machen oder aus Ihrer Coachings- oder Trainingspraxis kennen?
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Anmerkungen & Kommentare
da war ich wohl noch zu kryptisch
Es geht eben gerade mal nicht um „Dinge“, also um das, was man schiebt oder was sich an Tätigkeiten querlegt, sondern um den persönlichen Anteil daran.
Nehmen wir als Beispiel, auf potenzielle Kunden zuzugehen.
Da kann man sich Tipps reinziehen zum „Wie geht das?“, also wie mache ich Smalltalk, wie geht netzwerken oder wie geht telefonieren.
Aber das Entscheidende daran ist ja erstmal wie ich dazu stehe. Dieser persönliche Teil könnte an diesem Beispiel also sein:
- Ich bin unsicher. Ich habe Angst, dass man mich als aufdringlich empfindet.
- Ich konnte mich noch nie gut ausdrücken und dann auch noch auf Fremde zugehen!
- Bestimmt werde ich wieder rot, das ist mir zu peinlich, also bloß nicht in die Situation begeben.
- Wenn ich akquriere könnten andere denken, ich hätte es nötig.
Oder jemand möchte gerne Bloggen oder einen Newsletter oder ein Buch schreiben und will das schon seit langer Zeit, kommt aber nicht in die Gänge. Dann könnte dahinterliegen:
- Wenn ich damit an die Öffentlichkeit gehe, bekomme ich vielleicht Kritik.
- Es kann sein, dass das, was ich schreibe, andere nicht gut finden und mir das am Ende vielleicht sogar noch sagen!
Oder jemand möchte gerne besser verhandeln, aber eigentlich hat er Überzeugungen wie:
- Ich habe gar keine formelle Ausbildung in meinem Beruf, also darf ich Betrag X gar nicht guten Gewissens verlange.
- Wenn ich auf meinem Honorar beharre, wird mich der Kunden komplett ablehnen – das wäre nicht nur schlimm, weil ich einen Auftrag nicht bekomme, sondern auch, weil ich mich persönlich abgelehnt fühle.
Also die persönlichen Hindernisse, Gedanken (oder auch Glaubenssätze) nicht das, was es "eigentlich" zu tun gilt, das meine ich, denn das sind die ultimativen Handbremsen.
Viele Grüße
Gitte
PS: Schönes Feiern morgen - ich drücke Euch die Daumen für gutes Wetter. Hier ist es ziemlich ungemütlich und herbstlich heute.
herzlichen Dank! Das macht es viel klarer- und ich finde es mal wieder schön, so die Synchronizität der Ereignisse.
Hämmere gerade mein Kapitel über die Areit mit hinderlichen Glaubenssätzen (für das Suggestopädie- Buch)in die Tasten...
Ja, da gibt es sicher reichlich zu tun.
Danke für die Wünsche
Jetzt eile ich zur KG (Füßchen kneten), dann noch zum Augenarzt- wie soll ich da arbeiten?
War aber heute schon seit 7 Uhr sehr fleißig (und vorher noch YOGA- du siehst, WLB wirkt noch weiter..)
Alles Liebe
Zamyat
Also zum Beispiel: Ist das größte Hindernis
- Angst vor Ablehnung?
- Grenzenlose Bequemlichkeit?
- Unsicherheiten?
- "Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach?"
- Angst, etwas zu wagen
Das näher einzuordnen fände ich sehr nützlich und ich würde mich freuen, wenn wir da was zusammentragen könnten.
Einen schönen gebalancten Tag
Gitte
meine größte "Blockade" ist, immer wieder anzunehmen, dass meine Beiträge und meine Veröffentlichungen zu banal sind.
Ich hasse es wie die Pest, einfache Dinge komliziert auszudrücken, nur damit sie nach etwas oder gar wissenschaftlich klingen.
Da bin ich immer auf die kritischen Stimmen meiner Frau und meines Sohnes "angewiesen", die immer erst korrekturlesen müssen.
Andererseits macht mir das Schreiben so viel Spass, dass ich hoffe, dass diese "Macke" irgendwann sich von selbst auflöst.
