Selbst-Test: Früher aufstehen + Bewegung
Kennen Sie Leute, die frühmorgens aufstehen, Gymnastik machen oder joggen und dann noch vor 7 Uhr energiegeladen loslegen? Vielleicht gehören Sie sogar selbst dazu! – Ich bin nicht so jemand. Absolut kein Morgenmensch, brauche ich eine längere Anwärmphase bis die Betriebstemperatur erreicht ist. Doch die Aussicht auf einen energiegeladenen Frühstart fand ich schon immer verlockend. Darum habe ich Anfang Juli mit einem Test begonnen.
Der Test
Ursprünglich wollte ich testweise eine Woche lang morgens um 6 Uhr aufstehen und spazierengehen (Dauer: so lange ich möchte).
Das war die Ausgangslage:
Ich hasse frühes Aufstehen.
Ich mag zielloses Spazierengehen nicht sonderlich.
An der Stelle könnte man schnell sagen: Ach, dann ist das halt nichts für Dich! Lass es. Aber warten Sie mal ab ...
Wunschziele und Erwartung:
mehr Bewegung
mehr Sauerstoff! (ich bin fast immer drin, auch wenn ich häufig in Sport gehe -> auch innen)
morgens voller Energie in den Arbeitstag starten
Erwartete Hindernisse:
Gleichförmigkeit aller Art langweilt mich schnell (also auch gleiche Wege).
Das Spazierengehen wird mir keinen Spaß machen.
Mit diesen Zielen wollte ich „gleich morgen“ meinen Test beginnen. Abends war ich hochmotiviert, aber als dann morgens um 6 Uhr der Wecker klingelte, war davon nichts mehr zu spüren. Ich blieb liegen.
Aber morgen!
Nächster Morgen: Uäääääh. Ich blieb liegen.
Morgen aber wirklich!
Neeeeeein ...
Nachdem ich es dreimal nicht geschafft hatte, morgens aufzustehen, schrieb ich auf Twitter, ob jemand mit mir testen wolle. Daraufhin hat sich gleich ein Schwung interessierter Mitstreiter gemeldet.
Am nächsten Morgen 6 Uhr. Wecker klingelt. Oh noooo ... aber hey: da stehen jetzt gerade auch ein halbes Dutzend Twitter-Kollegen ächzend auf. Immerhin haben wir uns das versprochen!
Es hat funktioniert. Aufgestanden. Eineinhalb Stunden spazierengegangen! Schön war’s.
Bisherige Bilanz
Am 3. Juli habe ich begonnen und heute ist der 16. Tag des Tests (ich bin also über meine ursprünglich geplante Testwoche hinaus). Ich habe jeden Tag kurz in Twitter dokumentiert, wie es war und ob ich war. Es ist unglaublich, was diese öffentliche „Rechenschaft“ für einen Unterschied macht.
Meine Bilanz bisher sieht so aus:
Von 16 Tagen war ich an zwei Tagen auf Reisen. Von den verbliebenen 14 Tagen war ich 10 Tage zwischen einer und eineinhalb Stunden morgens unterwegs (meistens ab 6 h, manchmal nach etwas Heulen und Zähneknirschen erst um halb sieben).
An 3 Tagen bin ich aufgestanden, war schon im Bad, fühlte mich aber so erschöpft, dass ich wieder zurück ins Bett ging. An diesen Tagen habe ich dann jeweils mehrere Stunden wie ein Stein weitergeschlafen.
Heute ging das Aufstehen sehr gut, aber leider schüttet es seit Stunden wie verrückt und das ist nicht schön. Ich wollte mich ursprünglich von Regen nicht abhalten lassen, aber wurde einmal so plitschnass, was überhaupt keinen Spaß machte, dass ich das nicht mehr mache.
Meine Erkenntnisse bisher
Was mich erstaunt:
Das Spazierengehen macht mir Spaß! Sogar so ausgedehnt, dass ich freiwillig meist eineinhalb Stunden durch die Gegend gurke.
Ich lerne meine Nachbarschaft kennen (zum ersten Mal richtig, obwohl ich hier schon dreizehn Jahre wohne).
Ich höre dabei Musik und darüber freue ich mich richtig: Musik ist mir wichtig, aber in den letzten Jahren habe ich so richtig konzentriert gar nicht mehr nur Musik gehört.
Was mir hilft:
- Die Twitter-Öffentlichkeit: die Mitstreiter aber auch „nur“ Mitleser, die sich auch melden und mir sagen, dass es sie motiviert zu sehen, wie ich das durchziehe bisher. Oder auch Zuspruch geben, wenn ich einen Tag ausgesetzt und einfach weitergeschlafen habe.
