Nützliches

Technik, Webdesign oder Grafik günstig einkaufen

Ralf Senftleben • 26.05.2009 • email Weiterempfehlen

Als Selbstständiger bietet das Internet eine tolle Möglichkeit, um sich selbst gut darzustellen, um mit potenziellen Kunden in Kontakt zu kommen oder sogar um Produkte zu verkaufen.

Für viele hakt es beim Internet aber an der Technik. Denn nicht jeder kann eine Website erstellen oder ein Script für die eigenen Website programmieren.

Problem ist auch oft das Thema Grafikdesign, denn die eigene Website oder die eigenen Werbematerialien sollen ja auch ein bisschen nach was aussehen.

Eine Lösung, um gute Webdesigner oder Programmierer zu finden, sind Projektbörsen.

Auf einer Projektbörse können Sie Ihr Problem beschreiben und dann erhalten Sie von den verschiedensten Dienstleistern Angebote und Anfragen.

Das Gute an diesen Projektbörsen ist, dass die Auftraggeber die Dienstleister bewerten können. So bekommen Sie eine Idee, welcher Anbieter bisher gute Arbeit geleistet hat und das erleichtert die Entscheidung.

Haben Sie einige Angebote bekommen, können Sie sich dann einen Anbieter auswählen, vereinbaren einen Preis und der erledigt dann Ihren Auftrag.

Im deutschsprachigen Raum gibt es einige dieser Projektbörsen:

Aber wirklich interessant wird die Sache, wenn Sie in den englischen Sprachraum gehen. Denn dort gibt es Projektbörsen, bei denen Sie unter deutlich mehr Anbietern auswählen können. Und Sie bekommen Ihre Projekte auch deutlich günstiger realisiert, weil die Dienstleister aus aller Welt kommen.

Projektbörsen aus den USA sind:

Auch sehr interessant ist www.99designs.com . Bei dieser Börse stellen Sie eine Projektanfrage ein und dann bekommen Sie fertige Designs von den verschiedensten Designern gezeigt. Sie wählen dann das aus, was Ihnen am besten gefällt und zahlen nur für dieses. Wie kundenfreundlich ist das denn?

Voraussetzung bei diesen Börsen ist es natürlich, dass Sie gut genug englisch lesen und schreiben können. Denn Ihre Projektausschreibung muss in englisch sein und auch die Kommunikation mit den Dienstleistern ist in englisch.

Natürlich hat das Auslagern von Projekten über das Internet auch Risiken. Über diese Risiken und was man tun kann, um diese abzufedern, schreibe ich in den nächsten Tagen noch einen Beitrag.

P.S. Für deutsche Anbieter von Technik, Grafik und Webdesign bedeutet es natürlich mehr Wettbewerb, wenn mehr Leute in Deutschland dazu übergehen, solche Leistungen in Russland, Indien oder Ägypten einzukaufen. Das ist die vom Ökonomen Schumpeter postulierte "kreative Zerstörung" von Märkten. Genau deswegen ist es für uns Selbstständige so wichtig, dass unsere Leistungen etwas Besonderes und nicht austauschbar sind. Wer nur das anbietet, was andere auch anbieten, bekommt früher oder später ein Problem.

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Marcel Schreyer am 26.05.2009
Die Ausschreibung eines Projektes erfordert sehr viel Vorbreitung. Viele Kunden wollen "eine Webseite" oder "übers Internet verkaufen", haben aber keine Vorstellung davon, was genau sie brauchen. Das ist bei einer Ausschreibung tödlich.

Beratung, Konzeption, Branchen- und Marketingknowhow - das sind die Dinge, mit denen wir Agenturen vor Ort den Freelancern irgendwo auf der Welt gegenübertreten (sollten).

Viele Grüße
Marcel Schreyer
Von: Ralf Senftleben am 26.05.2009
Marcel, das stimmt. Outsourcing klappt dann am besten, wenn man ganz genau weiß, was man will und braucht.

Das heißt, das Konzept muss stehen.

Ich bin gerade beim Outsourcen eines kleinen Flash-Tools (Stichwort Virales Marketing) und ich habe mir vorher extrem viele Gedanken gemacht, die Benutzeroberfläche skizziert, mich schlau gemacht, worauf man bei Flash achten muss.

Nebenbei würde ich das Gleiche tun, wenn ich etwas hier in DE in Auftrag geben würde grin

P.S. Mir gefällt deine Webseite extrem gut. Tolles Design.
Von: Gitte Härter am 26.05.2009
>>P.S. Mir gefällt deine Webseite extrem gut. Tolles Design.

