Erfolgsprinzipien

Vorsicht: Expertenhörigkeit

Gitte Härter • 13.07.2009 • email Weiterempfehlen

Letzte Woche bekam ich gleich zweimal hintereinander einen Schock. Zuerst arbeitete ich mit einer lieben Kundin am Konzept und Text für ihren Flyer. Das schickte sie dann an ihren Grafiker, und was zurückkam, lies uns beiden die Haare zu Berge stehen. Dann rief mich eine frühere Workshopteilnehmerin an, ob ich nicht mal auf den Entwurf ihrer Website schauen könnte. Mach ich. Der nächste Horror.

Beide hatten etwas gemeinsam, das mir leider, leider sehr häufig über den Weg läuft: Die Unternehmerinnen fühlten sich mit dem Ergebnis nicht sonderlich wohl, aber sie wussten nicht, ob sie sich nun selbst trauen können – oder ob der Experte, an den sie sich gewandt hatten, es nicht besser wusste. Immerhin ist das jemand vom Fach.

Und hier wird’s schwierig: Denn einerseits ist es ganz hervorragend, wenn Sie als Selbstständiger erkennen, wo es schlau ist, Know-how einzukaufen. Es ist gut, wenn Sie Ihre Grenzen kennen. Ob diese im Fachwissen oder in besonderen Fähigkeiten liegen oder ob Sie schlichtweg gegenrechnen, was es Sie kostet, wenn Sie sich selbst hinsetzen und großartig wo einarbeiten (siehe auch „Opportunitätskosten“). Andererseits ist es wichtig, den passenden Dienstleister zu finden – und sich und das eigene Gefühl nicht komplett außen vor zu lassen.

Übrigens bezieht sich das keineswegs nur auf Gestaltung. Es geht um Experten aller Art.

Nicht jeder Dienstleister ist gut

„Nicht gut“ kann bedeuten

  • fachlich schlecht,
  • drückt jedem das Gleiche auf,
  • fragt nicht/fühlt sich nicht in Sie und Ihre Leistungen ein,
  • ignorant gegenüber Ihren Einwänden,
  • passt persönlich nicht zu Ihnen.

Besonders laut sollte Ihr Alarm bei Guru-Typen schrillen: Wenn jemand die Weisheit mit Löffeln gefressen hat, die „einzig mögliche“ Antwort oder Methodik hat … oder wenn die Person sich selbst wichtiger nimmt als Ihr Anliegen.

Spinnt die Gitte jetzt? Machen die bei unternehmenskick.de das nicht auch so? Uns sagen, wie was geht?

Ja. Ja. Und ja. grin

Ja, ich spinne mitunter ziemlich.
Ja, wir kennen uns in unserem Bereich aus.
Ja, wir sagen Ihnen, wie was gehen könnte: Was aus unserem eigenen Erfahrungsschatz heraus funktioniert; wir erzählen Ihnen, was wir bei anderen gelesen und erfolgreich ausprobiert haben; was wir gut finden oder was sich gut anhört, auch wenn es für uns selbst nicht das Gelbe vom Ei war. Denn nicht jeder Tipp und nicht jede Methode ist für jeden gleichermaßen gut.

Tipps, Informationen, Strategien … all das bietet ein Grundgerüst und einen wichtigen Werkzeugkasten, den Sie sich immer individuell zusammenzustellen und hinbiegen müssen. Denn nicht alles, auch wenn es noch so gut ist, passt auch zu Ihnen.

Vielleicht ist der Vorschlag exzellent, aber er „passt“ Ihnen nicht

Bleiben wir noch kurz beim Beispiel mit der Gestaltung. Sie kennen diese Vorher-Nachher-Styling-Geschichten in den Medien. Eine graue Maus wird vom Gehsteig gepflückt, im unvorteilhaftesten Licht fotografiert, dann komplett neu eingekleidet, geschminkt, Haare gefärbt … um schließlich (im wärmsten Schmeichellicht) wieder fotografiert zu werden.

Es gibt drei mögliche Ergebnisse:

  1. Die Person sieht umgestylt gruselig aus und war vorher viel hübscher.
  2. Die Person sieht supertoll aus, ist happy und läuft jetzt immer so rum.
  3. Die Person sieht supertoll aus, fühlt sich aber nicht wohl, weil sie das einfach nicht ist.

