Was frustriert Sie?
Ein großer Vorteil der Selbstständigkeit ist es ja, dass Sie prinzipiell vollkommen selbst gestalten und entscheiden können, wie, was und für wen Sie arbeiten.
Umso wichtiger ist es, sich seine Frustfaktoren anzuschauen.
Denn wenn Sie diese kennen, können Sie sie von vornherein vermeiden oder bestehende Frustquellen aus dem Weg räumen. Vor allem können Sie daran arbeiten, dass Sie frustrierende Situationen nicht mehr als frustrierend erleben - indem Sie sich persönlich weiterentwickeln oder einfach lernen, gelassener damit umzugehen. Das steigert Ihre Zufriedenheit und damit Ihre Lebensqualität - und das wiederum wirkt sich auf Ihr Auftreten und Ihre Arbeit aus. Eine Aufwärtsspirale.
Schritt 1: Meine Frustfaktoren
Im ersten Schritt geht es darum, mal einfach alles runterzuschreiben, was Sie frustriert.
Da es sich lohnt, in die Tiefe zu gehen, hier zu Ihrer Inspiration ein paar Teilbereiche, die Sie sich vornehmen können.
Denken Sie an
- Ihr Business allgemein (Vorstellungen erfüllt, Ziele verwirklicht ...)
- Ihr Arbeitsgebiet
- Ihre Kunden
- die Zusammenarbeit mit Lieferanten, Geschäftspartnern oder Mitarbeitern
- sich selbst (persönliche Eigenschaften, Fähigkeiten, Einstellungen ...)
Sehr hilfreich ist es bei solchen Übungen, wenn man Sätze vervollständigt. Sie können also beispielsweise “Ich bin frustriert, wenn ...” oben auf ein Blatt Papier schreiben und diesen Satz dann jeweils zu Ende führen.
Wichtig: Machen Sie immer erst eine Liste. Zensieren Sie sich nicht. Formulieren Sie nicht großartig herum. Seien Sie ehrlich mit sich selbst. - Wenn Sie fertig sind, können Sie aus dieser Liste doppelten Nutzen ziehen:
Sie sehen einerseits, wo es etwas zu tun gibt (etwas, bei dem Sie äußere Rahmenbedingungen ändern können oder an sich arbeiten o. Ä.),
und Sie können Ihre Liste auch dazu nutzen, gemeinsame Nenner zu finden. Das sind in der Regel die Schrauben, die verschiedene andere Themen gleich miterledigen, wenn Sie daran drehen.
Schritt 2: Warum frustriert mich das?
Es gibt viele Dinge in Ihrem Alltag, die Sie nicht frustrieren. Was Sie völlig kalt lässt, treibt meinen Blutdruck in die Höhe. Wo Sie unterdrückte Frustschreie loslassen, kann ich möglicherweise mit einem Lächeln drüberweggehen. Und vielleicht sind Sie und ich gleichermaßen über blöde Buchhaltungsarbeiten frustriert - und Heerscharen anderer machen diese Arbeit total gerne und mit Freude.
Interessant wird es also, wenn Sie sich Ihre Frustauslöser-Liste jetzt vornehmen und dazuschreiben, was daran und warum es Sie frustriert.
Denn zusätzlich erarbeiten Sie sich dadurch auch gleich mögliche Lösungsansätze, aber dazu kommen wir gleich noch.
Schauen wir uns erst noch an, wie Sie so sind, wenn der Frust zuschlägt.
Schritt 3: Wie äußert sich dieser Frust?
Es kann sein, dass Sie bei Frust mehr oder weniger gleich reagieren: Vielleicht werden Sie kraft- und motivationslos oder total wütend.
Bei mir ist es beispielsweise so: Wenn mir etwas absolut gegen den Strich geht, etwa weil ich mich über ein unmögliches Verhalten ärgere oder weil ich mich zu etwas gezwungen fühle, dann reagiere ich auch körperlich, indem ich beispielsweise Gesicht oder Fäuste anspanne oder auch einen Frustschrei oder ein -knurren loslasse ...
... ja lachen Sie nicht, das ist so. Schauen Sie erstmal an, wie Sie sich so geben, dann reden wir weiter. ![]()
Wenn ich irgendetwas tun muss, das ich nicht tun will oder das mich eh schon ärgert, zum Beispiel ein Computerproblem beheben, dann äußert sich mein Frust darüber auch oft in Ungeduld. Ich mache dann ganz bewusst wütende, “grobmotorische” Bewegungen in vollem Bewusstsein, dass es so schon gleich gar nicht geht. Oder ich haue sauer auf der Tastatur oder Maus rum, obwohl ich weiß, dass das kontraproduktiv ist.
Wenn es um die Arbeit geht und sich jemand auf eine für mich indiskutable Weise verhält, dann reagiere ich mit dem Impuls, sofort alles stehen und liegen zu lassen.
Das ist jetzt in Kurzform mein typisches Frustverhalten, denn ich will Ihnen zeigen, dass Sie aus diesen Erkenntnissen viel für sich herausholen können:
- Sie können eingreifen, wenn sich erste Frustanzeichen zeigen.
- Sie können verhindern, dass Sie sich reinsteigern (körperliche Anspannung oder frustriertes AAAAAAAAAH-Schreien treibt den Frust nur noch weiter in die Höhe).
- Sie können sich selbst stoppen, wenn Sie in kontraproduktives Verhalten verfallen, ob das nun Taten sind (Herumhämmern auf der Computertastatur oder impulsives sofortiges Kündigen der Zusammenarbeit) oder Ihre Einstellung zur Sache oder sich selbst verändern.
Frust und die daraus resultierenden inneren und äußeren Verhaltensweisen sind ja immer auch sehr emotional und führen oft zu spontanen Affekthandlungen, die man im Nachhinein bereut.
Das Wichtigste ist aber, zu erkennen, wie man weniger frustriert durchs Leben kommt beziehungsweise die Folgen, die Frustgefühle mit sich bringen, konstruktiv und schnell beigelegt werden können, damit Sie sich, Ihre Umwelt und letztlich auch Ihr Business nicht unnötig damit belasten.
Schritt 4: Mögliche Veränderungen
Schauen Sie sich alle Ihre Aufzeichnungen und Erkenntnisse nun noch einmal insgesamt an und überlegen Sie:
- Wie kann ich an den bisherigen Frustfaktoren arbeiten? Was kann ich verändern, damit es erst gar nicht mehr so weit kommt? Wer oder was würde diese spezielle Sache (Arbeitsinhalt, Verhalten von Kunden, Abläufe etc.) verbessern?
- Wo ist mein gemeinsamer Nenner (oder zwei oder drei Grundthemen, die sich bei der Analyse Ihrer Frustfaktoren herausgebildet haben): Worum geht es hier als Grundmotiv? Und wie könnte ich damit konstruktiver umgehen?
Wie geht es Ihnen, wenn Sie frustriert sind? Wie holen Sie sich da raus? Gerade als EinzelunternehmerIn sitzt man ja oft alleine am Arbeitsplatz.
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