Was haben Sie, vielleicht auf die harte Tour, gelernt?
Vor über zwei Jahren haben wir zur Blogparade „Ihr bester Business-Tipp“ aufgerufen. Die Frage damals war: Was ist der beste Tipp für Ihr Business, den Sie jemals bekommen/gelesen haben und an den Sie sich halten – und warum?
Gemeinsam sind eine Fülle interessanter und nützlicher Tipps zusammengekommen, die ich hier zusammengefasst habe.
Jetzt frage ich Sie: Was haben Sie in Ihrer Selbstständigkeit, vielleicht auf die harte Tour, gelernt?
Ich finde das eine besonders spannende Frage, denn:
... sie macht uns bewusst, in welcher Beziehung wir schlauer geworden sind,
... wo wir vielleicht aus schlechten Erfahrungen etwas kopfscheuer als zuvor sind (was nicht immer gut ist),
... welchen kapitalen Fehler wir ganz sicher nie mehr machen, so dass eine frühere ungute Situation sich heute durch diese Vorsicht vielleicht sogar auszahlt.
Und als Leser können wir von den Erfahrungen anderer profitieren. Sie können eine oder mehrere Erfahrungen nennen. Aber werden Sie bitte konkret:
- Worum geht’s?
- Was haben Sie gelernt? Finden Sie das gut oder schlecht ... oder merken Sie, dass Sie Ihre damalige Erfahrung oder den Schluss, den Sie daraus gezogen haben, vielleicht aktualisieren möchten?
Meine Erfahrungen sind:
Ich habe gelernt, dass viele Leute viel reden – aber nicht tun.
„Wir müssen mal was zusammen machen.“, „Ich will unbedingt diesundjenes angehen.“, „Nur noch ..., dann buche ich Sie für ...“, „Bitte mach unbedingt einen Fortschrittskurs zu diesem Thema, da melde ich mich sofooooort an.“
In Bayern sagt man „Red nur zu!“ - Viele Leute reden viel. Die Leute die machen, reden weniger, sondern machen.
Ich finde es gut, hier ziemlich schnell einen Sinn für die Realität bekommen zu haben und schon lange nicht mehr alles für bare Münze nehme, was so geredet wird. Das war besonders in den ersten ein, zwei Jahren anders: „Aber er hat doch gesagt ...!“, „Aber sie wollte doch diesen großen Auftrag ...!“
Mit der Einstellung „Ja, da schauen wir dann, wenn es wirklich konkret wird“ ist alles relaxter.
Und: Je mehr jemand redet, desto mehr zieht sich die Arbeit mit den Leuten wie Kaugummi, wenn sie dann doch mal zu Potte kommen. Es ist also ein guter Hinweis auf später und ein Filter, ob ich den Auftrag dann auch wirklich haben möchte, wenn es tatsächlich soweit ist.
Gute Zusammenarbeit ergibt sich automatisch, „konstruierte Zusammenarbeit geht meistens in die Hose“
Kooperationen habe ich mir weitgehend abgewöhnt. Es ist nerven- und arbeitsschonender, wenn ich mich auf mich selbst konzentriere. Wenn ich alle Kooperationen der letzten elf Jahre aufschreiben würde, ergibt sich eine Handvoll von Leuten, mit denen es wirklich gut, lohnenswert und angenehm war.
Alle anderen Kooperationen waren arbeitsreich, viel Gerede, einige haben sehr viel getan – die anderen dafür umso weniger oder schlampiger oder nicht termingetreu.
Es ist gut, das gelernt zu haben – ich hätte schon früher draufkommen sollen. Die besten Kooperationen haben sich ganz natürlich aus gemeinsamer Sympathie und ähnlicher Linie „einfach so“ ergeben.
Die meisten Ach-so-tollen-Marketingchancen durch kostenfreie Arbeit bringen überhaupt nichts.
Du liebe Güte, was habe ich viele Jahre alles mitgemacht, was uns viel Aufmerksamkeit oder Kunden bringen sollte: Vorträge, Workshops, Artikel geschrieben, Coachings oder Seminarplätze als Gewinnspielpromotion.
Spaß gemacht haben durchaus einige, aber ich sage mal, dass nichts davon wirklich großartig etwas gebracht– oder allenfalls wenigstens einen Teil des eigenen Aufwands wieder reingeholt hat.
Meine Erfahrung: alles, was groß als tolle Marketingaktion verkauft wird, hat immer am meisten dem Veranstalter gebracht.
Insofern: Wenn ich jemandem etwas schenken möchte, zum Beispiel, weil ich die Zielgruppe unterstützenswert finde, mache ich es. Aber sonst ist der Hahn seit langem zu, was die „Gegenleistung Eigenwerbung“ angeht.
Was sind Ihre Erfahrungen? Oder womit sind Sie vielleicht sogar richtig auf die Schnauze gefallen ... haben aber dafür etwas Wichtiges gelernt?
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Anmerkungen & Kommentare
prima Idee, aus 'Fehlern' der anderen lernen zu dürfen.
Rasend schnell tauchte bei mir auf: Kooperationspartner(innen).
Hab ich da ein Lehrgeld bezahlt!Habe Null geschaut, ob Geben und Nehmen ausgeglichen war. Mein Hauptmotiv war (unbewusst): ich will nicht mehr alleine - und der Rest wird sich schon finden. Fand er nicht!! Ich war im "WIR" machen ... und die anderen im "ICH" mache mal, mit deiner Hilfe. Irgendwann hab ich kapiert: privat gebe ich u.U. einfach auch mehr als ich zurück kriege. Im Business bin ich dazu nicht mehr bereit, sondern habe die Pflicht, gut für mich selbst zu sorgen.
