Selbstmanagement

Nachgefragt: Ihr Jahresmotto – Bilanz 2011

Gitte Härter • 27.12.2011 • email Weiterempfehlen

Und schon sind zwölf Monate vorbei. Zeit für die Bilanz zum Jahresmotto. Das Prinzip dahinter ist hier erklärt: Unter welchem Stern steht dieses Jahr?

Wie zufrieden sind Sie? Wie gut sind Sie auf Kurs geblieben, was hat sich geändert?

Meine Bilanz

Mein Jahresmotto “weniger arbeiten” von heuer muss ich eng zusammennehmen mit dem vom letzten Jahr: “radikaler Wandel”, denn vieles von den Änderungen im letzten Jahr habe ich heuer weiter etabliert und das eine hat mit dem anderen zu tun.

  • Nach über zehn Jahren Selbstständigkeit als Business-Coach und –Trainerin habe ich in 2010 meine Selbstständigkeit komplett auf das Schreiben fokussiert. Das war ein großer Schritt, denn es hat bedeutet, vieles, was ich aufgebaut hatte, zu verändern und neu zu etablieren. Schreiben ist einfach meins, und ich werde im nächsten Jahr einige weitere Veränderungen durchführen.
  • Nach zwei Dutzend Ratgebern habe ich beschlossen, dass ich keine typischen Ratgeber mehr schreibe, sondern entweder ein außergewöhnliches Thema im üblichen Format oder ein “normales” Thema im außergewöhnlichen Format. Auch das ist mit weniger Arbeit verbunden, weil es mehr Spaß macht und mir mittlerweile noch mehr entspricht. Das Buch, das ich aktuell schreibe, ist der perfekte Auftakt. Hihi. Das Thema verrate ich spätestens im Frühjahr.
  • Die beste Veränderung war, dass ich am Wochenende und abends nur noch in Ausnahmefällen E-Mails lese und beantworte. Das war sehr ungewohnt anfangs, weil ich es immer gemacht habe, aber ich habe gemerkt, dass ich sehr viel besser abschalte, wenn ich es nicht tue.
  • Arbeitszeitmäßig habe ich wohl dieses Jahr nicht wirklich weniger gearbeitet, aber gefühlt schon. Nicht nur, weil ich beruflich nur noch schreiben kann, sondern auch, weil ich noch öfter die eigenen vier Wände verlasse und im Café arbeite: Meine neue Freiheit: das Netbook,
  • Ich mache regelmäßig draußen Sport. Also nicht vom Schreibtisch ins Fitnessstudio, sondern wirklich raus in die Welt. Nicht nur abends im Bootcamp im Englischen Garten, sondern ich unterbreche meine Arbeit auch tagsüber, um draußen seilzuspringen. In Zusammenhang mit der im letzten Jahr eingeführten gesünderen Ernährung bin ich in zwei Jahren 13 kg leichter geworden. Der Home-Office Speck ist weg.
  • ... und ich habe mir heuer öfter erlaubt, die Freiheiten der Selbstständigkeit auszunutzen und morgens öfter einfach ohne Wecker so lange zu schlafen wie ich will. Eine kleine, aber feine Freiheit. grin

Insgesamt bin ich mit den diversen Änderungen also durchaus zufrieden, auch wenn das “weniger arbeiten” sich in anderer Form gezeigt hat und es eher die kleinen Schritte sind, die einen großen Effekt haben.

Da die aktive Resonanz hier in den Kommentaren nicht so groß ist, gehe ich davon aus, dass die Jahresmotto-Idee mit den Updates nicht so interessant für Sie ist. Darum ziehe ich dieses Thema im nächsten Jahr nicht weiter.

Aus Erfahrung kann ich Ihnen aber sagen, dass es durchaus eine gute Idee ist, das Jahr unter ein gezieltes Motto zu stellen und dann – ganz für sich – alle Vierteljahre zu schauen, wie Sie auf Kurs sind.

Hatten Sie in diesem Jahr ein Jahresmotto? Wie sieht Ihre Bilanz aus?

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Silke Bicker am 28.12.2011
Hallo Gitte,

dann traue ich mich mal als Erste hier etwas einzutragen.
Mein Motto: Mehr Privatleben und Versuch das Pareto-Prinzip für die Arbeit anzuwenden.

Das mit dem Pareto-Prinzip funktioniert immer besser. Auf´s und Ab´s kommen hier auch noch vor. Seitdem ich mich damit herum schlage, funktioniert irgendwie auch mein Selbstmanagement im Büro besser:
- ich halte meistens meine Pausen ein. Im Winter genieße ich zwei Stunden Mittagspause und bin dann echt draußen, bevor es mich wieder an Schreibtisch verschlägt. Auch mein Organismus weiß: nach 60 oder 90 Minuten nehme ich mir 5 bis 15 Minuten Pause, erst danach geht es weiter. Ob darin der Abwasch erledigt wird oder ein Gang zum Postkasten oder Dehnübungen auf dem Balkon oder Gute-Laune-Musik hören - alles ist möglich!

