Was finden meine Kunden doof?
Ich bin ja ein großer Fan von Fragen und ich persönlich nutze Fragen den lieben langen Tag, um z. B. über mein Business nachzudenken, aber auch, wenn ich einen Text schreibe, wie diesen hier, stelle ich mir vorher Fragen wie z. B. "Was will ich eigentlich sagen?" oder "Was ist die Quintessenz meines Beitrags?".
Und eine schöne Frage, um über das eigene Geschäft und die eigenen Leistungen nachzudenken ist:
"Was finden meine typischen Kunden allgemein blöd an Leistungen, wie ich sie anbiete?"
Damit meine ich jetzt nicht an Ihren ganz konkreten Leistungen, sondern eher allgemein die Produkte und Dienste, die in Ihrer Branche angeboten werden.
Wenn Sie Trainer sind, können Sie sich beispielsweise fragen:
"Was finden Seminarbesucher ganz allgemein doof an Seminaren?"
Da fallen mir spontan Antworten ein, wie:
- Lange Anreise
- Vorstellungsrunden
- Muss ggf. Urlaub nehmen
- Frontalunterricht
- Langweilige Vorträge
- Wenig Hilfen, um das Gelernte in die Praxis umzusetzen
- Zu viel unnütze Theorie
- Schlecht gemachte Powerpoint-Präsentationen
- Nur sitzen, keine Bewegung
- Schlechte Tagungsräume (zu dunkel, keine Fenster)
- Große Gruppen
- usw. usw.
Und wenn Sie dann eine Reihe von Antworten haben, können Sie diese als Ausgangspunkt nehmen, um Ihre Leistungen besser zu machen.
So können Sie ausgehend von einer einfachen Frage Wettbewerbsvorteile und Alleinstellungsmerkmale entwickeln.
Was finden Ihre Kunden ganz allgemein doof bezüglich der Leistungen oder der Produkte, die Sie auch anbieten?
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Anmerkungen & Kommentare
Diese Fragen sollte man aber nicht nur sich selbst, sondern auch ganz direkt seinen Kunden stellen (Zielgruppenbefragung), um sein Angebot, seinen Service und seine Kundenbindung stetig zu verbessern.
Herzliche Grüße
Norbert
nette Idee
Könnte man auch als Kreativ- Technik einsetzen ähnlich wie die "Kopfstand- Technik" oder das "Paradoxe Brainstorming."
Ich könnte mir vorstellen, dass einfach durch die saloppe Formulierung "Was finden.... die doof?" so manche Verkrampfung sich löst und die Menschen heftig brainstormen können - gleichzeitig mit Spaß.
Bei deiner Liste oben wird mir ja nur schlecht
Außer der weiten Anreise: meine offenen Seminare mache ich nur noch in Köln (damit ich nicht immerso weit reisen muss) oder gleich in der Türkei
Aber Fragen ist wirklich gut!
Zamyat
danke für Eure Gedanken zu den Fragen. Und ich merke gerade, dass es wahrscheinlich noch mehr Sinn macht, sich die Fragen nicht selbst zu stellen, sondern die eigenen Kunden oder branchenfremde Kollegen dazu zu befragen, so wie Norbert es vorgeschlagen hat.
Denn ich könnte mir vorstellen, dass die eigenen Antworten zu sehr von den eigenen blinden Flecken beeinflusst sind.
Ich mache mich die Woche dran und suche mir mal ein paar unabhängige Leute, die mir diese Frage beantworten können. Cool.
Tschüß,
Ralf
Zum einen kann man die Perspektive ja leicht wechseln - zum anderen waren/sind wir ja auch selbst Kunden (gewesen), oft sogar bei gleichen oder ähnlichen Leistungen wie wir sie selbst geben.
Ich würde die Doof-Fragen auch noch erweitern auf: Was finde ich an meinen Kunden (auch ganz allgemein) doof?
Das nützt nämlich auch dafür, seine Leistungen entsprechend zu gestalten bzw. entsprechend aufzutreten.
Mich zum Beispiel macht es irre, wenn Leute ein Coaching machen, aber nichts tun wollen. Und dann alibimäßig wie früher mit den Hausaufgaben ewig hinauszögern oder Ausreden finden. Nur wenn ich weiß, was mich stört, kann ich entsprechend auftreten, ganz klar sagen: So läuft das bei mir oder "das erwarte ich" (was Kunden durchaus gut finden!).
