Erfolgsprinzipien

Tun, was alle tun?

Gitte Härter • 22.06.2010 • email Weiterempfehlen

Momentan ärgert mich diese blöde Fußball-WM. Das heißt, die Fußball-WM ist es gar nicht, es sind diese unsäglichen Fernseher und Leinwände, die es einen Monat lang schier unmöglich machen, einen Fuß in ein Café, einen Biergarten oder ein Restaurant zu setzen.

Noch vor einigen Jahren gab es zwar viele Lokale mit Fußball-Live-Übertragung, aber man konnte einfach die Lokale meiden, die einen Fernseher installiert hatten. Aus irgendeinem Grund ist das explodiert. Die ganze Welt, so scheint es, möchte unbedingt stundenlang in ohrenbetäubender Lautstärke Fußball schauen, während man beim Essen oder im Café sitzt. Kurioserweise denken Gastronomiebesitzer offenbar auch, es sei total okay, wenn die versammelte Service-Mannschaft sich gemütlich in umarrangierten Stühlen fläzt und hereinkommende Gäste überhaupt nicht wahrnimmt. Wieso. Ist doch Fußball!

Wissen Sie was: Ich glaube nicht, dass die ganze Welt im Restaurant gerne Fußball schauen möchte. Schon gleich gar nicht jedes einzelne Spiel. Ich glaube, dass sich die Gastronomen pauschal einreden, dass man einen Fernseher haben muss, weil sonst keiner kommt. Und genau das ist Quatsch. Denn es richtet den Blick nur auf eine eingeschränkte Zielgruppe und macht den Fehler, alle in einen Topf zu werfen.

Bauchtanz

Dasselbe mit Bauchtanz & Co. Die Annahme: „Die Gäste wollen eine Bauchtanz-Einlage.“ In einer S-Bahn-Station im Münchener Osten hat ein türkisches Restaurant ein Plakat:

Kein Bauchtanz!

Gut so. – Nichts gegen Bauchtanz, aber hier hat ein Restaurantbesitzer mal anders gedacht. Aha: Die meisten machen Bauchtanz. Aber nicht jeder möchte das. Ich kann es anders machen und erweitere damit sogar meine Zielgruppe.

Das gilt auch für andere Bereiche

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Als Selbstständige haben wir die schöne Freiheit, zu tun, was wir wollen. Das Einzige, worauf wir achten sollten, ist, dass wir nicht automatisch in dem Fahrwasser denken, das alle haben – oder dass wir glauben „man“ müsse etwas auf eine bestimmte Weise tun.

 

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Norbert Jothann am 22.06.2010
Schön, dass Du Deinen LeserInnen die Gelegenheit bietest (und damit etwas von Deiner Zeit schenkst), Kommentare zu verfassen.
Von: Gitte Härter am 24.06.2010
Huch. So rum hab ich gar nicht gedacht beim Schreiben des Artikels.

Vielen Dank, Norbert. grin
Von: Barbara Steldinger am 27.06.2010
Liebe Gitte,
das ist wohl wahr gesprochen. Hier in Berlin wirst du auch leider von allen Seiten damit beschallt. Und mir persönlich ist der Fußball so schnuppe wie nur sonst was.

Aber ich nutze die Situation zum "Leute gucken". Ist schon spannend, was man da so erleben kann mit ansonsten (vorher) durchaus normal wirkenden Mitmenschen und besonders in Paarbeziehungen grin

Das mit dem Bloggen ist so eine Sache. Ich bin da auch nicht wirklich konsequent.Wenns mir zuviel wird, stell ich die Kommentarfunktion einfach aus.
Die Freiheit nehm ich mir.
liebe Grüße
Barbara
Von: Gitte Härter am 29.06.2010
Hallo Barbara,

>>Das mit dem Bloggen ist so eine Sache. Ich bin da auch nicht wirklich konsequent.Wenns mir zuviel wird, stell ich die Kommentarfunktion einfach aus. Die Freiheit nehm ich mir.

Genau! Das ist ein schönes Beispiel, wie Du Dir die Sache so hinbiegst, dass Du es ermöglichst, aber ohne dass es Dich behindert.

Viele Grüße
Gitte

 

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