„Ich bin halt so!“
Komische Sache: Von anderen wollen wir auf keinen Fall in Schubladen gesteckt werden. Aber selbst machen wir das nur zu oft. - Na, was ist es denn bei Ihnen?
- Ich bin einfach unpünktlich. Das war ich schon immer.
- Dazu bin ich viel zu zurückhaltend.
- Vor anderen reden, das liegt mir einfach nicht.
Die Liste lässt sich beliebig erweitern. Oft werden auch allgemeine “Weisheiten” bemüht:
- Das kann ich jetzt nicht mehr lernen. Sie wissen ja: Was Hänschen nicht lernt ...
- Ich bin Schütze. Wir Schützen sind so.
- Wir Frauen können das eben nicht.
Oder die Erziehung ist das Problem: „Wenn meine Eltern mich mehr gefordert hätten, wäre ich durchsetzungsfähiger! Jetzt ist der Zug ist abgefahren ...”
Mit Sprüchen dieser Art zementieren Sie eine sich selbst limitierende Haltung, die Sie unbeweglich macht. Ganz zu schweigen davon, dass Sie eine negative Perspektive schaffen, die Sie behindert, selbst wenn Sie eine Sache anpacken, der Sie skeptisch oder unsicher gegenüberstehen.
Lassen Sie sich aus der eigenen Schublade raus! Und seien Sie ehrlich mit sich: Machmal ist das „Ich bin halt so“ auch ziemlich bequem. Praktisch der ultimative Freibrief.
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Anmerkungen & Kommentare
_„Ich bin halt so“ auch ziemlich bequem. Praktisch der ultimative Freibrief._
Liebe Gitte, ein hilfreicher Gedanken-Schupps
Die Aussage: "So bin ich halt und andere müssen eben sehen, wie sie damit klarkommen" stellt für mich eine Alibifunktion (Ausreden suchen, um nichts ändern zu müssen) dar, um ja nicht ans "Eingemachte" zu müssen und lieber alles so lassen wie es ist - bequem.
Nun ist ja inzwischen bekannt, das der bequemste Weg nicht immer der Beste ist
Diese Form des Denkens ist problemorientiert und birgt keine Lösung in sich.
Nun will ich hier nicht noch Worte lang Analytik "Wieso is’n das so" machen - sondern einfach mal einen lösungsorientierten Tipp hinterlassen
Statt zu denken "Ich bin halt so" wäre
die Alternative mal aus diesem Denkmuster etwas Positives zu kreieren:
- Wie möchte ich sein?
- Wie komme ich dahin um so zu werden?
- Wie machen das die anderen?
Nehmen wir mal Gittes erste Aussage:
....Ich bin einfach unpünktlich. Das war ich schon immer.
So könnte man ab sofort festlegen:
Ich will ab heute pünktlich sein!
Ich habe diesen Satz bewusst gewählt und bin der Meinung, dass Pünktlichkeit etwas mit Respekt und Wertschätzung zu tun hat.
Wenn ich zu spät komme, dann respektiere ich die Zeit des Gegenübers nicht. Will ich so behandelt werden? Nein! Wie soll denn Zeitmanagement funktionieren, wenn es nicht auch praktiziert wird?
Zusammengefasst ist „Ich bin halt so“ schon zu verändern, denn alles was man mal gelernt hat, kann man auch wieder verlernen - sich umerziehen, dass ist nicht bequem - jedoch – es birgt den Erfolg in sich..
Sonnige Grüße aus der Hessischen Toscana
sendet euch
Ursula
herzlichen Dank für die Erweiterung! Das ist super, da geht es über die bloße Erkenntnis konstruktiv weiter ...
Herzliche Grüße
in die Hessische Toskana
Gitte
PS: Unser System mag wohl in den Kommentaren keine Stricherl und eckige Klammern wegen HTML-Code-Nähe. Ich hab eben alles weggemacht und dann ist er wieder ordnungsgemäß erschienen. Komische Sache.
ich meine an sich selber zu arbeiten ist eine gewinnbringende Sache und langfristig von Erfolg gekrönt!
!Eines sollte man jedoch berücksichtigen: Was ich in 20, 30 oder mehr Jahren erlernt habe, das ist nicht in ein zwei Wochen umgelernt oder verändert - alles braucht seine Zeit.
Vielleicht setzt du deinen Zeitrahmen für dich einfach zu knapp. Ich habe das auch mal getan - uff, da geht einem die Puste aus.
