Selbstmanagement

Mehr fordern ... sich und Ihre Kunden

Gitte Härter • 26.11.2010 • email Weiterempfehlen

Ich vorhin beim Probetraining: „30 Kilo? Nie im Leben“ – „60 Kilo! Spinnen Sie?“ Ächz ächz stöhn stöhn. Raus bin ich mit dem Gedanken an diesen Artikel hier: Sie können mehr, als Sie denken ... und ein paar philosophischen Gedanken zum Thema sich und andere fordern.

Kunden fordern

Sport ist ja jetzt mal nur ein Beispiel. Aber stellen Sie sich mal vor: Ich mache seit 20 Jahren Sport in verschiedenen Fitnessstudios. Gerätetraining habe ich zwar nie forciert, aber ich hatte durchaus verscheidene Trainingspläne, die mir erstellt wurden. Der Trainer heute hat überall locker das Doppelte, manchmal das Dreifache an Gewicht verlangt als es jemals ein Trainer zuvor gemacht hat. Deshalb war ich so schockiert und schwächlich ... hihi. Der Clou ist aber: Diese höheren Gewichte gehen. Unter Ächzen und Stöhnen. Aber sie gehen.

Jetzt denke ich mir natürlich: Du liebe Zeit, wie viel effektiver wäre mein ganzer Sport gewesen, wenn ich mich selbst (durch fordernde Trainer) über die Jahre viel mehr gefordert hätte?

Und dann frage ich mich natürlich: Wie viel motivierter sind Kunden, wenn man mehr aus ihnen rausholt (auch wenn es manchmal erstmal schmerzt), wenn man nicht zu niedrig ansetzt, wenn man sie konsequent fordert? Wie viel begeisterter und empfehlungsbereiter sind sie, wenn sie merken, welche sehr viel größeren Sprünge sie dadurch machen.

Die guten Dienstleister sind immer auch ein wenig unbequem:

  • Wenn der Grafiker nicht einfach ein Logo umsetzt, weil „Blau“ die Lieblingsfarbe des Kunden ist, sondern erstmal genauer aus dem Kunden rausquetscht, wie er wirken möchte, was ihn ausmacht und und und
  • Der Trainer, der seine Kurse interaktiv mit Rollenspielen und schwierigeren Gruppenarbeiten macht, auch wenn sich die Gruppe erstmal mit Händen und Füßen sträubt und lieber nur dasitzt und Notizen macht.
  • Der Computerfachmann, der sich weigert, eine unsinnige Sache zu programmieren und etwas Besseres vorschlägt (auch wenn es mehr Argumentieren erfordert).

Was sind Möglichkeiten in Ihrem Beruf, Ihre Kunden mehr zu fordern?  Wo sind Sie vielleicht bisher auch schon unbequemer und pingeliger als das Ihre Wettbewerber sind?

sich konsequent aus der Komfortzone holen

Das gilt natürlich auch für uns selbst. Sagen wir, Sie haben Angst davor, vor Gruppen zu sprechen oder alleine zu Veranstaltungen zu gehen. Aber nicht solche Angst, dass Sie gleich zusammenbrechen, sondern einfach das übliche Maß an Knieschlottern.

Jetzt gibt es die einen, die solche Situationen meiden.

Und es gibt die anderen, die sich sagen: „Komm, ich hab schon ganz andere Sachen gemeistert!“ Ich habe schon mal erzählt, dass ich mich nicht gerne von solchen Angstgefühlen kleinkriegen lasse, sondern mir zur Devise gemacht habe: Das probiere ich aus und mache es, um mir zu beweisen, dass ich es kann. Wenn ich es danach nie mehr machen möchte, mache ich es nie mehr, aber ich lasse mich nicht von Haus aus in die Knie zwingen.

Das ist aber natürlich noch nicht alles. Denn es gibt ja auch noch die Bequemlichkeit. Die tritt immer dann besonders ein, wenn man etwas neu lernen oder anders tun sollte.

Sagen wir, Sie machen ganz umständlich Ihre Korrespondenz, weil Sie sich einfach mit Word & Co. nicht gut auskennen. Sie wissen: Ich müsste nur mal das Computerprogramm richtig lernen ... aber a) ich mag nicht b) ich habe keine Zeit c) bevor ich das lerne, mache ich es lieber umständlich wie bisher, da bin ich schneller fertig, als so einen Kurs zu machen.

Auch das fällt unter “sich einmal richtig fordern”, um es künftig viel müheloser, besser und zeiteffektiver zu machen.

Was sagen Sie zum Thema Fordern? Vielleicht würden Sie manchmal gerne - und denken sich Ihren Teil -, scheuen aber die Konfrontation?

 

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