2. Lernfeld: Denk- und Perfektionsfalle. Erst, Komma, wenn du Flyer, Web, Konzept wirklich (haha, woran erkennt frau wirklich...) superbusinessmäßig gestylt, formuliert, gaanz bis zum Schluss durchdacht hast, dann, ja dann darfst du dich damit in die Coachingwelt wagen. Das war das Todesurteil für viele wirklich schöne und gute Ideen, die in der Schublade lagerten. Blogartikel zu Wutabgesang auf den Perfektionismus gibst hier.
3. Vergleichen! und das mit den Besten der Besten der Szene! Das führte so sicher wie der Einsturz des Hefeteigs im Zugwind zum sofortigen kompletten Stopp sämtlicher Aktivitäten und Angebote bis hin zur totalen Schreibblockade. Das war ein Hammerweg, weg von der Haltung: die anderen sind besser, erfahrener etc. etc. zu: ich gebe MEIN Bestes und die Kunden, die zu mir passen, werden mich finden.
Liebe Grüße
Maria Ast
1.Zu viel Wollen und Kämpfen bringt überhaupt nichts.Immer dann, wenn ich einen Haufen Arbeit reingebuttert habe, ist nie etwas Gescheites draus geworden.
2. Meine wichtigste Erfahrung: Mühelosigkeit! Aufträge ergeben sich - einfach so, ohne Krampf, weil's einfach nur Spaß macht. Und wenn nicht auch nicht weiter schlimm.
3. Auf Gott und die Welt bin ich früher reingefallen. Heute heißt es "Trau, schau, wem ..."
"Oh, mit dieser Firma haben Sie ausgesorgt!"Lach, nix kam nach.
"Wir sind ist Ihre Sparkasse/Rente!" Alles Scherzkekse
"Mit uns haben Sie eine super Reputation!" Kicher, die gingen ja so was von in den Keller.
4. Schaun'n 'mer mal! Im Nichtstun bleibt nichts ungetan ... einfach mal Aussitzen.
5. "Was nichts kostet, ist nichts wert"
6. Wo ich allein nicht weiterkomme, hilft immer: Tusch und Ta-ta-ta-tah! Gitte Härter.Danke!
Liebe Grüße
Hedi Mönig
nach 7 Jahren Selbständigkeit habe ich wirklich alles schon erlebt.
Menschen die täglich anrufen und 8 Stunden am Telefon erklären, warum gerade jetzt es nicht passt für irgendwas Geld auszugeben, gerade in der Seminarwoche Besuch aus Amerika bekommen und dann noch die Tante in Oberammergau stirbt.
Die wirklich sauer sind, wenn ich sie nachdrücklich aus der Leitung werfe und es einfach nicht verstehen können, warum ich sie nicht zu meinen Freunden zähle, "wo wir uns doch so gut unterhalten können".
Manche haben es einfach nicht verstanden, was ich eigentlich anbiete, denn wer telefonisch erreichbar ist, der hat sonst nichts zu tun!
Oder die Herren der Schöpfung! Die hinter jeder Werbeanzeige in der Zeitung ein Angebot der zwischenmenschlichen Art sehen! Ich kann die Frage "Ist das mit Erotik" nicht mehr hören! Ich bin doch kein Bordell!
Auch die Ausrede, dass es in der Stadt aber eine Beraterin gibt, bei der ist das so üblich! Sorry Jungs, aber da seid Ihr wohl im falschen Institut gewesen.
Nein, mein Mann hat da auch was dagegen!
Aus!
Ich kann es wirklich nicht mehr hören und vom vielen Nein sagen hab ich schon vergessen, was ich eigentlich machen wollte. Und so befinde ich mich erneut in der Findung und Ausrichtung.
Herzliche Grüße
Kerstin
Früher dachte ich: die schreiben sich in den Kalender, wann wieder Hufpflege ist und rufen mich 2 Wochen vorher an. Das ist aber die absolute Minderheit, die das schafft. Wenn jemand anruft, will er einen Termin - gestern! Oder doch wenigstens heute. Morgen ist zu spät. Also sage ich dem Kunden zwei Wochen vorher bescheid.
Und ich habe gelernt: es sind immer die selben, die kurzfristig absagen (Kind krank, Auto kaputt...) oder Termine einfach vergessen. Man kann damit leben oder muss sie rausschmeißen. Ich löse das Problem indem ich versuche diese Kunden ans Ende des Arbeitstages zu legen so dass ich im Zweifelsfall keine blöde Lücke, sondern früher Feierabend hab.
Ach, ich könnte noch einen halben Roman dazu schreiben, aber das war so das Wichtigste.
das ist ja ein ganz spannendes Thema. Sofort fällt mir dazu ein: ich lasse mich nicht mehr so lange mit Ausreden hinhalten. Egal, ob es dabei um zugesagte Informationen, Zahlungen oder was auch immer geht. Früher habe ich mich in solchen Fällen immer vertrösten lassen. Ich habe gewartet, noch einmal nachgefragt, wieder gewartet, nachgefragt. Das war dann eine richtige Endlosschleife. Wenn ich heute das erste Mal nachhake, setze ich gleich einen Termin und sage, was passiert, wenn der nicht eingehalten wird. Und daran halte ich mich dann auch - es sei denn, gute Gründe machen eine Ausnahme nötig.