- Ich habe die erste Woche morgens immer die gleiche Musik gehört („Diamonds and Pearls“ von Prince) und das zur Aufstehmusik erkoren. Das war damit auch so das Startsignal, dass es jetzt losgeht.
- Dass mir das Spazierengehen selbst Spaß macht, was ich nie gedacht habe. Das ist genau das Richtige: Ich würde nicht um viel Geld joggen, das wäre mir viel zu anstrengend um diese Zeit.
- Dass ich gegen Ende meiner Runde zu einem tollen Bäcker gehe und mir dort einen Milchkaffee zum Mitnehmen gönne und was zum Frühstück mitnehme.
- Dass zum Glück jetzt fast die ganze Zeit superschönes Wetter morgens war (was sich oft schon gegen acht Uhr wieder verdüstert hat).
- Dass ich es durchgehend jeden Tag mache und mir so nicht die Tür zu Debatten oder zu einem „ach, dann doch morgen“ öffne.
Was total schlecht ist:
Seit ich das mache, bin ich tagsüber müde wie die Hölle. Nichts mit energiegeladen :-(
Ich dachte erst, das hängt damit zusammen, dass sich der Körper umstellen muss oder dass es vielleicht doch einfach sehr viel ist, morgens gleich 90 Minuten zu gehen – aber eigentlich kann das so drastisch nicht sein.
Insofern muss ich jetzt mal den Test dahingehend verändern, dass ich mit der Zeit und Dauer etwas experimentiere. Es kann ja nicht angehen, dass ich die Schlafkrankheit davon bekomme.
So geht’s weiter:
Ich habe mir überlegt, dass ich jetzt einen Monat voll mache: Es heißt ja immer, dass neue Gewohnheiten 30 Tage dauern. Danach schaue ich, was Sache ist.
Ansonsten ist meine größte Erkenntnis, dass der Moment des Aufstehens für mich die Hölle ist und dass dieser kurze Moment darüber entscheidet, ob ich etwas tue. Das ist eine Binsenweisheit, die mir in diesem Zusammenhang aber zu denken gibt: Denn wenn ich draußen bin, macht es mir Freude. Wenn ich also dem „Oh nein-Moment“ nachgeben würde, würde ich mich von dem Guten danach abschneiden.
Fragen Sie mich also um 6 Uhr morgens, wie ich das mit der Spazierengeherei finde, sage ich: „So eine Scheiß-Idee!“
Fragen Sie mich um 6.15 Uhr, wenn ich zur Türe rausgehe und in die klare, frische Luft blinzle, dann sag ich: „Toll! Ich fühle mich schon jetzt wie ein Held!“ ..., schalte den MP3-Player an und gehe beschwingt los.
Wie ist das bei Ihnen? Sind Sie Morgenmensch oder gar Frühsportler?
Nachtrag vom 30. Juli:
Mein Fazit:
Gestern, am 27. Tag, habe ich den Selbstversuch beendet mit dem Fazit, dass das – zumindest in dieser Form – nichts für mich ist.
Obwohl mir, wie schon nach zwei Wochen geschrieben, das Spazierengehen selbst gut gefallen hat, ist die extreme Müdigkeit, die schon seit Beginn auftrat, geblieben. Wir reden hier nicht von „Ich bin etwas müde.“, sondern von konstantem Erschöpfungsgefühl. Den ganzen Juli über hätte ich jederzeit von jetzt auf den nächsten Moment umfallen und schlafen können. Ich habe gemerkt, dass ich häufig Dinge vergessen habe (jemanden anrufen und dann nicht mehr wissen, wie der andere heißt oder wie ich heiße, also Dinge, die mal bei Unkonzentriertheit passieren, die aber natürlich kein Dauerzustand sein dürfen.)
Ich habe in der ganzen Zeit kein Mal nur wegen Lustlosigkeit ausfallen lassen, war aber alle paar Tage so richtig megaerschöpft und nicht in der Lage, rauszugehen.
Das Ganze finde ich völlig abstrakt, denn die Bewegung ist weder zu viel, noch zu anstrengend, so dass es einen nachvollziehbaren Grund für diese extreme Dauererschöpfung geben würde. Aber: Es ist erst aufgetreten, seit ich um 6 h aufstehe und die Runde drehe. Insofern muss es einen Zusammenhang geben.
Alleine die Chronobiologie im Sinne von „Eulen sind halt keine Morgenmenschen“ kann es nicht sein. Ich habe früher einige Zeit um 7.15 Uhr Dienstbeginn gehabt und bin über ein Jahr so früh aufgestanden: in dieser Zeit war ich morgens eine Stunde lang etwas müde, und dann war’s wieder gut.
