Tolle Idee! aber der “Kleinscheiß”
Unser Leser Tim schreibt: Ich bin immer recht motiviert, was Fragen mit vermeintlich großer ‘Hebelwirkung’ betrifft. Nicht so begeistert bin ich dagegen immer von der oft dann resultierenden Kleinarbeit… (Wenn ich darüber nachdenke: Vielleicht ein Thema für Ihren nächsten Blogeintrag/Newsletter: Wie motiviert man sich für das ‘nitty gritty’?)
Gute Idee, denn damit sind Sie natürlich nicht alleine ... mir gehts auch oft so. Allerdings nur dann, wenn der Kleinscheiß eine undefinierte, amöbenhafte Form hat. Ich weiß nicht, wie man sich dafür motiviert, weil da ja jeder unterschiedlich funkioniert. Aber ich kann Ihnen sagen, was sich bei mir bewährt hat. Und warum.
Arbeitsplan: Aufsplitten und ganz konkret aufschreiben
Nee, nee, ich meine damit nicht eine schnöde To-Do-Liste, auf die Sie Ihr Projekt schreiben, und das dann dort auf Erledigung wartet, sondern ich meine das Durchdenken, um welchen Kleinscheiß es sich dabei überhaupt handelt.
Das ist manchmal relativ klar. Wenn Sie Ihre Website aufmöbeln wollen und wissen, dass Sie ein paar Bilder austauschen, die Startseite neu texten und einige Arbeitsproben einscannen und einbauen möchten, dann würde auf der Machen-Liste nicht stehen: Website aktualisieren, sondern da würde stehen:
- Portrait Kontaktseite erneuern
- Introtexte Startseite
- Arbeitsproben-Seite einrichten/Introtext schreiben
- Projekt Maier einscannen und Kurzbeschreibung
- Arbeitsprobe Huber: Herrn Huber fragen
- wenn erlaubt: Arbeitsprobe Huber scannen und Projektbeschreibung
Sie haben also sechs konkrete Punkte.
Auf meiner To-Do-Liste stehen immer solche Details. Und wenn ich ein greres Projekt habe, dann gibt es eine eigene To-Do-Liste für dieses Vorhaben. Wenn das Projekt nicht das Aktualisieren einer bestehenden Website wäre, sondern eine komplett neue, dann ist da wesentlich mehr zu machen und zu tun von der Entscheidung des Webhosts über den Domainnamen bis hin zu Look und Inhalten der Seite. Das heißt, dass sich daraus vielleicht eine ganze A 4-Seite von Dingen ergibt, die zu machen sind.
Das funktioniert bei mir seit mehreren Jahren am allerbesten, weil ich den totalen Überblick habe und dadurch auch sehe, dass die meisten Kleinscheiß-Punkte wirklich schnell gemachte Kleinigkeiten sind. Es funktioniert aber vor allen Dingen so gut, weil ich sehen kann, welche Form des Abarbeitens angesagt ist.
Terminsache?
Wenn die Angelegenheit zu einem bestimmten Termin vielleicht sogar noch einem sehr engen fertig werden muss, ergibt sich daraus eine regelrechte Checkliste, die Sie systematisch abarbeiten können.
Sie sehen außerdem, wenn Sie sich helfen lassen können. Es gibt nämlich fast immer irgendwelche Zuarbeiten, bei denen jemand problemlos unterstützen kann.
Aber es ist noch viel besser:
Das Aufschreiben der Detailaufgaben ermöglicht sinnvolles Zeitwirtschaften: Was muss vor dem anderen passieren (in unserem Beispiel etwa die Erlaubnis des Kunden zur Veröffentlichung der Arbeitsprobe einzuholen) ... und das motiviert ungemein, finde ich, denn Sie können sich auf verschiedene Weise an die Umsetzung machen:
- in 3er oder 5er-Schritten ... zum Beispiel jeden Tag drei kleine Aufgaben von oben nach unten oder durcheinander.
- zwischenrein und Hauruck-Aktionen Manchmal hat man tagsüber gar nicht so viel zusammenhängende Zeit. Und genau dafür ist die Liste perfekt, denn Sie können sich gezielt die Dinge rauspicken, die Sie vor einem Telefongespräch oder schnell mal noch am Abend erledigen wollen. Hier mal ein Telefongespräch, da ein erster vorbereitender Arbeitsschritt oder auch das Erledigen eines Teilbereichs (etwa des Scannens einer Datei oder ein paar erste Ideen zu einem Text) ... da schrumpft in einer ganz normalen Arbeitswoche, wenn Sie jeden Tag ein paar Kleinigkeiten einschieben, fast wie nebenbei die Liste enorm zusammen. Sie können mit der Liste aber auch ganz gezielte Hauruck-Aktionen machen: Diese 15 Dinge sind zu tun. Wie kann ich sie am besten bündeln? Wie am effektivsten wegarbeiten? Auch unter dem Prinzip Worauf habe ich gerade Lust? Denn wenn wir gerade Lust auf eine Sache haben, dann brauchen wir uns gar nicht extra dafür motivieren.
Ich bin ein Fan von beidem: Dem Zwischenrein, aber auch der Gewaltaktion. Sie können sich bei letzterer ja auch etwas zum Helden machen und sich vornehmen: Ha! Dieses Projekt umfasst 20 kleine Aufgaben. Die ziehe ich jetzt durch! So eine Hauruck-Aktion hin und wieder ist sehr beflügelnd und extrem effektiv. Außerdem fordern Sie sich immer mal so richtig.
Wenn man nun noch sieht, dass Selbstständige oft für ihre eigenen Ziele und Strategien in der Ideen- und Entscheidungsphase stecken bleiben, weil sie keine Lust oder Zeit für ihr eigenes Business haben, ist das umso wichtiger.
Übrigens: Bei mir funktioniert es auch gut, wenn ich bei solchen Aktionen einen Wettbewerb mit mir mache. Entweder indem ich nur schaue: Wie schnell kannst Du das jetzt durchziehen, wenn Du echt konzentrierst eines nach dem anderen machst (und dann sofort, wenn ein Teilschritt bearbeitet ist, durchstreichen oder wegradieren)? Oder aber ich schätze, wie lange das dauern könnte und arbeite dann gegen diese angenommene Zeit.
Wenn ich nur aufschiebe, weil ich gerade nicht will, dann mache ich es so wie im Beitrag Ich sollte, aber ich wiiiilll nicht beschrieben.
PS: Das bedeutet nitty gritty link zu owad.de
Und? Was klappt bei Ihnen, wenn Sie sich für die Kleinarbeit, die für die Umsetzung einer großen Idee nötig ist, motivieren möchten?
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vielen Dank für die Ergänzung!
Einen schönen Sonntag
Gitte
[PS: Ich habe den link wieder gekürzt.]
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Gitte Härter •
Beim Lesen Deines Artikels kam mir der Gedanke, dass Dein Artikel "Gut organisiert - Crash-Kurs Konzepterstellung" eine gute Ergänzung hierzu ist.
Herzliche Grüße aus Hamburg
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