Und vor allen Dingen kann man sich so auch den Spaß an der Arbeit behalten, indem man hellhörig wird, wenn jemand Erwartungen äußert oder sich so verhält, wie man es eben nicht haben will.
Das hat mich schon einige Male rechtzeitig davor bewahrt, ein Coaching einzugehen, das mich in den Wahnsinn getrieben hätte.
Gitte, das ist eine harte, aber gute Frage. Ich hoffe, es ist kein Kundenorientierungs-Papst in der Nähe, sonst er uns das um die Ohren
Aber ich war schon immer ein Fan davon, sich die eigenen Kunden sorgsam auszusuchen, so wie du das ja neulich auch beschrieben hast.
Ich denke, das ist auch ein gutes „Mindset“, so an die Selbstständigkeit heranzugehen. Denn wenn ich jeden Auftrag annehme und für jeden arbeite, dann sende ich damit auch eine Botschaft in die Welt, die nicht gut ist. Ich sende sowas wie Bedürftigkeit und das ist nicht attraktiv für die meisten.
Ich bin zwar kein "Kundenorientierungs-Papst", sondern eher ein "Kundenorientierungs-Bürger(beziehungsweise -Berater / - Coach/ -Trainer)", aber ich finde diese Frage gar nicht so unzulässig.
Erstens schreibt Gitte ja, daß wir auch immer selbst Kunden sind, die vielleicht als doof von den Verkäufern angesehen werden, und
zweitens sehe ich Gittes Beispiel mit dem Coaching-Kunden (oder Coachee) ja auch eher unter dem Aspekt der Marktbeobachtung.
Gerade als Trainer/Berater/Coach sollte man/frau schon wissen, wen man da vor sich hat. Wie soll ich meine Kunden in Kundenfragen beraten, wenn ich selbst keine Ahnung von Kundenverhalten habe?
*Was finde ich an meinen Kunden (auch ganz allgemein) doof?*
Vielleicht auch noch die Frage erweitern auf "was finde ich an meinen Aufträgen doof"?
Denn wenn ich ...
*Denn wenn ich jeden Auftrag annehme und für jeden arbeite, dann sende ich damit auch eine Botschaft in die Welt, die nicht gut ist.*
... jeden Auftrag annehme, sende ich nicht nur eine ungute Botschaft aus.
Ich bringe mich auch ziemlich sicher um meine Zeit, meine Kraft und meine Ziele.
Das habe ich am Anfang gemacht, damit überhaupt Geld rein kam. Aber voran gebracht hat es mich nicht. Im Gegenteil. Sich ständig neu einarbeiten und eindenken zu müssen, kostet Zeit. Keine klaren Ziele zu verfolgen kostet Zeit und zudem ein klares Profil. Beides nimmt mir die Möglichkeit, die Aufträge / Kunden zu bekommen, die gut für mich sind.
Und dann kann ich mich damit auch fragen, was meine Stärken sind, was ich gezielter angehen will, wovon meine Kunden mehr haben wollen, was mich weniger Belastungen kostet und und.
Also etwa - irgendwo habe ich das gelesen - Zamyats Videos statt Geschriebenes. Wenn ich sehr lebendig erzähle, warum soll ich dann nicht in die Richtung gehe, statt das zu machen, was andere (offenbar) machen.
Und damit wären wir dann wieder bei einem Alleinstellungsmerkmal - wozu die Frage "was finden meine Kunden doof" ja anregen sollte, mmh?
Danke für Eure "Morgen-Gedanken".
LG Heike
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meistens danebenliegen
Ralf Senftleben •
Und ja, ich weiß, die Liste ist als Anregung gedacht, Präsenzen besser zu machen. Ist halt meine Antwort.
Nebenbei: Das ...
<< Text schreibe, wie diesen hier, stelle ich mir vorher Fragen wie z. B. "Was will ich eigentlich sagen?" oder "Was ist die Quintessenz meines Beitrags?". >>
... rate ich jedem meiner Teilnehmer dringend, wenn sie einen Text schreiben wollen. Sonst wird nicht.
LG Heike