Eine Freundin hat gestern die Theorie aufgestellt, dass es auch die frische Luft sein könnte: zu viel frische Luft mache müde, sie kenne das auch, dass sie im Urlaub, obwohl sie gut und genug schläft, wenn sie viel draußen ist, supermüde wird. Klingt plausibel, aber ob das wirklich sein kann in dieser massiven Ausprägung und auch noch auf Dauer, kommt mir komisch vor.
Die generell gute Nachricht:
Ich bin froh, dass ich meine ursprüngliche Test-Woche ausgedehnt habe und es so wirklich ausprobieren konnte, wie das eigentlich so ist. Und dass ich es tatsächlich „kann“.
Neugierig war ich ja auch, ob sich wirklich was ändert von wegen „man muss es nur wirklich konsequent machen“. Auch wenn ich nicht jeden Tag gegangen bin (einmal war ich auf Reisen; alle paar Tage zu erschöpft, um auch nur einen Schritt zu gehen und bin wieder ins Bett und in einen komaähnlichen Schlaf gefallen; letztes Wochenende drei Tage krank), so habe ich kein einziges Mal nur wegen „keine Lust“ ausfallen lassen und bin auch dann gegangen, wenn es schwierig war und wenn ich nicht wollte.
Darauf bin ich ganz stolz. Geholfen hat dabei einzig und allein die öffentliche Dokumentation auf Twitter. Wenn ich das nicht gehabt hätte, hätte ich wahrscheinlich keine 3 Tage durchgehalten und es einfach wieder versanden lassen.
Wurde es leichter mit der Zeit?
Ja! Tatsächlich war die ersten zwei Wochen das Schwierigste der Aufsteh-Moment! Wie ich oben in der Zwischenbilanz schon geschrieben hatte: das Aufstehen war eine Quälerei, aber wenn ich erstmal stand und vor allen Dingen, sobald ich draußen vor der Türe war, war ich ganz guter Dinge.
Das Aufstehen wurde nach zwei Wochen leichter: es war irgendwie dann schon zur Routine geworden. Hatte ich vorher oft zehn Minuten (einmal sogar eine halbe Stunde) mit mir debattiert und gewinselt, weil ich nicht aufstehen wollte und es schließlich doch getan habe, bin ich nach und nach immer leichter aufgestanden. Das ist gut zu wissen, weil es tatsächlich die Sache einfacher macht, wenn man nur länger dranbleibt und die meist schwierige Anfangsphase übersteht.
Und jetzt?
Jetzt muss ich erstmal wieder auftanken, denn die extreme Grundmüdigkeit steckt mir in den Knochen. Darum habe ich mir überlegt, im August mal den Gegentest zu machen: Ich werde den Wecker verbannen (außer an Tagen mit Terminen natürlich) und dann aufstehen, wann ich von selbst aufwache. Dann sehe ich ja, ob mein eigentlicher Rhythmus sich wirklich so ganz anders verhält und komme hoffentlich in kurzer Zeit wieder mal zu einem normalen Energiepegel – und weiß dann auch wieder, wie ich heiße.
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Anmerkungen & Kommentare
Ich habe ja Gelegenheit, Deine Kommentare auf Twitter zu diesem Selbsttest mitzuverfolgen. Deinen veröffentlichten Selbsttest finde ich klasse.
In meinem Wesenskern bin ich wohl eher ein Spät-auf-und-spät-zu-Bett-Mensch (Typ Eule). Allerdings habe ich mich vor vielen Jahren auf eine Recht-früh-auf-damit-der-Tag-zu-nutzen-ist-und-dennoch-irgendwie-relativ-spät-zu-Bett-geh-Variante trainiert.
Eine längere Verweildauer bei der Bundesluftwaffe half mir dabei...
Heute gehöre ich zu den Leuten, die vorwiegend frühmorgens aufstehen, Gymnastik machen oder joggen und dann noch vor 7 Uhr energiegeladen loslegen.
Bis ich allerdings das Haus zum Joggen verlassen habe, hat mir mein "Innerer Schweinehund", den ich "Günther mit t-h" nenne, schon viele Ausflüchte angeboten, warum doch ein anderer Start in den Tag um Länger besser wäre.
Wenn ich dann aber erstmal bei der noch relativ unverbrauchten Morgenluft mit dem Lauf an dem Alster-Arm bei mir zu joggen beginne, bin ich immer wieder aufs Neue froh, daß ich nicht auf "Günther mit t-h" gehört habe.
