Doppelbelastung: Wie werden Sie allem gerecht?
Gehören Sie zu den Selbstständigen, die mit einer festen Anstellung noch ein zweites Standbein haben? Dann ist das eine gute und vernünftige Sache – einerseits. Andererseits ist es aber auch eine Doppelbelastung, und es kann dazu führen, dass Sie mit Ihrer Selbstständigkeit auf keinen grünen Zweig kommen, weil Sie:
- nicht wirklich die Zeit dafür haben, Kunden zu akquirieren,
- zeitlich nicht flexibel genug sind, um Aufträge auszuführen oder persönliche Termine zu vereinbaren („Es geht immer nur freitags.“),
- gar nicht darauf angewiesen sind, dass Ihre Selbstständigkeit so gut läuft, um Sie ernähren zu können, und Sie durch Ihr regelmäßiges Festgehalt „phlegmatisch“ sind.
Die gute Ausgangsbasis, die Sie sich damit schaffen, dass Sie Ihre Selbstständigkeit nebenbei starten, sollten Sie wirklich geplant nutzen, denn nur wenn Sie sie wirklich als Sprungbrett planen, wird es ein guter Übergang in ein erfolgreiches eigenes Business.
Ein passiver Ansatz à la „Mal schauen, wie sich das entwickelt, und wenn es gut läuft, kann ich irgendwann kündigen“ führt dazu, dass Sie unter Ihren Möglichkeiten bleiben.
Darum hier einige Tipps für Sie, was Sie im Auge behalten sollten:
1. Was bezwecke ich mit meiner Selbstständigkeit?
Eine nebenberufliche Selbstständigkeit dient unterschiedlichen Zwecken: Sie kann ein schönes Zubrot sein oder einfach der Abwechslung dienen, sie kann als spätere Existenz geplant sein, sie ist vielleicht die Grundlage für eine Veränderung im Leben (zum Beispiel Familiengründung und die Möglichkeit, dann von zu Hause aus tätig zu werden) und so weiter.
Legen Sie einmal schriftlich für sich selbst genau dar, warum Sie sich selbstständig gemacht haben und wo Sie mit Ihrem Unternehmen hin möchten. Denn Ihre Antworten bestimmen die weiteren Maßnahmen, zu denen wir gleich noch kommen.
2. Welchen Stellenwert hat meine Festanstellung?
Analog zur Frage der Bedeutung Ihrer Selbstständigkeit ist natürlich auch relevant, was Ihnen Ihre Festanstellung bedeutet: Langweilt Ihr Job Sie und sind Sie nur noch wegen des Geldes dort – oder lieben Sie Ihren Beruf und schätzen die Abwechslung, diesem nachzugehen und parallel noch etwas Eigenes zu machen? Sind Sie jemand, der ganz gut alleine arbeitet, aber dann doch das Miteinander im Kollegenkreis sehr schätzt? Schöpfen Sie aus Ihrer Festanstellung Inspiration für Ihre Selbstständigkeit? ... Auch hier gibt es je nach Ihrer konkreten Situation völlig unterschiedliche Gegebenheiten.
Schreiben Sie auch diese mal nieder, und zwar ganz konkret. Wenn Sie unzufrieden mit Ihrer Festanstellung sind, dann kommen wahrscheinlich viele Emotionen hoch, und Sie merken, dass Sie eher Schimpftiraden loslassen. Die sind für Ihre Berufsplanung nicht so hilfreich (auch wenn Sie sie getrennt davon angehen sollten). Für die Frage „nebenbei selbstständig“ ist es wichtig, sachlich darzulegen, was anliegt, wie sich Festanstellung und Selbstständigkeit zueinander verhalten: ist Letztere zum Beispiel nur als Ausgleich gedacht, soll es ein Startschuss für eine neue Existenz sein etc.