Interessanterweise hilft diese Konsequenz tatsächlich weiter. Vertrösten kommt inzwischen fast kaum noch vor.
Herzliche Grüße
Martina Schäfer
Meine Erfahrungen mit Kooperationspartnern decken sich weitgehend mit den Ihrigen. Ich habe mittlerweile einige, wenige sehr gute Partner, mit denen ich hervorragend zusammen arbeiten und lachen kann.
Es stimmt, manche Leute reden und reden und vertrösten, aber handeln? Pustekuchen.
Lehrgeld habe ich bezahlt mit Privatleuten, die trotz unterschriebener Auftragsbestätigung dachten, ich wäre ja doch nicht so teuer. Bezieht sich auf Naturpädagogik. So fiel ich einge Male im ersten Jahr auf die Nase, durch zufriedene Kinder und aufgebrachte Eltern, des Preises wegen. Einmal musste ich mir anhören, warum ich denn nicht mitgeteilt hätte, dass ein Verein Ähnliches wie ich selbst für nur 1/3 meines Preises anbieten würde? Das hätten sie erst nach der Auftragserteilung gemerkt.
Einige finden meine Tätigkeit so toll, dass sie sich vorstellen könnten so etwas irgendwann auch zu machen. So kamen Gespräche zustande, bis ich merkte, dass diese Leute nix anderes wollten, als sich berieseln zu lassen. Mittlerweile erkenne ich die Warnsignale und hake entsprechend nach.
Klar doch, mach ich sofort und dann kommen null Anmeldungen. Also, das habe ich gelernt, dass das "menschlich" ist: in der Begeisterung sagt man vieles.
Seither mach ich nur das, was MICH interessiert.
Ja, und gute Kooperationen haben sich immer gefügt. Ich habe nie was kostruiert. Und alles Konstruierte ging wohin? Klar doch, in die Hose.
Mein Fehler: an schlechten Kooperationen habe ich viel zu lange festgehalten (Steuerberater, Programmierer, Grafiker) ....
Und womit ich auf die Schnauze gefallen bin: ich bin relativ unflexibel. Ich mache ein Konzept, und wenn es funktioniert, dann auf ewig. Und wenn es dann nicht mehr funktioniert mach ich "mehr" davon. Du verstehst? Typisch deutsches Phänomen. Wenn wir mit 1,60 über die Jahre im Lotto nicht gewinnen, dann erhöhen wir auf 16,00.
Es ist nicht immer leicht für mich, sofort zu erkennen, wo Veränderungen/Anpassungen meinerseits notwendig sind. Und wenn ich es erkannt habe, dauert die Umsetzung dann auch immer noch ....
Und nun die gute Nachricht: mein neues Konzept, zu dem ich mich schließlich durchgerungen habe, "funzt" und zwar in beiden Städten! Gitte weiss, wovon ich rede:-).
LG
Sylvia
mal wieder eine klasse Anregung von Dir, darüber nachzudenken, wo ich schmerzhaft Lehrgeld zahlen musste. Das eine oder andere wurde hier ja schon genannt.
Für mich das schmerzhafteste Lehrgeld, und ich fürchte, damit bin ich noch nicht ganz durch, zahl(t)e ich mit vorschnellen Zusagen zu Arbeiten, die mir weder liegen noch Spaß machen.
Ich bin ja noch nicht so wahnsinnig lange selbstständig, und ich denke, am Anfang geht es vielen so, dass sie keinen Auftrag ablehnen, auch wenn er nicht so optimal klingt. Hauptsache, es kommt überhaupt erstmal Geld rein. Aber so manche Sache wurde für mich am Ende dann doch nur zur Quälerei, durch die ich mich wohl oder übel durchgebissen habe.
Ich lerne gerade erst im Tun, welche Aufgaben ich wirklich gern und mit Begeisterung mache, und zu welchen ich mich förmlich zwingen muss - und wo genau der Unterschied liegt. Das finde ich im Vorfeld nicht immer so leicht zu erkenne. Aber ich arbeite daran
Herzliche Grüße
Angela
kannst du mir nen Tipp geben, warum das von allen geschriebene plötzlich soo klein ist? Ich kann es nicht mehr so lesen.
Aber ich wollte ja zu dem wieder-tollen Montagsthema Stellung beziehen.
Ich habe auch viel gelernt, das man sich am besten auf sich selbst verlassen kann. Das ich "Männer" (nicht alle selbstverständlich) nicht mehr "trauen" darf, wenn Sie meinen, das sie die Arbeit ja viiiiiiiiiiel besser wie man selbst machen können.
Und was ich am meisten sehr schmerzhaft lernen musste, das - wenn die Leute sagen,das sie nicht "soviel" Geld haben, ich die Ohren zuklappen oder gleich auf Durchzug stellen muss. Ich mach inzwischen meine Preise und fertig aus! Wer mit mir nicht will, soll es doch woanders versuchen.
LG
Sylvia
das habe ich eben versucht, das geht nicht. Da kommt immer ob ich das zu den Favoriten haben will..
Ich hatte es schon mal.. da hat mir jemand auch nen Tipp gegeben.. *lach es war ganz einfach.. aber ich bin schon älter.. ich weiss es einfach nicht mehr.
Aber danke, für deine Mühe
LG Rena
ja, ja, die "tollen" kostenlosen Marketing-Chancen. Dem kann ich nur zustimmen. Mein Credo: Wer wirklich etwas für sein Geschäft oder sich persönlich tun will, der hechelt nicht nach kostenlosen Angeboten, sondern respektiert, dass der andere für seine
Leistung auch angemessen honoriert wird.
