Motivation und Ausgleich

Ich gebe mir ab jetzt Trinkgeld.

Gitte Härter • 23.06.2009 • email Weiterempfehlen

Vorhin hatte ich ein schönes Coachinggespräch im Laden meiner Kundin, und da hat sie mir spontan eine lustige grüne Nilpferdspardose geschenkt. In der U-Bahn hatte ich dann eine glänzende Idee: Ich gebe mir ab jetzt Trinkgeld.

Bevor Sie lachen ...

Es gibt einige gute Gründe für so einen Schmarrn

Der Plan ist der: Wann immer ich etwas wirklich gut gemacht habe, überlege ich mir, wieviel Trinkgeld mir dafür zusteht. Genau wie im Restaurant bei einer guten Bedienung:

  • Wenn ich etwas wirklich überragend gemacht habe (also besonders schnell, besonders gut, besonders vorausschauend, also wirklich besonders), dann bekomme ich ein höheres Trinkgeld.
  • Wenn etwas besser als standardmäßig, also auf jeden Fall trinkgeldwürdig ist, bekomme ich ein kleineres Trinkgeld.
  • Und für Standard oder unterdurchschnittlich, gibt’s natürlich nichts.

Sowas können Sie natürlich nur machen, wenn Sie auch wirklich ehrlich und kritisch sind. Wer im Restaurant eh immer etwas gibt, weil er es nicht aushält, das Trinkgeld auch mal zu streichen, für den ist das nichts.

Wie läuft das dann genau?

Spardose besorgen. Genug Münzen aller Art bereit legen. Wann immer etwas trinkgeldwürdig ist, nachdenken, wieviel angemessen ist – seien Sie streng! Es geht nicht um Riesenbeträge, sondern um das Symbolhafte, eine kleine Belohnung ... vor allen Dingen aber auch Ihren strengen Blick auf sich selbst.

Überlegen Sie also wirklich, ob das jetzt 2 Euro wert war oder nicht doch lieber nur 50 Cent. grin

Das hat den Vorteil, dass Sie sich auf Ihre Arbeit fokussieren, sie Revue passieren lassen und sie auch qualitativ bewerten.

  • Wenn Sie etwas wirklich super gemacht haben, ist dieser Moment auch eine wichtige Anerkennung für Sie selbst (das vermissen wir Einzelunternehmer ja eh oft)!

  • Wenn Sie etwas nicht so gut gemacht haben, überlegen Sie sich: Womit hätte ich das steigern können? Wann wäre es trinkgeldwürdig gewesen? So können Sie es beim nächsten Mal besser machen.

Einen Monat lang sammeln Sie und am letzten Tag des Monats leeren Sie rituell Ihre Spardose aus: Ooooooh, wieviel Trinkgeld habe ich mir denn im letzten Monat verdient? Dieses Geld können Sie dann begeistert zusammenrechnen, in die Hosentasche stecken und sich was Schönes kaufen. Wenn Sie nicht so der Bringer waren im vergangenen Monat, ist mindestens ein Schokoriegel drin, vielleicht können Sie sogar Pizza essen gehen – oder sogar einen Freund dazu einladen!

Wichtig ist, dass Sie das Geld (wieviel es auch ist) immer Ende des Monats auch stolz auf den Kopf hauen!

Sie können das Trinkgeld auch als Maßstab nehmen: Heee, letzten Monat hatte ich mehr, was ist denn diesen Monat gewesen? Auf diese Weise sind Sie näher bei sich und etwaigen Durchhängern. In der Regel wird es eine schöne Motivation sein und höchstwahrscheinlich Ihren Ehrgeiz anstacheln!

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Martina Bloch am 23.06.2009
Schöne Idee!
Von: Heike Eberle am 24.06.2009
Hallo Gitte,

das ist ja nett. Trinkgeld ist ja immer eine Wertschätzung, die man anderen gibt. Da war eine freundliche Bedienung, ein aufmerksamer Taxifahrer oder auch ein hilfsbereiter Handwerker. Der Charakter des Trinkgeldes: "Das haben Sie fein gemacht, das ist es mir wert, Ihnen dafür eine kleine Ankennung zu geben."

Schön, die Idee, diese Anerkennung nicht anderen zuteil kommen zu lassen, sondern mir selbst. Uns selbst Anerkennung zu zollen, das bleibt ja bekanntlich manchmal wirklich auf der Strecke. Oft geben wir anderen mehr als uns selbst. Das könnte mit der Trinkgeld-Philosophie an uns selbst anders werden. Gemäß dem Motto: Schenke Dir ein paar Cent/Euro und Dir geht es gleich besser!