3. Einen konkreten Plan aufstellen – unter Berücksichtigung von Ressourcen.
Wenn Sie hauptsächlich fest arbeiten und nur eine begrenzte Zeit für Ihre Selbstständigkeit zur Verfügung haben, dann sind Sie noch mehr gefragt, gut zu planen und Ihr Programm straff durchzuziehen.
Nehmen wir mal das Beispiel einer selbstständigen Yogalehrerin: Sie arbeitet montags bis donnerstags in einem Bürojob und gibt am Freitag und manchmal am Wochenende Kurse.
Das ist ein straffes Wochenprogramm! Und wenn am Freitag und Samstag Kurse stattfinden, werden andere Tätigkeiten zwangsläufig zu kurz kommen, beispielsweise das Konzipieren neuer Kurse, das Ansprechen von Veranstaltern oder die Suche nach Privatkunden, die Einzelstunden buchen. In so einem Fall passiert es leicht, dass die Selbstständigkeit auf kleiner Flamme bleibt, weil die Impulse und Aktivitäten für Neukunden fehlen.
Ein konkreter Plan bedeutet also, dass Sie in dem Maße, wie Zeit und Geld vorhanden sind, kontinuierlich (!) Maßnahmen durchführen, welche die Selbstständigkeit vorantreiben. Vielleicht bleibt unserer Yogalehrerin in manchen Wochen nur eine einzige Stunde übrig: Dann muss sie diese Stunde fest einplanen und gut für die Kundengewinnung nutzen und sich überlegen, welche verschiedenen Maßnahmen sie angehen möchte, die sie in dieser Zeit auch tatsächlich schafft und die ihr kurz-, mittel- und langfristig nützen.
4. Akquise ganz fix einplanen.
Die eben schon angesprochene Kontinuität ist einer der wichtigsten Erfolgsbausteine all Ihrer Akquisetätigkeiten. Gerade wenn Sie hauptsächlich fest angestellt sind, ist es umso wichtiger, dass Sie Ihren Akquiseplan einhalten. Das ist bei der Doppelbelastung nicht einfach, doch wenn es Ihr Ziel ist, über kurz oder lang von Ihrem jetzigen Nebenerwerb leben zu können, dann hilft es nichts! Je aktiver und zielgerichteter Sie Kundengewinnung betreiben, desto eher trägt sich Ihr Unternehmen. Wenn Sie das nicht tun, weil Sie keine Kraft oder keine Zeit dafür haben, dann ist das ein Zeichen dafür, dass die Mischung Festanstellung/Selbstständigkeit in der jetzigen Form nicht zielführend, sondern nur kraftraubend für Sie ist.
5. Die Festanstellung ausschleichen.
So schön – und vernünftig – es ist, eine sichere finanzielle Grundlage zu haben, so kann diese auch schnell zum Hindernis werden. Darum sollten Sie sich jetzt für die Zukunft Gedanken darüber machen, wie und wann Sie das Verhältnis zwischen Festanstellung und Selbstständigkeit zugunsten Ihres eigenen Business verschieben möchten.
In vielen Fällen lässt sich ein Reduzieren der Arbeitszeit tatsächlich realisieren. Je besser Sie Ihren Job machen und je anerkannter Sie im Unternehmen sind, desto aufgeschlossener wird Ihr Vorgesetzter darauf reagieren, auch wenn eine Reduzierung der Arbeitszeit bislang in der Firma vielleicht gar nicht üblich ist. (Denken Sie bei einem entsprechenden Gespräch auch daran, dass Sie gemeinsam eine Probezeit vereinbaren können, in der Sie beweisen können, dass der Laden weiterhin gut läuft, und in der Ihr Vorgesetzter aber auch die Möglichkeit hat, seine Zustimmung zurückzuziehen, wenn es nicht laufen sollte.)
Eine weitere Möglichkeit ist, vom Angestelltenstatus zum „externen Selbstständigen“ zu wechseln. Das hat zwar den Nachteil, dass Sie die Sicherheit der Festanstellung aufgeben, aber Sie haben dann die Möglichkeit, ein gewisses Kontingent an Stunden fest abrechnen zu können.
