Selbstmanagement

Krank!

Gitte Härter • 31.10.2008 • email Weiterempfehlen

Ich bin krank. Und angenervt, weil es nicht aufhört. Dabei sollte ich mich nicht so anstellen, ist ja wenigstens nur eine fiese Erkältung. Also nicht tragisch und zeitmäßig noch nicht mal besonders lange. Guter Anlass, ein paar Takte über Krankheit und Selbstständigkeit zu schreiben.

Angestellt krank/selbstständig krank

Früher ging ich wesentlich lockerer mit Erkältungen um:

  • Ich schleppte mich mit einem Riesenkopf und einem Arsenal an Taschentüchern in die Arbeit, auch wenn ich auf dem Zahnfleisch daherkam: So lange man noch aufrecht sitzen kann, geht Arbeit auch!
  • Wenn andere erkältet waren, dachte ich mir nichts dabei. Das ist halt so. Man kommt ja ständig mit kranken Leuten in Berührung. Wer weiß, wer die Türklinke vorher angefasst hat.


Seit ich selbstständig bin, ist das anders. Und da gerade zur Zeit ja von allen Seiten wieder die Erkältungswellen schwappen, hier ein paar Anregungen (die Sie vielleicht eh beherzigen, vielleicht aber auch nicht):

  • Fahren Sie zurück, wenn es geht! Ich weiß, dass es schwer fällt – mir auch -, aber wenn es geht, schauen Sie, dass Sie bei den ersten Anzeichen einer Erkältung sofort auf Ruhe schalten. Packen Sie sich gut ein, trinken Sie Tee und schlafen Sie sich aus. Häufig lässt sich dadurch der Anflug einer Erkältung buchstäblich im Keim ersticken.

    Ob es Einbildung ist oder nicht: Ich habe auch schon manchmal erfolgreich mit mir selbst verhandelt, wenn ein Halskratzen oder Kopfweh gerade völlig unpassend kam. „Lass mich das Seminar am Wochenende noch machen, ab Montag darfst Du krank sein.“ Probieren kann man’s ja mal.

    Wenn es schon zu spät ist, dann helfen Sie Ihrem Körper, schneller gesund zu werden, wenn Sie ihm Ruhe gönnen. Dann laufen sich auch nicht Gefahr, eine Erkältung zu verschleppen und sich wochenlang damit rumzuplagen.

    Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das oft schwer fällt, besonders wenn man eigentlich so viel machen wollte oder muss wegen Terminen. Oder wenn es ja schon irgendwie geht und man nicht komplett von der Krankheit dahingerafft wird. So richtig leistungsfähig ist man nämlich nicht. Und dann uneffektiv am Schreibtisch rumzumachen bringt es auch nicht. Dann lieber gleich auf die Couch.

  • Gehen Sie mit dem Ansteckungsrisiko sorgsam um. Auch wenn Sie selbst der Meinung sind, „das gehe schon“, so sind andere nicht gerade voller Freude, wenn sie sich bei Ihnen eine Erkältung einfangen. Klar ist das Risiko überall, aber es muss ja auch nicht gerade unnötig erhöht werden.

    Wenn sich ein Termin nicht vermeiden lässt, warne ich die Geschäftspartner oder Kunden vor: „Ich bin eine Virenschleuder. Wollen Sie mich trotzdem in Ihrer Nähe haben?“ Das ist nicht nur ein schöner Anlass, gemeinsam zu lachen und über Krankheiten zu philosophieren, sondern Sie zeigen als Kranker auch Rücksicht. Manchmal wollen die Leute dann lieber doch noch etwas warten, manchmal sagen sie: „Ach, ich bin hart im Nehmen. Das geht schon.“

    In diesem Fall sollten Sie als Kranker vor Ort den anderen von der Höflichkeit entbinden: „Ich gebe Ihnen nicht die Hand! Wir müssen es ja nicht rausfordern.“

    Natürlich gilt das auch umgekehrt: Wenn in meinem Bekanntenkreis Leute krank sind, warne ich sie, nicht in meine Nähe zu kommen, wenn es nicht sein muss. Ein gemütliches Kaffeepläuschchen lässt sich die Woche drauf auch wunderbar durchführen, da muss das unnötige Risiko der Virenübertragung nicht sein.

