Sind Sie gerade abenteuerlich drauf?
Letzten Monat hatten wir ja die Selbstmanagement-Lose (ich hoffe, Sie losen auch fleißig und haben Ihren Spaß damit!). Die ganze Woche haben wir E-Mails und Blogkommentare dazu bekommen, und ganz besonders hervorgehoben wurde, dass es so schön praktisch ist.
Also habe ich nachgedacht, was ich Ihnen in dieser Richtung noch anbieten könnte.
Sie wollten es so!
Kennen Sie das auch? Sie denken sich manchmal: „Och, das könnte ich ja mal machen.“ Zum Beispiel Dinge, vor denen Sie Schiss haben, die Sie aber dann doch gerne eigentlich mal ausprobieren würden:
- einen Vortrag halten
- in ein Rhetorik-Seminar mit Video-Analyse gehen
- Bauch- oder Steptanz ausprobieren
- Fallschirmspringen
- ohne Verstärkung auf eine Netzwerkveranstaltung gehen und tatsächlich mal jemanden von sich aus ansprechen
- alleine in Urlaub fahren
Vielleicht sind es aber auch Sachen, die Sie wirklich gerne tun würden, aber einfach nicht machen:
- Ihre Wochenarbeitszeit auf vier Tage reduzieren
- sich endlich mal in diese eine neue Software richtig einarbeiten
- die Fortbildung, die Sie schon lange im Auge haben, starten
- mal wieder ins Kino gehen
- nach Hamburg in dieses eine Musical da fahren
Sie sehen, was ich meine. Es geht wieder einmal um Dinge, die wir schieben, obwohl wir sie wie gesagt eigentlich gerne machen würden.
Wir verlieren sie aus den Augen.
Wir machen kurz vor knapp doch wieder einen Rückzieher.
Wir hadern, was alles passieren könnte oder blöd sein könnte.
Wir erzählen uns vielleicht sogar, warum es doch nichts für uns ist.
Mir geht es natürlich ganz genauso. Dieses Beispiel mit dem Bauch- und Steptanz da oben ist von mir. Bauchtanz finde ich nicht besonders spannend, was diese ganze komische Musik und so Orientzeug angeht, aber das Prinzip finde ich toll. Also wollte ich das gerne mal ausprobieren, habe im Januar Schnuppertage bei einer Schule recherchiert und ausgedruckt an die Pinwand geheftet.
Jetzt ist Auguuhust. Raten Sie mal, wer noch immer nicht da war? Steppen will ich schon seit zehn Jahren machen. Haha! Wenn ich nicht wüsste, dass die meisten von Ihnen auch solche abgestandenen Vorhaben im Hinterkopf haben, könnte es mir fast peinlich sein. ![]()
Hier ist meine Idee … und vielleicht ist es eine fixe
Wir könnten doch so eine Art „Monats-Abenteuer-Rubrik“ einführen. Also: Jeden Monat gibt’s einen Blogeintrag „Abenteuermonat August“, „Abenteuermonat September“ etc., den wir im Blog oben festpinnen. Und hier können Sie dann in den Kommentaren sagen „Ich werde diesen Monat XY machen“ und dann dort auch Vollzug melden.
Ich selbst habe ja gerade via Twitter-Öffentlichkeit einen 30-Tage-Test “frühmorgens spazieren gehen” gemacht und hätte ohne diese Öffentlichkeit bestimmt schon nach drei Tagen wieder aufgehört - beziehungsweise gar nicht erst angefangen. Insofern weiß ich, wie anders es ist, wenn man öffentlich verkündet: „Ich mache DAS jetzt.“ Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie es machen, ist sehr viel höher.
Es geht hier ausdrücklich nicht um kleine Mutproben wie „einen Kunden anrufen“, sondern um etwas, das für Sie entweder etwas Abenteuerliches ist, das Sie schon immer gerne ausprobieren wollten, oder etwas, das Sie gerne beginnen möchten. Eine Sache pro Monat.
Und jetzt?
Jetzt finden Sie im Blog neben diesem Artikel den Beitrag Abenteuermonat August, der darauf wartet, dass sich die ersten kleinen Abenteuervorhaben finden.