Wenn Sie immer gedeckte Farben tragen und ich stecke Sie nun in eine knallrote Bluse oder ein knallrotes Hemd, das Ihnen atemberaubend gut steht, dann bringt das gar nichts, wenn Sie sich total schrecklich fühlen, weil Sie Rot als aufdringlich und laut empfinden.

Genauso kann das auch mit dem Unternehmensauftritt sein. Wenn Sie Glück haben, finden Sie einen wunderbaren Dienstleister, der Ihnen vielleicht einen superschönen und überzeugenden Firmenauftritt kreiert. Alles wunderbar! Aber irgendwie passt „die atemberaubende Klamotte nicht“.

Viele Selbstständige nehmen es trotzdem. Sie setzen es um, stellen es ins Netz oder drucken stapelweise Zeug. Obwohl sie sich von Anfang an nicht wohl damit gefühlt haben. Die Begründung: Der Grafiker hat gesagt, das ist gut so.

Genauso gilt das für jede andere Dienstleistung auch: Hinterfragen Sie. Reden Sie vorher. Sagen Sie klar und deutlich, was Sie brauchen.

Einen guten Dienstleister erkennen Sie daran, dass er Ihnen gute Fragen stellt, um herauszufinden, wie Sie so drauf sind und was genau Sie brauchen. Lassen Sie sich begründen, was Ihnen die Person rät – und warum.

Haben Sie eigene Vorschläge oder andere Vorstellungen? Sagen Sie das! Trauen Sie sich eine eigene Meinung zu! Halten Sie sich nicht zurück, weil der andere „es besser wissen muss, weil er Experte ist“ oder weil Sie befürchten, der andere kommt mit Kritik oder dem Wunsch nach einer Alternative nicht gut klar.

Ein guter Dienstleister möchte, dass Sie sich mit seiner Empfehlung wohlfühlen. Er wird gerne Ihre Vorschläge annehmen und einen Rat oder Entwurf noch besser auf Sie anpassen.

Schlechte Dienstleister:

  • kommen mit Kritik nicht klar.
  • lehnen es ab, bestimmte Dinge zu tun (weil ihre Arbeit ja die beste überhaupt ist).
  • versuchen, Sie gnadenlos zu überreden. (Was ein Unterschied zur guten Begründung und Beharrlichkeit ist! Lassen Sie sich von einem guten Dienstleister ruhig auch was sagen! Manchmal fühlt sich etwas falsch an, weil Sie es anders gewohnt sind.)


Wenn Sie selbst im Dienstleistungsbereich tätig sind, haben Sie vielleicht schon seit einigen Absätzen die Krise: Denn was ist mit Kunden, die nicht vorher sagen, was sie wollen, aber dafür hinterher noch mal und noch mal und noch mal alles geändert haben möchten? Das ist eine eigene Spezies, bei denen natürlich gefragt ist, dass Sie die Führung übernehmen und rechtzeitig Grenzen setzen. Darüber haben wir schon mal geschrieben: über Umstandskrämer.

Warum?

„Warum“ ist das Zauberwort, wenn Sie mit einer Empfehlung nichts anfangen können. Und zwar von beiden Seiten:

  • Warum genau können Sie mit diesem Vorschlag nichts anfangen (beziehungsweise mit welchem Teil)? Nur wenn der Fachmann genau nachvollziehen kann, was Sache ist, kann er darauf auch eingehen, weil er versteht, wo es hakt.

  • Warum genau empfiehlt Ihnen der Experte genau das und beharrt vielleicht darauf? Damit wird die Angelegenheit für Sie greifbarer und Sie können die Gründe abwägen und gemeinsam besprechen – anstatt etwas einfach hinzunehmen (oder abzulehnen), was Ihnen vorgeschlagen wird.

Seien Sie aber bitte, bitte nie expertenhörig!

 

Sie können diesen Beitrag kommentieren oder ihn an einen Freund oder Bekannten email weiterempfehlen oder Ich lese: Vorsicht: ExpertenhörigkeitTwitter den Beitrag.