Inzwischen habe ich meine straffen Zeitpläne flexibilisiert - man kann im Leben nicht alles 100 Prozent planen!
Ich gönn mir den Mut auch mal unperfekt zu sein,
das entspannt mit ungemein!
Herzlichst Ursula
ich glaube schon, dass man sich ändern kann. Ich glaube auch, dass man keine andere Person wird. - Meine Güte, jetzt rede ich wirr ...
Was ich meine ist das: Jeder hat seine persönlichen Eigenheiten. Ich beispielsweise bin emotional, will eher zackig Sachen fertig machen etc. - Ich bin kein ruhiger Mensch, sowas wie Meditation, was andere ruhig macht, macht mich aggressiv.
Aber ich habe, wenn ich zurückblicke, über die letzten fünfzehn Jahre massive Änderungen durchlebt: vieles davon mit gezieltem Daran-Arbeiten. Wenn ich beim Beispiel mit der Ruhe und Besonnenheit bleibe, dann bin ich AUF MEINE ART, also in meiner persönlichen Ruheskala mein eigener Buddha geworden. - Aber wenn Christine und ich uns nebeneinanderstellen, dann schneide ich im Vergleich mit ihrer von Haus aus ruhigen und besonnenen Art sehr schlecht ab ...
Will heißen: Ich werde niemals eine Christine. Aber selbst "in mir" und "mit mir" kann ich mich entwickeln, verändern und - ins positive und negative - auch ins Gegenteil verkehren. Immer mit dem gleichen Grundkern.
So Methoden, wie Elisabeth es schildert, mit dem Sich-strukturieren, mental runterbringen etc. sind dabei natürlich eine große Hilfe, um - wie Ursula schreibt - da Schritt für Schritt was zu verändern. Holterdipolter geht's natürlich nicht.
Elisabeth, beim "bin nie zufrieden" könnte natürlich auch noch diese Schraube interessant sein. Denn das "Nie mit sich zufrieden sein" ist ja möglicherweise ein KO-Kriterium für alle Anstrengungen.
Das ist wie so Perfektionsleute, die nicht genau sagen können, wann eine Sache wirklich in ihren Augen hervorragend gelöst ist und durch dieses Nebulöse immer schlecht abschneiden können.
Oder wie Leute, die sich Lob von anderen wünschen und wenn sie eins bekommen, dann denken: "Der will bestimmt was!" oder "Das hat er sicher nur aus Höflichkeit gesagt, der meint es nicht so ..."
Viele Grüße
Gitte
Hallo, Gitte!
Genau so ist es: Du bleibst Du. Oder besser: Du kannst Dein ganzes Leben daran arbeiten, Du selbst zu werden. Und das ist auch gut so.
Es macht keinen Sinn danach zu streben, jemand anderer oder anderes werden oder sein zu wollen.
Das mag für einige "schockierend" sein, aber "so is' dat nu' mal". Es besteht die fortwährende Herausforderung an uns, wir selbst zu werden und zu sein. Damit haben wir schon genug zu tun. Da müssen wir nicht auch noch danach streben, jemand anderes zu sein.
Darum finde ich auch Dein Beispiel zu und zu schön: "Wenn ich beim Beispiel mit der Ruhe und Besonnenheit bleibe, dann bin ich AUF MEINE ART, also in meiner persönlichen Ruheskala mein eigener Buddha geworden."
Bei allem darf man/frau aber nicht vergessen, daß wir auch immer das sind, was wir nicht sein wollen. Wir sind nicht nur dynamisch, chaotisch, hektisch, ruhig, nachdenklich oder was auch immer. In bestimmten Situationen, wo wir vielleicht besonders diszipliniert sein wollen, weil wir dies als eine unserer Tugenden ansehen, kann sich ganz plötzlich unser rebellisches Ich melden und dazwischen funken. Heute nennt man dieses "Ich" wohl "inneren Schweinehund".
Es ist schön, sich hohe Ziele zu setzen. Es ist gut, sich anzuspornen, um etwas zu erreichen. Aber man sollte schon vorher festlegen, wann es Momente der Zufriedenheit und der Zielerreichung gibt. Damit vermeidet man/frau dieses "ich bin nie mit mir zufrieden".