War die Nacht vorher allerdings zu kurz, kann es passieren, daß ich im Laufe des Tages irgendwann einen Energieabfall in fast "allen Systemen" habe, der dazu führt, daß ich mich gedanklich manchmal auf die Reise Richtung Schlafzimmer mache...
In der Summe hat so ein "mittelfrüher Start in den Tag", also so gegen 05:30 Uhr, zumeist viele Vorteile für mich. Es steht mir einfach viel mehr Zeit am Tag zur Verfügung, als wenn ich erst so gegen 09:00 Uhr starten wollte (...wie es wohl meiner ursprünglichen inneren Uhr entspräche...).
Jetzt kann man natürlich darüber streiten, ob nicht ein Leben nach dem Rhythmus der "inneren Uhr" viel besser und gesünder für einen selbst wäre - oder aus gesellschaftlichen Gründen eben eher nicht.
Die Antwort lasse ich hier mal offen.
Herzliche Grüße
Norbert
deine Frühmorgensaktivitäten habe ich in der Tiefe der Bedeutung über Twitter gar nicht wahrgenommen, erst nach Lesen des BlogBeitrags wurde mir mehr klar.
Vermutlich bin ich eher ein Frühaufsteher und mache damit für meinen Arbeitsablauf (viele im Büro @Home am Schreibtisch) gute Erfahrungen.Bedingt durch Wechselschicht meiner Partnerin geht es hier ein un die andere Woche um 4.20 Uhr los und ich bin dann i.d.R. auch ab 5.30 Uhr am Schreibtisch. Das sind die Tage, wo ich das Gefühl habe (und es auch objehktiv sehe), dass ich effektiver arbeite: Gegen 9, wenn so das 1. Mal das Telefon klingelt ist schon viel bei mir passiert und der Anrufer kämpft noch mit dem Tee-im-Büro kochen.
Ideal wäre für mich ein Tagesbeginn kurz vor sechs, dann eine gute Runde arbeiten, kleiner Lauf an die Ostsee (nicht weit von hier) und dann wieder an Arbeitsthemen 'ran.
Die "schlimmsten" Tage sind die, wo ich nicht aufstehe und noch ein paar Minuten liegend im Bett meditieren möchte. Meist klappt dann im Rest des Tages manches nicht wie gewünscht.
Jedenfalls sind um diese Jahreszeit die Morgenstunden ein wahrer Traum von Licht.
Allen einen schönen Sonntag,
Ralf
ich finde deinen selbstversuch sehr heroisch und vorbildlich - denn ich bin leider eher ein spätstarter, der so gegen halb neun aufsteht. und sich immer danach sehnt, früher mit der arbeit anzufangen.
einmal bin ich vor ca. zwei jahren am wochenende um 6 uhr aus dem bett gefallen und hier in der nähe um einen see gejoggt. es war eine wunderbare stimmung, der dunst stieg langsam vom see auf, die kanadagänse grasten am ufer und kaninchen hoppelten über den weg ...
dein bericht gibt mir hoffnung, es wieder mal mit dem frühaufstehen und joggen vor der arbeit zu probieren.
vielen dank und herzliche grüße
jens
...ja, das habe ich bei meinen Überlegungen gar nicht mit einbezogen: Meine Frau arbeitet auch im Schichtdienst. Da hat sie wechselnd freie und Diensttage. An den Tagen mit Diensten beginnt sie wechselnd zwischen 04:15 Uhr und 05:00 Uhr morgens. An diesen Tagen fällt es mir besonders leicht, früh morgens aus dem Bett zu kommen und mich an den heimischen Schreibtisch zu setzen.
Heute, am Sonntag, allerdings habe ich den Tag erst so gegen 07:30 Uhr begonnen. Erst recht deshalb, weil es gestern einigermaßen spät wurde...
Zudem: Sonntags darf der Tag auch mal später beginnen. Wenngleich: Wenn meine Frau Dienst hat, fragt niemand danach, ob heute gerade Sonntag ist.
Herzliche Grüße
Norbert
... da hattten wir zumindest beim Beginn einen ähnlichen Sonntag. Bin auch erst gegen acht wach geworden weil heut so ruhig hier auf dem Lande.
herzlichen Dank für Eure netten Kommentare und eigenen Erfahrungen. Das ist zusätzliche Motivation für mich
---
@Zamyat
Da bist Du ja auch sehr fleißig. Und Du wohnst zudem ja auch mitten auf dem Dorf. Gut, dass Dein Fuß wieder besser ist (gute Besserung weiterhin!).