 

Anmerkungen & Kommentare

Von: Roland Kopp-Wichmann am 13.07.2009
Manchmal höre ich von "Experten", wenn ich mit der Leistung nicht zufrieden bin die drollige Antwort: "Das gehört aber so!" wie jüngst als eine Dichtung für die Waschmaschine dazu führte, dass die Tür nicht mehr zu schliessen war.
Von: Elisabeth Voss am 13.07.2009
Hallo Gitte,
ich gehe auf meine Kunden immer ein indem ich frage welche Farben sie lieben und welche Gedanken sie sich zum Logo oder Flyer gemacht haben. Dann erstelle ich 3-4 Entwürfe und liege dann immer ziemlich richtig. Das finde ich wichtig und ich fahre gut damit. Dann erhalte ich auch Folgeaufträge, was ja das Wichtigste ist. Aber du hast Recht, selbstverständlich ist das nicht. Es gibt in vielen Bereichen Leute, die einem als Kunden alles aufquatschen wollen.
Liebe Grüße
Elisabeth
Von: Gabriele Knapp am 13.07.2009
Wie wahr - ich habe neulich mit einer "Expertin" diskutiert, die mir Entwürfe für neue Flyer gemacht hatte. Maßgabe war "es muss zur Homepage passen" - was dann leider überhaupt nicht der Fall war, dafür waren die Entwürfe mehr als schlampig. Etliche Aussagen der Dame waren mehr als laienhaft(Sie kann ja nicht wissen dass ich selbst kein ganz unbeschriebenes Blatt in dem Bereich bin). "Wir sind schließlich die Experten." war tatsächlich ihre Aussage als ich ihr gesagt habe dass mir die Entwürfe nicht so gefallen. Gottseidank habe ich nicht sehr lange darüber nachgedacht und werde meine Flyer weiterhin erstmal selber machen..... Besser als von diesen "Experten" sind die allemal grin))
Viele Grüße
Gabriele
Von: Almut Onwu am 13.07.2009
Ich habe inzwischen die dritte Website und erst beim 8. (!) Grafiker/in hat die Chemie gestimmt. Dafür hat es dann aber richtig gefunkt - jetzt ist alles möglich: Sympathie, stilistische Auseinandersetzung, Humor und Zoff. Ein echter Glücksfall. Er wusste in seinem Metier tatsächlich vieles besser als ich, wie sich herausstellte und ich finde, so sollte es letztlich auch sein bei einem Profi. Mich und meine Kompetenz hat er aber genauso uneingeschränkt anerkannt. Und er musste auch genug Kompromisse mit mir schließen und ich mit ihm, sowohl stilistische als auch finanzielle. Für unsere gemeinsame Seite hagelt es regelmäßig und dauerhaft Komplimente. Sie hat mir schon manche Tür geöffnet. Mein Thema ist emotional, meine Seite ist emotional. Meine Klienten befinden sich i.d.R. in einem emotionalen "Zustand". Ich habe aber auch schon den Hinweis (vom Fachmann, jedoch einem anderen) bekommen, man müsse, um etwas zu verkaufen, erst mal schwarz malen, damit sich die Menschen dann sagen, okay, jetzt muss ich etwas tun .. und dieses Produkt kaufen. Davon halte ich persönlich nicht so viel. Ausschließlich rationale Menschen fühlen sich auf meiner Seite dafür vielleicht nicht so wohl. Nach "Gehirn und Geist" und nach meinem Gehirn ist sie aber (wohl) ansprechend.
Den "Richtigen" zu finden, war aber echt nervenaufreibend und eine echte Geburt - gelohnt hat es sich allemal. Mit dem Produkt muss man ja und will ja auch eine Weile lang leben.
Von: Marianne Geering am 13.07.2009
Mir ist es genauso ergangen. Ich dachte weil ich in meinem früheren Beruf selber als Grafikerin arbeitete, sei ich ev. zu anspruchsvoll. Jetzt bin ich einigermassen zufrieden. Für meine Beispielseiten hätte ich gerne etwas kreativeres gehabt. Auch nach vielen Inputs meinerseits kam nichts attraktiveres heraus. Ich hab's dann stehen lassen und bezahlt. Eigentlich sehr schade. Trotzdem Kopf hoch und viel Erfolg und eine schöne Sommerzeit. Mit herzlichen Grüssen aus der Schweiz.
Marianne Geering
Von: Gitte Härter am 13.07.2009
Hallo allerseits,

vielen Dank für Ihre Erfahrungen!

