Twitter (3): Follower bekommen und selbst werden
Lesen und gelesen werden: Einerseits können Sie über Twitter anderen „folgen“ und erhalten damit jeden Tweet sozusagen im Abonnement. Andererseits suchen Sie natürlich Publikum für Ihre Twittereien. Wenn Sie ein Marketingziel verfolgen, dann möchten Sie möglichst viele (relevante) Follower ansprechen. Und wenn diese Sie gut finden, spricht sich das rum: Über Retweets, also wenn Ihre Beiträge - mit Ihrem Alias und link versehen - wiederholt werden und wenn man Sie in den Follow-Listen Ihrer Leser entdeckt. Es gibt auch die Möglichkeit, dass Sie Ihre Beiträge für die Öffentlichkeit sperren. So entscheiden Sie, wer auf Ihrer Seite mitlesen darf.
Gestern ging es ja schon darum, dass Sie sich überlegen sollten, welche Ziele Sie mit dem Twittern verfolgen. Denn daraus ergibt sich möglicherweise sehr klar, wen Sie überhaupt ansprechen möchten. Und das ist wichtig, wenn Sie Twitter gezielt für Ihr Business nutzen wollen.
Sie können sogar Ihre Twitterseite entsprechend nennen, also „Selbstmarketing“ oder „Webprofi“ oder oder oder – Ihren richtigen Namen, Website und nähere Angaben zu sich selbst können Sie zusätzlich angeben. Schon damit bekommen Sie einschlägig interessiertes Publikum. Ich habe einige interessante Twitterseiten gefunden, indem ich bei der Suche entsprechende Schlagwörter eingegeben habe.
Je klarer Sie Ihre Zielgruppe umrissen haben, desto passgenauer können Sie twittern. Wenn ich ausschließlich für unternehmenskick.de twittern wollte, hätte ich das enger gefasst, mich auch so genannt und würde nur rund um die Selbstständigkeit twittern. Da ich aber gerne als „gemeinsamer Nenner“ aller meiner Aktivitäten twittern möchte, habe ich eine weniger klar umrissene Zielgruppe. Denn während hier auf unternehmenskick.de Selbstständige sind, sprechen wir mit selbstmarketing.de und unseren Büchern auch andere Zielgruppen an.
Auch wenn es gut ist, möglichst viele Follower zu haben, weil sich damit Ihr Publikum – und Ihr Marketingeffekt vergrößert – so nützt Ihnen nicht nur die Anzahl, sondern die Qualität.
Qualität vor Quantität?
Ich meine ja: Sowohl von Leuten, denen Sie selbst folgen, als auch von denjenigen, die Ihnen folgen.
Persönlich verstehe ich bisher nicht, wie man selbst Hunderte oder gar Tausende Leute in seiner Followerliste hat. Vom Sichtbarkeitsgrad ist das natürlich vorteilhaft -> man erscheint bei anderen in der Liste und wann immer man eine Twitterseite entdeckt, die einem liegt, dann guckt man sich schnell mal die Leute an, denen diese Person folgt. Was natürlich auch nur in Grenzen funktioniert, weil niemand sich endlos Seiten mit Hunderten von Twitterusern anschaut. Es ist natürlich auch ein schöner Werbeffekt, den man bietet, denn die Leute, denen man folgt werden auch mit ihrem Bild in der Seitenleiste aufgeführt (das scheint mir randommäßig zu wechseln, wenn jemand vielen Leuten folgt, da bin ich aber jetzt nicht so ganz sicher ... kam mir nur so vor).
Jemandem zu folgen bedeutet eben aber in erster Linie auch, dass Sie jede Nachricht dieser Person erhalten. Und da wird man ja bei einer Masse von abonnierten Twitterern buchstäblich erschlagen! Jetzt stelle ich mir vor: Da hat jemand Hunderte von Leuten, denen er folgt, und jeder steht morgens auf und sagt „Guten Morgen! blabla“. Auch wenn die Nachrichten noch so interessant oder lustig sind: Da quillt ja andauernd das Postfach über!
Das ist natürlich Geschmackssache. Und ich würde mich freuen, wenn jemand von Ihnen, der so vielen anderen Twitterseiten folgt, seine Erfahrung und das Handling damit erzählen würde.