Haha: "Revolution" ist genau das richtige Wort.
Das mit der Dauer ist keine Vorgabe. Dass ich doch so lange unterwegs bin ist Zeichen dafür, dass es mir gefällt, wenn ich erstmal draußen bin. Ich habe mir aber vorgenommen, dass ich nur so lange gehe, wie ich Lust habe. Wenn ich also nach einer Viertelstunde keinen Bock mehr hätte, "dürfte"/würde ich umkehren. Zwang ist der Tod von Vorhaben aller Art.
Ja, ich höre immer Musik dabei. Das ist ein Grund, warum es mir gut gefällt. Ich stehe nicht so auf Naturerlebnis, dass ich unbedingt draußen sein müsste. Von daher wäre es mir längst langweilig geworden "ohne". Das mit dem Abschneide-Gefühl geht mir allerdings auch so, aber mehr in Richtung Kettensägenmörder-springt-mich-an ohne dass ich es (rechtzeitig) merke
Ja, ich bin sicher, dass eine spätere Zeit besser für mich wäre - aber die Erfahrung zeigt, dass ich es später einfach nicht mehr mache. Da hab ich keine Lust oder bin zu faul und außerdem ist die Luft abgestanden und lauter Leute sind unterwegs. Stille und frische Luft ist Teil des Reizes.
---
@Norbert
Das gibt mir Hoffnung mit dem Umtrainieren. Ich frage mich nämlich auch dauernd, wieviel wirklich "Eule" ist und wieviel zusätzlich antrainiert wurde (was die Sache natürlich noch erschwert). Ich habe früher ja auch mal bei der Polizei gearbeitet und musste um 7.15 h anfangen. Das war zwar immer anfangs die Hölle, aber man findet sich damit ab und stellt sich etwas um.
---
Dankeschön
Das ist natürlich genial, wenn Du dann um 9 h in aller Ruhe schon wahnsinnig viel erledigt hast.
>>Ideal wäre für mich ein Tagesbeginn kurz vor sechs, dann eine gute Runde arbeiten, kleiner Lauf an die Ostsee (nicht weit von hier) und dann wieder an Arbeitsthemen 'ran.
Das könntest Du doch machen, oder? Zumindest klingt es wie ein umsetzbarer + wünschenswerter Plan
Die Nähe zur Ostsee beneide ich. Wasser hat eine eigene Qualität - wir haben immer nur olle Berge ...
---
@Jens
Da sind wir Zwillinge, die bei ihrer Geburt getrennt wurden. Ich bin auch viele Jahre gegen halb neun aufgestanden und habe mich dann mühsam auf halb acht runtertrainiert.
Vor zwei Monaten habe ich meinen Fernseher abgeschafft und seitdem geh ich im Schnitt zwei Stunden früher ins Bett - insofern fällt es mir leichter, früher aufzustehen (also es fällt mir nicht leicht, aber kopfmäßig habe ich zumindest die gleiche Schlafdauer).
Ich kenne auch das Gefühl, dass Du beschreibst: wenn man MAL von selbst früher aufsteht und lauter Sachen macht und es ist toll und - wie Ralf es beschreibt - plötzlich ist es erst 9 h und man hat schon tausend Sachen gemacht.
Das Gemeine bei "so Leuten wie uns" ist natürlich, dass wir im Regelfall nicht energiegeladen sind wie die Morgenmenschen. Das beneide ich wirklich. Als Zombie fällt der Morgen einfach schwerer.
Probier's doch auch einfach mal als Testphase aus. Ich habe mit dem Ziel "eine Woche testen" begonnen. Das ist machbar und dann kannst Du sehen, ob Du - wie ich verlängern möchtest - oder ob's doch nicht so Deins ist.
Oh, und Hasen treffe ich hier übrigens auch jeden Tag! In der Wohngegend mitten in München!
So, jetzt muss ich aber schleunigst ins Bett ...
Eine gute Woche allerseits
Gitte
Das mit der Morgenmüdigkeit kenne ich auch - aber mal etwas anderes:
Musikhören macht sicherlich Spaß, aber gerade in der Natur hat man die Chance abzuschalten, d.h. einmal völlig BEWUSST zu werden. Nicht denken, sich nicht berieseln lassen (Fernsehen ist da noch viel schlimmer), sondern durch meditative Betätigung zu mehr innerer Ruhe zu finden.
Die Natur, das LEBEN und sich selbst einmal wirklich bewußt wahrzunehmen.