Mein Tipp für alle Unternehmer und die, die es werden wollen: Engagieren Sie sich für Ihr Projekt/Ihr Produkt/Ihre Dienstleistung nur, wenn Sie 100%ig dahinter stehen. Die Kunden riechen meilenweit, wenn einer "seinen Job macht" (auch als Unternehmer) oder in seinem Job aufgeht, seine Berufung verfolgt. Und dann ist nur noch eines wichtig: Durchhalten. Gegen Widerstände jeglicher Art. Denn häufig sind es die gut meinenden Bekannten, Kollegen und andere, die zwar nie in dieser Situation gesteckt haben, aber es (vermeintlich) immer besser wissen.
Viele Grüße
Burkhard Krupa
Du hast einfach ne andere Tastatur als ich. Irgendwer kriegt das wieder hin. Geh doch mal auf andere Webseiten und schau, ob die plötzlich auch ganz klein sind .....
Sylvia
*lach - das ist jetzt auch die harte Tour.. aber bei den anderen Homepages ist es jetzt schon mal wieder normal..
LG Rena
LG
Syliva
vielleicht geht es wenn Sie oben in der Menüleiste auf "Ansicht" klicken --> Textgröße die für Sie angenehmste Form wählen. Unter Zoom können Sie die Seite vergrößern.
Grüße,
Silke Bicker
... das habe ich irgendwann mal aus Versehen gelernt
Kein schlechtes Gewissen haben. Und sich nicht für unersetzlich halten...
Man kann auch mal sagen: Wenn das so läuft, dann kann ich an dem Projekt nicht mehr weiterarbeiten. Und man wird sogar ernster genommen...
Herzlichen Dank an alle für ihre Erfahrungen und manche "Lehrgeld"-Berichte. Das ist sehr interessant - auch die Parallelen!
Bin gespannt, was noch kommt.
Viele Grüße
Gitte
PS @Rena: Verstellt haben wir nichts von der Schriftgröße her. Und einige nette Mitleserinnen haben ja schon geholfen, dass in jedem Browser die Ansicht selbst bestimmt werden kann.
PS @Frau Mönig: Aaaaach Sie! Vielen Dank!!
PS @Silvia: Gratuliere! Das ist großartig, dass es funktioniert!
* Dass ich bei Menschen vorsichtig bin, die so total übertrieben begeistert am Telefon oder per Mail sind (von meiner Webseite, einem meiner Bücher oder was auch immer), obwohl sie mich noch gar nicht kennen, sich letztendlich doch nicht anmelden- und ich von daher nicht mehr ewige Zeiten mit ihnen am Telefon verbringe.
* Dass manche Auftraggeber immer wieder mal versuchen, den Preis zu drücken. Das war überhaupt mein wichtigstes Lernfeld. Meine Preise für mich zu gestalten und sie dann auch selbstbewusst durchzubringen. Habe immer wieder die Erfahrung gemacht: wenn ich selbst klar und auch sicher bin, dann klappt es. Dann klappt es auch bei Non-Profit Organisationen, die ja nie Geld haben, dass sie noch Töpfe finden, wenn sie mich wirklich wollen. (Wobei ich bei ihnen andere Preise als bei Firmen mache).
Jetzt habe ich mal wieder eine nette Erfahrung gemacht, dass man auch mit Humor eine Preisverhandlung führen kann. Bekam eine Anfrage, ob ich so und so viel im Preis runtergehe, dann würden sie gerne mein Angebot annehmen. Da habe ich auf meine Orient- Affinität angespielt und einen Handel vorgeschlagen, der für mich auch noch ok war. Hatte ein bisschen Schiss, mir dadurch vielleicht den Auftrag zu versauen. Aber siehe da: angenommen.
Hilfreich war noch die Bemerkung eines Kollegen, der sagte: ach, so ein Geschäftsführer geht da viel emotionsloser ran (als ich).
Eine andere Kollegin hatte mal in ähnlicher Situation gesagt: "Ach, manche versuchen es einfach mal, es ist so eine Art Spiel." Es waren im übrigen beide Male Männer- wo ich mich dann Gott sei Dank nicht habe beeindrucken lassen
genauen Erkundung des Bedarfs.
Und jetzt kommt der Knüller: Die Leute kaufen nicht das, was sie vernünftigerweise
brauchen, sondern das, was sie gefühlsmäßig wollen - und das ist leider oft ein
riesen Unterschied ...
Ach ist es schön, bei Zeit-zu-leben zu sein!!! Hier hab ich schon so manchen Tipp bekommen, einfach klasse. Ich warte schon direkt auf den Montag und das Montagsthema. Ihr seid alle große Klasse, jeder für sich...
LG Rena Berger
was ich schmerzhaft gelernt habe?
Ist gerade eben wieder passiert (und ich hoffe, JETZT lerne ich es endlich mal...):
dass alte Werte wie Loyalität, Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewußtsein heutzutage offenbar nichts mehr zählen.
Inzwischen zieht sich das schon wie ein rotes Band durch mein Leben:
setze ich mich für eine Sache, z.B. eine Kooperation ein, tue ich es entweder ganz oder gar nicht, meistens dann eben 150%ig. So bin ich nunmal. Und ernte dafür nur Tritte in den Allerwertesten, werde behandelt wie der letzte Putzlappen.
