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Nachhakappell!

Gitte Härter • 05.05.2010 • email Weiterempfehlen

Wie ist das eigentlich? Fassen Sie von selbst nach? Vor geraumer Zeit hatte ich ja schonmal geschrieben Durch Nachhaken motivieren Sie Ihre Kunden!. Dieser Artikel fiel mir jetzt wieder ein, denn ich habe erneut zwei Einzelunternehmer, die mich nur deshalb als Kunde nicht bekommen, weil sie nicht drangeblieben sind.

Mit Fall 1 habe ich Anfang Februar gemailt und gesagt, dass ich mich grundsätzlich interessiere und ganz gerne im März eine Probestunde machen würde. Die Selbstständige antwortete mir sehr freundlich: kein Problem, das geht. Ich solle mich einfach im März melden. Hab ich aber nicht. Denn zunächst ist es mir aus dem Kopf gefallen. Jetzt fiel’s mir wieder ein und so dringend war’s plötzlich nicht mehr. Hätte mich die Selbstständige von sich aus angerufen im März und gesagt: „Hier, Sie wollten doch die Probestunde machen, ich rufe an, damit wir einen Termin ausmachen“, dann wäre ich schon längst dort gewesen und hätte das Nachhaken als schönen Service verbucht.

Fall 2 ist eigentlich nicht wirklich nachhaken, sondern fällt wohl unter „interessierte Kunden verschusseln“. Da schreibe ich einem Selbstständigen vor Ostern eine E-Mail, dass ich ihn buchen möchte und vorab einige Fragen klären. Dann kommt eine E-Mail, ganz prompt: „Bin gerade auf Fortbildung, aber melde mich auf jeden Fall noch vor Ostern!“ War nicht so. Nach Ostern auch nicht. In der Zwischenzeit ist mein „Drang“, diese Leistung zu buchen, abgeebbt. Zum Zeitpunkt meiner Anfrage war es jedoch sehr dringend für mich und ich war mehr als auftragswillig.

Überprüfen Sie doch mal Ihr Nachhak-Verhalten! Es wäre doch ein Jammer, wenn Sie sich auf diese Weise Aufträge durch die Finger rinnen lassen.

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Angela Gaida am 05.05.2010
Holla,
jetzt saß ich doch eine ganze Weile vor dem Feedreader und fragte mich beduselten Sinnes, was wohl ein/eine Nachha-Kapelle sei. Es hat ein Weilchen gedauert, bis ich es kapiert habe. Wird wohl Zeit für einen Kaffee, oder ich hab mich am aktuellen Projekt kaputtgedacht.. *lach*.
Aber um auf die Frage zu antworten: Ich hatte auch schon solche Fälle wie den zweiten, dass ich mich gerade wegen einer Fortbildung oder so nicht direkt drum kümmern konnte. Verspreche ich dann einen Anruf, kommt der sofort in meinen Kalender, damit ich ihn nicht vergesse. Dranbleiben ist wirklich superwichtig.
Liebe Grüße,
Angela
Von: Norbert Jothann am 05.05.2010
Hallo, Gitte!

Danke für's Nachhaken.

Werde mein Verhalten überprüfen und das Ergebnis mit in mein nächstes Zeugnis einfließen lassen.
Von: Heike Eberle am 06.05.2010
Hallo Gitte,

der Nachhakappell - ja über den bin auch erst mal vom Wortstamm drübergestolpert. Aber ist es auch nicht so, dass wir in unserem wahren Akquiseleben über das Nachhaken immer wieder drüber stolpern:

- Die einen mögen das Nachhaken als Selbständiger gar nicht, weil sie meinen, sie würden dem Kunden auf die Nerven gehen --> guter Verweis auf Gittes neues Buch "Nerv nicht"

- Und die anderen lassen dem Kunden keine Zeit zum Durchatmen, weil sie zum Verkaufsabschluss massiv drängen.

Das sind sicherlich zwei Extreme und als Selbständiger braucht man das entsprechende Taktgefühl, wann der richtige Zeitpunkt zum Nachhaken ist.

Ich frage mich immer wieder, warum haben wir eigentlich Angst, beim Kunden freundlich nachzuhaken. Schließlich wollte er von uns ja ein Angebot und da dürfen wir doch wissen, wie sich der Kunde entscheidet, oder?

Ich habe kürzlich ein Angebot für Geschäftspapiere angefordert. Bislang hat noch kein Anbieter nachgefragt, ob sie mit mir ins Geschäft kommen. Mittlerweile überlege ich mir eine Eigenlösung...Da liegen potentielle Aufträge im Mailaccount und keiner greift danach, nur weil man versäumt in dieser schnelllebigen Zeit einmal nett nachzufragen.