Andreas, das ist wahr: es hätte eine weitere wichtige Dimension, einfach "so" in der Natur zu sein und es eher meditativ anzugehen. Meine Hauptziele sind momentan einfacher gestrickt: "einen Fuß vor den anderen setzen und frischen Sauerstoff atmen"
Momentan geht es mir wie Cindy: "ohne Musik geht gar nichts". - Vielleicht ändert sich das mit der Zeit, wenn ich es tatsächlich als Gerne-Gewohnheit etablieren kann.
@Cindy: Oh :-( Ja, wenn einen die Sorgen plagen, dann haut's einen einfach aus dem Gleis. Ich drücke Dir die Daumen, dass sich alles "einrenkt" und Normalität einkehrt. In der Zwischenzeit teste ich einfach mal vor, wie das mit den 30-Tagen ist. Bisher war ich schon einige Mal enttäuscht, weil das gar nicht automatisch eintritt, wie alle immer versprechen
Genau wie die Mär vom Runner's High, haha - davon hab ich auch noch nie was gemerkt. Aber vielleicht muss man dazu 2 Stunden laufen?
Einen schönen Tag
Gitte
PS: Andreas - den link im Kommentar selbst habe ich gelöscht. Du hast den link ja hinterm Namen hinterlegt.
@ Ralf
Dass Wechselschicht ungesund ist, ist wissenschaftlich bewiesen (vielleicht gibt es dazu neuere Erkenntnisse, die das Gegenteil beweisen - weiß ich jetzt nicht).
---
@ Gitte
Ich habe festgestellt, dass es das Runner`s High auch beim Laufen unter zwei Stunden gibt.
Ich bin ein Morgenmensch. Trotzdem habe ich meinen Wunsch, den ich seit letztem Jahr hege, noch nicht umgesetzt (wahrscheinlich weil ich dazu dann doch wesentlich früher aufstehen sollte): Wenn es noch dunkel ist aufstehen, zu einem Berg fahren (die Anfahrtszeit hält sich in Grenzen) und eine Sonnenaufgangswanderung machen. In meiner Vorstellung rieche ich die wunderbar klare, frische Luft schon, höre das Rauschen der Blätter, das muntere Plätschern des Baches, das Zwitschern der Vögel, sehe kleine und große Blumen und Gräser und sehe wie die Sonnenstrahlen schräg zwischen den Bäumen den leichten Nebel bescheinen - oder so?- ich bin oben auf dem Berg und die Sonne schiebt sich hinter den Bergen nach oben und macht schöne Schatten. Mit der Natur geht`s mir wie Andreas, ich kann die Natur PUR genießen.
Das finde ich Klasse: Den Fernseher abgeschafft. - Das kann dauern bis die GEZ Ihnen das glaubt (weiß ich aus Erfahrung einer Freundin).
Herzliche Grüße!
Sonja
ach was: das Runner's High haben Sie erlebt. Ich bin wirklich neidisch, weil ich das nur vom Hörensagen kenne.
Ihre Schilderung mit dem Berggehen klingt toll. Zur Zeit liebäugle ich genau damit auch. Das ist nur im Kopf auch so eine Umstellung, weil ich nie so der große Natur- und Bergfan war. Scheint sich momentan zu ändern. So richtig bei einer Wanderung brauche ich auch keine Musik, also wenn sich die Landschaft andauernd ändert und so, das ist irgendwie anders vom Erleben her als "nur in einem Park". Komisch.
Das mit der GEZ war genau so! Die haben mir doch tatsächlich auf meine Kündigung hin geschrieben: Nein, Sie sind nicht gekündigt, weil es nicht reicht zu sagen, dass man keinen Fernseher mehr hat. Hat mich der Schlag getroffen! Ein Einschreiben Rückschein mit etwas Paragraphen-Geschwätz hat dann zu einer Bestätigung geführt. Jetzt warte ich auf die korrekte nächste Rechnung.
Viele Grüße
und einen schönen Tag
Gitte
danke für Deine Erfahrung: das gibt mir Mut - ich spekuliere (wie wohl viele) auch auf dieses "dann ist es fix" und "Du wirst es nicht mehr missen wollen".
Ehrlich gesagt kann ich mich an gar nichts in meinem Leben erinnern, wo das nach diesem Muster "Nur 1 (oder zwei oder drei) Monate machen, dann ist es fest drin" funktioniert hätte und ich frage mich ganz generell, ob das wirklich bei jedem Menschen so ist mit diesem "musstes nur lange genug machen/einüben".
Ich bin beispielsweise jemand, der von Heute auf Morgen auf Dinge keine Lust mehr hat. Da kann ich etwas jahrelang total gerne und regelmäßig machen und auf einmal: ZACK. Bläh. Mach ich nie mehr.