Wenn sich niemand von Ihnen dort meldet, habe ich verstanden und werde die Idee sang- und klanglos ins Nirwana sacken lassen.
Sie wissen aber schon, dass ich ohne Ihre Unterstützung wahrscheinlich noch mal zehn Jahre nicht steppe, geschweige denn meine Wampe kreisen lasse. – Und dass Ihren Fallschirmsprung oder den freien Mittwochnachmittag, den Sie schon seit Jahren vorhaben, vermutlich dasselbe Schicksal ereilt.
Ich bin gespannt!
Ihre Abenteuer:
Abenteuermonat August
Abenteuermonat September
Abenteuermonat Oktober
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Anmerkungen & Kommentare
ich habe mir heute morgen, also bevor diese Mail kam, vorgenommen mehr und ernsthafter mit meinen Tarotkarten zu arbeiten. Das geht so:
Erst einmal eine Frage formulieren, zum, Beispiel: "Was ist diese Woche wichtig für mich und meine Arbeit?", vom Kartentapel jede 10. Karte ziehen, macht 7 Stück. Die Bedeutungen in dem Buch "Tarot für Manager" von Alexandra Fuzinski nachlesen, und das, was mir passend erscheint, also mindestens 2 positive und einen negativen Aspekt, aufschreiben. Und zwar mit dem edlen Tintenfüller, den ich mir vor einem Jahr gekauft aber praktisch noch nicht benutzt habe, auf sehr gutem weissem Papier.
Dann eine Liste der aktuellen Projekte für diese Woche genauso schreiben und ein Fazit, wie diese Pläne mit den Stichworten aus den Karten zusammenpassen und welche Folgerungen sich daraus ergeben.
Ich bin gespannt, was daraus wird. Auf jeden Fall stehen mir die Karten als Gesprächspartner jederzeit zur Verfügung, der mindestens genauso gut über meine Sachen Bescheid weiss, wie ich selber. Für Selbständige ist ja kaum ein geeigneter und vertrauenswürdiger Gespächspartner zu finden. Also muß man sich anderswie behelfen. Ich werde berichten, wie es weiter geht.
Die Sache mit den Losen habe ich auch angefangen, aber die Schachtel immer nur angeschaut, jedoch noch nichts damit gemacht. Ich war zu selten am Schreibtisch und wenn, dann in Eile.
Gitte, besten Dank für all die Tips, ich versuche mich zu revanchieren, indem ich Ihre Website öfter weiter empfehle.
Petra
Ooooh, eine Ballonfahrt! Das ist ja ein schönes Abenteuer. Das ist bestimmt ein ganz besonderes Erlebnis, wenn man so dahinfährt.
Da fällt mir ein, dass Du letztens auch was Lustiges gemacht hast. Den Artikel zu Deinem Blog verlinke ich gleich mal für Interessierte: Eine Stadtführung in der eigenen Stadt
@Petra
Vielen Dank für Ihr Feedback und das Weiterempfehlen - das ist toll!
Das mit den Tarot-Karten ist auch ein gutes Beispiel, wie man sich - wie Sie so schön sagen - einen kompetenten Gesprächspartner in sich selbst schafft. Die einen machen Listen oder MindMaps, andere CoCoachings oder nutzen Leitfragen im Web und Büchern, und so gibt es eine Fülle gute Anreize, die man als Gedankensprungbrett nutzen kann.
Zu den Losen können Sie auch mal die Kommentare zum Lose-Artikel anschauen: da gibt es einige unterschiedliche Vorgehensweisen mit den Losen, vielleicht ist das "übliche Losen" für Ihren Alltag gar nicht ganz so passend, wenn Sie so viel unterwegs sind.
Einen schönen Abend
Gitte
So, mein Vorhaben lautet: eine Testung pro Woche für den Anfang
Danke für die Verlinkung!
Ja, ich mache im Moment dauernd solche Sachen, die ich vorher nie gemacht habe. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass mir dann doch immer klarer wird (angesichts von älter werden und Menschen, die sterben):
wenn ich es jetzt nicht mache, genieße, nutze - komme ich vielleicht nie mehr dazu.
