Firmenauftritt

Sicht- und auffindbar (3)

Gitte Härter • 16.12.2008 • email Weiterempfehlen

Firmenwerbung auf dem Auto: Natürlich eine wunderbare Sache. Und wenn alles tipp-topp aufgeklebt ist, dann sieht auch Ihr Privatwagen richtig gut und nicht wie eine rollende Litfasssäule aus. Auch Dienstleister können ihre Website spazierenfahren, so lange sie einen aussagekräftigen und neugierig machenden Namen hat.

Wer ist DerAnton?

Kürzlich fiel mir ein Auto auf, dessen Heckscheibe der Besitzer ganz groß mit seiner E-Mail-Adresse, Mobilfunk- und Faxnummer beklebt hatte. Die Mailadresse war kurioserweise nur ein Artikel, ein Vorname und ein Freemailanbieter, also etwas in der Art: DerAnton@freemail.de.

Neugierig lief ich um das Auto herum: Nirgends ein Hinweis auf die Firma! Ich gehe davon aus, dass das nicht einfach ein Privatmann war – wenn ja: huiuiui. Wenn es Firmendaten waren, fehlte da zumindest ein Hinweis, um welche Branche es sich handelt.

Als ich letztens schon einen Teil dieses Artikels fertig hatte, traf ich mich mit Klaus Pfister und sah in seinen Unterlagen die Pläne für seine neue Autobeschriftung. Klar, dass ich ihn gleich gefragt habe, ob ich sie für diesen Beitrag nutzen darf. Und netterweise darf ich auch:
 

image

 
So ist das wirklich gelungen: Die Firma wirkt dadurch rundum professionell, auch ein geparktes Auto funktioniert wunderbar als Werbefläche, da sowohl die Firma eindeutig zugeordnet werden kann, alle Kontaktdaten dort stehen und – besonders wichtig – die Website sehr groß angebracht wurde.

Von vorne und von hinten sieht das dann übrigens so aus:

image

 
Übrigens gibt es hier in München ein Sportgeschäft, das mir früher wegen seiner tierisch vielen Firmenfahrzeuge aufgefallen ist: ständig waren überall Autos mit Logo und Firmendaten. Natürlich war es Autowerbung. Denken Sie ruhig auch daran, Ihr Privatfahrzeug oder das von Freunden als Werbefläche zu nutzen – sie müssen es ja nicht rundum zupflastern, aber gegen einen hübschen Aufdruck mit Ihrer Webadresse hat vielleicht Ihre gute Freundin gar nichts einzuwenden und unterstützt Sie sogar gerne.

Dezent geht auch

Auch ein kleiner Heckaufkleber kann eine gute Wirkung haben. Ich erinnere mich noch gut, dass vor fast zwanzig Jahren in Frankfurt mal ein Auto vor mir herfuhr, das einen kleinen Aufkleber hatte mit „FIRMENNAME mag auch kleine Etats.“ – Da ich in einer werbenahen Branche arbeitete, kannte ich die Agentur und bekam die „Message“ sofort ... und habe sie mir bis heute gemerkt.

Weniger gut ist natürlich, dass hier von „Etats“ gesprochen wird, denn das wiederum setzt voraus, dass man Werbesprech kennt, was besonders bei kleineren Unternehmen nicht unbedingt der Fall sein dürfte.

Also: Immer einfach, eingängig und neugierigmachend.
 
 
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Sicht- und auffindbar (1): Fassade + Firmenschild
Sicht- und auffindbar (2): Firma finden + im Gebäude
Sicht- und auffindbar (3): Auto

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Norbert Jothann am 16.12.2008
Guten Morgen, Gitte!

"DerAnton" grin

Darüber habe ich eben herzlich gelacht.

Kürzlich fuhr ein kleiner smarter Pkw vor mir, auf dem ganz groß "Ihr Wer" stand. Als ich neben ihm an der Ampel hielt, las ich, wie der Text in kleinerer Schrift weiterging: "...betexter".

