Gute Seiten an der Finanzkrise
Im Augenblick jammern alle Medien über die Bankenkrise. Schlechte Nachrichten sind eben die besten Nachrichten.
Um ein klitzekleines Gegengewicht zu bieten, möchte ich Ihren Fokus hier mal kurz stichwortartig auf ein paar positive Aspekte der ganzen Sache lenken:
Für gute Unternehmer ist jede Krise eine Chance, die Möglichkeiten für neue Produkte bietet. Welcher Trainer/Unternehmensberater bringt zuerst ein Seminar heraus, mit dem Titel “Machen Sie Ihr Unternehmen krisensicher”?
Jetzt wo die Börsen sich so nach unten bewegt haben, ist ein idealer Zeitpunkt, um nachzukaufen oder in Indexfonds des DAX oder Dow Jones zu investieren. Und eines ist ziemlich sicher: nach einem Crash geht es immer wieder nach oben. Das war 1929 so, das war 1987 so und auch nach dem 11. September waren die Kurse schnell wieder auf dem alten Niveau. Es sind diejenigen an den Börsen erfolgreich, die antizyklisch handeln und dann kaufen, wenn alle anderen verkaufen.
Sollte die Wirtschaft wirklich nach unten gehen und die großen Unternehmen ihre Werbeetats zusammenstreichen, wird Werbung plötzlich wesentlich günstiger und Sie kommen für weniger Geld an mehr Kunden heran.
In einer Krise ist es oft wichtig, die eigenen unternehmerischen und Lebenshaltungskosten zu senken. Und wenn es dann wieder bergauf geht, haben Sie es mit den geringeren Kosten wesentlich einfacher, Profite zu machen (sofern Sie Ihre Kostensenkungsmaßnahmen beibehalten).
Krisensituationen haben auch etwas Gutes, denn sie zwingen uns aus unser Komfortzone heraus und bringen uns dazu, auch über unbequeme aber wichtige Dinge nachzudenken. Viele Menschen blicken auf Krisen zurück und betrachten sie im Nachhinein als Anfang einer guten Entwicklung.
Das Allerwichtigste in jeder Krise ist, einen kühlen Kopf zu bewahren und handlungsfähig zu bleiben. Die Medien machen uns das nicht gerade einfach, deswegen ist es so wichtig, den eigenen Fokus bewusst mal auf die Chancen und Möglichkeiten zu lenken, die in dieser Krise liegen.
Und dann noch einige Tipps, um für jede kommende Wirtschaftskrise gewapnet zu sein:
Es ist immer eine gute Idee, die eigenen, laufenden Kosten klein zu halten (sowohl unternehmerisch als auch privat).
Nur noch Geld für Dinge ausgeben, die mit hoher Sicherheit einen guten und schnellen “Return on Investment” bieten.
Kredite niemals, niemals, niemals für Konsum-Geschichten aufnehmen. Immer nur für Dinge, die einen dauerhaften Gegenwert bieten oder einen “Return on Investment” bieten.
Sich rechtzeitig um ein finanzielles Polster kümmern, um notfalls ein Jahr ohne Einkommen durchzuhalten.
Investieren Sie ständig in die eigene Weiterbildung. Je mehr Sie können und wissen, desto flexibler können Sie beruflich umschwenken, falls ein wirtschaftliches Standbein wegbricht.
Üben Sie es, auf die guten Aspekte der vordergründig schlechten Dinge zu schauen. Man entdeckt so schneller Chancen und es ist auch besser für das eigene seelische Gleichgewicht.
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Anmerkungen & Kommentare
Deswegen ist es ja auch so wichtig, die guten Zeiten dazu zu nutzen, für die schlechteren Zeiten Vorräte anzulegen, damit man dann durchhält.