Manchmal geht in der bestehenden Firma nichts, und dann kann ein Zwischenschritt darin bestehen, sich um eine Teilzeitstelle woanders zu bemühen, wenn Sie das Gefühl haben, erst mal weiterhin ein festes Einkommen und parallel mehr Zeit für Ihre Existenzgründung zu brauchen.
Wichtig ist, dass Sie nicht einfach abwarten, ob/bis die Selbstständigkeit läuft, sondern dass die Selbstständigkeit in Ihrem Fokus bleibt und Sie Ihre Arbeitskraft und Zeit dahingehend richtig einschätzen und einplanen, dass Sie die Vollzeitstelle als Stütze, aber nicht als Fundament beibehalten. Sonst bremsen Sie sich und Ihr Business selbst aus.
Wie ist das bei Ihnen: Sind Sie gerade in genau dieser Situation?
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Anmerkungen & Kommentare
Freu mich uaf weitere Impulse...
LG @ Gitte, ich bin dabei meine "Systemische Beratung" als Label genauer auszuarbeiten. Danke nochmals.
Schöne Grüße
touché!!! Genau das ist es. Arbeite mit 25 Wochenstunden in Festanstellung (wg. des sicheren Rückhalts) - mit Schicht- und Wochenenddienst in meinem ersten Beruf. Parallel dazu der Aufbau der Selbständigkeit im zweiten Beruf: 2 Wochenstunden dort wo ich auch festangestellt tätig bin. Dazu auf Honorarbasis bei einem weiteren Arbeitgeber (gerade erst eingestiegen, zur Probe, die Stundenzahl kann sukzessive erhöht werden wenn es für beide Seiten passt). Und Nachhilfe gebe ich auch noch. Gar nicht so leicht, alles zu koordinieren. Langfristiger Wunsch ist es, nur noch im zweiten Beruf zu arbeiten. Alleinige Selbständigkeit ist mir zu heikel, deshalb wäre eine Teilzeitstelle im zweiten Beruf wohl günstig... Mal sehen was kommt (aber genau das ist ja der Satz der nicht wirklich weiter bringt *grinst).
Freundliche Grüße und ein Dankeschön für den Anstoß.
Im Jahre 2005 hatte ich überlegt, ob ich den von Ihnen beschriebenen Weg gehen soll:
Festanstellung mit hoher Stundenzahl und parallel dazu Einstieg in die freiberufliche Selbständigkeit.
Meine Energie blieb hauptsächlich bei der angestellten Tätigkeit. Ich habe aber die restliche Zeit gut für die Planung meiner Selbständigkeit nutzen können.
Im November 2005 waren meine Projekte im Angestelltenverhältnis beendet und meine Arbeitskraft war frei für meine Selbständigkeit. Erst jetzt begann genau genommen die wirkliche Ausrichtung auf meine freie Tätigkeit. Erst jetzt hatte ich wirklich den Kopf frei, mich meinen Zielen und Inhalten zu widmen.
Allerdings war es gerade in der Anfangsphase durchaus wichtig für mich - insbesondere aus finanziellen Gründen - meine Arbeitsleistung vorübergehend wieder als Angestellter zur Verfügung zu stellen. Aufträge und Kunden kommen ja schließlich nicht gleich am Tag der Unternehmensgründung auf einen zugeflossen. Das braucht schon ein paar Monate.
Auch das Gefühl, wirklich als Selbständiger für sich und seine Geschicke voll verantwortlich zu sein und die damit verbundenen Chancen und Möglichkeiten zu erkennen und tatsächlich zu verinnerlichen, hat sich erst eingestellt, als ich den Schritt zum hauptberuflichen Selbständigen vollzogen hatte.
Ich nehme mich selbst und meinen gewählten Beruf seither ganz anders, bewußter und irgendwie befreiter wahr.
