Internet

Killen Sie Ihre Internetleichen!

Gitte Härter • 25.07.2011 • email Weiterempfehlen

Es ist unbestritten: richtig genutzt, bietet das Internet gerade uns Kleinunternehmen ideale Bedingungen, mit verhältnismäßig wenig Aufwand viel zu erreichen. Unternehmensauftritt, Kundengewinnung und –Dialog: da ist jede Menge möglich.

Aber: Internetaktivitäten erfordern Regelmäßigkeit. Denn hier gilt ganz besonders “Von nichts kommt nichts”. Was meinen Sie, warum ich regelmäßig blogge und mich gerade wieder hinsetze, einen Newslettertext für Sie zu schreiben? Ganz bestimmt nicht, weil mir langweilig ist. tongue rolleye

Sehr, sehr viele EinzelunternehmerInnen machen halbgare Sachen, wenn es um das Internet geht. Das frisst Zeit, bringt nicht genug und kann Ihnen sogar schaden!

Machen Sie lieber wenig, aber das gescheit!

Eine wichtige Devise im Internet – gerade, weil hier die Uhren schneller laufen - ist:

Alles, was dümpelt, lässt Sie “alt” aussehen.

Alles, was veraltet ist, lässt Sie unsorgfältig erscheinen. Zudem haben Sie diese halbherzige Sache ständig im Genick.

Machen Sie also Schluss mit Ihren Internetleichen!

Schritt 1: Nehmen Sie sich zehn Minuten Zeit und überlegen Sie: Wo finden sich Internetleichen?

Das kann sein:

  • Der Facebook-Account, bei dem Sie zuletzt vor sechs Monaten etwas gepostet haben.
  • Das Blog, in dem sie nur alle 83 Tage etwas einstellen.
  • Das Gästebuch, das nur Ihre Begrüßungsnachricht von vor drei Jahren, zwei Nachrichten von guten Freunden und ein Spamposting enthält.
  • Der Newsletter, den Sie “in unregelmäßigen Abständen” erscheinen lassen wollten, aber tatsächlich seit einem Dreivierteljahr nicht mehr verschickt haben.
  • Die „Aktuelles“-Rubrik, die Sie unbedingt auf der Website haben wollten, obwohl es gar nicht so viel Aktuelles zu berichten gibt (und auf der vielleicht sogar noch eine uralte Ankündigung steht!).
  • Der Twitter-Account, den Sie noch am Leben halten, aber mit größter Mühe und eigentlich Unlust, weil Sie insgeheim zweifeln, dass Ihnen dieses Medium überhaupt für das Business nützt.
  • Internetleichen können aber auch E-Mail-Adressen sein, die Sie eigentlich gar nicht mehr brauchen und auf denen sich nur Spam ansammelt.

Schritt 2: Entscheiden Sie hier und jetzt: Was will ich damit tun?

  • Was will ich beibehalten, aber künftig gezielt nutzen? Passen Sie auf, dass Sie sich nicht übernehmen! Wer zu viel will, weil er meint, alles mitmachen zu müssen, blockiert zu viel Zeit oder läuft Gefahr, auf allen Kanälen dasselbe zu sagen. Denken Sie an den Grundsatz “Lieber weniger, und das richtig!” Überlegen Sie, ob es sich auch wirklich lohnt. Siehe auch: Gefühlter Erfolg vs. Erfolgskontrolle

  • Was kann weg? Löschen Sie es JETZT sofort oder machen Sie zumindest jetzt sofort einen Plan für die nächsten Tage, was es zu tun gibt, wenn Sie diese spezifische Leiche auflösen möchten: eine “Tschüss”-Nachricht, einen Vertrag abmelden o. Ä.

... wenn Sie mögen: Berichten Sie doch in den Kommentaren kurz, was Sie “gekillt” haben und warum.

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Silke Bicker am 25.07.2011
Hallo Gitte,

witzig, genau diese Frage beschäftigte mich gestern - am Dauerregensonntag:-).
"Gekillt" habe ich nichts, denn Internetleichen habe ich keine. Geliftet habe ich meinen Facebook-Account und beschlossen mir für einige Änderungen Hilfe zu besorgen.

