So bleiben Sie unverkrampft mit Ihren Kunden in Kontakt
Kürzlich haben wir in den Kommentaren darüber gesprochen, wie das denn nun ist, wenn man regelmäßig mit seinen Kunden – oder solchen, die es werden könnten – in Kontakt treten will. Wie macht man das? Gibt’s da genügend Anlässe? Ist das nicht alles irgendwie gewollt und aufdringlich?
Der Clou: Das Motiv und Ihre Persönlichkeit
Eine ganz simple Lösung zur Befürchtung, aufdringlich zu sein, ist: Seien Sie nicht aufdringlich!
Aufdringlichkeit hat in erster Linie mit dem Motiv zu tun: Geht es Ihnen bei dem Kontakt nur um sich selbst? Drücken Sie dem Empfänger ständig irgendwelche Werbung und Angebote rein? Das ist schnell aufdringlich!
Das ist genauso wie mit Newslettern: Schreiben Sie einen Newsletter, um wirklich Informationen für Ihre Leser zu liefern und als positiven Nebeneffekt Ihre Kompetenz und Leistungen „an den Mann zu bringen“? Sind die Inhalte so gut, dass der Empfänger den Newsletter abonnieren möchte? – Oder gehören Sie zu den ärgerlichen Zeitgenossen, die ständig ungefragt irgendwelche Adressen in ihren Newsletterverteiler speichern, um dieses Marketingwerkzeug für sich zu nutzen und sich regelmäßig ohne großen Aufwand in die Maileingänge möglicher Kunden zu zwingen?
Letzteres nervt, ist unterwünscht und resultiert häufig darin, dass der Empfänger sehr schnell nicht gut auf Sie zu sprechen ist.
Das richtige Motiv bedeutet also:
- Seien Sie am Kontakt ehrlich interessiert.
- Heucheln Sie kein persönliches Interesse, wo keines ist.
- Kommen Sie klar zum Punkt, behalten Sie den Kundennutzen dabei im Auge.
- Werden Sie persönlich.
Zum Thema um den Brei zu reden und persönliches Interesse vorzugeben gibt es bereits einen ausführlichen Artikel: Marketing-Heucheleien
Wie ist das jetzt aber mit dem persönlichen und ehrlichen Interesse. Ist das nicht auch vorgeschoben und unehrlich?
Ich hoffe nicht!
Das Gute an uns Einzelunternehmen und Firmen mit wenigen Mitarbeitern ist, dass wir in der Regel nicht Abertausende von anonymen Kunden haben, sondern dass die Anzahl der Menschen, mit denen wir zu tun haben, recht überschaubar ist.
Selbst wenn Sie zu den Leuten gehören, die eine hohe Anzahl an Kontakten haben, etwa weil Sie einen Online-Shop betreiben oder sonst irgendwelche Waren verschicken und so recht kurze, unpersönliche Beziehungen zu Ihrer Kundschaft haben, hoffe ich, dass Sie Ihre Kunden prinzipiell mögen.
Wenn nicht, haben Sie ein generelles Problem, denn Kundenkontakt und Dienstleistung gehört immer mit zu einem erfolgreichen Unternehmen – und wer das nicht leiden kann, sollte sich jemanden suchen, der diesen Part für ihn übernimmt.
Ich selbst bin niemand, der „formell netzwerkt“, also sich irgendeinen Plan zurechtlegt, um dann zu einem bestimmten Datum alle Leute abzugrasen. Unser Hauptmarketingweg ist über unsere Newsletter, die wir selbstverständlich ausschließlich an Leute schicken, die den Newsletter auch selbst abonniert haben, weil sie ihn gut finden und gerne lesen. Darüber hinaus finde ich es viel schöner, individuell auf Leute zuzugehen.
Das mache ich ganz zwanglos, so wie es mir einfällt.
Wenn man seine Kunden mag (Mögen Sie Ihre Kunden?), wenn man einen menschlichen und lockeren Umgang mit ihnen pflegt (Lachbereitschaft), dann gibt es überall Anlässe, sich mal eben zu melden:
- Sie schreiben eine E-Mail an jemanden und Ihr Mailprogramm schlägt Ihnen aus dem Adressbuch zwei weitere Kontakte mit diesem Vornamen vor: Aaaach! Die gibt’s ja auch noch. Gleich mal ein Lebenszeichen schicken.
- Ihnen ist gerade eingefallen, dass einer Ihrer Kunden vor einem halben Jahr erzählt hat, dass er einen Marathon laufen möchte. Ob das schon war? Und wenn, wie ist es gelaufen?
- Sie planen gerade ein neues Seminar und dabei fällt Ihnen eine Firma ein, bei der Sie früher viel gemacht haben, die jetzt aber schon länger nicht mehr angefragt hat. Gleich mal nachfragen!
- Beim Einkaufen sehen Sie eine besonders tolle Schokolade und dabei fällt Ihnen diese eine Interessentin ein, mit der Sie darüber gesprochen haben, dass es toll wäre, sich in Schokolade bezahlen zu lassen. Mit diebischer Freude packen Sie die Schokoladentafel in ein Kuvert und stellen sich das überraschte Gesicht vor.