Herzliche Grüße aus Hamburg
Norbert Jothann
herzlichen Dank für Ihr Feedback und die eigenen Erfahrungen. Gell, das ist gar nicht so leicht - auf der einen Seite die ganz richtige, gute und wichtige finanzielle Sicherheit, die die Festanstellung bietet - da spricht Norbert wohl auch allen aus dem Herzen: Aufträge kommen nicht über Nacht.
Auf der anderen Seite, was Martina auch bestätigt: Das Ausgepowertsein und gleichzeitig geht irgendwie nix voran. Doppelt blöd. Erschöpfend und blockierend, das nimmt zusätzlich Kraft und Energie, so richtig durchzustarten ...
... mit genau den Dingen, die Debra grad den Kopf verwirbeln: Struktur reinbringen, "rumhirnen" bis alles stimmig ist und für einen selbst - und die künftigen Kunden - passenden Konzept (und Namen ... hehe "rauchender Kopf" kann ich mir gut vorstellen Debra - denken und reifen lassen, dann kommen oft gute Möglichkeiten, etwa alternativ zur "systemischen Beratung" oder auch mit Zusatz oder oder oder) und dann auf "Kundenfang" ...
Und, Irene ("Irwo"), Sie haben ja besonders viel auf der Platte gerade! Und das noch bei so unterschiedlichen "Einsätzen" mit Schicht- und Wochenenddienst auch noch. Das ist ja allerhand.
Tatsächlich ist das "schaung ma moi, dann seng ma scho" (hihi - der Bayer schlägt durch) tatsächlich nicht soooo der Bringer gerade für Sie, Irene - wem sag ich das
Wer keine Luft hat, zu planen und was dafür zu tun, der wundert sich jedes Jahr wieder, dass schon wieder ein Jahr rum ist und alles gleichgeblieben ist ... außer die Puste, die einem mehr und mehr ausgeht ... und das wolln wir doch nicht.
Einen guten Start in die neue Woche
Gitte
ja, das was Sie schreiben, ist im Grunde mein Vorhaben. Die Festanstellung im alten Beruf (Krankenschwester) ist ohnehin befristet bis Ende September. Bis dahin möchte ich gerne die neue Tätigkeit (Psychologin) ausbauen. Und das Nachhilfe-Geben habe ich schon reduziert... Also bisher zwar noch Puzzlearbeit, aber so kurz nach dem Ende des Studiums ist einem "zu viel" Arbeit ja lieber als zu wenig.
Das mit dem In-der-Sonne-sitzen werde ich auf jeden Fall machen - schon alleine wegen der Psychohygiene und als Burnoutvorbeugung
Ihnen ebenfalls eine gute Woche.
Gruß Irene
Bin gerade auf der Suche nach einem Teilzeitjob, der mir mehr Zeit für mein Unternehmen läßt, denn ganz ohne Zubrot gehts noch nicht...
Grüße von
Brigitte Janson
ich arbeite auch "zweigleisig" und empfinde die Koordination im Momen sehr anstrengend. Meine Festanstellung möchte ich nicht missen (finanz. Sicherheit, gute Kontakte, wissenschaftliches Arbeiten, nette Kollegen...), kann ich aber auch stundenmäßig nicht ausweiten.
Meine Selbständigkeit läuft von der Auftragslage sehr gut, aber ich habe definitiv zu wenig Zeit um die Aufträge auszuführen und hinke immer hinterher, Fazit:permanent schlechtes Gewissen,manchmal unprofessionell,weil alleine...
Ich finde es klasse, daß es hier so einen regen Austausch gibt.
Wer Lust auf ein Co-Coaching hat, bitte melden- DANKE
Grüße
Sabine
Ich hab mir schon vor 7 Jahren eine (vom Wirtschaftsministerium geförderte) Unternehmensberaterin geleistet, die mich bei Versicherungs- und anderen Fragen heute noch unterstützt.
