Internet

Kleine Checkliste für Ihre Website

Gitte Härter • 06.02.2012 • email Weiterempfehlen

Das Internet bietet wirklich enorm große Chancen für uns kleine Unternehmen. Doch auch, wenn Sie nicht großartig im Netz mitmischen, ist die Internetpräsenz ein wichtiger Faktor für Ihre Selbstdarstellung. Und sie ist, wenn Sie es richtig anstellen, ein wertvoller verlängerter Arm Ihrer Akquise.

Umgekehrt vergeben Sie Chancen. Das Problem mit Websites ist übrigens fast nie, dass sie grottenschlecht sind. Auch die professionell aussehende, schnittige Website bleibt schnell unter ihren Möglichkeiten.

Hier einige zentrale Aspekte, die oft nicht beachtet oder nur halbgar umgesetzt werden. Prüfen Sie Ihre Website doch gleich mal darauf:

Kann man sich meine Webadresse merken?

... und ist die Schreibweise eindeutig? Stellen Sie sich vor, Sie sagen jemandem auf der Straße Ihre Webadresse. Wenn diese Person Stunden später daheim ist: Weiß sie dann Ihre Adresse noch aus dem Kopf? Und kann sie sie eindeutig schreiben?

Abkürzungen, die meisten Namen, umständliche Konstruktionen mit Bindestrichen, Umlaute, eine unübliche Endung: all das boykottiert das Erinnern.

in schönes Beispiel, wie man für eine eingängige Adresse für Marketingaktionen sorgen kann, ist der Weihnachtssterne-Stand, von dem ich hier berichtet habe.

Wie informativ ist meine Startseite: auf den ersten Blick?

Internetbenutzer orientieren sich in wenigen Sekunden. Ihre Startseite soll nicht nur hübsch sein und vor allen Dingen bitte nicht nur mit einem Bild oder Zitat verschenkt werden. Schauen Sie sich Ihre Startseite mal aus den Augen eines Fremden an:

  • Was steht da genau?
  • Ist mein Logo und meine Berufsbezeichnung oder Slogan eindeutig?
  • Kapiert ein Webbesucher schon auf der Startseite, mit wem er es zu tun hat und was es für ihn hier gibt?

Bitte gehen Sie nicht zu schnell über diese Punkte hinweg: Denn ein häufiger Haken ist, dass man auf vielen Seiten tatsächlich nicht eindeutig versteht, worum es geht. Ein viel größeres Problem ist jedoch, dass man es zwar einordnen kann, es aber viel zu schwammig ist.

Der Tausendste Webdesigner, der mehr oder weniger gleich auftritt; schon wieder ein “Coach, Trainer, Berater” rund um Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung; eine weitere Heilpraktikerin unter vielen ...

Uniform zu sein ist immer eine sehr schlechte Strategie!

Betrachten Sie Ihre Website im Einklang: Firmenname/Berufsbezeichnung oder Slogan/aussagekräftige Navigationspunkte, Kerninformationen auf der Startseite sollten ineinanderspielen.

Lasse ich Webbesucher unnötig klicken?

Unnötig klicken passiert zum Beispiel, wenn Sie Ihre Inhalte in einer schwammigen Struktur unterbringen. Der Klassiker ist, dass es einen Punkt “Leistungen” gibt und erst, wenn man auf Leistungen klickt, sieht man überhaupt, was das Unternehmen bietet. Unnötig klicken heißt aber auch:

  • “Nullinformationen” geben: dem Leser wird etwas gesagt, das er eh schon weiß oder was schon auf der Startseite steht.
  • Text unnötig auf mehrere Seiten verteilen: Wenn ich zehnmal klicken muss, um mir einen eigentlich zusammengehörigen Text zusammenzupuzzlen, verliere ich entweder die Geduld oder kann das Ganze gar nicht richtig begreifen.

Jeder weitere geforderte Klick führt dazu, dass Sie die Informationen nicht an den Webbesucher bringen.

Wie viel Profil zeige ich?

Hier kommt sowohl Ihre Navigation ins Spiel als auch der Text. Wenn wir Ihr Logo und Ihren Namen rausnehmen. Könnten Ihre “nackten Inhalte” so wie sie sind auch von jemand anderem sein? Wenn ja, gibt es großes Optimierungspotenzial für Ihre Seite!

Überprüfen Sie auch ehrlich, ob Sie Ihre Website auch wirklich aus dem Blickwinkel Ihrer Zielgruppe sehen. Oft ist man bei der Selbstdarstellung nämlich viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

Wie viele konkrete Informationen gebe ich?

Hier kommen – neben den unten noch angesprochenen rechtlichen Vorgaben – die Unwilligkeit oder Unsicherheit dazu, konkrete Informationen zu geben. Bei erklärungsbedürftigen Produkten oder Leistungen der Nutzen zu Ablauf oder Handhabung. Konkrete technische Daten. Und der Klassiker: Preisangaben!