Es gibt zwar Leute, die sagen: "Wenn man für schlechte Zeiten vorsorgt, bekommt man diese". Aber unsere Eichhörnchen im Garten sind da in meinen Augen irgendwie schlauer und die Sammeln jetzt Nüsse und verbuddeln sie
vielen Dank Ralf für die Mut machenden Denkanstöße
Gerne schließe ich mich der Meinung von an.
Krisen stellen Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Sie fordern uns geradezu zum Überdenken der eigenen Situation auf und kreative Lösungsmöglichkeiten zu finden, bieten somit Chancen zum Wachstum.
Auch stimme ich Ralf zu antizyklisch zu wirtschaften und auf Krisen gewappnet zu sein und die momentane Phase zu nutzen sich gedanklich damit auseinander zu setzen.
Alles wird gut!!
Grüße Ursula
Jup, Vorräte anlegen - und sein Programm ohne viel Federlesens weiter zu (be-) treiben, statt vielleicht Trübsal zu blasen. Dann ist alles da, wenn es taut.
<< kreative Lösungsmöglichkeiten zu finden, bieten somit Chancen zum Wachstum. >>
Kreativität ist dann natürlich auch immer gut. *schmunzel*
LG Heike
ja, rückblickend kann manchmal gerade daraus was Gutes entstehen. Und Krisen sind sicherlich auch normal.
Allerdings: Ist man wirklich hart und selbst betroffen, von einer Krise - ob das die Finanzkrise ist, ob es wie vor einigen Jahren bei vielen Trainern so ist dass von heute auf morgen 3/4 der sonst festen Aufträge wegbrechen, weil die Sparmaßnahmen als aller erstes an die Weiterbildung gingen oder ob es eine gesundheitliche Krise ist - in solchen Momenten wird man als Betroffener schwer schlucken, wenn man von Herausforderungen, Normalität oder "Chance" liest. :-(
Manchmal ist gerade auch die Wortwahl ja wichtig, etwas zu tun oder zu lassen, Tipps anzunehmen oder nicht.
Ich hätte eine alternative Sichtweise für jeden, der gerade bis zum Hals wo drinsteckt und mit Worten wie "Chance" in Verbindung mit seiner aktuellen Situation wenig anfangen kann: "Alles ist Schei*e, aber was mach ich jetzt?"
Denn das Damit-umgehen darf nicht vor lauter Angst oder Gelähmtheit auf der Strecke bleiben und damit die Krise die Kontrolle übernehmen.
Auf wiederlesen
Gitte
Stimmt, Gitte. So etwas ist auch Sch*** und wird dadurch nicht besser.
Es ging zumindest mir nur um ein kleines Korrektiv einer ansonsten miesen Situation.
Nämlich so etwas ...
<< Jahren bei vielen Trainern so ist dass von heute auf morgen 3/4 der sonst festen Aufträge wegbrechen, weil die >> ...
also die festen Aufträge, guten Zeiten usw. zu schätzen zu wissen, weil zumindest ich (von wenigen Monaten abgesehen) seit Beginn meiner Selbstständigkeit so etwas nie gekannt habe und mich jeden Monat von neuem "dem Markt" stelle. Positives Denken hilft dann weiter.
LG Heike
Gerade deswegen ist es ja so wichtig, diese Einstellung möglichst dann schon im kleinen zu entwickeln, wenn die Welt gut aussieht.
Dieses Vertrauen, dass in nahezu allem auch etwas Gutes steckt, das hilft einem mehr als alles andere von dem ich weiß durch schwierige Phasen. Aber dieses Vertrauen in schwierigen Phasen aufzubauen, ist natürlich schwer.
Das entwickelt man meistens eben durch eine überstandene Krise oder im Vorfeld, indem man dieses Vertrauens-Denkmuster trainiert.
Siehe auch die folgende Geschichte.
