Erfolgsprinzipien

Mühen Sie sich vergeblich ab?

Gitte Härter • 22.03.2010 • email Weiterempfehlen

Letztes Jahr war ich auf einem Jazzkonzert in einem Restaurant. Wir saßen fast direkt vor der Bühne: zwei Saxofonisten, ein Schlagzeuger, ein Kontrabassspieler und ein Pianist. Dummerweise war die ganze Chose nicht gut ausgesteuert, denn man hörte das Klavier überhaupt nicht.

Was man sah, war ein Pianist, der sich die Seele aus dem Leib spielte. Leider vergeblich. Man hörte ihn nicht. Das war fast schon Satire, denn er hängte sich ersichtlich rein und ging voll in der Musik auf.

Wie blöd, dachte ich mir. Alles umsonst.

Na ja, mag man jetzt sagen, er selbst und die Band haben sich ja gehört. Also hatte er seinen Spaß – und er hat ja auch für sich gespielt.

Schon, aber:

  • er wollte für Publikum spielen,
  • sein voller Einsatz ist komplett verpufft,
  • und das Gesamtergebnis hat gelitten: Die Musik wäre viel besser mit Klavier gewesen. Und so war nicht nur seine Energie für die Katz, sondern die Band hätte besser geklungen und das Publikum nicht nur ein noch schöneres Konzert gehört, sondern vielleicht einen komplett anderen Eindruck gewonnen (was sich auch auf künftige Fans und Buchungen auswirkt).

Wie bei Selbstständigen!

Natürlich habe ich mir auch gleich gedacht, dass das ein perfekter Vergleich für uns Selbstständige ist. Wie oft hängen Sie sich total rein,

  • in die Akquise,
  • für einen Vortrag,
  • bei der Arbeit für einen Auftrag,

und man bekommt gar nicht alles wirklich mit, was Sie getan haben!
Das kann sein:

  • besonderes Engagement,
  • viel knifflige oder kluge Hintergrundarbeit, die man dem Ergebnis nicht ansieht,
  • Arbeit, die Sie leisten, die dann aber ein anderer präsentiert, sodass man gar nicht weiß, dass Sie der Kopf dahinter waren.


Es kann aber auch sein, dass Ihre ganze Energie und Ihre Arbeit verpuffen, weil Sie

  • Ihre Leistung falsch verpacken,
  • sich die falsche Zielgruppe aussuchen,
  • Werbe- oder Akquisemaßnahmen da machen, wo sie nicht (genug) wahrgenommen werden.


Und dann gibt es noch den Fall, dass Sie sich total verausgaben für eine Sache, die Ihnen im Ergebnis gar nicht das bringen kann, was Sie aufwenden. Nehmen wir den wichtigen Bereich der Kundengewinnung.

Sagen wir, Sie haben fünf verschiedene Wege, Ihr Marketing zu verbessern – und einer davon ist Ihre Website. Und jetzt brauchen Sie den Großteil Ihrer Energie und Arbeitszeit dafür, dass Sie dauernd an der Website rumbasteln: noch größer, noch schöner … wo es doch sehr viel mehr Effekt hätte für Ihre Kundengewinnung, wenn Sie einmal eine gute Imageseite hinstellen und sich dann mit vollem Einsatz darauf stürzen, die Seite mit anderen Marketingaktionen zu flankieren, die wirklich unmittelbar zu Aufträgen führen. Denn eine Website, die hübsch und inhaltlich supertoll ist, aber nicht aktiv beworben wird, bringt fast nichts.

Wie merkt man, ob es einem wie diesem Pianisten geht?

Tja, das ist jetzt einer dieser unbefriedigenden Momente, wo ich nicht einfach mit „Machen Sie 1, 2 und 3“ aufwarten kann, denn hier kommt es natürlich auf viele einzelne Bausteine an: Was machen Sie wie wo für wen mit welchem Ziel? Und selbst dann wäre das noch nicht genug, denn Sie kennen das mit dem Teufel und dem Detail.

Ich habe diesen Artikel geschrieben, damit Sie dran denken, immer das Gesamtbild zu prüfen:

  • Sieht man wirklich das, was Sie reinstecken?
  • Bringt das, was Sie tun, wirklich das Ergebnis, das es bringen könnte?
  • Und: Erkennt man Ihren vollen Einsatz und kann man ihn auf Sie zurückführen, wenn Sie im Team mit anderen arbeiten oder jemandem beim Kunden zuarbeiten, der Ihre Arbeit dann intern vertritt?

Ihre Gedanken zum Thema?

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Regina Haberfellner am 23.03.2010
Dieses Beispiel finde ich sehr interessant, denn es geht ja dabei auch um ein Team.
Mir ist sofort der Gedanke gekommen: Ist das jedes Mal so, dass der Pianist untergeht? Spielt er denn in der richtigen Band oder wäre er in einer anderen besser aufgehoben? Oder liegt es wirklich nur an der Aussteuerung, also an etwas, das wahrscheinlich leicht zu ändern wäre?
Von: Marius Furche am 23.03.2010
Hallo Gitte, ich weiß gar nicht, warum mich der Artikel so sehr anspricht...
Da der Blog öffentlich ist, möchte ich einfach nur Dabke für diese Gedanken sagen. Aber auch Regina, Dein Weiterführen stimmt sehr nachdenklich...
Besinnliche Grüße von MArius.
Von: Regina Haberfellner am 23.03.2010
Hallo Marius! Ein Blick auf deine Website verrät, warum dich der Artikel so anspricht wink

Liebe Grüße aus Wien
Regina
Von: Gitte Härter am 24.03.2010
... auch von mir vielen Dank für die ergänzenden Gedanken, Regina.

Und Marius: haha, ich WUSSTE, dass Du schreiben würdest wink

Einen schönen Tag zusammen
Gitte

 

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