Von vornherein Preise zu nennen und eine eindeutige simple Preisstruktur vorzuweisen, ist absolut vorteilhaft für Sie. Erstens fragen Interessenten oft nicht nach, sondern klicken zum Konkurrenzanbieter, der von Haus aus klare Informationen liefert. Zweitens nehmen viele an, dass eine Leistung teuer sein muss, wenn von Geld keine Rede ist.

Was kann weg?

Prüfen Sie Ihre Navigationspunkte und Informationen daraufhin, ob sie

  • wirklichen Mehrwert bieten
  • verzichtbar sind.

Unnötiges lenkt nur von Ihren Inhalten ab.

Habe ich rechtlich wirklich alles beachtet?

Ist mein Impressum komplett? Brauche ich eine Datenschutzerklärung? Kenne ich weitere für meinen Beruf relevante Vorschriften, wie die DL-InfoV (Verordnung über Informationspflichten für Dienstleistungserbringer)?

Bevor Sie eifrig nicken, googeln Sie diese Begriffe mal bitte näher. Ich sehe zum Beispiel ganz oft Impressumsseiten, in denen die ganz normale Steuernummer steht. Dabei gilt für die Impressumsangabe, dass die Umsatzsteueridentifikationsnummer angegeben werden muss, sofern man eine hat. Steuernummer ist aber nicht gleich USt.-ID-Nr.

Oder Sie nutzen ein Statistikprogramm wie Google Analytics, führen ein Blog oder haben Facebook eingebunden. Dann wissen Sie vielleicht gar nicht, dass Sie eine Datenschutzerklärung brauchen.

Ich bin kein Rechtsanwalt und kann daher hier nicht in die Tiefe gehen. Im Internet gibt es sehr, sehr viele Informationen dazu. Oder Sie gehen zu einem auf Medienrecht spezialisierten Anwalt. “Better safe than sorry” heißt es so schön. Und das gilt besonders auch für solche rechtlichen Dinge. Wenn der Anwaltsbrief kommt, ist das Wehklagen groß!

Ist alles aktuell?

Glauben Sie mir: Ich weiß, wie schnell es geht, dass Bestandteile auf der Website veraltet sind, ohne dass man es merkt. Das geht bei Informationen auf der “über mich”-Seite los, wenn Sie geschrieben haben, dass Sie 38 Jahre alt oder “seit drei Jahren selbstständig sind” ... nur sind leider mittlerweile vier Jahre vergangen.

Es sind die alten Seminardaten, die an einer ganz anderen Stelle nochmal stehen, die Sie völlig vergessen haben. Und es sind kaputte Links oder Informationen auf Bücher, die längst vergriffen sind. Tragen Sie sich in einem für Sie sinnvollen Intervall, spätestens einmal pro Jahr ein, dass Sie Ihre Website komplett durchforsten.

Nutzen Sie das, um aufzuräumen, rauszuwerfen und zu aktualisieren – oder frischen Wind reinzubringen. Genauso wie Sie das beim Frühjahrsputz machen.

————————————————————————————————

Wenn Sie gerade Ihre Website erstellen oder sie optimieren möchten, nützt Ihnen für die Planung unser Selbstlernkurs Webseiten, die für Sie verkaufen: Besonderer Schwerpunkt liegt auf einer sinnvollen Struktur, denn wenn Sie möchten, dass Ihre Webbesucher etwas Bestimmtes tun, sollten Sie sich auch entsprechend klar zu diesen Zielen führen.

Sie können außerdem Ihre Webteste mit meiner Unterstützung erstellen: Vom 5. bis 16. März läuft zum letzten Mal der Online-Workshop “Texten Sie Ihre Website!” Details und Anmeldung

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Stephanie Fischer am 06.02.2012
Danke für den sehr informativen Artikel! Zur Ergänzung könnte ich noch folgenden Beitrag empfehlen http://www.epunet.com/blog/tipps-und-tricks/online-marketing-fur-digital-immigrants-ii-die-website/
Von: Amos Ruwwe am 06.02.2012
Kleine Checkliste,uff. Na, dann möchte ich erst einmal die große Checkliste sehen.
Brauche ich wohl nicht. Schließlich habe ich den angebotenen Online bei Gitte gemacht.Das ist nun schon einige Zeit her.
Was mir immer auffällt bei anderen websiten,die verfallenen Daten!!! Wenn ich dann solche websiten -Besitzer ansprechen, höre ich oft, mein webmaster hat keine Zeit oder auch, ich kann die website nicht selber umgestalten. Jeder der eine neue website erstellen will, ist gut beraten, das er/sie die website leicht selber gestalten kann. Das CMS ist wirklich einfach. Hey Gitte, gefällt mir meine HP?
Von: Bärbel Edel am 08.02.2012
Diesen Artikel sollten sich alle Betreiber kommerzieller Webseiten zu Herzen nehmen.