Ich habe sehr über "Das gehört aber so!" gelacht, Herr Kopp-Wichmann! Die Tür schließt nicht, aber ES GEHÖRT SO. Unfassbar!

--

@Elisabeth - Ja, es gibt ganz viele großartige Grafiker, die sich total kümmern, einfragen und einfühlen. Bei der verunglückten Flyer-Geschichte im Artikel haben wir dann in einer Feuerwehraktion eine andere Grafikerin alarmiert und die hat auf den ersten Schlag eine perfekte, wunderschöne Lösung gebracht ... und das total in Eile.

Es ist mir auch wichtig, dass das hier nicht wie Grafiker- und Webdesigner-Bashing rüberkommt. Da ich meine Kunden eben auch in puncto Unternehmensauftritt berate, bekomme ich gerade solche Unglücke und entsprechende Sätze von Experten gehäuft mit.

--

@Gabriele

Sehr gut, dass Sie auf sich hören! Ich finde so eine Antwort "Wir sind SCHLIESSLICH die Experten!" sehr, sehr schlimm. Aber das untermauert den Artikel von oben: ein Fachmann wird immer gut erklären und begründen, warum er etwas tut. Und er wird sehr wohl auch beharren, wenn er wo etwas besser weiß - aber nicht mit so einem seltsamen Totschlagargument.

Dann lieber erstmal weitersuchen, wie Almut das ja auch erfahren hat:

---

@Almut

... wir kennen uns ja vom Online-Workshop damals: schön Dich zu lesen grin

So viele Grafiker, bis es gepasst hat. Nun liegt das vielleicht auch an Deinem besonderen Thema?

Du sprichst noch eine ganz wichtige Sache an: Die Grundstrategie und Wirkung. Eben zum Beispiel, ob man unbedingt Schwarzmalen muss. Es stimmt schon, dass Menschen eher bei einem drückenden Problem, für das es eine Lösung gibt, anspringen. Nur ich muss ja keinen Druck oder gar Schwarzmalerei nutzen, um da unangenehm reinzubohren.

Das ist auch so ein wichtiger Punkt im Unternehmensauftritt, der ja Deine Persönlichkeit und Deine Leistung auch vermittelt. Was und wie jemand etwas sagt (und nicht nur wie es aussieht), sagt mir ja enorm viel über die Person ... bzw. man zieht diese Rückschlüssel automatisch. Wenn diese das Ergebnis schlechter Beratung sind (schlecht im Sinne von "ist nicht, was ich möchte"), dann merkt man unter Umständen gar nicht, warum man nicht die richtigen Kunden anzieht.

---

@Marianne

Das ist ja schade, dass Sie am Ende nicht so recht zufrieden waren und sich auf einen Kompromiss eingelassen haben. Aber das muss ja nicht auf allezeiten so bleiben.

Danke, dass Sie auch noch die Bezahlung erwähnen. Ich würde immer empfehlen, mit demjenigen zu sprechen, wenn man so gar nicht zufrieden ist (vorausgesetzt natürlich, man hat von vornherein klar gesagt, was man will, so dass der andere das auch entsprechend ausführen konnte). In den beiden genannten Fällen musste einmal gar nichts bezahlt werden und das andere Mal wurden die Kosten reduziert. Und zwar nicht unter Druck oder Drohung, sondern einfach, indem freundlich Klartext geredet wurde, warum das Ergebnis so nichts ist.