- entweder habe ich ein freies Wochenende ab Freitag 15 h oder einen freien Tag mitten in der Woche. Letzteres, wenn am Wochenende etwas lief: Fortbildung halten oder selbst teilnehmen. Beides ist Arbeit und den Ausgleich nehme ich mir direkt in der Woche darauf. Auch dann, wenn das kommende Wochenende frei sein sollte. Tut richtig gut!
- Die Zeit der Raunächte habe ich semi-frei. Ich gucke keine Mails nach, arbeite an der Strategie für nächstes Jahr und sinne auf ein Motto für 2012.

- Meine E-Mails und auch die dienstliche Post gucke ich am Wochenende nicht an. Für letztere gibt es eine Ablage, wird am Montag bearbeitet. Mein Berufs-Handy ist dann auch aus und wird maximal aufgeladen. Welch eine Erleichterung!

- 1 x im Monat fahre ich momentan zweimal sechs Stunden mit dem Zug und genieße die Fahrt. Dafür nehme ich nur das Nötigste mit plus ein gutes Buch und gucke zwischen Bonn und Mainz aus dem Fenster: das Rheintal - immer wieder herrlich und so entspannend:-)
Früher hätte ich mir etwas zum Arbeiten mitgenommen.

- Ab und zu tritt die Arbeitsfalle ein. Wenn Schreiben zu viel Spaß macht, kann ich viel zu lange pausenlos schreiben. Am PC. Und am nächsten Tag schreien Augen, Nacken und was sonst noch so damit zusammen hängt. Sträflich und vermeidbar. Ich vermeide diesen Zustand immer öfter, nicht immer gelingt es.

- Privat freue ich mich auf meinen nächsten Urlaub und die kleinen Veränderungen, die durch obiges mit hinein spielen. Komischerweise habe ich dadurch nämlich mehr Zeit für mich und Freunde.

- Meine Ernährung habe ich vor zwei Monaten umgestellt. Mehr Grünzeug und wenig Zuckerhaltiges. Mehr Bewegung und Entspannung zusätzlich eingebaut, alle drei Säulen kommen auch meinem Beruf zu Gute:-)

Das Motto für nächstes Jahr wird eine Erweiterung des diesjährigen sein, denke ich.

Danke für Deine Anregung zu einem "Jahresmotto", Gitte!

Grüße und guten Rutsch,
Silke
Von: Maria am 30.12.2011
Liebe Gitte!
"In Zusammenhang mit der im letzten Jahr eingeführten gesünderen Ernährung bin ich in zwei Jahren 13 kg leichter geworden."

Hut ab!
Gratuliere!
Da staune ich!

Mein Motto: Mehr verdienen!
(damit Vorsätze funktionieren, muss man genau angeben - "mehr/weniger" sind zu schwammig - deshalb lege ich, für mich, die Summe fest... bin auf den 31.12.2012 gespannt)

Alles Gute im Neuen Jahr, Gesundheit und Erfolg wünscht dir
Maria
Von: Angela Braun am 31.12.2011
Hallo Gitte,

auch ich hatte dieses Jahr ein Jahresmotto. Ich gebe zu, schon davor hatte ich deine Anregungen dazu gelesen, sie aber einfach nicht aufgegriffen.

Mein Motto: "Carpe diem und lebe deinen Traum"

Also nicht tagträumend durch´s Leben wanken, sondern den eigenen Lebenstraum definieren und jeden Tag etwas dafür zu tun, um ihn zu realisieren.
An manchen Tagen, an denen der Terminkalender eh schon voll war, gab es nur Minischrittchen oder ein Brainstormin o.ä.
Doch alles in allem bin ich viel weiter gekommen, als ich mir noch Anfang des Jahres hätte vorstellen und bin absolut zufrieden mit meinem 2011!

Auf ein erfolgreiches 2012!

Angela
Von: Eric am 02.01.2012
Na ja "Übung macht den Meister" war wohl eher das Motto meines letzten Jahres! Ich hoffe nur, das es dieses Jahr nicht "Jedes blinde Huhn pickt mal einen Korn" ist.
Von: Renate am 08.01.2012
Auch wenns komisch klingt - ich habe mich jetzt dazu durchgerungen, dass mein Motto sein wird: "Mal (ein bisschen) auf den Lorbeeren ausruhen"!