Seit ich den Entschluss gefasst habe - sogar ohne ihn gleich publik zu machen, kommen immer mehr Interessenten ganz ohne Werbung auf mich zu, so dass ich mit quasi einem Kundenstamm, der die Grundexistenz sichert, starten kann.
Schwierig ist, nicht zu viel zu planen, weil ich auch Zeit für langfristige schriftliche Projekte haben möchte, auch wenn sie nicht gleich Geld bringen.
Auf jeden Fall freue ich mich auf eine erfüllte Arbeitszeit.
Ich bin auch an Co-Coaching interessiert.
Allen Zögerern möchte ich noch sagen: Grundsätzlich realistisch zupackende Leute Fragen, was sie von der vollständigen Selbstständigkeit halten, Beratung für die Einzelheiten holen, und wagen!
Viele Grüße an alle LeserInnen!
Lisa
Unbedingt einen so genannten Businessplan erstellen.
existenzgruender.de
Eine gute erste Information darüber gibt es auf der Webseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) unter dem obigen Link.
Wichtig ist auch, genau zu berechnen, was ich als Stunden- oder Tagessatz brauche, um meine wirtschaftliche Grundlage nicht zu gefährden.
Aber das wird ja alles auf unternehmenskick.de gut erläutert.
Ich hatte anfänglich auch gezögert, sofort und absolut in die Selbständigkeit zu starten. Bei hing es aber damit zusammen, daß ich bereits vor zwanzig Jahren in die Selbständigkeit gestartet bin. Blauäugig ("Ich schaff' das schon!"), voller Energie, voller Tatendrang - aber mit den falschen Ratgebern und Partnern an meiner Seite. Das hat mich seinerzeit viel "Lehrgeld" gekostet - und mich in dieser Hinsicht zögerlicher werden lassen.
Ich denke, man/frau sollte die eigenen Produkte und/oder Dienstleistungen zunächst einmal sich selbst verkaufen.
Ein - aus meiner Sicht - guter Ratgeber hierfür ist das Buch "Das Minuten Verkaufstalent" von Spencer Johnson und Larry Wilson. Erschienen im rororo Verlag.
Ein weiteres gutes Buch, weil von einem Praktiker geschrieben, ist: "Großerfolg im Kleinbetrieb" von Hans-Peter Zimmermann. Erschienen im Redline Wirtschaft Verlag.
Und ein sehr gutes Medium, um Hilfe bei der Selbständigkeit zu bekommen ist: "unternehmenskick.de"
Wer sich vor dem Schritt in die absolute Selbständigkeit kurz selber testen will, kann dies mit Fragen unter diesem Link tun:
hier klicken
Hier geht es um die persönliche Eignung zum Unternehmer.
Veröffentlicht auf der Webseite der SOG Saarland - Offensive für Gründer. saarland.de
Ich wünsche allen viel Erfolg!
Herzliche Grüße aus Hamburg
Norbert Jothann
PS: Liebe Gitte, ich hatte "vergessen", daß wir ja seit kurzem, seit dem Online-Seminar, per DU sind.
@Irene: Ja, das stimmt natürlich - lieber "zu viel Arbeit" als zu wenig, das gilt ja nicht nur kurz nach dem Studium, sondern ist auch für so gut wie jeden Selbstständigen später immer mal eine feste Größe: dass sich manchmal die Dinge ballen und man sich wünscht, dass es sich etwas entzerrt. Nur wenn es zu lange geht, ist es auch nicht mehr schön, und da stufenweise reduzieren, wie Sie das ja schon tun und die Richtung auf das ZIEL zu richten, das immer fest im Auge behalten ... und natürlich das Sonne-sitzen auch!
@edel.weiss: Das ist doch eine gute Perspektive, die Festanstellung mittelfristig gegen eine Teilzeitstelle auszutauschen. Da können Sie dann einerseits etwas durchatmen, andererseits die gewonnene Zeit verstärkt ins "eine Gleis" stecken. Viel Erfolg dabei!