Das Leiden hat auch einen Vorteil ...

Tipp für Akquisescheue: Telefonieren Sie, wenn Sie total erkältet sind. Das klingt so leidend, dass Ihnen ein „Oooooh-Faktor“ sicher ist. Und es ist das perfekte Smalltalk-Thema, das Sie gleich auf eine persönlichere Ebene bringt. – Für irgendwas sollten Krankheiten auch gut sein, oder? wink

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Heike Thormann am 31.10.2008
Das Witzige ist, dass ich, seit ich selbstständig bin, nur einmal krank war (Sommergrippe). Und da musste ich auch emotional einiges verdauen.

Früher haben mich dafür Erkältungen mindestens zweimal im Jahr heimgesucht.

Mit anderen Worten: Eine hohe Lebensqualität / Zufriedenheit mit Leben und Beruf (und das ist bei mir der Fall) ist ein exzellenter Schutz vor Krankheiten. wink

Gute Besserung, Gitte. grin

LG Heike
Von: Gitte Härter am 31.10.2008
Hallo Heike,

danke für die guten Wünsche. Die brauch ich!

Das ist natürlich genial, wenn Du so wenig krank bist. Zufriedenheit und hohe Lebensqualität sind natürlich beste Grundlagen.

Und als Selbstständiger (je nachdem, was man macht) kommt man natürlich weniger mit dem Draußen in Berührung ... bei mir ist das so.

Übrigens habe ich eine wunderbare Seite entdeckt, die zum Thema passt: Mikroben als Plüschtier!

Meine Erkältung sieht so aus:
Erkältungsvirus

auch schön:
Krätze
e.coli

Wäre ja mal ein außergewöhnliches Weihnachtgeschenk ...

Ein schönes Wochenende
Gitte
Von: Heike Thormann am 31.10.2008
<< Und als Selbstständiger (je nachdem, was man macht) kommt man natürlich weniger mit dem Draußen in Berührung ... bei mir ist das so. >>

Ja, *schmunzel*, das ist auch ein guter Punkt. Ein klarer Vorteil von Online-Kursen gegenüber Großraumbüro, Präsenzen und Co.

Ich war aber auch sonst selten krank, nur die erwähnten Erkältungen und (stressbedingte, mieses Arbeitsklima, Mobbing, Vorgesetzte, bei denen jeder froh war, wenn sie nicht da waren, und Co.) Magengeschichten. Daran kann man dann schon sehr schön merken, wann man einen Job besser verlassen sollte.

Eine ehemalige Kollegin von mir hat diese Schlussfolgerung nicht gezogen und hat sich jeden Tag durch diverse Medikamente gekämpft, um fit zu bleiben. Der Preis wäre mir zu hoch gewesen.

<< Meine Erkältung sieht so aus:
Erkältungsvirus

auch schön:
Krätze
e.coli >>

Fies. wink

LG Heike
Von: Marcel am 01.11.2008
Gute und baldige Besserung, liebe Gitte!

(Ich bin mittlerweile wieder auf dem Damm und habe auch den Büro-Entscheid gefällt. Es ist nun doch die professionelle Lösung, das Umfeld wird sich auszahlen!)
Von: Gitte Härter am 01.11.2008
@Heike: Ja, diese sehr klaren Zeichen des Körpers und Unwohlseins sollte man immer beachten. Das gilt auch für Selbstständige, dass sie da oft drüberweggehen. Als Angestellter hat man oft noch jemanden, der sagt: Hey, mach mal langsam. Wenn man auf sich alleine gestellt ist - noch dazu, wenn die Dinge vielleicht zuviel Druck bedeuten oder es nicht so läuft wie gewünscht, beutelt es einen oft gesundheitlich.