Und ich hatte - wie jeder Mensch - Phasen, wo ich dachte: Buhu, die Welt ist schlecht und jetzt ist alles aus (ob das elendiger Liebeskummer oder sonstige Tragik war), aber ich muss auch sagen, dass ich beispielsweise bisher das große Glück hatte, dass ich zwar schwierige Situationen, aber nichts wirklich-wirklich Dramatisches in meinem Leben bisher hatte.
Dazu kommt, dass es ja schon Menschen gibt, die soetwas wie eine positive Einstellung praktisch
- von Geburt an eingebaut haben,
- von ihren Eltern vermittelt bekamen,
- es selbst im Laufe ihres Lebens, oft tatsächlich durch eine Krise, erfahren haben
und solche, die sich einfach damit auseinandersetzen und es erfolgreich im (Berufs-)Leben antrainieren.
Aber was ist, wenn man den Zugang dazu einfach nicht hat? Wenn man jetzt mal angenommen wirklich gerade auf dem Zahnfleisch dahergeht und von seiner Persönlichkeit her kein positiver Mensch ist. Dann ist das "Prinzip positives Denken", das ja zudem oft völlig falsch verstanden wird ganz schön schwierig oder wird aufgestzt verstanden.
Ich kann mich noch gut an eine frühere Mitarbeiterin erinnern, die sich positives Denken antrainieren wollte. Sie brachte mal eines Tages einen Comic mit, bei dem es um das berühmte Glas Wasser ging: Darin philosphierte jemand über halb voll und halb leer, trainierte sich mühsam eine "andere Sichtweise" an und am Schluss war die Erkenntnis "Ja, das Glas ist halbvoll! (aber ich weiß ja, dass es in Wirklichkeit halb leer ist)."
Gitte
<< Ich kann mich noch gut an eine frühere Mitarbeiterin erinnern, die sich positives Denken antrainieren wollte. >>
positives Denken selbst kann man m.E. nicht "trainieren", man kann es nur "sehen". Es ist eine Frage der Wahrnehmung und Perspektive.
Also etwa, indem man sich klarmacht, dass unser Leben in früheren Jahrhunderten mit ziemlicher Sicherheit erheblich schlechter gewesen wäre. (Es kann nie schaden, Geschichte zu studieren, und sei es nur dafür.
Oder indem man sich klarmacht, wo und wie man überall das Beste aus einer Sache macht / machen kann. (Hier kann auch die Kreativität helfen. Die Vorstellungskraft schulen, einfach neue Lösungen *sehen* usw. Ob sie sich dann verwirklichen lassen, ist noch eine andere Frage, aber ich muss sie erst mal sehen.)
<< Manchmal ist gerade auch die Wortwahl ja wichtig >>
Oder, genau, gerade deshalb auf seine Wortwahl zu achten, denn Sprache und Denken hängen unmittelbar zusammen. Wenn ich mir sage, dass alles Sch*** ist, ist auch alles Sch***
Und und ...
Aber ich gebe zu, es ist nicht leicht.
Im Prinzip hat es mir gerade geholfen, *dass* ich einen steinigen Weg hatte. (Wie schon meine Eltern vor mir, es ist also auch eine Frage der Erziehung.) Aus Schwierigkeiten lernen, positiv zu denken - das geht. :-D
LG Heike
danke für Deine ergänzenden Gedanken dazu.
Und genau das meine ich mit komplexer Angelegenheit.
Um Dein Beispiel mal aufzugreifen: Mir persönlich ist es herzlich egal, wie mein Leben in früheren Jahrhunderten gewesen wäre. Ich lebe ja jetzt
Und es gibt Leute, die kommen besser damit klar, die Dinge beim Namen zu nennen - eben etwa, wenn die Lage sch...lecht ist. Als zu sagen: Alles wird gut. - Ich bin ja ein Fan davon, das zu kombinieren.
Genau das meinte ich eingangs übrigens auch mit dem alternativen Wortwahlvorschlag. Ich erlebe es immer wieder, dass manche Leute einen Zugang zu einer Denkweise oder einem Tipp nicht bekommen, weil sie mit der Wortwahl nicht klarkommen. Da geht dann eine Sperre runter.