Ich hoffe, daß ich durch das frische Ereignis jetzt endlich begreife, daß ich bei mir selbst bleiben und MIR gegenüber loyal und verantwortungsbewußt sein muss.
ich glaube, das ist oft das größte Problem.. so gehts mir auch häufig. Aber manchmal bin ich auch stur und setze das durch, wie ich es haben will, punkt.
LG Rena Berger
ich habe gelernt,
*dass die Suche nach dem eigenen Kern als Unternehmer bei mir mit Umwegen, mit Versuch und Irrtum und sich trauen zu tun hat. Wahrscheinlich bin ich nicht allein im Club - schmunzel! (wie komme ich hier nur an die Smilys ran???) Ich bin jetzt 6 Jahre selbstständig und habe genau das gefunden, wo ich 100%ig hinter stehe.
*Meinen Perfektionismus zu entlarven und mir inzwischen zu erlauben, die Arbeit leichter zu machen. Und zu kapieren, dass die Arbeit nicht nur anstrengend sein muss, sondern auch Freude machen, abwechslungsreich und lebendig sein darf.
*In Sachen Kooperation auch genau zu gucken, ob sie mir ausreichend dient, mein Business tatsächlich voranbringt und finanziell auch zu meinen Sätzen passt - schießlich bin ich nicht hobbymäßig unterwegs. Da habe ich in den letzten Jahren reichlich gelernt und kann jetzt viel klarer entscheiden, wenn mich jemand für "lau", ganz "wenig" anfragt oder wohlmeinend zum "bekannter werden" anfragt.
*die Kunden auszuwählen, die tatsächlich zu mir und meinem Business passen. Also, wie oben schon erwähnt, nicht mehr auf "Zeitdiebe" hoffen, die viele und ausführliche Infos haben möchten, nebenbei einige Tipps abgraben und nichts dafür zahlen. Oder solche Interessenten möglichst zu meiden, die "erstmal genauer schauen müssen, ob meine Leistungen finanzierbar sind". Da hatte ich mehrfach schon reichlich Stunden "for nothing" investiert und es ist nichts rumgekommen.
*dass Netzwerken und Akquise auch Spaß machen kann. So freue über ganz verschiedene Netzwerkpartner, die mich seit gut vier Jahren begleiten, mir auch mal den Spiegel vorhalten oder Arbeiten für mich erledigen. Und: Nach mühevollen und anstrengenden Zeiten der Akquise und mit der Klarheit meiner Positionierung habe ich mich auch mit der Akquise angefreundet.
und erst mal Vielen Dank ,für das wieder so interessante,Montagsthema und die vielen Erfahrungen dazu;es erinnert mich an viele " so habe ich es auch erfahren- Erlebnisse".Als Erstes werde ich jetzt Kunden anrufen und hören, ob der vorgeschlagene Termin passt.Und zu Rena: Vielen Dank für die Frage nach der Schriftgröße: ich kann jetzt auch viel besser lesen.
Erfolgreiche Woche für alle, von sich selbst überzeugten, Selbstständigen!
Beate
Was lernte ich daraus? Mit Krampf und Druck etwas wollen funktioniert nicht. Nur wenns leicht geht, ist es richtig. Mein zweites Buch fand durch Empfehlung den passenden Verlag. Und mein erstes Baby wird das irgendwann auch...
Sich und seiner Tätigkeit den entsprechenden Wert zu geben und sie nicht weit unter Wert zu verschleudern ist ein weiterer Punkt, den ich gelernt habe - nicht nur als Autorin sondern auch als Seminarleitein und Coach.
LG- Christine
danke für die Rückmeldung.
Es tut gut, wenn man feststellt, daß man nicht alleine mit dem Problem ist, und sieht wie andere damit umgehen.
Vielleicht muß ich einfach egoistischer und stur sein. Ich glaube, das bin ich viel zu selten - aus lauter Besorgnis, es nicht allen Recht zu machen.
Ich lernte, dass einmalige Anstrengungen wie z.B. Anzeigen schalten lediglich viel kosten und wenig bringen. Die kleinen Dinge, die man dagegen regelmässig macht, sich bei potentiellen Klienten immer wieder in Erinnerung ruft, sind ganz leicht und kosten fast nichts - nur ein wenig Zeit und "Überwindung".
LG Angela
Ist es nicht erstaunlich, dass man bei vielem auch nicken kann?
das ist wohl wahr.Ich konnte beim Lesen gar nicht soviel nicken, wie ich eigentlich gemusst hätte
Ich habe heute auch wieder so eine "hübsche" Erfahrung gemacht, von der ich dachte, dass mir sowas nicht mehr passiert.
Schnupperstunden habe ich schon lange abgeschafft und meistens arbeite ich sowieso im energetischen Coaching übers Telefon. Irgendwie hat eine "potentielle" Klientin es geschafft, dass sie mich in der Praxis besuchen durfte, weil sie unbedingt sehen musste, mit wem sie es zu tun hat und ob ihr die Methode zusagt.
Wir hatten vereinbart, dass sie sich 20 Minuten einen Eindruck verschaffen kann und dann entscheiden, ob es gleich ein richtiger Termin wird oder nicht.
Das habe ich natürlich vergessen, weil wir schwupps im Problem drin waren und ich am arbeiten.
Nach 1,5 Stunden und vielen beantworteten Fragen verabschiedete sie sich dankbar und war bass erstaunt, dass das nun Geld kosten sollte.
Dumm gelaufen und für mich mal wieder eine Lernerfahrung. Ein arbeitsreicher Vormittag, kostenlos die Blockaden einer Person gelöst und das blöde Gefühl, irgendwie überrumpelt worden zu sein. Das ist keine gute Bilanz.