@Brigitte: Das ist toll, dass Sie Ihre Arbeit lieben. Eine idealerweise Ausgangsbasis gibt es ja kaum! Und dennoch, wie Sie schon sagen, ist es wichtig, sein eigener "Strippenzieher" zu bleiben. Das ist manchmal noch schwieriger, wenn man sich so wohlfühlt in der festen Arbeit. Und die Impulse, die Sie bekommen und merken, dass das durchaus auch positiv ist, das ist natürlich Gold wert! Viel Erfolg auch für Sie.
@Sabine: Gut, dass es prinzipiell so gut läuft bei Ihnen! ... aber das schlechte Gefühl und das stetige Hinterherhinnken (was ja auch wahnsinnigen Stress neben dem schlechten Gewissen bedeutet) und manchmal das Unprofessionelle, das Sie selbst sehen, das ist tödlich. Da machen Sie sich nicht nur selbst kaputt, sondern wenn es schlecht läuft, auch die jetzt gute Auftragslage. So ein CoCoaching ist sicherlich sehr hilfreich. Vielleicht möchten Sie im Co-Coaching-Artikel in den Kommentaren auch nochmal schreiben, dass und wen Sie in etwa suchen. Ich kann mir vorstellen, dass Sie da noch mehr Aufmerksamkeit für genau dieses Thema erhalten - denn hier im Strang schauen vermutlich schwerpunktmäßig diejenigen rein, die auch momentan zweigleisig fahren, und das ist für ein CoCoaching ja nicht Voraussetzung für Sie.
@Lisa: Danke für Ihre Erfahrungen und Tipps. Dass Sie sich gleich einen Berater zur Seite geholt hatten, sich mit Infos und Tipps in schriftlicher Form und im Austausch durcharbeiten, finde ich wunderbar. Das ist sehr hilfreich. Ich kann nur bestätigen, dass das Fragen von anderen, wenn man so richtig qualitative Antworten bekommen (nachfragen, nachfragen, nachfragen!), sehr viel bringt. Wegen CoCoaching auch an Sie den Hinweis, eventuell im dortigen Beitrag auch nochmal eine "Suchanzeige" in den Kommentaren zu hinterlassen. Ich weiß von einigen, dass sich darüber Leute schon zusammengefunden haben.
@Norbert: Herzlichen Dank für Deine hilfreichen Informationen und links ... und für die Erinnerung, dass Du auch beim Workshop dabei warst. Das ist jetzt für mich die Herausforderung, Namen zuzuordnen, vor allen Dingen, weil viele davon auch abgekürzt waren.
Einen schönen Tag Euch allen
Gitte
ein sehr interessantes Thema!
Nebenbei Selbständig sein führt dazu, diese Erfahrung konnte ich auch machen, dass man sich auf keines der beiden Standbeine voll konzentrieren kann und zu einer Zerissenheit führt und nicht zuletzt einem hohen Maß an Energieaufwand.
Ich stimme Gitte zu, dass es nicht zuletzt auf den Stellenwert angkommt, dem man die Sache beimisst.
Für mich habe ich beschlossen, dass es effektiver ist, mich auf eines zu konzentrieren.
Nachdem ich einige Zeit der Erprobung "Selbständig Sein" immer wieder feststellte : Das ist es!!
Habe ich es riskiert, mir eine Ausszeit der Festanstellung zu gönnen und mich voll und ganz dem zu widmen, was mir wirklich Freude macht.
Risikobehaftet ist es allemal - doch no risk no fun - und jetzt kommt es:
Ich fühle mich dabei superwohl in meiner Haut, wenn es zu beginn auch viel Ausdauer bedarf - Step by Step erfüllt sich mein Traum!
