Geben Sie Ihren Projekten ein Verfallsdatum
Eben hatte ich eine Idee: Geben Sie doch Ihren Projekten auch ein „Verfallsdatum“. Genauso wie Sie den Joghurt bis spätestens kommenden Freitag aufessen werden, machen Sie es mit Ihren Projekten.
Ist das nicht nur ein anderes Wort für „Deadline“? – Ja. Doch der Hintersinn und hoffentlich die Motivation dahinter sind eine noch treibendere Kraft. Ich merke es immer wieder, dass Selbstständige sich selbst blockieren, indem sie ewig lange an etwas hindoktern.
Ein Klassiker sind beispielsweise Websites. Eine Website ist im Prinzip keine große Sache: Struktur und Gestaltung festlegen, Inhalte schreiben, einbauen, hochladen. Das ist an reiner Nettoarbeitszeit wirklich nicht die Welt.
Und dennoch sehe ich es so oft, dass Websites zu monate- und manchmal sogar jahrelangen Projekten werden! Das ist mir ehrlich unbegreiflich.
Abgesehen davon, dass Sie sich mit solchen Dauergeschichten total blockieren, weil sie Ihnen ständig im Genick sitzen, wächst auch die Unzufriedenheit darüber, dass man nicht zu Potte kommt. Außerdem ist es geschäftsschädigend. Da wird parallel akquiriert und Visitenkarten mit der Webadresse ausgeteilt – Interessenten wollen sich informieren und finden ein leere Seite vor. Das sind Aufträge, die Sie da verschenken.
Das bezieht sich natürlich nicht nur auf den Internetauftritt.
Bestimmt hat der eine oder andere von Ihnen auch gerade so ein Dauerthema auf seiner To-Do-Liste:
- Machen Sie sich klar, welche Schritte zur Vollendung fehlen und umreißen Sie, welche Zeit Sie dafür brauchen.
- Legen Sie dann ein wirkliches „Verfallsdatum“ dafür fest, zu dem dieses Projekt erledigt sein MUSS. Nehmen Sie dieses Datum genauso ernst wie den vom Schimmel bedrohten Joghurt. Ach, stellen Sie sich einfach vor, Ihr Business fängt zu schimmeln an!
Tipp: Nehmen Sie ein nahes Verfallsdatum. Je mehr Zeit Sie Ihren Projekten einräumen, desto kaugummimäßiger wird es und desto weniger motiviert sind Sie, daran weiterzuarbeiten. Nahe Termine fördern Aktion und bringen Dynamik rein – in das Projekt und in Ihr Unternehmen.
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Anmerkungen & Kommentare
das ist wieder mal eine Mega-Idee.
Eben hab ich mit einer Freundin telefoniert, wieder mal von deinem Buchworkshop geschwärmt und dann ihr Satz: "Wird das deine Winterarbeit?" Wwwooww, das hat irgendwie gesessen.
Und nun dieser Newsletter mit der "Schimmelattacke".
Na, wenn das kein Tritt in den A... ist!
Liebe Grüße
Edeltraud
sehr schön formuliert mit dem Verfallsdatum. Vor zwei Wochen entschloss ich mich beim Mix Lady Gaga Wettbewerb des WDR-Senders 1live mitzumachen. Da es erstmal ein Spaßprojekt war, fing ich Samstag mit einer Idee und für Sonntagabend hatte ich mir ein "Verfallsdatum" gesetzt. Mehr Zeit wollte ich nicht investieren.
Und es hat funktioniert. Ich bin sofort weiter gekommen. Dieses Verfallsdatum sollte man ruhig öfter berücksichtigen! Eine schöne Woche wünscht Marius.
Hallo, Gitte!
Ein schönes Bild, eine gute Metapher. ...und doch irgendwie inspirierend "eklig".
Ich stelle mir gerade vor, wie die kleinen grünen Gebilde (Schimmelpilze) eines meiner Projekte erobern und das Projekt je länger je mehr überwuchern (werden). Brrrr!
Verfallsdatum: 09. Oktober 2009.