Gut, dass Sie das Thema „Relevanz“ angesprochen haben. Dieser Aspekt wird gerade von KMU oft vernachlässigt – die User erkennen erst auf den zweiten oder dritten Blick, ob die Webseite überhaupt das bietet, was sie suchen. Eine Tagline, das ist ein erklärender Zusatz zum Namen bzw. Logo des Unternehmens, ist da schon mal ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Was die Webadresse betrifft: Die „guten“, d.h. kurzen und aussagekräftigen Domains sind oft schon vergeben. Durch Suchmaschinenoptimierung (SEO) lässt sich dieser Nachteil aber wettmachen. Außerdem merken sich die wenigsten User eine URL. Die meisten suchen nach den Produkten oder Dienstleistungen, die sie brauchen oder nach dem Firmennamen.
Von: Gitte Härter am 10.02.2012
@Frau Fischer
Das freut mich. Danke für die Erweiterung.

@Amos
Sehr schön, dass Dir den Webseiten-Kurs (der ist übrigens von Ralf geschrieben) so nützlich war. Deine Website sieht sehr aufgeräumt und klar aus, was mir persönlich immer am besten gefällt. Und dein sympatisches Bild mit Rauschebart macht natürlich gleich neugierig. Näher schauen und Rückmeldung geben schaffe ich leider aus Zeitgründen nicht.

Und wie wahr dein Hinweis auf die Aktualität und Selbstmachenkönnen (oder zumindest wirklich dahinterher sein, dass ein Externer es pronto macht).

@Frau Edel
Danke für die Ergänzungen. Und ich sehe auf Ihrer Website auch gleich einen passenden Artikel:
Die Webseiten-Diät

Auch sonst sieht Ihr Blog sehr gehaltvoll und interessant aus. Ich habe es mir gleich mal hier in die Lesezeichen gelegt, damit ich bei nächster Gelegenheit mal näher stöbere, was es da alles so gibt.


Ein schönes Wochende!
Gitte Härter
Von: Michaela Steidl am 12.02.2012
Vielen Dank für diesen interessanten Artikel. Die Checkliste ist ungeheuer hilfreich - Als erstes ToDo steht für morgen, die Umlaut-Domain für meine Website zu registrieren, um eine Hürde abzubauen.

Den Selbstlernkurs habe ich bereits vor einiger Zeit bestellt, ich werde mir jetzt endlich einmal die Zeit nehmen, diesen ordentlich durchzuarbeiten.

Was die Inhalte betrifft, ist es wirklich gar nicht so einfach, mit den eigenen Augen zu sehen, dass die Informationen auf der Startseite gar nicht so informativ sind, wie man das eigentlich glaubt. An dem Thema arbeite ich zur Zeit sehr intensiv.

Viele Grüße
Michaela Steidl
Von: Renate am 05.03.2012
Was mich immer stört: Wenn ich auf einer Website nicht sofort sehe, wo sich ein Dienstleister befindet, also in welcher Region - 600 km von mir entfernt oder gleich ums Eck?

Mich nervt es einfach, wenn ich erst durchs Anklicken des Impressums herausbekomme, ob der Anbieter für mich überhaupt erreichbar ist und damit erst interessant.

Daher habe ich auf meiner eigenen Website gleich auf der 1. Seite gut sichtbar integriert, wo sich meine Praxis befindet. Interessierte aus der Umgebung wissen sofort, wo sie mich finden - andere, die einfach viel zu weit entfernt wohnen, sind schnell genau darüber informiert.
Von: Gitte Härter am 06.03.2012
@Frau Steidl
... oh, Entschuldigung, dass ich erst jetzt antworte! Das ist mir ganz durchgerutscht. - Es ist großartig, dass Sie direkt losgelegt haben, Frau Steidl. Umso besser, dass der Webkurs schon parat liegt und Sie die Checkliste als Anstoß genommen haben, Ihre Website zu verbessern.

Das Problem, das im eigenen Kopf alles viel klarer und vielschichtiger ist als es dann auf dem Bildschirm (oder Papier) steht, kennen sicher alle. Gerade läuft der Webtexte-Workshop, da haben wir schon nach einem Tag jede Menge ähnlicher Themen in der Mache.

Darum ist wirklich ein zweites Paar Augen - oder eine Checkliste nützlich, alles kräftig abzuklopfen.

@Renate
Das ist auch ein nützlicher Punkt, danke fürs Ergänzen. Bei einigen Branchen ist die Regionalität zwar nicht mehr so dringend (wie zum Beispiel bei mir: ich mache alles übers Internet) - aber bei Leistungen, wo man hingeht, ist das sehr relevant. Und natürlich gibt es auch immer Leute, die den persönlichen Kontakt vorziehen, auch wenn die Leistung auf andere Weise "vonstatten gehen kann".


Einen schönen Abend
Gitte
Von: Eva am 13.03.2012
Tolle Tipps! VIelen Dank dafür! LG, Eva
Von: Gitte Härter am 14.03.2012
Dankeschön, Eva, das freut mich. grin

 

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