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1. “Oh, ist schon wieder Weihnachten!”

Gitte Härter • 01.12.2010 • email Weiterempfehlen

Diese von Amos vorgeschlagene Floskel greift ja direkt in das Thema Weihnachtsgrüße, das wir hier und hier schon beschrieben haben.

Ich will diese Floskel aber mal etwas weiter öffnen:

  • die vorgegebene oder echte “gefühlte” Überraschung, dass ein Festtag plötzlich wieder da ist
  • „Ja ist denn heut scho Weihnachten!“ = vorhandene Werbesprüche nutzen oder abwandeln
  • übliche Glückwunschfloskeln „Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr“, „Alles Gute zum Jubiläum“, „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag“

Meine Empfehlung ist ja immer: Seien Sie authentisch. Wenn Sie also (wie ich übrigens auch) immer wieder davon überrascht sind, wie schnell das Jahr wieder um ist und daher in Ihren – personlisierten! – Weihnachtsgrüßen, auf der Website oder im Newsletter schreiben wollen: „Oh, ist es schon wieder so weit!“, dann finde ich das sogar ganz schön, vor allen Dingen, wenn man etwas mehr dazu schreibt oder es in einem Ton macht, bei dem so richtig rüberkommt, dass Sie so ein „Huch!“-Gefühl tatsächlich haben.

Es einfach nur so als Formulierung zu nutzen, das würde ich nicht tun. Und genau das macht unter anderem eine Floskel zur Floskel: wenn man etwas nur dahin sagt.

Sehen wir uns aber mal noch die interessanten weiteren Aspekte an, die ich oben schon aufgelistet habe.

vorhandene Werbesprüche nutzen oder abwandeln

Beim Spruch „Oh, ist schon wieder Weihnachten“ fiel mir natürlich „Ja ist denn heut scho Weihnachten?“ ein. Und das wiederum führt mich zu Sprüchen wie „Nicht immer, aber immer öfter“, „Wohnst Du noch oder lebst Du schon?“ etc.

Lassen Sie fremde Werbesprüche in Ruhe. Abgesehen davon, dass es möglicherweise Konflikte mit dem Urheberrecht gibt, kommen Tausende andere auch auf die Idee. Gerade der IKEA-Spruch ist wirklich soooo inflationär abgewandelt, dass man nur noch ein müdes Gähnen als Leser verspürt.

Wichtig: Das soll nicht gemein klingen! Wenn man einen Spruch selbst gerne mag oder sich eine treffende Variante für das eigene Business ausgesucht hat, dann nimmt man oft gar nicht mehr wahr, in wie vielen wirklich unzähligen Variationen eben dieser Spruch rumschwirrt.

Die Problematik bei Floskeln ist – wie wir im ganzen Dezember sehen werden – dass sie von Lesern auch als Floskel wahrgenommen werden. Auch wenn Sie das nicht beabsichtigen und auch wenn Sie sich selbst in Ihren Spruch verliebt haben, so kommt die Botschaft in einem inflationären Spruch nicht an. Warum, das sehen Sie wunderbar am Beispiel der üblichen Glückwunschfloskeln.

die üblichen Glückwunschfloskeln

Das Problem mit den Standards ist, dass sie sehr schnell durch das Hirn der Leser durchrauschen. Es ist also überhaupt nichts dagegen zu sagen, wenn sie jemanden „Fröhliche Weihnachten!“ oder „Alles Gute zum Geburtstag!“ wünschen – Sie werden aber garantiert den Gruß eher ins Hirn Ihrer Leser bringen, wenn Sie nicht den üblichen Satz nutzen.

Was wir ständig unverändert hören, registrieren wir nicht mehr groß. Oder wir nehmen es hin, aber es kommt nicht wirklich an. Was bei guten Wünschen sehr schade ist. Schon ein leichtes Verändern „Ich wünsche Ihnen ein phänomenales Jahr 2011!“ ist anders. Mehr zu unlangweiligen Weihnachtsgrüßen hier.

Formulieren Sie also am besten Ihre Grüße immer individuell: Sagen Sie, was Ihnen persönlich wichtig ist, gehen Sie auf den Empfänger ein, spielen Sie ruhig mit den Gegebenheiten der Branche! All das kommt gut an und hebt sich aus der Masse der Floskelschreiber so richtig positiv heraus!

——

Das ist ein Beitrag aus dem Adventskalender der Floskeln.

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Barbara Steldinger am 07.12.2010
Oh, erwischt grin. Das schon wieder Weihnachten klingt bei mir "Weihnachten kommt immer so plötzlich". Und das ist auch genau das Gefühl, das ich dazu habe...

 

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