Ab heute nun wirklich keine Schnuppergeschichten mehr und konsequent bleiben. Wer kein Vertrauen zu mir über meine Webseiten und über ein Telefonat mit mir aufbauen kann, muss. sich eben jemanden anderes suchen.
Das Lernen hört halt nie auf...
Ich musste aber dafür eine 5-stündige Bahnfahrt auf mich nehmen incl. Übernachtung.
Aber er bot mir an, eventuell "noch etwas draufzulegen". Und im übrigen dürfe ich mein Werbematerial selbstverständlich auslegen.
Was mich mal interessieren würde: Kriegen nur Frauen solche "unanständigen Angebote"????
Ich sagte dankend nein.
Komisch, meine Seminare hatten anschließend alle meine Wunschgröße .... ob es da einen Zusammenhang gibt???
SG
ja.. wir kriegen diese Angebote, weil wir leider allzu oft mit dem Herzen denken und nicht mit sonstwas.. (ich will das gar nicht weiter ausführen..)
Mir passieren auch allzu oft solche Teile.. das ich noch sage: "och.. soviel brauchen sie doch gar nicht zahlen.." Hab mich auch neulich wieder dabei ertappt, das ich manchmal so tue, als wenn ich im Geld schwimmen würde..
Hinterher könnt mich beissen..
LG Rena
Egal, hab einen schönen Abend.
Das kenn ich aber auch: "Kennenlern- und Schnupperstunden bringen unterm Strich nur Arbeit" landet auch ganz weit auf meiner Erfahrungsliste.
@Marius: Wunderbar! Manchmal ist das Timing geradezu perfekt, um eine Entscheidung festzuklopfen. Du sprichst da aber noch was Wichtiges an: auf sich selbst zu hören, wenn sich ein komisches Gefühl meldet. Auch das ist so eine Erfahrung, die ich selbst ebenfalls kenne. Manchmal neigt man dazu, sich selbst zu über-reden, nur um nachträglich zu sagen: "Und ich wollte eigentlich gar nicht!"
PS: Ich höre immer Deine schöne Musik. Toll!
@Sylvia: Gut, dass Du den Aufwand drumherum auch direkt gesehen hast. Manchmal ist man so fixiert auf eine Sache, dass man sie losgelöst betrachtet (ist ja oft genug bei normal bezahlten Aufträgen schon der Fall).
@Rena: Hihi ... Entschuldige, aber ich musste schmunzeln, weil Du das so nett von Dir selbst erzählst, dass Du Dich ertappst, wie Du die Leute noch aktiv runter"handelst".
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Ja, ich bin auch davon überzeugt, dass solche Anfragen unabhängig vom Geschlecht sind. Vermutlich gibt es Branchen, wo es noch üblicher ist, "mal eben so" erstmal einzuspringen, ich glaube Marius, Du hattest vor einiger Zeit soetwas auch für den Musikbereich erzählt.
Generell denke ich, es gibt die einen, die es versuchen - und es gibt schon auch viele, die tatsächlich überschätzen, was so ein Werbeeffekt tatsächlich bringt. Klar, man stellt sich das auch so vor: XX Leute sind da, also kommen genauso viel Kontakte zustande (was ja schonmal nicht ist), man führt viele Gespräche, die wiederum alle Potenzial für einen Auftrag darstellen (was auch nicht so ist).
Da stecken einfach oft naive Vorstellungen und Milchmädchenrechnungen dahinter.
Und für uns Selbstständige - besonders wenn wir am Anfang stehen oder in einer neuen Branche Fuß fassen möchten - auch das Prinzip Hoffnung.
Letztlich ist es ja auch nicht verkehrt, über solche Kanäle auf sich aufmerksam zu machen. Nur muss das a) nicht immer kostenfrei sein und b) wir müssen einfach schlau überlegen, in welchem Forum. Das Internet bietet da ja auch zahlreiche schöne Methoden, um seine Kompetenz und Arbeit zu zeigen, ohne für andere Leute kostenfrei zu arbeiten.
Viele Grüße
Gitte
Danke für's Kompliment, freut mich sehr. Einen tollen Abend noch.
Ja, hallo? Geht's noch?
Mir fällt es mitunter zugegebenermaßen mittelprächtig schwer, da noch höflich und souverän zu antworten.
Erst mal 2 Tage sacken lassen und die Emotionen runterkochen - und dann setze ich nett (?), aber noch bestimmter als die letzten beiden Mal meine Grenze. HOffentlich!
Dachte grad, dass ich schon mal so eine "Kotzbrech-Mülleimer-Ecke" virtueller ARt einrichten wollte, wo man/frau sich einfach mal ausk.... kann, und die dann wieder nach 1 Tag gelöscht wird. Einfach nur, um ES = Frust, Wut, Fassunglosigkeit, Schreiattacken loszuwerden. Mehr so in freudscher Befreiung und ohne jeden Kommentar meinerseits. Nur so eine Abladestelle für die anderen, eine virtuelle Klagemauer.
Wie so häufig, scheitert sowas bei mir an der technischen Umsetzung.
Gitte, vielleicht ne Idee für Dich/Euch? Ich wäre da sicher 3x im Monat zu Gast.
Allen ein, seufz, friedliches Wochenend mit sich selber - und den Mitmenschen auf diesem Planeten.