Schönen 1. Mai
Jürgen Gräbel
hui, Sie waren heute ja schon früh auf! =-o
Das ist interessant, was Sie das sagen. Ich habe gleich geschaut, ob Sie studiert haben, denn ich höre diese Befürchtung des "zu Banalen" fast immer von Akademikern, die das wissenschaftliche Arbeiten/Schreiben gewöhnt sind bzw. wo es einfach bestimmte Standards und Ansprüche gibt.
Christine hat das vor einigen Jahren auch erzählt, dass das eine richtige Umgewöhnung war und anfangs wirklich eine Hürde.
Das geht ganz sicher mit der Zeit weg!
Ein schönes langes Wochenende
Gitte
Also, ich denke, daß es eine Kunst und eine echte Leistung ist, wenn ein Mensch komplizierte und einfache Sachverhalte wirklich einfach und für andere gut nachvollziehbar schreiben und ausprechen kann.
Viele Menschen verstehen in der heutigen SMS-Zeit oftmals nur noch Drei-Wort-Sätze.
"Mich dünkt, es überkommt mich ein Hauch von Morpheus' wohliger Energie" - Kurz: "Ich bin müde."
Lange, komplizierte Schachtelsätze kann fast jeder sprechen. Aber klare Sätze nur wenige.
Bereits Dr. Martin Luther (*10.11.1483, Eisleben; † 18.02.1546 ebenda) soll seinen Rede-Schülern mit auf den Weg gegeben haben: „Tritt frisch auf, mach´s Maul auf und hör bald wieder auf!“
Und an "Fernsprechhäuschen" in Deutschland stand lange Zeit der Spruch: "Fasse Dich kurz!"
In diesen Sinne: Tschüß!
Norbert
Oder meine schlimmste Befürchtung bei einem Vortrag: Jetzt weiß ich nicht mehr weiter,habe den Faden verloren. Und meine Zuhörer langweilen sich zu tode, fallen in ein Schlafkoma und sagen am Schluss: Gott sei Dank, jetzt ist es vorbei, ich kann gehen!
Und wenn ich in kritische Gesichter blicke, rede ich mir häufig ein: Das ist der letzte Schrott, den die da sagt!
diese Woche hast du ja wieder einige Arbeit auf Lager.
@Norbert, danke für den Luther Spruch, gefällt mir sehr.
Ich bin eine eifrige Newsletterschreiberin, Blog und Forum.
Meine Motivation ist, dass wichtige Infos unter die Leute müssen. Ich zitiere auch oft diesen Blog und den von Tania und Ralf.
Alles wichtige muss raus, ob das nun sooo schön formuliert ist oder nicht - ich finde die Informationen sind wichtig.
Und ich denke, wenn mich was so fesselt, dass ich es mitteilen muss, dann wird es auch andere fesseln.
Liebe Grüße
Edeltraud
vielen Dank für Eure Beiträge.
"Sprache" (auf den Punkt bringen - und nicht nur kurz, sondern auch verständlich) und die eigene Gedankenwelt (von wegen "zu banal" oder "was die jetzt wohl denken" etc.) sind wichtige Themen. Und Große noch dazu. Ich hab's mir gleich mal aufgeschrieben, darüber mal demnächst was zu machen.
Das stimmt, Edeltraud: Die Information ist wichtig. Und je nachdem, wem man sie gibt, wird sie auch sicher aufmerksam betrachtet werden. Und doch kommt es manchmal auch auf die Form an. Da fällt mir mein früherer Chef ein. Wenn man dem einen Entwurf gegeben hat und gesagt hat: Schau mal nur auf den Inhalt, der Rest ist noch Entwurf, dann konnte der sich gar nicht auf den Inhalt konzentrieren - auch wenn er wollte!
Nicht umsonst machen Werbeagenturen wohl immer so richtig gute "Dummies" von Werbeideen. Aber ich schweife ab.
Einen schönen Tag zusammen
Gitte
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Gitte Härter •
klingt irgendwie spannend, komme aber nicht so richtig auf den Trichter, was genau gemeint ist und auf welcher Ebene. Kleinkram, große und wichtige Dinge?
Kannst du vielleicht einige anonyme Beispiele aus deinem Workshop bringen?
Dann kapiere ich das als Kinästhetin besser und es klingelt bei mir auch...