Schieben Sie eine Entscheidung vor sich her? Warum eigentlich?
- Ich möchte nicht mehr so viel für diesen Kunden arbeiten.
- Ich bin unglücklich in meiner Beziehung.
- Ich wollte mich schon lange selbstständig machen.
- Ein Traum von mir ist (ein Buch zu schreiben/ein Sabbatical zu machen/eine Ausbildung in einem privaten Interessenbereich zu machen o. Ä.).
Besonders wenn eine Entscheidung weitreichendere Folgen hat und mit Aufwand und Energie verbunden ist, zögern viele Menschen. Nutzen Sie jetzt die Gelegenheit, sich der Gründe bewusst zu werden, warum Sie eine bestimmte Sache bislang nicht entschieden haben.
1. Meine Entscheidung/mein Ziel ist:
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2. Ich schiebe das vor mir her seit:
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3. Bisher habe ich mich noch nicht entschieden, weil:
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4. Ich habe meine Entscheidung eigentlich schon gefällt, setze sie aber nicht um, weil:
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Schreiben Sie diese Fragen auf ein großes Blatt Papier und machen Sie sich intensiv Gedanken darüber. Schon das Aufschreiben hat einen Effekt:
- Sie befassen sich mit der aktuellen Situation systematischer.
- Wenn Sie schon länger mit dieser Entscheidungssituation “schwanger gehen”, sie aber in den Hintergrund gedrängt haben, wird es Ihnen gut tun, sie wieder in den Fokus zu rücken und sich richtig mit ihr zu beschäftigen.
- Schauen Sie Hindernissen ins Auge. Auch wenn es etwas ist, das Sie als Schwäche ansehen: Angst, Faulheit, Selbstzweifel oder oder oder. Gehen Sie konstruktiv damit um: Nehmen Sie diese Hürden ernst, hinterfragen Sie sie. Und nehmen Sie auch wahr, dass vieles davon “eigentlich” zu Ihrem eigenen Schutz ist.
- Wenn Sie sich in einer Situation befinden, unter der Sie stark leiden - womöglich schon länger - und dennoch die Entscheidung, sich daraus zu lösen bislang nicht gefallen bzw. nicht umgesetzt ist, dann fragen Sie sich auch: Welche Vorteile bringt mir diese Situation trotz aller Nachteile und Leiden? Warum verharre ich in der unerfreulichen Situation?
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Anmerkungen & Kommentare
wenn es so einfach wäre, dass man Pauschalschablonen für jede aufgeschobene Entscheidung gibt, gäbe es keine Schwierigkeiten und Probleme - und ich wäre reich.
Aber mal im Ernst: Aus meiner Sicht ist das allergrößte Hindernis für die meisten Menschen, dass sie immer versuchen, vorschnell zu einer Lösung springen zu wollen. Dabei ist gerade das KONKRETE Auseinandersetzen mit der Sachlage und dem Warum der erste Schritt, überhaupt Lösungsansätze zu finden. Ich sehe es seit zehn Jahren in Coachings, dass die Leute gerade diesen wichtigen Punkt ständig husch-husch übergehen. Darum funktioniert Coaching ja so gut, weil da jemand sagt: "Langsam mit den jungen Pferden!" und die richtigen Fragen stellt.
Selbstcoaching heißt also: sich erstmal die richtigen Fragen stellen.
Viele Grüße
Gitte
"Dabei ist gerade das KONKRETE Auseinandersetzen mit der Sachlage und dem Warum der erste Schritt, überhaupt Lösungsansätze zu finden."
-> Da gebe ich dir ganz Recht. Ich sehe allerdings das Hauptschwierigkeit darin, überhaupt erst einmal anzuerkennen, dass man ein Problem besitzt. Diese große Hürde haben Menschen, die sich einem Coach anvertrauen, allerdings schon zu einem Teil genommen.
Der nächste Akt der Anstrengung ist dann, zu sagen: Ok, das ist die Lage - und ich bin wirklich bereit, die nötigen Schritte zu finden und zu setzen, um sie zu ändern. Da sehe ich zwei Typen, die beide in dieser Situation gefährdet sind, zu scheitern: den Rezeptmenschen, der mit dem Coach schon die fix-fertige Lösung gebucht haben will, und den Zauderer, der sich aus dem Kokon der Analyse nicht mehr hinauswagen möchte. Selbstcoaching heißt für mich also auch: sich selbst nicht nur konsequent hinterfragen, sondern dann auch mal den nötigen Tritt in die richtige Richtung geben.
Liebe Grüße,
Tanja
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