Herzliche Nachhak-Grüße
Heike
Von: Gitte Härter am 06.05.2010
... hihihi: ja das mit der momentanen "Nachhakappell!"-Verwirrung ist natürlich Absicht. Ich musste selbst lachen, wie das aussieht und habe dann dem Klarheits-Gedankenstrich widerstanden. Ein gewollter Leserstopp sozusagen.

Danke für Eure Ergänzungen.

Und Heike, meistens kommt echt diese Scheu (wenn es nicht ein "Keine Zeit" ist <- die schlechtes Businessbremse, die es gibt) von der Angst zu nerven oder zu aufdringlich zu sein. Je "normaler" und lockerer und ehrlich interessiert man ist, desto weniger Scheu und Mühe macht's.

Mir blutet immer das Herz, wieviel man sich da echt durch die Lappen gehen lässt. Und Eure Kommentare zeigen ja auch schon, dass das keine Einzelfälle sind.

Schade gell: da sitzt an einem Ende jemand, der gerne Aufträge will - und am anderen säße ein Williger, der nur nicht abgeholt wird.
Von: Sylvia Grotsch am 10.05.2010
Mhm .... ich gehöre zu denjenigen, die "sauer" werden, wenn das Telefon klingelt und eine zugegebenermaßen sehr freundliche Stimme sagt: "Sie hatten neulich bei uns ....".

Ich geb zu, ich bin da oft etwas ruppig, sage "danke, ich melde mich".

Warum? Weil ich mich zu der Spezies Mensch zähle, die weiss, was sie will. Wenn ich ein Angebot will, dann greif ich danach, melde mich gleich oder lege es auf Termin für später.

Oder ich merke: Ich will es nicht und dann wandert es in den Papierkorb. Kein Anruf von der anderen Seite kann es dort wieder rausholen.

Daher hak ich auch grundsätzlich nie bei meinen potenziellen Kunden nach.

Vielleicht sollte ich einen Mittelweg gehen? Da die Nachfragen bei mir oft per Mail kommen könnte ich das "Nachhaken" ja auch per Mail machen?

Ich selber fühl mich durch eine Mail viel weniger "belästigt" als durch einen Acquiseanruf.

SG
Von: Gitte Härter am 11.05.2010
Hallo Sylvia,

ja, das geht bestimmt dem einen oder anderen Mitleser ebenso wie Dir - und dennoch ist die klare Empfehlung NACHHAKEN!

Zum einen ist der Unterschied von einem "Akquiseanruf" und einem NETTEN, PERSÖNLICHEN, AN MIR UND MEINEM ANLIEGEN EHRLICH INTERESSIERTEN MENSCHEN ein großer Unterschied, kommt also nicht als Drängeln o. Ä. an (da gilt wieder "Der Ton macht die Musik").

Zum anderen ist es - wie in den letzten Nachhak-Beiträgen näher beschrieben - aus Deiner Selbstständigen-Sicht immer ein Erhöhen der Erfolgsquote, dass eine Anfrage auch etwas wird: weil Du den Anfragenden nah an seiner Anfrage packst (wie ich in einigen Beispielen ja erzählt habe, und vielleicht kennst Du das auch: manchmal flaut bei einem alleine durch die Zeit der "Drang" ab, etwas zu kaufen - das kann eine Ware oder eine Dienstleistung sein, obwohl man sie ansich schon gerne hätte. Das ist nämlich auch wichtig: das zeitnahe Dranbleiben ist nicht gleichbedeutend mit "jemandem zu etwas überreden"!).

Die Befürchtung zu nerven oder bedrängt zu werden, kann man dadurch sofort lösen, indem man einfach weder nervt noch bedrängt. grin

Dass der andere ablehnen darf oder wie Du sagst "Danke, ich melde mich, wenn's aktuell wird", das ist ja immer klar.

Der FREIE WILLE, wie ich immer sage. Zum Glück gibt's den! Wir wollen ja auch nicht, dass wir alles tun müssen, was andere gerne von uns wollen.

Zu Deiner Frage mit mündlich oder schriftlich. Das kannst Du prinzipiell halten, wie Du möchtest. Beide Varianten MÜSSEN unbedingt wirklich persönlich auf DIESE ANFRAGE und DIESE PERSON ausgerichtet sein, sonst kann man's gleich lassen!

Ich empfehle das Gespräch, weil man da viel unmittelbar mit den Leuten in Kontakt kommt, viel mehr hört oder gleich noch Fragen, die aufkommen, klären kann - bei der E-Mail ist das nicht der Fall.

Meinen Kunden sag ich immer: Schöpf alle Möglichkeiten aus, die Du selbst hast und überlass es nicht alleine der anderen Person, wie es weitergeht.

Wie gesagt: Freundlich, interessiert, engagiert - aber im Sinne des möglichen Kunden und im Sinne Eurer Eigenpräsentation (und nicht in dem Sinne, einen Auftrag durchdrücken zu wollen, eh klar)!

Herzliche Grüße
Gitte

 

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