"Was ist das Gute dran", das ist halt manchmal mehr als schlecht zu fassen, wenn es einem gerade sehr dreckig geht und man mutlos ist.
Ich pflichte Dir übrigens bei, dass das SEHEN der erste Schritt ist, denke aber schon dass es nach dem Sehen immer auch eine TRAININGSSACHE ist. In erster Linie dürfte es aber darum gehen, das "Grundprinzip" zu erkennen, eben wie Du sagst zu gucken, wo ist der Ausweg, wie kann ich da jetzt das Beste draus machen oder eben zumindest: wie gehe ich mit der Situation jetzt um?
Denn vom Jammern alleine hat sich noch nie was getan.
Einen schönen Tag weiterhin
Gitte
(zum Glück irgendwie mit eingebautem Positivdenken, da bin ich schon sehr froh drum, das erleichtert's schon)
Herzliche Grüße und einen Supertag! Petra
Aber ich bin der Meinung, dass jeder psychisch gesunde Mensch, seine Grunddisposition vom Pessimisten zum Optimisten hin verschieben kann. Sehr spannend und lesenswert sind die Bücher von Martin Seligman dazu.
<< Ich pflichte Dir übrigens bei, dass das SEHEN der erste Schritt ist, denke aber schon dass es nach dem Sehen immer auch eine TRAININGSSACHE ist. >>
ich würde es so herum packen:
Das SEHEN trainieren - und daraus folgt dann auch das DENKEN.
<< (zum Glück irgendwie mit eingebautem Positivdenken, da bin ich schon sehr froh drum, das erleichtert's schon) >>
Oder um mal ein konkretes Beispiel zum Thema Sprache und Denken zu geben: Weg mit dem "schon" in Deinem Satz. Das schränkt ein / verkleinert / zieht leicht ins Negative.
Nichts für ungut. *schmunzel* Ich bin ein Sprach-Fan.
Also, auf eine ausgewogene Sicht der Dinge.
LG Heike
aaaach, mein "schon" schränkt ein? Ich finde, es betont
Holldrio!
Gitte
Hihi, guter Punkt, Gitte. Die unterschiedlichen (sprach-) kulturellen Wurzeln müssten noch einkalkuliert werden.
Aber im Ernst: Achte vielleicht mal gelegentlich drauf, wie sehr auch (Deine / unsere) Sprache unser Denken formt. Selbst wenn man sich entschließt, "schlampig" zu sein. Auch die Wortwahl und die über sie gesteuerten Assoziationen können enthüllend sein / unser Denken formen.
Darunter müssen jedenfalls meine Teilnehmer und Coachees leiden - denen ich teils ihre Sprache "um die Ohren haue".
Ich sehe schon, ich brauche eine Fortbildung in Sachen "regionale Besonderheiten".
LG Heike
aus meiner Sicht ist das "positive Denken" lösungsorientiert nach vorne schauend.
So, wie es z.B. Ralf in seinem Beitrag umfangreich vorlebt.
Sicherlich ist eine Krise auch von Unsicherheit begleitet.
Mir persönlich half in schwierigen Zeiten die Erfahrung der Menschen weiter, die sie bereits gesammelt hatten und daraus lernten.
So gebe ich Erfahrungen gerne weiter, weil ich zum einen weiß, wie Krisen sich anfühlen und zum anderen, wie wichtig es ist optimistisch zu bleiben, um nach vorne zu schauen und gehen zu können.
Ich glaube, dass alles gut wird und der Glaube versetzt bekanntlich Berge!
Schöne Grü0e
Ursula
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Zeit vielleicht, sie deshalb umso mehr wertzuschätzen und zu genießen. (Und sich über - immer noch historisch gesehen - seltener werdende Krisen zu freuen.)
LG Heike