Sie sehen: Wer Interesse an anderen Menschen hat und im Alltag spontan auf Einfälle oder Erinnerungen reagiert, der kann ganz zwanglos in Kontakt bleiben.
Hallo Herr Meier,
eben bin ich in meinem Adressbuch über Ihren Namen gestolpert! Wir haben ja schon ewig nicht mehr miteinander gesprochen! Wie schaut’s aus? Alles gut bei Ihnen?
Viele Grüße
Jetzt sagen Sie vielleicht: „Aber, aber … man ist doch nicht so locker mit jedem seiner Kontakte drauf!“ Sage ich: „Stimmt. Aber wessen Schuld ist das denn?“
Tatsache ist: Je lockerer und persönlicher Sie mit all Ihren Kontakten sind, desto zwangloser und netter ist das Miteinanderreden. Das setzt natürlich voraus, dass Sie nicht bei jedem Kontakt irgendwas verhökern wollen.
Wie der Kunde, von dem ich im Blog schon erzählt habe, der mich in einem Seminar fragte:
- „Frau Härter, geben Sie mir mal einen guten Tipp, was ich sagen kann, damit der andere nicht denkt, ich rufe immer nur an, wenn ich was will.“
- „Wie ist das denn? Rufen Sie denn immer nur an, wenn Sie was wollen?“
- „Ja.“
Ja, liebe Freunde: Für so ein Verhalten gibt’s keinen Trick! Die Empfänger sind ja nicht blöd. Sie erkennen es ja auch (und schätzen es bestimmt auch nicht sonderlich), wenn man sich immer nur dann an Sie erinnert, wenn man etwas von Ihnen möchte.
Wie ist das aber jetzt mit etwas geplanterem In-Kontakt-Bleiben?
Es gibt zusätzlich zu den eben schon genannten informelleren Kontakten, die sich aus dem Alltag ergeben, zahlreiche Anlässe, die Sie als Aufhänger nutzen können, zum Beispiel:
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Sie haben einen Artikel von jemandem gesehen, der für die Zielgruppe passt. Sie haben einen eigenen nützlichen Artikel veröffentlicht. Es gibt Neuerungen in Ihrem Fachgebiet, die Ihre Zielgruppe kennen sollte, beziehungsweise die sie für neue Leistungen, die Sie anbieten, sensibilisiert. Sie haben auf einer Messe ein neues Produkt gesehen (das übrigens auch nicht direkt mit Ihrem eigenen Angebot zu tun haben muss, aber für Ihre Kunden nützlich ist) …
Neuigkeiten
Ihre Website ist neu, Sie haben einen Newsletter mit nützlichen Tipps am Start, Sie bieten künftig auch … an, Kunden können sparen, indem sie …
Angebot
Sie haben ein konkretes Angebot für (Neukunden, langjährige Kunden). Sie haben eine Aktion zum Jubiläum. Sie haben einen Online-Shop eingerichtet, bei dem Ihre Produkte günstiger verkauft werden, weil das Handling durch Mitarbeiter wegfällt.
Es ist …
Weihnachten, Frühlingsbeginn (oder sonstiger Jahreswechsel), Messezeit, Sommerschlussverkauf, Grillsaison …was als Aufhänger gut passt, entweder weil es direkt mit Ihrem Business oder dem des Empfängers zu tun hat oder “einfach so” als Aufhänger für einen netten Gruß.
Glückwünsche
Der Kunde hat Geburtstag, die Firma feiert ein Jubiläum, Sie selbst haben Geburtstag oder Jubiläum, Sie nehmen einen offiziellen Tag wie „Tag der Sekretärin“, „Tag des Kaffees“, „Tag des Kusses“ als Anlass oder erfinden einen solchen Tag. Oder es gibt individuelle Anlässe wie eine Hochzeit oder eine Geburt.
Ein Beispiel:
Sagen wir mal, Sie möchten jedes Vierteljahr präsent sein. Dann sind das ja läppische vier Kontakte:
- „Einfach mal Hallo sagen“-E-Mail
- Gute Tipps für … (Tipps, die die Zielgruppe braucht, entweder an ein bestimmtes Ereignis wie Messen gebunden oder „einfach so“)
- Meine neue Website ist online (oder: sonstige Neuigkeit)
- Weihnachts- oder Jahresbeginn-Gruß
Je unverkrampfter Sie sich verhalten und je ehrlicher Sie am Empfänger interessiert sind, desto einfacher flutscht es mit den regelmäßigen Kontakten – und desto ehrlicher kommt das dann auch an.
Gar nicht so schwer, oder?
Was fällt Ihnen noch ein?
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Anmerkungen & Kommentare
ganz herzlichen Dank für Ihr schönes Feedback. Das ist eine tolle Motivation
Einen schönen Nachmittag weiterhin
und auf wiederlesen
Gitte Härter
Sie haben mir etwas zum Nachdenken gegeben bezüglich Kundenkontakte.
Vielen Dank dafür!!
Machen Sie weiter so!