Morgendliche Grüße
Heike
Von: Astrid Meyer am 24.06.2009
Hallo,
ja eine wirklich schöne Idee mit dem Trinkgeld - das ist noch greifbarer als mein täglich geschriebens Erfolgstagebuch.
Und noch ein weiterer Tipp einer befreundeten Einzelunternehmerin: sie gibt sich auch mal eine Weihnachtsgratifikation!!
Herzliche Grüße
Astrid
Von: Gitte Härter am 24.06.2009
Hallo zusammen,

das freut mich, dass Euch die Anregung auch gut gefällt - und auch die Idee mit dem Weihnachtsgeld ist super grin

Viele Grüße
Gitte
Von: Bettina Ramm am 25.06.2009
Liebe Frau Härter,

gute Ideen soll man sofort ausprobieren - deshalb habe ich eben meine alte Teddy-Spardose vom Dachboden geholt und mir sogar schon etwas Trinkgeld für meine erste Tat heute gegeben. Eine wirklich schöne Idee, und ich bin schon gespannt, was ich mir am Monatsende kaufe wink

Es stimmt wirklich, mit Kritik ist man bei sich selbst immer schnell, aber Anerkennung gibt man sich viel zu selten.

Herzliche Grüße
Bettina Ramm
Von: Gitte Härter am 25.06.2009
Hallo Frau Ramm,

super: vom Lesen direkt zur Tat ... und verdientermaßen auch gleich die ersten Münzen in den Teddy! grin

Ja, manchmal helfen so klitzekleine Ideen, aufmerksamer zu sein - und ausgewogener auf sich zu gucken.

Und der Moment der Ausbeute am Monatsende ist dann nochmal ein besonderer.

Idealerweise kommt dann noch der Doppelnutzen, dass man tatsächlich noch eine Schippe drauflegt. Ich denke mir das so oft in Restaurants: Wenn die wirklich nur ihr Trinkgeld im Auge hätten, würde sich der Service alleine deshalb enorm steigern.

Einen schönen Abend
Gitte Härter
Von: Edeltraud am 29.06.2009
Hallo Gitte,

wieder mal eine super Idee. Da kann ich mich gleich belohnen, weil ich so ziemlich das erste Mal meine Kundenzeitung OHNE Termindruck fertig brachte!

Liebe Grüße aus dem total verregnetem Salzkammergut

Edeltraud
Von: Gitte Härter am 29.06.2009
Huhu Edeltraud,

das freut mich, dass Dir die Idee gut gefällt.

Und gratuliere zum Keinen-Termindruck. Das ist ganz besonders schön, wenn's nicht in letzter Minute Hektik ausartet!

Bei uns hat's die letzten Tage auch geregnet ohne Ende - gerade strahlt die Sonne mal wieder. Bestimmt haben wir im August Hochsommer grin

Einen schönen Abend
Gitte
Von: Zamyat M. Klein am 04.07.2009
Ach wie nett!!
Jetzt weiß ich auch, warum ich spontan vor der Auflösung meines Elternhauses eine uralte Kinder- Spardose von der Sparkasse mitgenommen habe grin.

So findet sie gleich einen Einsatz. Und werde mir gleich mal ein saftiges Trinkgeld verpassen für meinen Workshop auf dem Kongress, von dem ich gestern zurück gekehrt bin. Schön!!!!
Hach, du hast ja immer wieder nette Ideen, die mich zum Grinsen oder Lächeln bringen und einen neuen kleinen Energieschub auslösen.
Werde auch gleich in meinem Blog draufhinweisen...
Alles Liebe
Zamyat
Von: Simone Happel am 06.07.2009
Liebe Frau Härter!

Ich habe als ehemals Essgestörte einen Online-Workshop für Betroffene erstellt und nutze hierfür auch die "Spardosen-Methode". Jedes Mal, wenn die Teilnehmer ihrer Meinung nach einen Schritt in die richtige Richtung gemacht haben, sollen sie sich mit 2,00 Euro belohnen. Zu Beginn des Workshops überlegen die Teilnehmer sich, welchen Wunsch sie sich gerne mit diesem Geld erfüllen möchten. Am Besten hat mir bisher der geplante Fallschirmsprung einer Teilnehmerin gefallen! Allerdings fällt es vielen Teilnehmerinnen wirklich schwer, sich selbst für etwas zu belohnen bzw. einen Erfolg anzuerkennen...

LG Simone Happel
Von: Gitte Härter am 06.07.2009
Hallo Frau Happel,

ja, da sprechen Sie natürlich noch was ganz Wichtiges an: überhaupt zu erkennen und es dann auch als Erfolg zu sehen und sich zu belohnen, ist natürlich der kritische Punkt. Und wie bei allem, könnte das Prinzip kippen: Wenn man zu streng mit sich ist oder es dann eher als Misserfolg sieht ... das ist immer die Crux und darum ist es umso wichtiger, Tipps immer auf Tauglichkeit für sich selbst zu prüfen oder mit Unterstützung umzusetzen.

Eine schöne Sache, das direkt mit einem hübschen Wunsch zu verbinden. FALLSCHIRMSPRUNG! Wow. Da bin ich immer ganz ehrfürchtig. Das stelle ich mir auch toll vor, bin aber zu schisserig wink

Herzliche Grüße
Gitte Härter

 

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