„Ok“ ist nicht gut genug bei Texten
Seit vielen Jahren texte ich ja mit und für meine Kunden: Die einen lassen sich bei der Korrespondenz unterstützen, viele wollen ihre Website auf die Beine stellen oder erneuern oder es geht um Seminarausschreibungen und Flyer.
Wenn ich bestehende Texte oder Entwürfe begutachte, sage ich in den meisten Fällen diese zwei Dinge:
„Das ist zu bla.“
„Zu bla“ sind Texte, die entweder heiße Luft sind: Da ist jemand ins Philosophieren gekommen, bedient sich der typischen Floskeln und Umschreibungen in seinem Bereich (und sorgt damit selbst dafür, in der Masse unterzugehen!) oder redet an den Leser hin anstatt ihn bei seinen Problemen, Bedürfnissen und Lösungen zu treffen.
„Zu bla“ sind auch zu glatte Texte. Wie Teflon gleiten sie an einem ab und man bekommt gleichzeitig die Person dahinter überhaupt nicht zu fassen.
„Das liest sich auf den ersten Blick gut. Es ist okay. Sie könnten es so verwenden. Aber der Text könnte noch sehr viel mehr für Sie erreichen.“
Das ist das wahre Dilemma! Denn man lässt sich sehr schnell selbst täuschen, wenn ein Text gut klingt. Noch schlimmer ist es, wenn man sich umschaut, was andere so machen. Denn die machen häufig ja dieselben Fehler und dann schaut einer beim anderen ab, alle sind zufrieden, weil es sich ja „so gehört“. Dabei besteht das gleiche Problem wie bei Bla-Texten: der Text kommt nicht oder nicht gut genug beim potenziellen Kunden an.
Ein weiterer wichtiger Aspekt für uns Selbstständige ist es auch, mit unseren Texten einen klaren Filter zu setzen: Ihre Texte beeinflussen wahnsinnig, ob sich jemand angesprochen fühlt - und wer!
Von klassischen Umschreibungen, die unabsichtlich auch gleich zu kostenfreien Leistungen und zum Herunterhandeln einladen ganz zu schweigen!
Weitere Tipps und Workshops
Auf meiner Seite schreibnudel.de finden Sie umfassende Tipps zum Schreiben, unter anderem in den Kategorien:
Selbstdarstellung + Marketing und Korrespondenz
Ich coache Sie auch gerne beim Schreiben oder nehme Ihnen das Texten komplett ab.
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Anmerkungen & Kommentare
das geht auch vielen meiner Kunden so - sogar Textkollegen beauftragen oft andere, weil es einfach mitunter schwieriger ist, über sich selbst zu schreiben. Da fehlt die Distanz, man sieht manches einfach nicht mehr - oder zu viel - oder es gibt einfach frischen Wind.
Ein schönes Wochenende
Gitte
Wer zum Beispiel in seiner Unternehmensdarstellung auf der Webseite nur Allgemeinplätze verwendet, weiß oft nicht, was ihn nun genau von seinen Mitbewerbern unterscheidet (oder wie es so schön im Werbedeutsch heißt, was sein Unique Selling Point ist). Hier bringt es meiner Erfahrung nach wenig, nur am Text zu arbeiten, sondern es sollte erst einmal genau herausgearbeitet werden, was ausgesagt werden soll. Im genannten Beispiel also erst einmal der USP genau erarbeitet werden.
„Zu bla“ werden Texte aber auch gerne, wenn man nicht anecken, jedem gefallen und möglichst viele Dinge auf einmal erreichen möchte. Weichgespült flutscht der Text dann durch das Gehirn des Lesers und hinterlässt keinen bleibenden Eindruck (nicht mal einen frühlingsfrischen Duft).
Man kann aber einfach nicht alle Zielgruppen gleichermaßen mit einem Text ansprechen. Und gerade als Selbstständige darf (und sollte) man in seinen Texten m.E. auch klar Position beziehen. Schließlich ist man Teil des Produktes, das man verkauft.
Als nützliche Technik gegen „Bla“ kann ich Clustern nach Gabriele Rico empfehlen.
Dabei schreibt man das zentrale Wort/das zentrale Thema in die Mitte eines Blattes und umkreist es. Von diesem Kern ausgehend, notiert man seine Assoziationen, umkreist diese ebenfalls und verbindet diese mit dem jeweiligen Wort zu dem einem die Assoziation eingefallen ist.
So kommt man manchmal auf ganz neue Ideen, die man auf den ersten Blick nicht mit dem Kernwort in Verbindung gebracht hätte. Am Ende hat man einen großen Ideen-Pool, auf den man beim Schreiben zurückgreifen kann und kann so neue Vergleiche, Formulierungen oder Beispiele finden.
Viele Grüße
Nadja
danke für den Tipp mit dem Clustern!
Schönes Wochenende mit SONNE,
Silke
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