14. “Ich erlaube mir ...”
Gestern habe ich eine Rechnung bekommen, mit der sich eine Freundin „erlaubt, mir zu berechnen“. Belustigt habe ich gleich mit ihr darüber gesprochen, dass das ideal für den Floskel-Adventskalender ist.
Sagt sie: „Das hab ich damals in der Kanzlei in der Lehre so gelernt, das bleibt so!“ – Sag ich: „Du musst es ja auch gar nicht ändern, es ist nur das ideale Stichwort für mich, weil das tatsächlich nach wie vor sehr verbreitet ist.“
Ich stimme übrigens zu: Auch ich finde diese Floskel durchaus charmant, aber natürlich gibt es keine Frage, dass sie unter die Rubrik verstaubte und ähnliche nicht mehr zeitgemäße oder gestelzte Ausdrücke fällt.
Wörter – ob auf Flyern, Websites oder Ihrer Korrespondenz – prägen Ihre Selbstdarstellung. „Erlaube ich mir zu berechnen“ wirkt nicht nur veraltet, sondern die Formulierung ist auch eher unterwürfig und zögerlich. Ich kenne kein Unternehmen, das so auftreten möchte. Und auch wenn Sie sonst modern und selbstbewusst auftreten, so sind solche Formulierungen, die sich in der Korrespondenz wiederfinden, ein Stilbruch.
Haben Sie das berücksichtigt und möchten so eine Formulierung dennoch behalten, ist alles gut. Ansonsten bitte zeitgemäßer ausdrücken – wie bei vielen Floskeln kann man in der Regel auf diese Formulierung komplett verzichten.
——
Das ist ein Beitrag aus dem Adventskalender der Floskeln.
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Auf meiner Rechnung steht schlicht: Rechnung - keine weitere Floskel.
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Danke für den Tipp und ich ermuntere jeden, seinen eigenen Stil zu finden, auch was Formulierungen in Rechnungen und anderer Geschäftspost anbelangt - Glaubwürdigkeit siegt nicht Perfektionismus.