Beipiel: Seit Jahresbeginn habe ich rund zehn Kilogramm Lebendgewicht abgenommen. Ich bin dadurch wieder viel dynamischer in meinen Bewegungen und in meinem Denken geworden. Jetzt möchte ich natürlich noch weiter abnehmen, da ich gemerkt habe, daß Abnehmen und Gewichthalten bei mir funktionieren. Ich habe auch gelernt, daß ich eine "magische" Abnehmgrenze in meinem Unterbewußtsein verankert hatte, die ich nicht unterschreiten konnte. Jetzt bin ich seit Wochen drei Kilogramm darunter. Ich habe also drei Kilo mehr abgenommen, als ich mir vorstellen konnte.
Ich bin mehr als zufrieden. Ich genieße diese neue Situation.
Für das weitere Abnehmen ist nun eine Verhaltensänderung angesagt. Änderung des Ernährungsverhaltens und der Bewegungsalternativen. Jetzt macht es aber für mich keinen Sinn, Verhaltensweisen/-alternativen von anderen zu kopieren. Letztlich muß ich es auf meine Weise machen. Wenn jemand täglich 20 Kilometer joggen will, dann ist das seine Lösung. Ich habe mir Fahrradfahren, Walken und Kanufahren ausgesucht. Auch schon deshalb, weil ich es nett finde, diese Zeit gleichzeitig als gemeinsame Freizeit mit meiner Frau zu verbringen und zu gestalten. (Das heißt jetzt nicht, daß ich nicht auch gemeinsam mit meiner Frau joggen könnte.)
Meine Frau mag keine Radieschen. Ich ja. Also unterscheiden sich unsere leckeren Salate schon mal in diesem Punkt.
Jeder muß halt seinen Weg zu sich finden und auf seine Art und Weise gehen. Das verlangt aber zugleich ein Streben nach Unabhängigkeit und Verantwortung für sich selbst und seine Handlungen. Und genau das fällt, nach meinen Beobachtungen, vielen Menschen schwer. Es scheint nun einmal leichter zu sein, dem Massengeist hinterher zu laufen, statt sich auf seine eingen Beine zu stellen und nach seinem eignen Weg zu suchen.
Ich weiß nicht, ob sich die folgende Geschichte wirklich so zugetragen hat, aber ich hatte sie vor einigen Jahren so sinngemäß gelesen: George Gershwin war einige Jahre lang der persönliche Assistent und gelehrige Schüler des Komponisten Irving Berlin. Eines Tages soll Irving Berlin zu Gershwin gesagt haben, daß es ihm schwerfalle, ihn wegzuschicken, aber wenn er (Gershwin) bei ihm bliebe, könne er "nur" ein zweiter Irving Berlin, aber kein erster George Gershwin werden.
Der Überlieferung nach soll am Eingang des Tempels von Delphi die Inschrift „Erkenne dich selbst“ gestanden haben. Diese Aufforderung besagt, die Lösung individueller Probleme und Fragestellungen durch die Auseinandersetzung mit dem eigenen Selbst, der eigenen Persönlichkeit, herbeizuführen. Somit dient die Erkenntnis der „Innenwelt“ als Zugang zur Problemlösung in der „Außenwelt“.
In diesem Sinne wünsche ich allen einen guten Weg zu sich selbst!
Herzliche Grüße aus Hamburg
Norbert
Herzliche Grüße
Brigitte
Ich finde es schon einmal sehr gut, daß Sie die von Ihnen benannte Schublade verlassen haben, um sich hier an dieser Stelle zu zeigen.
Es ist nicht einfach, per Ferndiagnose Empfehlungen zu geben. Normalerweise gehört dazu ein Vorgespräch, bei dem man Verständnisfragen stellen kann, bevor Tipps und Hinweise formuliert werden.
An dieser Stelle gebe ich einfach mal von mir, was mir ad hoc beim Lesen Ihres Eintrages in den Sinn kam:
In Ihrer Webseite habe ich gesehen, daß Sie sich mit dem MBTI beschäftigt haben. Vielleicht kann Ihnen ein Selbst-Test nach dem MBTI einen ersten Hinweis darauf geben, wo Sie den "Schmiedehammer" anlegen können, um dem "Schlüssel" schon mal eine erste Formveränderung zu geben.
Ich habe vor einiger Zeit den sinngemäßen Spruch gelesen, daß man sich wenigstens einmal am Tag ganz bewußt öffentlich blamieren solle, um die Zurückhaltung langsam abzubauen.