Ich wünsche allen die Richtige Entscheidung
Liebe Grüße
Ursula
der letzte Beitrag liegt ja schon einige Zeit zurück. Ich bin aber erst jetzt auf diese Spur gelangt. Arbeite eben auch zweigleisig. Meine Festanstellung 830 Std.) beansprucht mich aber weitaus mehr, weil ich sie flexibel (in einer starren Umgebung) gestaltet habe. Daraus entsteht - was Sie vermutlich gut kennen - ein "Allzeitbereit!" Mir macht meine Arbeit in der Festanstellung sehr viel Spaß. Aber zum einen sind die Rahmenbedingungen furchterregend und die Zielgruppe auf Dauer zu eng geschnitten. Also bin ich nun seit 10 Jahren dabei, mein eigenes Business aufzubauen mit dem Wunsch(denken): "Wenn die Nachfrage gut läuft, umzusteigen". Klappt natürlich nicht, wie Sie alle wissen und ich natürlich inzwischen auch. Aber da gibt es noch einen Ehepartner, der selbständig ist und für den ein Stück Sicherheit über mich sehr beruhigend ist. Diese Verantwortung lastet schwer. Aber natürlich verstehe ich ihn. Und er kennt auch alle meine Misserfolge. Also lautet seine Aufforderung: "Nun schaff doch erstmal Aufträge heran. Dann können wir weitersehen." Klappt eben nicht, wie wir wissen, weil ich unfrei bin, weil diese Doppelbelastung schon viel zu lange dauert, weil die Misserfolge an den Nerven zehren und entmutigen. - Aber meine Idee aufzugeben, wäre einfach zu schade. Was also tun, um das Muster zu durchbrechen? Und dabei noch einen veränderungsresistenten Ehemann mitzunehmen?Hier sind ja viele Frauen unterwegs. Gibt es eine, die in einer ähnlichen Situation ist und sie gemeistert hat? -
An Sie, Gitte, habe ich bereits eine eMail verfasst. Bisher fehlte mir noch die Traute, sie abzusenden. Nach Ihrem heutigen Newwsletter ist es auch nicht leichter geworden. Sie könnte falsch verstanden werden. Ich brauche noch ein bisserl Mut.
Herzliche Grüße
Brigitte
ja, das ist das typische Dilemma: beides irgendwie nebenbei geht nicht und blockiert.
Allerdings habe ich schon gerade gestutzt, wenn ich lese, dass Ihre Festanstellung für Ihren Ehemann die Sicherheit ist (was ja verständlich und okay ist), aber dass ihr Mann sagt: ""Nun schaff doch erstmal Aufträge heran. Dann können wir weitersehen." - Da hoffe ich jetzt aber, dass Ihr Mann seine Selbstständigkeit gut im Griff hat und bei ihm der Laden läuft, sonst ist das nicht fair ...
Her mit Ihrer E-Mail, Brigitte. Nachdem Sie es mit dem heutigen Newsletterthema in Verbindung bringen, wollen Sie mich um irgendeinen Gefallen bitten oder etwas fragen, oder? - Was immer es ist: Trauen Sie sich, den SENDEN-Knopf zu drücken!
Das Wichtigste - auch für alle Mitleser - ist es: SICH IMMER FRAGEN TRAUEN und nicht spekulieren, was der Empfänger wohl denken-meinen-sagen könnte. Wenn Sie nett zu mir sind, verstehe ich nichts falsch. Ich warte ...
Herzliche Grüße
Gitte
Herzlich
Brigitte
Es sind zwei Jahre seit dem letzten Beitrag vergangen... (Dieser Blog ist also ein "Longseller"
Was ich bei Gitte mag:
- Offenheit
- Ehrlichkeit
- Humor
Ciao!
Maria
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Gitte Härter •
in genau dieser Situation bin ich jetzt, ihre Beschreibung hat ins Schwarze getroffen und mich ordentlich wachgerüttelt!
Meine Festanstellung habe ich eigentlich nur aus "Sicherheitsgründen" (habe noch 2 zwar schon große, aber noch unterhaltspflichtige Kinder), die Selbstständigkeit geht nicht voran...und ich bin völlig ausgepowert, so darf es nicht weitergehen!
Herzliche Grüße
M. Acar-Tinnermann