Maria Ast
es gibt hier eine ganze Menge, das ich auch schon erlebt habe. Gerade bei Dingen, die ich gerne mache, schleichte sich gerne das Gefühl ein, dass ich doch für etwas, was ich gerne mache, nicht viel Geld nehmen dürfe.
Eine sehr unangenehme Lernerfahrung hatte ich in der Zeit, wo ich mich hauptsächlich mit Gesundheitsförderung beschäftigte. Einem älteren Herren, den ich als sehr sympathisch kennen lernte, sollte ich helfen, dass er sein Gewicht in den Griff bekommt.
Ich wurde nicht hellhörig, als jedes Mal seine Frau mit dabei war. Ich bestannd zwar auf ein Einzeltreffen, aber mir fiel immer noch nicht auf, dass ich einen Klienten hatte, der zu mir "geschickt" wurde. Daher war er absolut nicht bereit, einige der wichtigsten Dinge zu tun, wie Bewegung und erzielte auch nicht die gewünschten Ergebnisse. Ich versuchte ständig, weiter darauf hinzuwirken, dass er das Richtige tut, aber ohne Erfolg.
Das Ende vom Lied war sogar, dass er mir meine Konzepte versuchte schlecht zu machen. Das war mir eine Lehre. Wer nicht von selbst zu mir kommt und bereit ist, an sich zu arbeiten, dem kann ich auch nichts Gutes tun.
Herzliche Grüße,
Beatrice Legien-Flandergan
Besonders wenn man ein Magnet für bestimmte Anfragen zu sein scheint, wie Maria das schildert.
Manchmal ist das Nein, das man als klar begreift, weit weniger klar als man meint. Oder die Botschaft ist noch nicht klar genug à la: mach ich gerne, mein Stundensatz = XX Euro.
Ein virtuelle Mülleimer, das hört sich lustig an, und ich glaube auch, dass da einiger Bedarf wäre. Wir haben vor einiger Zeit mal über solche Sachen diskutiert (ich fände zum Beispiel auch virtuelle Karten ganz schön) - aber Ralf hat da mit zeitzuleben.de sehr viel Erfahrung, wo diverse solcher Dinge schon ausprobiert wurden. Auch wenn sie technisch kein Problem wären, so zeigt seine Erfahrung, dass sie weit weniger genutzt werden, als dass es sich lohnen würde.
@Beatrice
Oh ja! Das ist auch ein wichtiger Punkt: geschickt werden (vielleicht sogar gegen den Willen UND gegen die geschickte Person UND gegen die Methode).
Viele Grüße
Gitte
Oh, sowas in der Art kenne ich auch:
neulich habe ich eine Anfrage wegen Flamencounterricht bekommen. Der Unterrichtsort ist zwischen Berlin und Bochum. In beiden Städten halte ich mich regelmäßig auf.
Also habe ich mein Angebot - zeitlich wie finanziell - geschickt. Jetzt gehen die emails in großen Abständen (es dauert ewig bis ich eine Antwort bekomme) hin und her. Die von mir angebotenen Termine sind darüber inzwischen verstrichen.
Freitag abends war es nicht recht, ob es nicht auch sonntags ginge (ich müßte dafür dann extra anreisen; freitags läge es auf dem Weg). Und ob ich mit meinem Stundensatz nicht etwas runtergehen könne.
Ich habe der Dame ein gutes Angebot gemacht, ihr den Preis für einen Termin (= 3 x 60 Min. Unterricht) genannt und ihr sogar angeboten, daß die Fahrtkosten inklusive sind, wenn sie 5 Termine (á 3 Zeitstunden) im voraus bucht.
Jetzt fragt sie mich tatsächlich, ob der Preis, den ich ihr für einen Termin genannt habe, der Preis für alle 5 Termine sei.
Ich weiß nicht, ob die Leute einfach nur so dreist sind und somit versuchen, den Preis noch mehr zu drücken, oder ob ich chinesisch rede?!
Sollte sie jedenfalls nochmal wegen des Preises nachfragen, werde ich ihr schreiben sie soll sich jemand anderen suchen.
So dringend ich Geld brauche, aber irgendwo ist Schluß.
Viele Grüße
Antinéa
Das mit dem Preis runterhandeln und zu seinen Stundensätzen stehen ist ein Hauptthema in meinen energetischen Coachings.
mmer wieder gibt es die, nennen wir sie mal, uninformierte Menschen, die sich keine Gedanken darüber machen, wie viel von den Stundensätzen für uns im Geldbeutel tatsächlich übrig bleibt.
Wir begegnen solchen dreisten Exemplaren aber nur, wenn in uns selbst etwas unbewusst die Überzeugung hat, dass wir unseren Stundensatz nicht wirklich verdienen, im Sinne von "ich bin es nicht wert".
Ist das aufgelöst, ergeben sich solche Anfragen gar nicht mehr. Die Menschen um uns herum sind meistens unsere Spiegel, auch wenn das ziemlich doof klingt.
Und Spiegel putzen bringt nichts, da müssen wir wohl bei uns selbst schauen...
Danke für die Bestätigung! Das hatte ich schon vermutet.
Das scheint gerade ein ganz großes Thema bei mir zu sein, der eigene Wert...
eine spannende Diskussion, wie ich finde! Mit meiner eigenen Selbständigkeit stehe ich ja ganz am Anfang. Aber mein Mann ist schon seit über 20 Jahren als Bauingenieur selbständig und ich habe dort viele Jahre mitgearbeitet. Von daher kann ich etliche Parallelen zu den Beiträgen hier feststellen:
-Kunden, die jetzt sofort ein Welthandelszentrum bauen wollen und dringendst die ersten Entwürfe bis, sagen wir, morgen abend?? wollen - und dann wird es noch nicht mal 'ne Hundehütte
-Kunden, die meinen, mit der Beauftragung sei eine Art Leibeigenschaft entstanden, weswegen sie dann auch gerne mal sonntags nach 21:00 Uhr anrufen um mitzuteilen, dass sie nun doch die Eiche-Türen nehmen und nicht die in Buche...