Wir werden sehen, wie es sich damit verhält.
Gratuliere, dass Du Dir das so super angewöhnt hast und jetzt so gerne und regelmäßig durchziehst. Das ist ein großer Gewinn!
Einen schönen Tag
Gitte
Willkommen im Klub, Gitte.
Das ist Leben pur.
Ich finde es klasse, daß Du den Selbst-Test so lange Zeit durchgeführt und durchgehalten hast.
Auch, daß Du uns Leser daran über Twitter hast teilhaben lassen, finde ich klasse.
Bei mir hat dies ein Nachdenken darüber bewirkt, ob ich wirklich aufstehe, weil es mir vom inneren Rhythmus her gut tut, oder weil es die äußeren Erfordernisse verlangen.
Dieses irgendwie immer müde sein, habe ich in diesem Monat Juli auch. Stärker als sonst. Allerdings ohne die Veränderung meines gewohnten Aufsteh-und-zu-Bett-geh-Rhythmus'. Ich denke ja, dass speziell in diesem Monat die permament zu hohe Luftfeuchtigkeit und der ständige Wechsel zwischen den Wettersituationen (heute Sonne pur, morgen Regen und Gewitter) mit Anlaß dafür ist, dass sich viele Menschen irgendwie permanent kaputt fühlen. Jedenfalls bekunden sie dies in meinem Umfeld.
Dennoch geht jeder seiner Arbeit und seinen Verpflichtungen nach.
Ich bin schon sehr darauf gespannt, wie Dein Selbsttest im August - ohne Wecker, aber mit innerer Uhr - verlaufen wird.
vielen dank für deinen heutigen bericht (twitter habe ich nicht verfolgt).
den fernseher hatte ich auch vor 1,5 jahren abgeschafft und es ist super, weil man seiner seele viel schrott erspart und zwei stunden früher ins bett kommt. ein freund sagte mir, es habe auch die gemeinsamen abende und die kommunikation mit seiner frau sehr positiv verändert.
ich stehe seit montag morgens um 7 uhr auf und jogge dann 45 minuten. das geht bisher ganz gut, mal sehen, ob ich es durchhalte (und was ich mache, wenn es regnet). bin heute schon etwas müde, weil gestern zwar um 22:30 uhr ins bett gegangen, konnte aber erst nach 24 uhr einschlafen. insgesamt geht es aber mit der müdigkeit und die 45 minuten laufen sind auch okay, nicht zu viel und nicht zu wenig.
die letzten wochen war ich nur am wochenende einmal eine stunde gelaufen (mühsam) und erschüttert über meinen konditionseinbruch; denn am 01.06. war ich noch halbmarathon gelaufen und gut vorbereitet.
werde versuchen, morgens noch eine halbe stunde früher aufzustehen, damit ich dann auch wirklich um 9 uhr am schreibtisch sitze und loslege, was bisher noch nicht immer der fall ist.
wünsche dir glück mit der "inneren uhr"; für mich wäre das nichts.
finde dieses forum ganz interessant und witzig, auch wenn die zahl derer, die du motiviert hast, es selbst zu probieren, offenbar überschaubar ist.
viele grüße
jens
danke
Wegen "innerer Uhr". Mein früherer Nachbar hat das mal total auf die Spitze getrieben: Er hat nicht nur die Aufstehzeit ohne Wecker geregelt, sondern ist ganz strikt nur noch Schlaf- und Wachbedürfnis gegangen. Also wenn er um 12 Uhr müde war und mehrere Stunden geschlafen hat und dann Nachts gearbeitet hat, war das okay und so weiter. So weit ich mich erinnere hat er es aber nur eine kurze Zeit gemacht.
Es ist nunmal so, dass die Arbeitswelt einen bestimmten Rhythmus hat. Deshalb habe ich mich auch immer gescheut, meinem normalen Rhythmus nachzugeben - der war nämlich eher: Schlaf bis mittags und arbeite nachts. Das ist aber blöd, weil dann der halbe Tag rum ist und die "normale Welt" tagsüber stattfindet.
Jetzt, wo ich deutlich früher ins Bett gehe, befürchte ich das nicht mehr und spekuliere, dass ich ohnehin auch von selbst so gegen 8 oder 9 h aufwache. Wir werden es ja sehen. Am Wichtigsten ist mir, mich mal wieder so richtig energievoll zu fühlen - sonst ist das Leben so beschwerlich
*
Huhu Jens,
vielen Dank für Deine Erfahrungen. Ja, das mit dem Fernseher ist verrückt, oder? Ich hatte bis vor einigen Jahren auch überhaupt keinen, bis ich gedacht habe: Ach, könnteste ja mal wieder anschaffen. Und von da an bin ich - wie Du sagst - immer viel länger aufgeblieben. Auch ich gehe im Schnitt zwei Stunden früher ins Bett.
