Erfolgsprinzipien

Geht der Trend nach oben oder unten?

Gitte Härter • 30.10.2011 • email Weiterempfehlen

Oft leben wir Selbstständigen mehr oder weniger im Moment, manche reagieren eigentlich nur oder planen ein wenig in die Zukunft. Der Jahres-Rhythmus ist für viele naheliegend, weil man gegen Jahresende oftmals Bilanz zieht und am Anfang des Jahres Pläne macht.

Heute lade ich Sie dazu ein, sich einmal mit dem Trend Ihres Unternehmens und einiger zentraler Faktoren zu befassen.

Sie können das rückwirkend machen oder einfach ab heuer damit anfangen. Ziel ist es, klar zu erkennen, ob der Trend in die richtige Richtung geht.

Definieren Sie zentrale Faktoren

Sinn dieser Trend-Aufgabe ist es, einige wenige zentrale Faktoren Ihrer Selbstständigkeit zu überprüfen und über einen längeren Zeitraum im Auge zu behalten. Diese könnten zum Beispiel sein:

Finanzen: Wie gut trägt sich mein Unternehmen?

Achtung: Dabei geht es wirklich um Kohle und nicht um „wie zufrieden bin ich mit dem, was ich einnehme“. Ich kenne einige Selbstständige, die kaum über die Runden kommen, die aber im Brustton der Überzeugung sagen, dass sie total zufrieden sind, weil sie gerne idealistisch sind. Darum geht es in diesem Fall nicht. Beim Trend „Finanzen“ geht es knallhart darum, ob sich Ihr Unternehmen trägt und Ihre Existenz damit sichert. Die Konsequenzen, die Sie letztlich daraus ziehen, steht dann auf einem anderen Blatt.

Leistungen: Wie sehr kann ich das machen, was ich auch machen WILL?

Damit ist gemeint, ob Ihr Business inhaltlich in die Richtung geht, die Sie sich wünschen, ob Sie für die Zielgruppe tätig sind, für die Sie arbeiten möchten, ob Sie Ihr Know-how, Ihre Fähigkeiten und Neigungen so einsetzen können, wie Sie sich das wünschen, ob Sie sich gefordert fühlen.

Glück: Wie glücklich bin ich als Selbstständige/r?

Natürlich ist es möglich, auch weniger „knallharte“ Faktoren für sich im Auge zu behalten. Zum Beispiel, wie glücklich Sie insgesamt als Selbstständige/r sind. Sie können es auch Zufriedenheit nennen. Sie können auch Ihre Lebensqualität bewerten, Ihre Energie oder Motivationslevel. Oder Sie überschreiben eine Trendübersicht ganz einfach mit „Wie gut geht es mir als Selbstständige/r“?


Auch hier gilt: Keep it simple. Machen Sie es nicht zu kompliziert, sondern wählen Sie sich einige wenige zentrale Kriterien aus. Schreiben Sie pro Kriterium einen kleinen Absatz, was genau Sie darunter verstehen. Das hilft Ihnen, bei der Bewertung nicht zu einseitig zu werden.

Dann zeichen Sie sich einfach eine kleine Tabelle pro Kriterium

Das können Sie auf einem Blatt Papier, mit einer Word-Tabelle oder in einem Tabellenkalkulationsprogramm machen.

Wählen Sie pro Kriterium aus, wie Sie die beiden Achsen bestücken möchten. So können Sie beim Punkt Finanzen Ihren tatsächlichen Gewinn in Euro eintragen. Dann würden Sie links eine für Sie passende Gliederung an Euro eintragen. Oder Sie können Ihr Zufriedenheitslevel in puncto Einnahmen messen, wenn Sie nicht mit tatsächlichen Zahlen, sondern einer subjektiven Bewertung arbeiten möchten.

Außerdem können Sie überlegen, wie Sie die Jahresleiste gestalten möchten: Vielleicht möchten Sie die Jahre seit Gründung benennen:

Meine Finanzen

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Oder Sie schreiben die konkreten Jahreszahlen hin. Wenn Sie es nicht rückwirkend machen möchten oder sich nicht mehr erinnern können, wie es die Jahre zuvor war, dann fangen Sie einfach bei 2010 an. Ein Jahr zurück weiß man meistens noch sehr genau.

Meine Leistungen

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Meine Zufriedenheit

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Tragen Sie dann einfach pro Jahr Ihre Einschätzung für das vergangene Jahr ein, zum Beispiel immer am Jahresende, wenn Sie eh Bilanz ziehen.

Auf diese Weise sehen Sie klipp und klar, wie sich Ihr Geschäft entwickelt. Idealerweise geht der Trend von Jahr zu Jahr aufwärts. Geht es in einem Bereich einmal nach unten, können Sie rechtzeitig reagieren.

Vielleicht zeigt der Trend in einem Kriterium oder mehreren Bereichen nach unten. Dann ist es wichtig, den Tatsachen ins Auge zu sehen. Wenn Sie sich beispielsweise entschließen, Ihren Gewinn seit Gründung einmal in so einer Liste nachzutragen und merken, dass es stetig bergab geht, dann liegt etwas im Argen und es wäre kontraproduktiv, einfach so weiterzumachen wie bisher. Das mag für viele auf der Hand liegen, doch tatsächlich verschließt man oft, wenn es nicht so gut läuft, die Augen und macht einfach stur weiter.

Auch ist es augenöffnend, wenn Sie sehen, dass sich Ihre Finanzen stetig nach oben bewegen, Sie aber nicht das tun können, was Ihnen wirklich am Herzen liegt. Oft nimmt man diese Tendenzen wirklich erst richtig wahr, wenn man sie Schwarz auf Weiß vor sich sieht.

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Martin am 30.10.2011
Hallo Gitte, prima Vorschlag. Ich find auch die Idee gut, speziell die genannten drei Kriterien zu bewerten. Mir ist der Punkt wichtig: "Mache ich das, was ich will?".

Viele Grüße an alle weiteren Kommentatoren

Martin
Von: Freddy am 31.10.2011
Gute Idee! Das geht so in Richtung »Balanced Scorecard«.
Von: Gitte Härter am 01.11.2011
Hallo Martin und Freddy,

super, das freut mich.

"Balanced Scorecard" kenne ich nur als Schlagwort und weiß, dass es ein Führungsinstrument ist. Wie genau das aussieht, weiß ich nicht. - Aber alle diese Trendgeschichten sind nützliche Helfer, weil man so Schwarz auf Weiß sieht, wie sich etwas entwickelt. Das eigene Gefühl kann da ja recht täuschen - wenn man sich überhaupt die Zeit nimmt, mal zu schauen, ob das, was man tut auch in die gewollte Richtung geht.

Viele Grüße
und enen schönen Feiertag an alle, die heute Feiertag haben
Gitte
Von: Christoph Simon am 01.11.2011
Sehr gute Idee. Dass fehlende und mangelnde Dokumentation einer der größten Erfolgsverhinderer ist, weiss man ja auch aus der Suchtarbeit. Darum wird im KT-Training auch gnadenlos dokumentiert.

 

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