Darunter waren dann die üblichen Firmeninformationen mit dem Namen des Texters und einer normal klein gehaltenen Web-Adresse.

Bis heute weiß ich nicht, was ich davon halten soll. Ist das nun toll? Ist das "daneben"? Ich habe mir nicht gemerkt, wie der Werbetexter heißt und wie ich ihn erreichen kann. Ich habe mir nur gemerkt, daß ich neugierig war, herauszufinden, wer "Ihr Wer" ist. Als ich es herausgefunden hatte, war er auch schon wieder aus meiner Aufmerksamkeit verdrängt. Nur durch Deinen Beitrag, habe ich mich jetzt wieder daran erinnert.

Deine Anregung, auch Freunde und Familie zu bitten, für einen selbst dezent Werbung zu fahren, finde ich gut.

Ich wünsche Dir einen schönen Tag.

Herzliche Grüße
Norbert
Von: Gitte Härter am 16.12.2008
Hi Norbert,

ich bin ja kein Werbefachmann, aber das Prinzip des "Kennst Du das?" oder "Ich habe mir die Geschichte/einen Satz gut gemerkt" ... aber LEIDER WEISS ICH NICHT MEHR, wer da genau Werbung macht.

Das geht bei vielen Dingen ja soweit, dass man gar nicht mal mehr die Branche zuordnen kann.

Insofern war der Hingucker mit dem IHR WER sicherlich gut (wenngleich es auch nicht so günstig ist, dass man die Autoaufschrift in "kleiner Schrift" nur lesen kann, wenn man direkt davorsteht), weil er Deine Neugier, näher hinzuschauen geweckt hat.

Da gibt's ja auch Untersuchungen. Ralf hat mir mal erzählt, dass eine Anzeige mit einem Schreibfehler mehr Aufmerksamkeit bekommt und dadurch erfolgreicher sein kann!

Letztlich bringt's natürlich gar nichts, wenn sich die Leute zwar an "da war doch dieser Werbetexter" erinnert haben, sich aber nicht genauer an ihn erinnern.

Und das ist abgesehen davon, dass man ihn gar nicht findet auch ein schlechtes Zeichen, wenn man sich an die Firma selbst nicht mehr erinnert - besonders für einen Werbetexter grin

Aber: Jeder merkt sich was anderes. Und so hast Du vielleicht nicht weiter auf den Namen geachtet und ein anderer tut das sehr wohl. Insofern hat dieser Einzelunternehmer sein Auto zu nutzen gewusst und Dich zweimal gucken lassen - das ist deutlich mehr als mit Neutral-Auto rumzufahren und sich gar nicht zu bewerben.

Dir auch einen schönen Tag!
Gitte

PS: Ich denke und schreibe heute etwas wirr. Sorry! Die Nachwirkungen von zuviel Gehirnstrapaze.
Von: Norbert Jothann am 16.12.2008
Hallo, Gitte!

Zu Deinem PS: Nee, alles klar, Deine Botschaft ist bei mir angekommen. grin

"Jeder merkt sich was anderes. Und so hast Du vielleicht nicht weiter auf den Namen geachtet und ein anderer tut das sehr wohl."

Das ist die Sache mit der selektiven Wahrnehmung.

Wenn ich vielleicht seinerzeit einen Werbetexter gebraucht hätte, wäre der Name seiner Web-Seite bestimmt bei mir hängen geblieben. So war es für mich halt nur ein Hingucker.

Herzliche Grüße
Norbert
Von: Gitte Härter am 16.12.2008
Guten Abend Norbert,

selektive Wahrnehmung kommt dann noch oben drauf. Es ist schon immer verrückt, wie man manchmal etwas sogar zum ersten Mal im Leben hört und ab da läuft es einem dann "plötzlich" ständig über den Weg ...

Nichtsdestotrotz gilt natürlich immer: Die Erfolgswahrscheinlichkeit steigern. Wie wir das hier auch schon besprochen haben, als es ums Briefeschreiben ging.

Holldrio!
Gitte

 

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