Sehr gut, dass es mit dem täglichen Joggen gut geht und sich vor allen Dingen auch gut anfühlt für Dich. Ich habe letztes Jahr mit zwei Laufpartnern einmal pro Woche auch um 8 h gejoggt und das war die erste Viertelstunde immer die Hölle - aber wenn wir fertig waren, war es genial.
Dass es so mühselig war an diesem Wochenende könnte natürlich schon auch mit am Wetter gelegen haben. Manchmal kommt man sich vor wie eine Dampfwalze.
Schön, dass es Dir bei uns gefällt, dann lesen wir uns sicher öfter.
Übrigens: Motivieren, das auch zu machen, wollte ich gar nicht. Ich bin so eigennützig, dass ich die Öffentlchkeit hier natürlich auch für meine eigenen Ziele nutze. Genau wie viele Menschen bin ich auch jemand, der mit Öffentlichkeit "besser spurt" ... hihi. Es ist natürlich immer ein schöner Nebeneffekt, wenn sich Leser dann animiert fühlen.
Ich weiß auch bei einigen Dingen (nicht nur in puncto Frühsport) durch E-Mails, dass viele für sich eine Anregung aufnehmen aber nicht um viel Geld das hier im Blog sagen würden
Einen schönen Tag zusammen
Gitte
(mir scheint, hier wird gerade das Wetter schlecht)
Hier läßt Loriot den Mann sagen: "Ich lasse mir von einem kaputten Fernseher nicht vorschreiben, wann ich in's Bett zu gehen habe!"
Für Interessierte hier der Sketch dazu:
Szenen einer Ehe. Der kaputte Fernseher.
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Also, erst mal Respekt! Wenn so ein Morgenmuffel wie du gleich so extreme Maßnahmen ergreift!
Denn das ist ja wirklich gleich heftig: 1 - 1 1/2 Stunden!
Drunter machst du es auch nicht
Das kenne ich von mir: entweder eine Stunde Yoga und eine Stunde meditieren oder gar nicht. Das habe ich mir aber abgewöhnt und bin nun etwas freundlicher mit mir.
Seit einigen Wochen mache ich auch endlich wieder (fast) jeden Morgen Yoga! Da war zwar nie das Gefühl "Oje, ich muss mich auf die Matte zwingen", sondern da stand der Wunsch dagegen, sofort ins Büro zu stürzen- weil ich anders als du eben der totale Morgenmensch bin und morgens die beste Leistung bringe und im Flow bin.
Da muss ich mich regelrecht bremsen und auf die Matte zwingen.
Doch dann geht es mir wie dir: so wie ich da liege und anfange mich zu dehen, finde ich es nur klasse und es tut mir gut.
Der Punkt ist, dass ich es nur morgens einrichten kann, wenn ich etwas regelmäßig installieren will.
Jetzt wo mein Fuß besser ist (wenn auch immer noch nicht heile)könnte ich ja abwechseln: einen Morgen Yoga und einen Morgen Nordic Walking (die längere Strecke dauert auch über eine Stunde, da ich nach der langen Fuß-Bruch-Pause nicht mehr so fit bin).
Denn ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass es um 6 Uhr oft schon ist, Sonne etc. und sich dann später bezieht zu einem scheußlichen Tag.
Danke für den Impuls!
Und dir wünsche ich weiterhin schöne Naturerlebnisse.
Nur: hast du die ganze Zeit einen Walkmann auf?? Das würde mich persönlich sehr am Naturerleben- Genuss stören, denn Geräusche gehören für mich dazu. Irres Vogelgezwitscher am Morgen, Wind in den Blättern, Bach plätschern etc.
Außerdem fühle ich mich mit Walkman so abgeschnitten von der Welt (daher benutze ich so was nie).
Und: vielleicht ist für dich eine andere Zeit zum Spazieren gehen körperlich und energetisch besser? Ich habe mal gelesen, dass es für viele nachmittags oder abends besser ist. Weiß aber nicht mehr, womit das zusammen hängt. Unterschiedlicher Stoffwechsel oder was auch immer.
Ich finde beides schön, schaffe es aber besser (=regelmäßiger) morgens, weil ich abends oft unterwegs bin.
Liebe (leider verregnete) Grüße
Zamyat