Viele Grüße,
Silke
Von: Petra Sonne-Neubacher am 25.07.2011
Hallo Gitte,
ich schaue etwa alle halbe Jahr meine Internetseiten komplett durch, Link für Link. Teilweise erstaunlich, was sich da alles an Überholtem findet und wie schnell die Welt sich weiter dreht.
Da ich festgestellt habe, wie viel länger das Entwickeln von Textinhalten dauert, als man am Anfang denkt, habe ich für Blog, Newsletter, Buchtipps und so weiter immer mehrere Ausgaben in Arbeit. Erstens macht das mehr Spaß, denn meist fällt mir eher was ein zu den Themen, an denen ich gerade nicht schreibe - dann schnell ins andere Dokument wechseln und dort weiterschreiben. Und zweitens habe ich mehr Aufmerksamkeit für das Thema und entdeckt passende Informationen überall "am Wegesrand".
Ganz dringend an der Reihe sind dafür neue Fotos mit der gar nicht mehr soo neuen Brille...
Beste Grüße
Petra
Von: Kathleen Häußler am 25.07.2011
Hallo Gitte,

vielen Dank für die gute Anregung!
Bei mir/uns sind es vermutlich nicht irgendwelche Internetleichen, die nerven.
Vielmehr tragen wir uns schon seit Monaten mit dem Gedanken, endlich einen Twitteraccount einzurichten, weil man das ja heute braucht.
Durch Deine Idee fühlten wir uns spontan dazu angestachelt, einmal komplett den Sinn und Zweck von Twitter für uns zu überdenken.
Weil wir uns in Großteilen unserer Arbeit auf deutsche Gesetzeslage stützen, die sich sowieso nur alle paar Jahrzehnte mal ändert, wäre Twitter eigentlich Quatsch für uns. Deswegen haben wir heute Morgen, nach reiflichen Überlegungen, beschlossen, das Thema "Twitter" für uns ad acta zu legen.
Vielen, vielen Dank für die massig gesparte Lebenszeit!
Schöne Grüße
Kathleen
Von: Martin Kramer am 25.07.2011
Hallo Gitte,
ich dachte bis vor Kurzem noch, ich müsse alles mitnehmen. Twitter, Facebook etc... Hatte ein schlechtes Gewissen, dass ich mich noch nicht überall angemeldet habe. Jetzt geht es mir besser. Werde mehr Zeit für den Ausbau meiner WEB-Site verwenden und dort weiter nützlichen Content einstellen. Bei dieser Gelegenheit großes Lob für Dein Buch "Wie Sie im Internet Kunden gewinnen". Ist für mich zu so einer Art Bibel geworden. Sehr nützlich für regelmäßige Kurskorrekturen im Onlinebereich.
Von: Tanja Handl am 26.07.2011
@ Martin: Alle Kanäle gut zu bespielen, erfordert viel Zeit. Besser, wenige Projekte wirklich konsequent umsetzen. Das ist natürlich bei der Vielfalt an Angeboten im Netz manchmal eine Herausforderung, aber es lohnt sich.

In diesem Sinne: Es muss nicht Frühjahr sein für einen Online-Großputz. smile
Von: Gitte Härter am 28.07.2011
Hallo zusammen,

dankeschön für die Kommentare mit Erfahrungen und Ergänzungen (ich habe auch einige E-Mails mit "Leichenlöschberichten" bekommen).

Dieses "alles mitnehmen müssen", das Martin anspricht, ist echt weit verbreitet - zumal einem oft suggeriert wird, dass man "DAS BRAUCHT". Dabei würde vielen Selbstständigen nützen, sich erstmal richtig mit dem Internet allgemein auseinanderzusetzen, um überhaupt einen klareren Blick dafür zu haben, was nützt und was nicht. Kathleen hat da ja ein schönes eigenes Beispiel gebracht, wie ein nüchternes Abwägen oft schon eine klare Lösung bringt.

Das "Liften", das Silke anspricht, und das überprüfen/aktualisieren und vorausplanen, das Petra einbringt runden das Ganze ab (und ja: ich bin auch immer total erstaunt, wie schnell die Dinge veralten!).

Herzliche Grüße
Gitte

PS @Martin: Wow! Ich freue mich riesig, dass Dir das "Wie Sie im Internet Kunden gewinnen" so ein nützliches Buch geworden ist. grin Das ist wirklich ein gutes Buch - leider sind wir da auch schon wieder beim Wie-schnell-sich-die-Internetuhr-dreht in vielen Punkten nicht mehr aktuell: die Stunde des Web 2.0 hatte beim Schreiben des Buches vor einigen Jahren noch gar nicht voll geschlagen, so dass viele wichtige Neuerungen nicht mehr enthalten sind.

 

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