Letzte Woche habe ich mich in eine Firma verliebt. Es war Liebe auf den ersten Blick.
... oder sollte ich sagen „Liebe auf den ersten Affen“?
Ich laufe gelangweilt den Bahnsteig auf und ab, weil die U-Bahn nicht gleich kommt. Dabei schaue ich mir automatisch die Werbeplakate an, die meistens stinklangweilig sind. Diesmal aber reißt es mich: Hä? Ein trauriger Affe? Näher hingeschaut.
Auf dem Plakat ist folgendes Bild:

... etwas größer:

Mein Lachanfall hallt durchs Gewölbe.
Eye gecatcht.
Zuhause dann die Website aufgerufen: innocentdrinks.de und mit jedem Klick wurde ich noch begeisterter. Das ist ja mal ein Paradebeispiel, wie pfiffig man auftreten kann und mit wie vielen netten Gestaltungs- und Textdetails man punkten kann!
Zum Beispiel die Kontaktseite:
Da steht dann unter anderem:
Hallo. Wenn Du magst, komm uns auf einen Smoothie besuchen*:
... und weiter unten:
* Wir essen sehr gerne Kuchen.
... und es gibt natürlich auch die „schlimmen Fotos“. Klicken Sie mal rüber auf die Kontaktseite von Innocent: unter anderem findet sich dort nämlich ein Foto mit der Aufschrift „Gegen das Vergessen“, wo frühere Mitarbeiter aufgelistet sind – mit einem wunderbaren Einleitungstext.
An Händler, die die Innocent-Smoothies verkaufen wollen: “Wir lieben unsere Smoothies und behandeln sie gut. Deshalb geben wir sie nur an nette Menschen, die liebevoll mit ihnen umgehen.“
Was für eine schöne Botschaft auch für jeden potenziellen Kunden! Die Website ist voll von solchen Details, witzigen und gleichzeitig „aussageschwangeren“ Texten.
Das ist noch nicht alles
Wenn ich bei Firmen nachfrage, ob ich ein Produkt auf der Website abbilden und dazu schreiben darf, warum ich es so toll finde, bekomme ich unterschiedliche Reaktionen. Manchmal melden sich Firmen gar nicht. Manchmal sind die Leute total nett und freuen sich über die damit verbundene Werbung.
Von Innocent bekam ich ganz schnell eine nette, lockere positive Antwort, dass sie sich freuen und ein Kollege deswegen grad am Tisch rumhüpft. Außerdem wurden mir stiltreu „Fruchtige Grüße“ gewünscht.
Ich bin sowas von begeistert!
Hier hat die ideale Kette funktioniert:
„Werbung gemacht, die ankommt“ (nur durch die überraschenden und witzigen Details)
„sofort Emotionen geweckt“ (ich habe laut losgelacht und fand die Firma sofort sympathisch, so dass ich ...)
mir unbedingt die Website anschauen wollte (die die ursprüngliche Begeisterung und den Witz nahtlos fortgeführt und vertieft hat)
Kontakt aufgenommen habe (mit der Anfrage, ob ich das Bild abdrucken und damit ja für sie Werbung machen darf!)
und unsere Beziehung wurde prompt besiegelt und verstärkt (durch die schnelle und sehr lockere + menschliche Antwort)
Hiermit kennen Sie die Firma und sehen sie durch meine Begeisterung in einem vorteilhaften Licht. Beim nächsten Mal, wenn Sie an den Smoothies vorbeilaufen, gucken Sie zweimal und lächeln: “Ach, das sind ja die mit dem traurigen Affen!”
Bravo!
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Anmerkungen & Kommentare
Es gibt übrigens auch zwei Bücher mit (zuweilen sehr...äh..kreativen) Rezepten von Innocent. Hoch die Smoothiebecher!
da ist mir etwas ganz ähnliches passiert. Allerdings "nur" in einem NL.
Die Erbsenzähler - was kann das sein?
Natürlich Buchhalter und Controller... Um 3 UHr früh gemailt
Mein Kommentar: eigentlich mag ich keine Erbsenzähler und gleich eine witzige Antwort bekommen.
Die Homepage: der-erbsenzaehler.de
Klein aber fein...
Kaschu
"Bananentrauma" ist auch ein super Wort! Das ist immer besonders schön, wenn man so ein Schätzchen im Ausland kennenlernt und es das dann hier auch gibt. - Danke für den Hinweis mit den Rezepten.
@Kaschu
Das ist ja ein wunderbares Beispiel mit dem "Erbsenzähler"! Mit solchen Klischees arbeiten und dann auch noch obendrauf witzig zu sein: besonders in so einer Branche macht man da gut Punkte!
Sehr angenehm auch die Erbsenzähler
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Gitte Härter •
Und beim nächsten Supermarktbesuch werde ich wohl doch mal die "teuren" Smoothies mit dem Affen probieren.
DANKE!