Einen schönen Tag zusammen
Gitte Härter
Von: mcarla am 13.07.2009
Hallo,

das mit den Experten ist so eine Sache.
Ich habe hier mal drei Definitionen gegooglet:

Ein Experte, von lateinisch expertus ‚erprobt‘, (auch Fachmann/Fachfrau, Pl. Fachleute , Fach- oder Sachkundiger, Spezialist) ist eine Person, die über überdurchschnittlich umfangreiches Wissen auf einem oder mehreren bestimmten Sachgebieten oder über spezielle Fähigkeiten verfügt.
de.wikipedia.org/wiki/Experte

Mensch, der in einem bestimmten Gebiet bzw. Fach sehr bewandert ist
de.wiktionary.org/wiki/Experte

Schwammige Bezeichnung für jemanden, der sich über Wertpapiere ausläßt. Es sagt nichts über die Kompetenz desjenigen aus. ...
http://www.geldtipps24.de/boersen-glossar/

Gerade die letzte Definition läßt doch tief blicken und ich glaube, dass können wir auf jedes Themengebiet ausdehnen.

Ich glaube, dass Problem mit "Experten" kommt auch und gerade durch die "Amerikanisierung" in diesem Bereich.

Wie ich das meine? Nun, wenn ich mich recht entsinne, sagt beispielsweise Tim Ferris in seinem Buch Die vier Stundenwoche, dass man zum Experten werden kann, indem man drei vier Bücher zum Thema liest.

Es stellt sich natürlich die Frage, ob das noch der Definition von Experte (s.o.) und unseren Wünschen entspricht.

Gruß Mario Carla
Von: Beatrice Legien-Flandergan am 13.07.2009
Hallo allerseits,

ich kann mich noch gut an eine Situation erinnern, wo ich für meine Website und meinen Flyer jemanden suchte, der sich gut mit Texten auskennt, da ich das Gefühl hatte, hier gute Unterstütung zu gebrauchen. Eine langjährig aktive Geschäftsfrau im Bereichen Marketing und Journalistmus buchte ich dann, weil sie sich als Expertin verkaufte. Schon die Zusammenarbeit fand ich etwas seltsam und manche meiner Angebotsbereiche veränderte sie überhaupt nicht. Ich hatte das Gefühl, sie hatte sie nicht einmal angesehen. Und mit dem Ergebnis war ich dann nicht wirklich zufrieden. Ich bemühte mich dann nicht mehr, mit ihr weiterzuarbeiten, da sie leider auch nicht kritikfähig war. Ich hatte mich dann entschieden, dass ich es dann erst einmal doch besser selber machen sollte.

Ich bin schon sehr froh, dass ich das Spiel nicht im Web- und Grafikdesign mitmachen muss. Denn hier habe ich mit meinem Bruder eine tolle Unterstützung, wo die Wellenlänge wie auch das Qualitätsdenken passt.

Ich wünsche allen noch einen schönen, erfolgreichen Tag.

Herzliche Grüße

Beatrice Legien-Flandergan
Von: Gitte Härter am 13.07.2009
Hallo Mario,

das stimmt sicher. Wobei ich es jetzt gar nicht am Wort "Experte" aufhängen möchte. Da bin ich wohl schon zu abgestumpft aus den Medien, weil jeder Hinz und Kunz, der aus einem bestimmten Bereich ist, gleich zum Experten mutiert (ich werde ja auch ständig so bezeichnet, obwohl ich mich selbst niemals Experte nennen würde - übrigens kleine Anekdote: Ich habe einen Artikel auf unserer Website "Aufstehstipps für Langschläfer und Morgenmuffel". Darin steht, dass das eigene Erfahrungen sind, weil ich selbst von Haus aus ein Langschläfer und Morgenmuffel bin -> schon zweimal wurde ich als EXPERTE fürs Aufstehen interviewt HAHAHA).

Wichtiger ist mir, dass es darum geht, dass man jemanden "vom Fach" sucht - ob das nun ein Coach, ein Grafiker, ein Klempner oder ein Zahnarzt ist und da natürlich prinzipiell (häufig sicherlich zu Recht) darauf vertraut, dass er weiß, was er tut.

