So bekommen Sie mehr Geld, ohne mehr zu tun (Teil 2)
Weiter geht’s mit Möglichkeiten, wie Sie mehr verdienen können, ohne dass dabei Ihre Arbeit signifikant ansteigt.
„Aha!“, sagen Sie jetzt vielleicht: „Jetzt will sie uns austricksen und redet plötzlich von nicht signifikant mehr Arbeit, wo sie doch vorher groß getönt hat, dass ich nicht mehr tun muss.“
Gut aufgepasst ![]()
... aber keine Sorge: Ich versuche nicht, Sie reinzulegen.
Denn in diesem Teil gehen wir auf Möglichkeiten ein, die Ihr Auftragsvolumen vergrößern. Und natürlich: Wenn Sie etwas zusätzlich kreieren, was Ihnen künftig laufend mehr Geld einbringt, müssen Sie das erst mal schaffen. Und wenn Sie aus einem kleinen Auftrag einen größeren machen, dann werden Sie mit dem Erledigen mehr zu tun haben als mit dem Kleckerles-Auftrag.
Unterm Strich ist aber unser eigentliches Ziel erreicht: Sie bekommen mehr Geld als jetzt, ohne dass Sie einfach im gleichen Verhältnis wie bisher hamsterradeln müssten. Aber lesen Sie selbst und überlegen Sie, ob und wie die Vorschläge für Ihr Business passend sein könnten.
Ein Produkt beziehungsweise Mehrfachverwertung
Im Herbst letzten Jahres hatten wir schon mal einen interessanten Beitrag zum Thema Tauschen Sie Ihre Zeit gegen Geld? Dabei ging es darum, dass für jeden Selbstständigen irgendwann eine Verdienstgrenze da ist, die sich ganz einfach aus der verfügbaren Kapazität ergibt.
Wenn Sie jeden Euro direkt „am Mann“ verdienen, dann können Sie immer nur so viel verdienen, wie Sie die verfügbare Zeit nutzen können.
Schaffen Sie hingegen ein weiteres Standbein in Form eines Produkts, können Sie Ihre Verdienstmöglichkeiten steigern. Genauso natürlich, wenn Sie Mehrfachverwertungen einplanen.
Hier einige Beispiele:
- Sie können, wie wir das auch tun, Selbstlernkurse verkaufen. (Das gilt übrigens nicht nur für Coaches und Trainer: in fast jedem Bereich gibt es die Möglichkeit, Kunden gute Unterstützung und Tipps zu geben oder diesen etwas beizubringen.)
- Ein Webdesigner kann über Webhosting oder über standardisierte Webleistungen ein regelmäßiges Einkommen kreieren.
- Finanzdienstleister und Versicherungsleute leben von langfristig laufenden Provisionseinnahmen.
- Journalisten können Beiträge „umstricken“, nicht exklusive Verwertung vereinbaren und so den gleichen Artikel mehrfach verkaufen, oder Interviews und Recherchen von Haus aus so planen, dass ein Thema aus verschiedenen Blickwinkeln und für verschiedene Zielgruppen spannend wird (nicht nur redaktionell, sondern vielleicht direkt auch für Unternehmenskunden, die auch besser bezahlen).
- Ein ITler kann eine Software für eine bestimmte Branche oder spezialisierte Anwendungen entwickeln.
Klar ist eine weitere Möglichkeit, die eigene begrenzte Zeit „auszudehnen“, die Expansion. Da das aber nicht jedermanns Sache ist, vertiefe ich es an dieser Stelle nicht weiter. Es ist im verlinkten Artikel aufgegriffen.
Auftragserweiterungsangebote
Ihre Arbeit besteht in der Regel nicht in reiner Auftragsbearbeitung, sondern ein Teil Ihres Arbeitstages besteht darin, Aufträge heranzuschaffen. Für die Kundengewinnung und alles, was damit zusammenhängt, bekommen Sie aber leider nichts bezahlt.
Sie verdienen also unterm Strich auch mehr, wenn Sie Ihre Auftrags-an-Land-zieh-Praktiken optimieren. Mein Standardbeispiel ist hier immer der Grafiker, der für Firmen Briefpapier und Visitenkarten macht. Das ist ein kleiner Auftrag, der schnell erledigt ist, aber nicht unbedingt Folgeaufträge verspricht – insbesondere wenn die Zielgruppe ebenfalls aus Kleinunternehmern besteht. Die Arbeit, an so einen Auftrag zu kommen, ist aber fast die gleiche wie für etwas Größeres.
Wenn unser Grafiker also einen größeren Auftrag an Land zieht oder ein höher bezahltes Einmal-Projekt, dann erhöht sich wiederum die Einnahme. Und hier kommt das eingangs erwähnte manchmal eben doch ein wenig mehr arbeiten, weil ein umfassender Auftrag natürlich auch mehr Leistung erfordert. Aber ich sage Ihnen was: Weniger unbezahlte Drumrum-Arbeit und dafür effektivere Ich-werde-bezahlt-Arbeit ist eine lohnende Bilanz, die zudem effektiv Ihren Lohn erhöht, insofern gilt’s doch wieder, oder?
Auftragserweiterungsangebote sind also:
- Von Haus aus umfassendere Aufträge anpeilen beziehungsweise zahlungskräftigere Kundschaft angehen (manche Selbstständige haben zahlungsschwache Zielgruppen ausgewählt).