- Und natürlich das Thema Geld, sozusagen ein Dauerbrenner. (Obwohl es ja bei den Ingenieuren sogar eine Honorarordnung gibt!) Aber ist das ein Wunder? Ich denke, in einer Zeit, wo uns aus allen verfügbaren Kanälen billig-billig-billig entgegenschreit, haben viele Menschen einfach den Bezug dazu verloren, was eine Sache oder eine Leistung wirklich WERT ist. Es wurde schon mehrfach gesagt, hier hilft nur die eigene Klarheit und abgrenzen.
Herzliche Grüße,
Dorit Glomb
Darüber habe ich gerade herzhaft gelacht:
"Kunden, die jetzt sofort ein Welthandelszentrum bauen wollen und dringendst die ersten Entwürfe bis, sagen wir, morgen abend?"
Zu Preisen und Klarheit wollte ich noch was ganz Praktisches ergänzen. Ich überarbeite ja auch viele Angebote von Selbstständigen, und da sehe ich SOOOO OFT, dass tatsächlich völlig uneindeutige Preise hingeschrieben werden.
Da erkennt man nicht genau, was wozu gehört. Die Einzelposten sind nicht genau aufgeführt. Sehr oft wird die Mehrwertsteuer einfach nicht erwähnt etc. Also da sehe ich schon auch viel Eindeutigkeitsbedarf.
Und mit so einer Eindeutigkeit kann man dann oft auch die "prinzipiellen Dummsteller als Runterhandelversuch" von vornherein entwaffnen.
Viele Grüße
Gitte
ich denke, es sind einfach bei vielen Menschen "die Werte" abhanden gekommen, was was kosten muss/sollte.
Ich habe immer wieder den Eindruck, das viele gar nicht mehr wissen, wieviel ihnen ihre eigene Arbeit einbringt und was sie am Ende davon kaufen können.
LG Rena
Das macht es für mich einfacher
seit einiger Zeit erhalte ich immer wieder Mails oder (eher selten) Anrufe von Absolventen, die sich im naturpädagogischen Sektor selbständig machen wollen. Ob ich ihnen Tipps zur Freiberuflichkeit nennen könnte?, sie beraten würde, da sie Ähnliches wie ich anbieten wollen und teilweise gerne in meiner REgion arbeiten wollen würden. Alle waren baff, als sie merkten, dass ich zwar Adressen rausrücke, wo sie sich kostenfrei schlau machen können aber ich selbst ein Honorar nehme. Einige hatten eine Broschüre der Osnabrücker Hochschulen mit meinem "Gründerprofil" gelesen. Bezüglich Eindeutigkeit und Auslegung musste ich gerade daran denken. Netzwerken notierte ich damals darin und diese Absolventen verstanden darunter, kostenlose Beratung inklusive.
Nächstes Mal werde ich so etwas anders formulieren:-)!
Grüße, Silke
Hier die Broschüre (es sind viele Profile enthalten):
Best Practice Gründungen
hier noch einen Nachtrag zu meinem ersten Eintrag vom 15.11.2010:
besagte Dame schrieb heute:
"Sie meinten,dass Sie auch noch eine Kollegin hätten,die auch Tanzkurse anbietet.Könnten Sie mir Ihre e-Mail-Adresse geben,damit ich mich mit Ihr in Kontakt setzen kann.Verstehen Sie es bitte nicht falsch.Es ist einfach nur,dass 180 € pro Termin unser Budget sprengt.Es tut mir Leid."
Der email-Verkehr zog sich nun seit Anfang September hin.
Ich habe ihr geschrieben, daß ich ihr Verhalten (mich solange hinzuhalten etc.) reichlich dreist fände. Daß sie sich mich nicht leisten kann, hätte sie schließlich auch gleich schreiben können.
Qualität sei halt immer etwas kostenintensiver. Wenn sie 08/15-Unterricht bevorzuge, stünde ihr das selbstverständlich frei.
Puh, das ist das erste Mal, daß ich sowas in der Art formuliert habe. Aber ich finde es wirklich befreiend!
@ Liebe Barbara Steldinger,
vielleicht schieße ich noch übers Ziel hinaus, aber Sie sehen, ich arbeite dran!
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also ich hab recht schnell zu Beginn meiner Selbstständigkeit gelernt, dass auch überdurchschnittliche Leistungen nicht ausreichen, um neue Kunden anzuziehen.
Sprich: Ich dachte, wenn man gut ist, "spricht sich das irgendwie rum" und die Kunden kommen dann von ganz alleine. Großer Irrtum! Man kann noch so gut sein - ohne Marketing läuft überhaupt nichts. Wenn man darauf wartet, dass man von zufriedenen Kunden weiterempfohlen wird, kann man oft lange warten
Ich denke, wenn man sich selbstständig macht, hat man eine Menge solcher Glaubenssätze in sich und ist manchmal sehr naiv. Aber früher oder später kommt man drauf, dass das Geschäftsleben härter, aber auch spannender als angenommen ist. Und ab da macht's dann erst richtig Spaß.
Liebe Grüße
Doris