Dann fliegt es in den Müll... Kopf frei für Neues.
Schöne Woche
Norbert
freut mich, dass Euch das Bild auch so gut gefällt ... und gleich auch was auslöst. Geht mir nämlich ganz genauso.
Das zeigt einmal mehr, wie der gleiche "Grundtipp" in einem anderen Blickwinkel plötzlich etwas in Gang bringen kann, obwohl man "das eigentlich schon weiß" bzw. "es selbstverständlich ist".
@Edeltraud
Oh, vielen Dank! Ja, klemm Dich dahinter. Die Idee ist großartig!
@Marius
Ich drücke Dir die Daumen für den Wettbewerb. Ist Dein Beitrag öffentlich zu hören?
Ja, mein Remix wurde bei 1live im Radio vorgestellt, und ist dort auf der Homepage u hören. Wenn ich darf, poste ich gerne den Direktlink.
Viele Grüße von Marius.
ein Projekt ist immer zeitlich befristet, sonst wäre es kein Projekt.
Aber wer springt schon auf so etwas langwweiliges an? Gitte zeigt nebenbei auch noch , wer wie, was liest, Marketing eben. Gut gemacht
einslive.de
Je nach Monitor ein wenig runterscrollen bis "Piano-Remix von Marius Furche aus Duisburg".
So,ich gehe jetzt zu den über 100 Punkten!!!
Vielen Dank. Jetzt wünschte ich, ich hätte mir ganz viele schlaue Gedanken um diesen Aufhänger gemacht anstatt nur meinen Kühlschrank zu öffnen
Es ist wie bei den 111 Fehl-Annahmen: Wenn man diese einfach als Tipp umformuliert, bewirkt es etwas anderes (ich meine: weniger) - der Blickwinkel entscheidet.
Und ist es nicht auch verrückt, wie oft manche Produkte oder Leistungen, z. B. Seminare nicht laufen und nur wenn man kurz am Titel dreht, das Ding zum Renner wird. Spannend!
@Marius
Das ist ein sehr, sehr schöner, angenehm ruhiger Mix. Wunderbar gelungen! Ist bestimmt ein Riesenkontrast, ich würde mal annehmen, dass die meisten einen "disco"lastigen Remix einreichen wie es zu Lady Gaga passt.
- Das ist auch mal wieder ein schönes Beispiel für die Selbstständigkeit: Dem eigenen Stil treu zu bleiben und die eigenen Stärken zu nutzen anstatt das zu machen, was vermeintlich "gewünscht ist" oder am ehesten passen könnte. Damit geht man auch leichter im Meer der anderen unter. Oha, das war ein Gehirnschwenker, zu dem mich der Wettbewerb gerade inspiriert hat.
Finde ich toll, dass Du unter die aktuellen Top3 der Juroren gekommen bist. Gratuliere! - Vielleicht klappt es auch mit dem Sieg ... auf eine Single. Ich drücke die Daumen!
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meistens danebenliegen
Gitte Härter •
ich musste echt grinsen, bei Deiner Passage >>Nehmen Sie dieses Datum genauso ernst wie den vom Schimmel bedrohten Joghurt. Ach, stellen Sie sich einfach vor, Ihr Business fängt zu schimmeln an!>> Das wäre es: Unser Geschäft wird schimmelig. Eine Wahnsinnsvorstellung: wie bei der Essware, wird dann unsere Ware/Dienstleistung nicht mehr verdaubar! Denkt man darüber nach, ist das ja in bestimmt einigen Punkten der Fall, dass dem Kunden unsere DL nicht schmeckt: zu teuer, wenig Service, schlecht zugeschnittenes Angebot usw.
Die Schimmelidee als Bild finde ich sehr schön. Daraus ergibt sich die Frage: Finden unsere Kunden unser Angebot etwa schimmelig? Und warum konnte sich überhaupt Schimmel bilden? Hat man zu lange auf irgendetwas gewartet? Lag das Produkt/DL zu lange im "Unternehmenskasten", ohne dass es jemand beachtet hat?
schönes Wochenende,
Heike