Und der Inhalt ist auch toll grin Darum habe ich Ihr Blog jetzt auch bei uns in der Blogroll ergänzt.
Von: wortfeilchen am 27.05.2009
PS: Könntet ihr bitte PS richtig schreiben? Immerhin hat sich da seit ein paar Jahren etwas geändert und ja, ich weiß, ich bin eine Erbsenzählerin - dies aber gerne! grin
Von: Manuel Schmöllerl am 27.05.2009
Ich denke, wenn wir (Grafiker, Designer, ...) überleben wollen (finanziell), müssen wir uns mehr auf die Beratung konzentrieren.

Ich habe eine Zielgruppe gefunden, die NICHT sehr technik-versiert ist. Für diese Zielgruppe kommen solche Projektbörsen gar nicht in Frage, da sie nicht einmal wüssten, nach was sie fragen sollten.

Die möchten sich auch nicht mit Fachausdrücken auseinandersetzen aber trotzdem wissen, um was es geht.

Meine Preise sind aber trotzdem nicht überteuert, sondern fair - für Beide.
Von: Ralf Senftleben am 27.05.2009
Manuel, das sehe ich auch so. Und genau damit haben nach meiner Erfahrung viele Webdesigner und Grafiker ein Problem, weil sie vom Selbstverständnis her die technische oder gestalterische Umsetzung anbieten.

Wenn ich als Kunde zu einem Webdesigner komme, geht es mir aber meistens nicht um Technik. Es geht eher um solche Fragen wie:

- Wie kann ich über meine Webseite bekannter werden?

- Wie kann ich mehr Kunden gewinnen über meine Website?

- Wie kann ich meinen Akquiseprozess vereinfachen?

- usw.


Ein Weg für alle Designer, Grafiker usw. wäre in meinen Augen:

Weg vom Technikanbieter. Hin zum Problemlöser.

Und dann bieten die Projektbörsen für jeden Webdesigner, Grafiker, etc. wiederum eine tolle Chance. Ich kann nämlich meine Aufträge an fähige Leute auslagern und damit günstiger produzieren, als ich es könnte. Und damit kann ich mehr bzw. größere Aufträge annehmen und mein Business kann wachsen.

Vom Selbstständigen hin zum Unternehmer.
Von: Ralf Senftleben am 27.05.2009
Barbara, danke für den Hinweis. Ich gebe mir Mühe. Korrekte Rechtschreibung gehört allerdings nicht zu meinen Prioritäten grin
Von: wortfeilchen am 27.05.2009
Danke Ralf - und ich bin auch schon wieder ruhig wink
Von: Pierre P. am 29.05.2009
Ich kenne einige die schon über diverse Projektbörsen Aufträge erteilt haben...

...die Ergebnisse konnten meist leider nicht die Erwartungen erfüllen und die Betreuung war mehr schlecht als recht.

Oft ist es besser etwas mehr zu bezahlen und dafür eine professionelle Lösung zu erhalten.

Dazu fällt mir das Zitat von John Ruskin (1819-1900) ein:

„Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher
Machenschaften.

Es ist unklug, zuviel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld. Das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.

Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.“

lg Pierre
Von: Sebastian am 29.05.2009
Das System von 99designs ist sehr interessant und wird sich in Zukunft für bestimmte Bereiche sicherlich durchsetzen. In Deutschland gibt es mit designenlassen.de eine ähnliche Plattform, die seit einem halben Jahr auch schon eine relativ große Community und zahlreiche Projekte online hat. Gerade für Existenzgründer sind solche Ausschreibungsplattformen meiner Meinung nach ideal.
Von: Ralf Senftleben am 29.05.2009
Pierre, das ist eine interessante Idee, dass man einfach nur durch "mehr bezahlen" eine professionellere Lösung bekommt grin

Bei der Auswahl von Dienstleistern und in der Zusammenarbeit mit Dienstleistern kann man eine Menge falsch und richtig machen. Und das gilt für Leute hier in DE genauso wie bei Projektbörsen.