Ich persönlich bin für Qualität statt Quantität. Darum halte ich es mit dem „follow“ so:
- Ich folge den Twitteraccounts, die mich persönlich interessieren, weil mir die Person am Herzen liegt oder weil es besonders gehaltvolle „Tweets“ sind, die dann auch wieder nützlich zum Bloggen oder „Retweeten“ sind, also eine interessante Nachricht zum Weitergeben. Auch wenn ich viele Leute sympathisch und interessant finde, folge ich ihnen nicht, wenn ich sehe, dass sehr viel geplaudert oder mit anderen Leuten gechattet wird. Das würde mich schlichtweg überfordern. Folgen Sie nicht nur aus Sympathie oder einem Gefühl der Verpflichtung (à la „Wenn er/sie mir folgt, muss ich zurückfolgen.“) Vergessen Sie nicht, dass Sie jederzeit gezielt auf die Seite von Leuten gehen können, die Sie mögen oder die Sie prinzipiell interessieren. Sie abonnieren auch nicht jeden Newsletter, sondern gehen gezielt wenn Sie gerade Lust und Zeit zum Lesen haben, auf die Website.
- Wenn Sie jemandem neu folgen und nach einigen Tagen feststellen, dass die Tweets doch nicht so passend für Sie sind, dann scheuen Sie sich nicht, sich wieder abzumelden. Das ist nicht schlimm oder gemein! Natürlich freut sich der Abonnierte, dass Sie ihn lesen möchten und vielleicht ist er auch ein wenig enttäuscht, dass Sie abgesprungen sind – aber ein Pseudoleser bringt niemandem etwas.
- Ich sehe mir an, wer mir folgt. Und wenn ich sehe, dass es jemand ist, der ganz bestimmt nicht an mir interessiert ist – wie die zahlreichen Amerikaner, die sich täglich eintragen, dann blocke ich sie (damit sind sie aus der Followliste entfernt). Das reduziert zwar die Follower, aber warum sollte ich mir künstlich eine Liste aufblähen?
Warum verfolgen einen Leute, die gar kein Interesse haben?
Ich weiß nicht, ob das die einzige Erklärung ist, aber ich habe in meinem „Twitterstudium“ die letzten beiden Wochenenden diverse Beiträge gelesen, wonach die Anzahl der Follower gezielt vergrößert werden soll durch:
- Möglichst vielen Leuten folgen. Viele folgen nämlich dann auch in Retour. Entweder automatisch oder weil sie denken, das sollte man, oder weil der andere natürlich dadurch Aufmerksamkeit auf sich lenkt und vielleicht ja tatsächlich spannend für Sie ist.
- Es gibt sogar Schneeballsysteme, die Tausende von Followern versprechen, indem automatisch bei X Leuten gefollowed (was für ein Wort!) wird und die sich dann wiederum verpflichten, die Leute drüber zu followen. Sie kennen das von den Kettenbriefen früher.
- Und schließlich gibt es auch Twitterspammer.
Dazu kommt, dass sich jemand verklickt und irrtümlich abonniert.
Natürlich freut man sich, wenn die Follower-Zahl wächst, aber seien wir ehrlich: Niemand möchte Pseudo-Leser haben. Das ist wie mit Newslettern: Was nützt es Ihnen oder uns, wenn Sie unseren Newsletter andauernd ungelesen wegklicken?
Ich bin, wie gesagt, selbst Twitter-Frischling. Wenn Sie erfahrener Twitterer sind oder eine andere Sichtweise zu einigen Punkten haben: Teilen Sie sie doch mit uns in den Kommentaren. Danke ![]()
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Anmerkungen & Kommentare
Geblockt habe ich noch niemanden. Wenn mir irgendwelche Amerikaner folgen wollen, dann sollen sie doch, mich stört das nicht. Ich folge nur nie automatisch zurück.
Bei meinem Twitternamen habe ich mich für twitter.com/nasenfaktor entschieden und im Profil meinen vollen Namen angegeben. So kann man mich auf jeden Fall finden. Und "Nasenfaktor" ist nunmal mein Markenzeichen
ich bin ja ebenso Neuling in der Twitterwelt wie du und schaue es mir noch mehr oder weniger (un-) verständlich an. Zumal ich im Moment auch nur sporadisch meinen Blick vom Meer aus Laptop lenke.
Die Masse macht es für mich auch nicht aus, im Gegenteil, dann weiß ich wirklich nicht, wie ich das alles lesen soll. Ich finde es auch immer noch schwierig, Tweets zu lesen, deren Ursprung ich nicht kenne, worauf dann geantwortet wird. Das finde ich alles noch sehr kryptisch.
Aber ich lasse mir noch Gewöhnungs- und Kennenlern-Zeit.
Liebe Grüße aus der Türkei
Zamyat
twitter.com/bodohl
ganz herzlichen Dank für die Erfahrungsberichte und schönen Ergänzungen zu meinen Überlegungen.
Einen schönen Nachmittag weiterhin
und auf wiederlesen, auch in Twitter
Gitte
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