Lieben Gruß
Arthuer Seegert
vielen Dank für die stets lehrreichen, flockig-locker geschriebenen Artikel, die mich oft zum Schmunzeln verleiten und immer zum Nach- und Weiterdenken.
Alles Liebe und viel Erfolg
Gerlinde Wieländer
ich bin immer wieder erstaunt über deine so locker geschriebenen Newsletter. Sie enthalten viele Infos und sind doch "leicht" zu lesen und umzusetzen. Es macht immer wieder Spaß sie zu lesen. Ich freue mich immer auf die nächste.
Liebe Grüße
Elisabeth
tut mir Leid, dass ich mich erst heute melde: ist grad soviel Schlag auf Schlag.
Herzlichen Dank für die schönen Rückmeldungen und das tolle Lob für den Newsletter. Wie ich zu Frau Rau oben schon gesagt habe: Es ist wirklich immer eine schöne Motivation für uns, das zu hören. Ganz besonders natürlich, wenn - wie Ralf kürzlich schonmal geschrieben hat - wir erfahren, dass wir mit den Newslettern auch was anregen können ... wir haben uns ja nicht umsonst "unternehmenskick" genannt
Einen schönen Tag
und auf wiederlesen
Gitte
habe schon ein paar Bücher von Ihnen bisher gelesen, sehr informativ !!
Als Anregung für einen Werbeanlass habe ich zum Beispiel ein keines Brettspiel entworfen, die Spielfiguren kann man aus den gesammelten Kastanien selbst basteln.
Das Spiel ist kostenlos downloadbar, der Anlass ist der Herbst und die Kastanien, es macht Spass zu Spielen....
Beste Grüsse
Wolfgang Wenzel
>>habe schon ein paar Bücher von Ihnen bisher gelesen, sehr informativ !!
Wie schön! Herzlichen Dank.
Ihre Idee mit dem downloadbaren Brettspiel, das mit gesammelten Kastanien "funktioniert" finde ich wunderbar: ein konkreter Anlass mit offensichtlichem "Privatvergnügen" und direkt mit der Jahreszeit verknüpft. Toll! - Und sehr kreative Eigenwerbung für Ihre Leistung.
Viele Grüße
Gitte Härter
dem großen Lob meiner Vorredner schließe ich mich ebenso begeistert an. Ich selbst verfasse regelmäßig einen Newsletter für die Teilnehmer unseres von der Samtgemeinde Velpke (in Niedersachsen)angebotenen "Gründertreff". Ziel dieses Angebotes ist es, Gründern auf dem Weg in die Selbstständigkeit mit fachlich versierten Referenten-Vorträgen Hilfestellung zu leisten. Da ich den "Gründertreff" selbst von der Idee bis zur Umsetzung aufgebaut habe, fühle ich mich selbst oft als eine Art Gründer. Und entdecke immer wieder Parallelen, da ich ursprünglich aus einem ganz anderen Bereich komme. Ihre vielen Tipps und Anregungen fesseln mich immer wieder. Gerade die Bereiche Selbstmanagement, Zeitmanagement, Kommunikation und Marketing sind für mich die wichtigsten Bausteine einer Gründung. Was nutzt das beste Fachwissen, wenn man nicht versteht, dies zu verkaufen? Leider blicken das Viele nicht und fangen erst nach der Gründung an, sich über diese Grundlagen Gedanken zu machen. Manchmal wünschte ich, diese Seite würden noch mehr meiner "Klienten" lesen. Und ich stehe auch weiterhin zu meiner Überzeugung: Erfolgreich kann ein Unternehmer nur sein, wenn er für seine Idee brennt. Wenn er uneingeschränkt alles Andere der Idee unterordnet. Das merkt der Kunde und wird es mit seine Treue danken. Wer mit seiner Unternehmung nur Geld verdienen will, wird schnell die Motivation verlieren. Auch das merken die Kunden. - Das ist sicher für Sie nichts Neues. Umso wichtiger: Sie bringen durch Ihre Beiträge immer wieder Leben in den Alltag. Geben Motivation, nicht alles so hinzunehmen, sondern auch mal die Dinge zu hinterfragen. Daraus entstehen u.U. ganz neue Ideen und Einstellungen.
Vielen Dank dafür und bleiben Sie so kreativ aktiv.
Herzliche Grüße und alles Gute
Richard Finke
ganz herzlichen Dank für Ihr schönes Lob zu unserer Seite. Wir freuen uns sehr darüber!
Angebote wie Ihres sind wahnsinnig wichtig! Gerade in der Gründung herrscht große Unsicherheit und es gibt zahlreiche Fallen, die man mit etwas Vorbereitung, Information und Unterstützung wunderbar umgehen kann.
Vielleicht schauen Sie ja nächste Woche bei unserer Online-Messe vorbei!
Ein schönes Wochenende
Gitte Härter
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meistens danebenliegen
Gitte Härter •
ich bin immer wieder von Ihren Artikeln begeistert und habe Ihren Newsletter aus reinem "Eigennutz" abonniert. Vielen Dank für Ihren Newsletter.
Mit freundlichem Gruß
Margit Rau