Ich persönlich habe mit Projektbörsen schon sehr gute Erfahrung gemacht (aber auch schlechte), genau wie ich mit deutschen Dienstleistern gute und schlechte Erfahrung gemacht habe und das jeweils unabhängig vom Preis.
Von: Ralf Senftleben am 29.05.2009
Sebastian, sehr cool. Danke für den Link, die Plattform kannte ich noch gar nicht.
Von: Pierre P. am 29.05.2009
da es in diesem Artikel um das "günstige" einkaufen von Technik, Webdesign oder Grafik geht, bin ich nur darauf eingegangen ...

@Ralf: was ich damit ausdrücken wollte ist, dass eine günstige Lösung nicht immer eine gute Lösung ist ... umgekehrt natürlich das selbe, da hast du recht smile
Von: Ralf Senftleben am 02.06.2009
Pierre, genau darauf wollte ich hinaus. Klar ist es oft keine gute Idee, auf Teufel komm raus am Preis sparen zu wollen, weil das letztlich teurer wird.

Aber mehr zu zahlen erhöht nicht automatisch die Qualität. Das war es, was ich meinte.

Sorry, falls mein Kommentar bissig rüberkam grin
Von: Jürgen am 02.06.2009
Also ich les ja eure Beiträge immer gerne, aber das ist wohl der größte Blödsinn seit langem... Ich hab viel mit Gründern zu tun, und die fallen gerne auf Billig-Billiger-Am Billigsten-Angebote rein. Nach einem halben Jahr erkennt man dann die Unzulänglichkeit der Lösung und muss dann nochmal für etwas professionelles bezahlen.

Wer billig kauft, kauft teuer.
Von: Ralf Senftleben am 02.06.2009
Jürgen, deine Aussage ist zu pauschal.

Es kann sein, dass man ein Problem bekommt, wenn man zu billig kauft. Aber nicht immer.

Und es hilft auch nicht immer, wenn man richtig Geld in die Hand nimmt.

Der Geldeinsatz ist definitiv nicht der wichtigste Erfolgsfaktor bei jeder Art von Projekten. Da sind in meinen Augen andere Dinge viel wichtiger.

Hast du denn Erfahrung mit Projektbörsen, oder war das eher eine allgemeine Meinung?
Von: Gitte Härter am 03.06.2009
... da will ich auch mal grad einen weiteren Aspekt hervorheben: Ich treffe immer wieder Selbstständige (gerade frisch gebackene) die sich viel zu billig verkaufen. Die sind auch nicht per se schlecht, sondern das Selbstbewusstsein oder die Unkenntnis, was sie verlangen können oder der vermeintlich zu große Marktdruck "zwingt" sie in ihren eigenen Gedanken, zu günstig zu sein.
Von: Manuel Schmöllerl am 03.06.2009
... ich denke mal, es ist anfangs nicht einfach als "Frisch Gebackener" in den Markt einzutreten. Man ist vorsichtig und versucht mit gedämpften Preisen Aufträge zu bekommen.
Nur das Problem ist, dass man aus dieser Preisspirale nicht mehr so einfach herauskommt. Um den Soll-Umsatz zu erreichen benötigt man mehr Aufträge und landet in permanenter Überforderung.
Dann ist man genau dort, wo man nicht hin möchte.
Von: Anette Pörtner am 04.06.2009
Hallo!
Brisantes Thema. Ich kann verstehen, dass gerade Existenzgründer an solchen Dingen wie Corporate Design und Website gern sparen möchten. Aber dies sind wesentliche Grundlagen einer jeden seriösen Gründung. Und man sollte diese Investitionen immer auf viele Jahre hochrechnen.
Das Problem ist, dass häufig der Unterschied zwischen guter und schlechter Design-Qualität nicht erkannt wird bzw. dass kein Bewusstsein dafür vorhanden ist – und das kann man ja auch niemandem vorwerfen.
Aber: Durch die Billig-Anbieter und o.g. Projekt-Plattformen wird suggeriert, dass man dort für wenig Geld richtig gute Qualität bekommt (mag ja teilweise sogar sein…). Und dass die dort üblichen Preise „normal“ sind.
Die meisten Kunden haben keinerlei Vorstellung, wie viel Arbeit in der Entwicklung einer professionellen Website oder eines Signets steckt.
Ich komme immer wieder zu dem Schluss: Manche Kunden müssen erst selbst merken, dass es rausgeschmissenes Geld war, um sich dann an einen Designer zu wenden, der eben nicht im Niedrigpreis-Segment unterwegs ist.
Ich lasse mir ja auch nicht meine Kronen von der Zahnarzthelferin machen, um Geld zu sparen…
Viele Grüße,
Anette Pörtner

 

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