- Huckepack-Angebote: Von vornherein sinnvoll gebündelte oder nacheinander geschaltete Leistungen anbieten. Ein Trainer kann ein Einzelcoaching für den Praxistransfer alternativ gleich mit anbieten. Ein Bürogeräteverkäufer kann einen Drucker mit einem Reinigungs- und Wartungstermin vor Ort nach einem Jahr verkaufen. Ein Grafiker, der eine Geschäftsausstattung macht, kann gleich noch Begrüßungskärtchen oder ein Messeposter mit anbieten. Das Prinzip ist: „Nimm doch das auch gleich noch mit, dann hast du dies und das davon.“ Ist ein schöner Service, und Sie werden staunen, wie viele Kunden sich gleich für die Huckepack-Variante entscheiden.
- Provisionsregelungen mit anderen Unternehmern: Sie überlegen, wo Sie gute Synergieeffekte haben und Ihren Kunden eine erweiterte Leistung anbieten (oder vermitteln) können – zum Beispiel: Einer hat ein Produkt, der andere eine passende Leistung
Eine gute Hilfe dafür bietet Ihnen unser Selbstlernkurs Wie Sie Ihr Angebot Schritt für Schritt verbessern. Da geht es unter anderem eben genau darum, Ihre Leistungen nicht nur attraktiver für Ihre Kunden, sondern auch in puncto Aufwand und Ertrag für Sie lohnender zu machen. Schauen Sie sich den Kurs gleich mal an!
Ihre Arbeitszeit optimal einsetzen
Im ersten Teil haben wir schon über die Opportunitätskosten gesprochen. Wie Sie Ihre Zeit nutzen, entscheidet darüber, welche Verdienstmöglichkeiten Sie haben.
Wenn Sie acht Stunden lang mit Rechnungen schreiben, Mahnwesen und kontieren beschäftigt sind, können Sie in dieser Zeit nicht Ihren regulären Stundenlohn kassieren – und Sie können auch nicht neue Aufträge an Land ziehen, die Ihnen wiederum mehr Geld bringen würden.
Es geht also im Wesentlichen darum, dass Sie immer schauen: Ist meine Unternehmer-Zeit und -Kraft optimal für mich eingesetzt? Welche Aufgaben könnte ich an jemanden auslagern, der mir diese Arbeiten günstiger erledigt? Weil mein Stundensatz, wenn ich Geld verdienen gehe, weitaus höher ist als das, was es mich kostet, wenn ich einen anderen Selbstständigen beauftrage oder vielleicht sogar jemanden fest dafür einstelle (natürlich müssen Sie hier die Anlaufzeit investieren, bis sich das Ganze rechnen kann).
Besonders größere Sonderaufgaben lohnen auch einen genaueren Blick. Viele Selbstständige wollen zum Beispiel auf keinen Fall jemanden für ihre Website beauftragen, „weil das zu viel kostet“. Stattdessen setzen Sie sich mit einem Buch wochenlang hin und lernen und basteln und machen und tun. Wenn Sie diese Zeit mal ausrechnen: Ihre eigene Arbeitszeit also mit Ihrem möglichen Stundensatz überschlagen, dann relativiert sich das Geld, das Sie ein Externer kostet, aber sehr schnell wieder. Plus: Sie können, wenn wir das Beispiel Website weiterführen, sehr viel früher mit einer fertigen und professionellen Seite neue Aufträge an Land ziehen.
Und natürlich: Ihre Arbeit optimieren
Bei einigen der Möglichkeiten letzte Woche und auch heute ist es schon angeklungen: Je länger Sie an den Dingen sitzen, desto schlechter Ihr Verdienst. Wenn ein Journalist an einem Artikel, für den er 150 Euro bekommt, drei Tage sitzt, dann kann das so nicht funktionieren. Dann heißt es entweder, die Schreibzeit zu verkürzen, oder den Auftrag nicht anzunehmen. Wenn er den Artikel mal eben in einem Stünderl runterschreibt, sieht die Sache schon ganz anders aus.
Oder erinnern Sie sich an das Trainerbeispiel aus Teil 1: Ein Seminartag wird bezahlt, aber die Vor- und Nachbereitung kostet ihn mehrere Tage. Sehr häufig ist es so, dass Einzelunternehmer sehr viel effizienter dranbleiben können. Insbesondere, wenn nicht so wahnsinnig viel zu tun ist, neigt man dazu, die Dinge auszudehnen. Das ist das Parkinsonsche Gesetz: „Arbeit dehnt sich in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht.“ Wenn ich von Ihnen ein dringendes Konzept bis nachmittags um drei brauche, werden Sie es mir schicken. Wenn ich Ihnen für die gleiche Arbeit bis übernächsten Freitag einräume, schauen wir mal, wie lange Sie effektiv dafür brauchen werden.
Nicht umsonst ist Organisation und Zeitmanagement tatsächlich ein sehr wichtiges Thema für uns Selbstständige: nicht nur, um alles Mögliche unter einen Hut zu bringen, sondern damit wir nicht unbemerkt in die Uneffektiv-Falle treten, die unseren Stundenlohn gewaltig drückt (auch wenn wir das oft nicht bewusst merken, weil wir doch sooo beschäftigt sind).
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