Sei froh, dass Du so selten krank bist! Das ist Gold wert. (Ich hab toitoitoi auch immer nur die obligatorische Erkältung.)


@Marcel: Dankeschön für die Besserungswünsche. Es wird schon merklich besser. Gut, dass es Dir auch wieder gut geht.
Gratuliere zur Entscheidung! Jetzt also doch das Profi-Büro. Dann viel Freude mit dem Bezug und "Neustart"!
Von: UKH ;-) am 11.11.2008
Hallo,

gerne möchte ich dies noch ein wenig bereichern:

Man muss es ja nicht erst soweit kommen lassen, um krank zu werden. So gibt es das eine und andere, dass rechtzeitig sagt: STOPP!

Wenn man auf seinen Körper hört, ihn kennt und gut für ihn sorgt, dann kann das recht gut klappen.

Wenn der Körper liebevoll von mir selber behandelt wird und bekommt, was er braucht, dann bleibt er gesund.

Morgens in "Ruhe" frühstücken und ein paar Dehnungsübungen, einen kurzen Spaziergang barfuss durch das Gras.
Den puren Luxus - ein schöner Duft.
Eben alles zu tun, damit man sich wohl in seiner Haut wohl fühlt. So gehört genügend Schlaf auch dazu.

Ebenso die Grenzen rechtzeitig setzen und respektieren ist eine wertvolle Unterstützung.
Na ja, und vor allen Dingen, das Leben nicht zu schwer nehmen!! wink

Ich wünsche alle viel Gesundheit
Schöne Grüße
Ursula
Von: Gitte Härter am 11.11.2008
Guten Morgen Ursula,

das stimmt natürlich - da bin ich echt schlecht drin.

Aber sag mal, Ihr macht mich "alle" grin ganz wahnsinnig. Was macht Ihr denn morgens alle? Christine hat es ja beschrieben, Ralf hat mir auch "hinter den Kulissen" von seinem Morgenritual erzählt, jetzt kommst Du mit in Ruhe frühstücken, Dehnungsübungen und Spaziergang. - Ich will mal die Morgendiskussion nach hier verlagern, weil mich interessiert, ob ich der einzige Exot bin: Morgenritual

Verschlafene Grüße
Gitte
Von: UKH ;-) am 11.11.2008
Hallo, liebe Gitte,

nun, ich gehör halt zur Kategorie "Frühaufsteherin", da liegt mein höchstes Potential und ich kann in Ruhe arbeiten, weil die anderen noch schlafen wink

Meine Morgentoilette besteht nicht nur aus Zähneputzen sondern auch aus Dehnen - so habe ich im Laufe meines Lebens erkannt, lässt die Energie im Körper gut fließen und der Spaziergang im Gras mit nackten Füßen erdet!
Ein bisschen mehr dazu:
"Wellness-Kurzurlaub für die Füße"

Schöne Grüße
Ursula
Von: Helmut am 06.05.2009
Selbstständigkeit als Ursache für seltenere Erkältungen? Mag ja sein. Dafür besteht dann aber eher die Gefahr eines Nervenzusammenbruchs, weil sich Körper und Seele bei einer Wochenarbeitszeit von 50,60 oder gar 70 Stunden (wo bleibt da die Lebensqualität?) irgendwann für die gestohlenen Minuten der Ruhe und Entspannung rächen werden. Und dann liegste schnell beim Psycho-Doc auf der Couch.

Da sind mir ein paar Erkältungen doch lieber. grin
Von: Kuscheltier am 19.11.2009
Wir müssen meiner meinung mehr Positiv denken nicht alles auf den Herzen nehmen ruhiger bleiben nicht immer aufregen oder am besten ist singen das hilft mir immer nur paar tipps grin
Von: Gitte Härter am 22.11.2009
Hallo "Kuscheltier",

das stimmt: Singen ist eine ganz wunderbare Sache. Wenn man singt, kann man sich nicht gut gleichzeitig ärgern und die gute Laune kommt automatisch zurück.

herzliche Grüße
Gitte

 

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