Viele Grüße
Gitte
Von: Gabriele Knapp am 13.07.2009
Hallo alle,
irgendwie habe ich das Gefühl unbewusst eine Lawine gegen Grafiker ausgelöst zu haben - das gilt natürlich für alle Branchen grin Ich selbst kriege ein bisschen Gänsehaut wenn ich "Experte" genannt werde - nobody is perfect! Kundenorientierung ist, glaube ich das Zauberwort...
Liebe Grüße
Gabriele
Von: Gitte Härter am 13.07.2009
... bitte das Wort "Experte" nicht zu hoch hängen - das kann nämlich auch eine Handbremse für's Business sein, wenn man sich da in falscher Bescheidenheit aufgrund eines Begriffes übt. Mir ist dazu ein Artikel von Juni 2008 eingefallen, wo es um Medienarbeit ging: So kommen Sie in die Medien
Von: Evi Hierlmeier am 13.07.2009
Hm, klar, es ist immer eine Herausforderung, den Menschen zu finden, der sowohl sein Metier aus dem Effeff beherrscht als auch zu einem selber passt. Aber grade im gestalterischen Segment ist es doch einfach mal ein erster Schritt, sich anzuschaun (auf der Website oder zuschicken lassen), was Herr oder Dame so im Laufe seiner Karriere für seine Kunden fabriziert hat. Hilft, gibt einen ersten Eindruck, liegt mir das oder nicht?

Zum "eigenen Expertentum": ich wünschte manchmal, dass Kunden einen nicht nur "als Experten" engagierten, sondern dann dem "Experten" auch vertrauten. Wie oft habe ich gehört; "Sie sind ja der Experte (in PR, Grafik, Text), sagen Sie mal wie das geht". Und dann... machen sie es gegen allen guten Rat so, wie man es nicht machen sollte. Schade, frustrierend.

Gruss evi
Von: Gitte Härter am 15.07.2009
Hallo Evi,

vielen Dank für Ihren Kommentar: Ja, wenn Referenzen gezeigt sind, ist das immer eine wunderbare Möglichkeit! Da heißt's dann nur, bei den eigenen Referenzen Aussagekraft zu beweisen.

Beim "der Kunde sollte dann aber auch vertrauen" löst sicher einen Kollektivseufzer aus ... bei allen Gestaltern aber ebenfalls jeder anderen Branche. Das Schlimmste ist dann, wenn tausend Leute an einer Sache rumdoktern und am Ende wird etwas Gutes zu etwas Miesem verhackstückt (im Extremfall) -> der ursprüngliche Dienstleister aber natürlich dennoch als verantwortlich gezeigt.

Oder die vielen Webdesigner, die ihren Namen im Impressum hinterlegt haben, dem Kunden eine Top-Seite hingestellt haben, dieser aber dann bei der eigenen Pflege das Layout und alle Inhalte ruiniert (was man natürlich als Außenstehender nicht erkennt, denn der Name der Agentur steht ja dabei).

Uäh, ein weites Feld. Aber einmal mehr Anlass zu schauen: Wo kann ich überall die Fäden in der Hand halten und wie kann ich sicherstellen, dass meine Ursprungsidee idealerweise so umgesetzt wird oder bei anderen Vorstellungen etwaige Abspeckvarianten mit mir abgesprochen werden. Nicht immer leicht! Und leider auch nicht immer machbar.

Viele Grüße
Gitte

 

Anmerkung schreiben

Bitte keine Firmen im Namensfeld und keine Webadresse oder sonstige Eigenwerbung im Kommentar.

Dieser Eintrag kann nicht mehr kommentiert werden.

 

 

Bestellen Sie unseren kostenlosen Kickletter: Jede Woche Tipps und Ideen für Ihre Selbstständigkeit.

 

E-Mail-Adresse:

RSSOder unseren RSS-Feed abonnieren.

 

Unsere aktuellen Selbstlernkurse:

 

Kategorien

 

Die letzten Kommentare

Manche Kunden machen einem nur Arbeit
Gitte Härter  23.05

Was ist Ihre beste Qualität?
Gitte Härter  23.05

Heute lernen Sie: Größenwahn
Gitte Härter  23.05

Heute lernen Sie: Größenwahn
Beatrice Legien  22.05

Manche Kunden machen einem nur Arbeit
Michael  22.05

 

7 Erfolgsfaktoren für Ihre Akquise!

Gute – und damit erfolgreiche – Akquise weist sieben wichtige Eigenschaften auf. Sie ist ...

111 Annahmen ...

... mit denen Selbstständige
meistens danebenliegen

 
 
Erfolgreiche E-Mail-NewsletterWebseiten, die verkaufenProfilbildung für Selbstständige