Unternehmensauftritt: Gehen Sie den ganzen Weg?
Stellen Sie sich vor, Sie wollen einen Kuchen backen. Sie suchen sich ein Rezept aus, Sie kaufen die Zutaten, Sie machen sogar den Teig, Sie stellen die Springform in den Backofen und dann lassen Sie den rohen Teig drin stehen. Sie backen den Kuchen einfach nicht fertig.
Genau so gehen leider manche Selbstständige mit ihrem Unternehmensauftritt um: sie machen sich Gedanken, sie arbeiten alles aus, schreiben beispielsweise Texte für ihren Flyer oder planen ihre Website. Teilweise beauftragen sie auch Dienstleister, die das alles für sie machen. Aber den allerletzten Schritt, der nötig ist, dass alles fix und fertig auf den Weg kann, den machen sie nicht.
Viele Marketingfachleute, Texter und Webdienstleister bekommen jetzt ein Schleudertrauma vom Mitnicken – denn in dieser Branche leidet man ganz besonders unter dieser Unentschlossenheit des letzten Schrittes.
Doch natürlich tut man sich und seinem Business am meisten weh, wenn man diesen letzten Schritt nicht geht. Denn es geht gar nicht mal nur darum, dass eine Sache sich endlos zieht und sie einem im Genick sitzt. Dass die halb geleistete Arbeit zeitaufwändig war und Sie vielleicht sogar Geld dafür ausgegeben haben, das Ergebnis aber überhaupt nicht nutzen. Vor allen Dingen kostet es Sie Kunden.
Ich schätze, dass es circa sechs Jahre her ist, dass ich auf der Website einer Box-Schule nach Informationen gesucht habe. Damals war ein Baustellenschild auf der Seite, die „in Kürze“ online sein würde. Alle Jahre schaue ich wieder drauf, und es hat sich etwas verändert: es ist die Adresse dazugekommen. Und seit geraumer Zeit gibt es jetzt eine Navigation auf der Seite, die ansonsten nach wie vor komplett leer ist – außer dem Hinweis, dass jetzt dann in Kürze Online-Informationen zu sehen sind.
Haben sich gerade Ihre Wangen ertappt gerötet?
Dann auf, auf! Nägel mit Köpfen machen:
1. Was ist mein aktueller „halbfertiger Kuchen“?
2. Was fehlt mir noch dazu, um ihn fertigzubacken?
3. Bis WANN werde ich WAS tun, um die letzten paar Handgriffe zu machen?
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Ist es nicht vielleicht so, daß die Dinge, die nicht fertig werden, eigentlich nur Wünsche, aber keine Ziele sind? Ich gebrauche gern die Formulierung (die ich vor ein paar Jahren mal irgendwo aufgeschnappt habe): "Ziele sind Wünsche, die mit einem Datum versehen wurden."
Ich merke das ja an mir selber: Wenn ich mir nicht die einzelnen Schritte zum Ziel mit Zwischenzielen definiere, mir keine exakten Zwischentermine setze und dann nicht auch wirklich binnen 72 Stunden mit dem ersten Schritt beginne, bleiben diese meine Ziele hin und wieder skizzierte Wünsche.
Diese Wünsche sind dann Dauerbrenner in meinen "Noch zu erledigen"-Listen, bis, ja, bis ich mir einen "Großer-Brocken-Tag" (Gitte Härter) genommen habe, um diese Dauerbrenner endlich in entflammte Leidenschaften umzumünzen.
Dabei ist doch "lieber regelmäßig kleine Schritte zum Ziel" besser als "Jetzt aber los und mit hau-ruck ran an die Brocken!" Was das dann für Energie kostet...