Die letzten Jahre waren sehr anstrengend, sehr arbeitsintensiv und seit letztem Jahr ernte ich die Früchte. Ich bin mehr als ausgelastet, alles passt rundherum. Und ich muß mich jetzt einfach wirklich bremsen und mein Aktivitätslevel nicht noch höher treiben. Deshalb habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen, nicht permanent nach Optimierung und Steigerung zu streben, sondern dieses Jahr einfach zu leben. Der Terminkalender ist bis Ende des Jahres voll, die dafür notwendigen Vorarbeiten habe ich in meinem inzwischen umfangreichen Fundus. Sicher gäbe es immer was zu verbessern, aber für dieses Jahr wirds auch so gehen.

Bestimmt werde ich zwischendurch mal schwach werden, dazu bin ich zu perfektionistisch veranlagt. Aber ich werde alle Verbesserungstendenzen bewußt klein halten und mich immer wieder an mein Motto erinnern.
Von: noelani am 09.01.2012
Danke für die vielen Anregungen. 2011 war für mich ein gutes Jahr. Ich habe mir erlaubt, Zeit für mich zu nehmen und zu geniessen. Ich bin alleine gereist. Ich war auf Kur und habe anschließend 11kg in ca. 2 Monaten abgenommen. Ich habe es zeitweise geschafft, meinen inneren Frieden zu finden. Ich bin beruflich viel kürzer getreten und habe dadurch die Tür zu meiner Kreativität wieder aufgestossen. Ich koche jetzt gerne nur für mich mit frische Produkten. Für 2012 wünsche ich mir, dass sich dieses, mein neues Lebensgefühl fortsetzt. Ich liebe meine Arbeit. Ich brauche auch viel Zeit für mich zum Kraftschöpfen und entwickeln neuer Ideen. Ich wünsche uns allen ein energiereiches, traumhaftes und erfolg-reiches Jahr 2012 Noelani
Von: Irene am 10.01.2012
Seit Jahren setze ich mich mit meinem Jahresmotto eher unter Druck als dass es mir wirklich etwas bringt. Das habe ich aber jetzt erst feststellen müssen, als ich mein Jahr 2011 reflektiert habe.

Es sollte mein Jahr der Ernte werden - ich wollte (endlich) ernten, was ich die Jahre davor oft unter großen Anstrengungen vorbereitet hatte. 2011 sollte nun endlich der ERFOLG mit meiner Freiberuflichkeit eintreten. Mehr Kunden, mehr Geld, mehr finanzielle Freiheit.

Was passiert ist, war aber etwas ganz anderes. Das Jahr der Ernte lief überhaupt nicht. Ich hatte zwar mehr Kunden, aber dafür weniger Geld und war am Ende eher frustriert über die magere Ausbeute. Ich habe dann nicht mal mehr die Dinge gemacht, die mir mal Spaß gemacht hatten.

Dann fand ich in meinem Bücherregal ein Buch und wusste, dass dies nun mein Motto für 2012 sein wird. Es heißt: "Für die Freude entscheiden" und ich habe es vor ein paar Jahren mal gelesen, aber offensichtlich nicht wirklich verstanden. Ich werde es zu meinem Buch und meinen Motto für 2012 machen. Ohne Freude kein Erfolg - das gilt jedenfalls für mich, und die Freude hat mir gerade in 2011 ganz deutlich gefehlt. Ich denke, das wird mein Leben und Arbeiten freundlicher machen grin
Von: Christoph Simon am 16.01.2012
Mein Motto des Jahres heisst: Klarheit und ist zugleich das Jahr des Traffics.

Einen Co-Working-Place habe ich mir ausgesucht, was schon mal gut ist.

Dann suche ich noch ein gutes Café in Berlin wo ich mit meinem Netbook arbeiten kann.

Morgens ein wenig länger schlafen und die Frieheit der Selbstständigkeit ausnutzen geniesse ich.

Emails zu lesen in eng begrenzten Zeitfenstern ist mir jetzt gelungen. Da geht noch mehr.
Von: Gitte Härter am 16.01.2012
Hallo zusammen,

vielen Dank für die zahlreichen Kommentare! Es ist immer spannend - und wie ich finde, auch sehr inspirierend - zu lesen, was andere so in den Fokus stellen.

Das mit dem Jahresmotto ist dann besonders nützlich, wenn es so richtig konkret ist und man dann konsequent ETWAS DAFÜR TUT. Darum hatte ich die letzten zwei Jahre auch vierteljährlich nachgefragt (und eigentlich auf mehr Resonanz gehofft).

Sonst ereilt solche Kernziele meist das Schicksal von guten Vorsätzen: man nimmt sie sich vor und tut dann nichts dafür. Wäre ja schade drum!

Viele Grüße
Gitte

 

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