Heute MITTEN in der Arbeitszeit eine Stunde durch die Sonne gewalkt (um 6 ist es noch grau und duster) oder einen ganzen Tag nach Ahrweiler und durch die Weinberge wandern und Rad fahren, wo ich als Kind immer meine Ferien gemacht habe.
Das sind so kleine Mini- Urlaube zwischendurch, wo es hier auch mal schön ist. Den "richtigen" Urlaub mache ich ja im Mai und Oktober in der Türkei.
(Naja, Arbeits- Urlaub- aber da ändere ich vielleicht auch noch mal was...)
Da fallen mir aber auch nette "Abenteuer" ein. Für mich war es immer das Grauen schlechthin, in Gruppen mit einem Reiseleiter irgendwohin zu traben.
Einmal bin ich dann aber mit einer netten Frau auf eine kleine Bootstour (auf einem Fluss, da werde ich nicht seekrank:-) - und es war ganz nett.
Werde auch oft zu Touren abseits des Tourismus eingeladen, weil mich da viele kennen- habe es meist gescheut, weil mir auch im Auto schlecht wird, wenn es die Berge rauf fährt. Aber vielleicht fahr ich diesmal doch mal mit auf die Alm, wo uns Ahmet dann lecker kocht (er hat da früher gelebt).
Also, auf weitere Abenteuer
das größte Abenteuer ist das Leben!
(Noch ein bisschen Philosophie zum Abschluss:-) )
Sehr schön: Einmal pro Woche klingt gut, um sich heranzutasten. Sie bringen da auch ein sehr schönes Beispiel, wo sich die Katze oft in den Schwanz beißt: einerseits wollen wir etwas Neues gerne anwenden, berrschen und sicher damit umgehen - andererseits trauen wir uns oft nicht und scheuen dann die Übung. Doch ohne diese Praxis können wir ja gar keine Sicherheit damit gewinnen. Also heißt es, die Unsicherheit, die zwangsläufig damit einhergeht, auszuhalten. Je mehr man übt und die Sache und sich selbst kennenlernt, je mehr man sich also traut, desto eher kommen die Fortschritte - und damit eben auch die wichtige Erfahrung und Sicherheit.
Das ist bei vielem so. Ich denke da mal nur an eine Fremdsprache: Leute lernen Englisch, trauen sich dann aber nicht, es zu sprechen, weil sie sich zu unsicher fühlen, doch auf diese Weise wird es immer ein unsicheres Gefühl bleiben.
Viel Freude beim Üben!
@Zamyat
Das klingt spannend und ich bewundere Dich, dass Du alles so ausprobierst. So Reisegruppen wären für mich auch ein Graus ... schüttel. Immer in dem Bewusstsein, dass es - wie Du es ja auch erlebt hast - auch ganz wunderbar sein könnte.
So, jetzt muss ich aber ins Bett ...
Auf wiederlesen
Gitte
Fazit: Lustig war's, ganz blöd hab' ich mich auch nicht angestellt und hart am Wind bin ich sogar ein bisserl braun geworden. Es wird also sicher eine Wiederholung geben, die Halse muss ich ja auch noch lernen
Viele Grüße
Marc
schön, dass Du Vollzug meldest. Ich habe mich nicht prompt gerührt, aber natürlich sofort die Küstenwache angerufen und zurückgepfiffen
Ich weiß zwar nicht, was eine Halse ist, aber es klingt wirklich sehr abenteuerlich und war bestimmt ultimativ erholsam. Urlaub und was Ausprobieren und draußen sein und sich anstrengen, das hört sich für mich nach optimaler Mischung an.
Einen schönen Tag
Gitte
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Was aber immer noch in der Pipeline schwebt, ich aber sicher nicht im August (und damit wohl nicht mehr in diesem Jahr) schaffen werde:
eine Ballonfahrt!
Ich sehe sie öfter hier am Himmel schweben und finde es wunderschön, zumal ich ja vor über 20 Jahren mein erstes Seminarspiel "Die Ballonreise" erfunden habe. Da MUSS ich mal selber damit los. Aber es darf nicht zu kalt sein! Das Wetter muss schön sein! Und überhaupt...ob ich mich dazu alleine jemals aufraffe oder mir vorher eine Begleitung organisieren sollte...