Erfolgsprinzipien

Kaizen für kleine Unternehmen und Freiberufler

Ralf Senftleben • 30.01.2009 • email Weiterempfehlen

Kennen Sie das Kaizen-Prinzip, also die Idee, dass wir unser Unternehmen, unsere Produkte oder unser Marketing in kleinen, stetigen Schritten verbessern? Am häufigsten wird diese Idee in größeren Industriebetrieben praktiziert. Aber das Kaizen-Prinzip funktioniert für Einzelunternehmer, Freiberufler oder kleine Unternehmen genauso.

Warum praktizieren eigentlich nicht mehr Leute diese einfache und wirkungsvolle Idee? Ich habe eine Vermutung: Vielleicht liegt es daran, dass die meisten Menschen nicht so auf Veränderung stehen. Und stetige Verbesserung bedeutet Veränderung, auch wenn es nur kleine Veränderungen sind. Solange etwas irgendwie funktioniert, rührt man lieber nicht daran. Diese Haltung hat natürlich auch ihre guten Seiten. Das Leben ist so deutlich bequemer. Wir haben vor kurzem bei unternehmenskick die CMS-Software unter dieser Website hier geändert und hatten auch mehrere Tage Ärger. Da haben wir uns auch gesagt: “Never change a running system”.

Aber… und das ist ein großes ABER: Wenn wir in unserem Business nur etwas ändern, wenn es gar nicht anders geht, werden wir träge und unflexibel. Und wenn uns eine Änderung im Markt dann wirklich zwingt, etwas zu ändern, sind wir komplett aus der Übung und handeln dann oft kopflos. Oder es ist dann bereits zu spät.

Deswegen mag ich es, Dinge zu ändern und zu verbessern, obwohl man es nicht muss. Einfach aus Spaß an der Verbesserung. Das hält uns beweglich, geschmeidig, flexibel. Und wir sind pro-aktiv, statt reaktiv. Wir bestimmen den Weg, bevor uns die Umstände einen Weg aufzwingen.

Aber zurück dazu, wie das Kaizen-Prinzip funktioniert. Die Idee dahinter ist, unser Business in ganz kleinen Schritten zu ändern, so dass der Aufwand dazu überschaubar und machbar ist, genau wie das Risiko, das jede Veränderung mit sich bringt. Was hier aber auch wichtig ist, ist nicht nur eine kleine Verbesserung auszuprobieren, sondern stetig weiterzuverbessern und immer in Bewegung zu bleiben.

Was würde zum Beispiel passieren, wenn Sie sich pro Monat zwei oder drei Tage reservieren würden, um Vorgänge, Abläufe, Produkte, Werkzeuge oder Arbeitsmaterialien systematisch in kleinen Schritten zu verbessern?

  • Welche Kleinigkeiten kann ich an meinen Produkten oder Leistungen verbessern?
  • Welche kleinen Dinge kann ich an meinem Kundenservice verbessern?
  • Inwiefern kann ich an Arbeitsabläufen in kleinen Schritten optimieren?
  • In welchen Bereichen könnte mein Marketing kleine Verbesserungen vertragen?
  • Und was wäre jeweils ein kleiner, machbarer, risikoarmer Schritt in diese Richtung?

Von der Zeit her machbar dürfte das für nahezu jeden sein, regelmäßig kleine Verbesserungen durchzuführen. Als Selbstständige bestimmen wir ja über unsere Zeit. Was wir allerdings brauchen, ist die Einsicht, dass diese zwei oder drei Tage pro Monat eine gute Investition in die Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Unternehmens ist. Und wir brauchen den Willen, systematisch über Verbesserungsmöglichkeiten nachzudenken und diese auch in kleinen Schritten umzusetzen.

Ich habe Ihnen ja schon einmal über unsere Möglichkeitsliste berichtet. Auf diese Liste tragen wir zum Beispiel bei zeitzuleben.de die vielen, kleinen Verbesserungsmöglichkeiten ein, die es für unser Geschäft gibt. Und so geben wir unserem Kaizen-Prozess einen Rahmen.

Wie ist das bei Ihnen? Was halten Sie von der Kaizen-Idee? Und wie könnten Sie diese Vorgehensweise zu Ihrem Vorteil nutzen?

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Heike Thormann am 30.01.2009
Hallo Ralf,

da ich zum Thema Kaizen vor einigen Monaten erst selbst einen Artikel geschrieben habe, halte ich sehr viel von dieser Idee. wink

Sie fördert die Kreativität, weil sie einen ständig nach Verbesserungen suchen lässt, nach Neuem. Nach Schrauben, an denen man noch ein wenig drehen kann, bis man vielleicht den nächsten Satz macht, die nächste Stufe erklimmt.

Außerdem ist sie effizienter, als sich in großen Abständen hinzusetzen und das Produkt des Jahres erfinden zu wollen. wink

Und technisch führe ich zwar keine Möglichkeitenliste, sondern nur einen einfachen DIN A8 Zettel (zum Merken auf dem Schreibtisch) bzw. eine einfache Textdatei (zum Festhalten der Ideen), aber die tun es auch. Ich bin halt Purist. wink

Zeitlich mache ich das übrigens nicht an bestimmten Tagen im Monat o.ä., sondern praktisch permanent.

Wann immer mir etwas einfällt, kommt es auf den Zettel oder in die Datei. Und zwar vorzugsweise beim Essen. Das entspannt eben - für Kreativität. wink

LG Heike
Von: Gabriele Knapp am 02.02.2009
Hallo Herr Senftleben,

gerade für Einzelkämpfer halte ich das für wichtig: Öfters mal was ändern.

Natürlich nicht als Selbstzweck, sondern immer wenn es sich gerade so ergibt. Bei mir werden manche Mappen immer dicker und unübersichtlicher, oder ich habe etwas am falschen Ort gesucht - dann ändere ich das möglichst gleich. Dauert manchmal keine 5 Minuten!

Oder ich nutze die Zeit, wenn ich einen "Hänger" habe und sonst nichts Vernünftiges zustande bringe. Danach geht's manchmal wieder viel besser grin))
Probieren Sie's doch mal aus.

Viele Grüße
Gabriele Knapp
Von: Norbert Jothann am 20.06.2009
Hallo, Ralf!

Dieser Artikel ist mir irgendwie "durchgeflutscht"...

Guter Artikel.

Hallo, Heike!

Kann man Deinen Kaizen-Artikel im Internet nachlesen?
Gibt es einen Link dazu?

Lieben Gruß
Norbert

 

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