Ein gutes Training könnte sein, daß Sie durch eine Stadt Ihrer Wahl, in der Sie selbst nicht wohnen, gehen und dort einfach fast jeden ansprechen, der Ihnen über den Weg läuft. Den Ersten fragen Sie nach der aktuellen Uhrzeit. Bei der Zweiten erkundigen Sie sich nach dem Weg zum Bahnhof. Den Nächsten befragen Sie nach der günstigsten Busverbindung nach München (zum Beispiel vom Augsburger Hauptbahnhof aus
Eine Antwort erhalten Sie in jedem Fall. Entweder man zeigt Ihnen einen "Vogel" oder man gibt Ihnen ehrlich bemüht eine Antwort, wie Sie von Augsburg mit dem Bus nach München kommen. Möglich wäre auch, daß Ihnen jemand etwas irritiert, aber dennoch hilfsorientiert einen Weg mit der Bahn nach München erläutert.
Oder Sie setzen sich zu anderen auf die Parkbank, um mit ihnen ein belangloses, offenes Gespräch über den Zug der Wolken und deren Wirkung auf das Wetter zu beginnen. Dabei könnten Sie auch die eine oder andere gewagte These aufstellen. Zum Beispiel, daß Flughäfen so gebaut sind, daß die Startbahnen immer wolkenfrei sind... (
Das mag sich vielleicht etwas seltsam anhören, aber wenn Sie bereit sind, unbekümmert auf Ihnen fremde Menschen zuzugehen, um sie nach simplen oder "verdrehten" Dingen zu fragen, werden Sie auch bald frei(er) auf mögliche Interessenten für Ihre Dienstleistungen zugehen können.
Gitte Härter hat für den persönlichen Umgang mit Kunden hier in unternehmenskick.de einen interessanten Artikel veröffentlicht, bei dem es um die unterschiedlichen Formen des Auftritts bei (möglichen) Kunden geht: Ihre Persönlichkeit bringt Aufträge… wenn Sie sich zeigen
Zum Schluß habe ich noch eine "Schublade" für Sie, die Sie sich vielleicht mal anschauen könnten: "Ich bin gut. Ich weiß, wovon ich rede. Ich habe meinen Kunden qualifizierte Leistungen zu bieten."
Das Wichtigste bei der Akquisition ist, daß man an sich selbst, an seinen Erfolg und den Sinn und Zweck seines Unternehmens glaubt. Ein Interessent/Kunde spürt, ob ein Anbieter wirklich von dem überzeugt ist, wovon er redet.
Ich wünsche Ihnen jede Menge Erfolg!
herzlichen Dank für Ihre begleitende Antwort und dafür, dass Sie mit Ihren Beiträgen stets so freigiebig und persönlich sind. Ich lese diese immer mit großem Interesse.
Nun, an Ihren Tipp mit dem Blamieren werde ich mich mal langsam heranmachen (gefällt mir natürlich nicht, mich zu blamieren, hat aber auch etwas Nettes, das gezielt zu üben). Selbstironie kann ich schon recht gut. Da läst sich vielleicht auch noch ein Fettnäpfchen dazustellen. Aber aufgepasst, dass es nicht Methode und Selbstzweck wird oder gar, dass sich Hornhaut bildet. Ich schicke Ihnen eine persönliche Mail, wenn eine blamage "besonders gelungen" ist.
Herzliche Grüße aus dem sonnigen München
Brigitte
Schön, wenn ich Ihnen einen Anstoß geben konnte.
Ich freue mich schon auf Ihren ersten "Blamage"-Bericht.
Herzliche Grüße aus dem heute verregneten Hamburg
Norbert
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Gitte Härter •
Gestern erzählte mir jemand von einem Gespräch, in dem ein Glaubenssatz als Rechtfertigung für das Rauchen aufgestellt wurde: "Meine Eltern sind dafür verantwortlich, daß ich seit meiner Jugend rauche. Beide waren starke Raucher."
Eine Zuhörerin soll darauf entgegnet haben: "Prima! Nun bist du ja eine 40-jährige Erwachsene und kannst selber bestimmen, was für dich richtig ist. Zum Beispiel: Mit dem Rauchen aufzuhören."
Der so Angesprochenen sollen daraufhin so ziemlich alle Gesichtszüge "entgleist" sein, daß ihr Glaubenssatz keine bedauernde Zustimmung erhielt, sondern ihr eine neue Option aufgezeigt wurde.
Herzliche Grüße aus Hamburg
Norbert