Es will nicht fließen! - Abfluss verstopft?
Wenn es bei Ihnen mal nicht so recht fließen möchte, dann kann es sein, dass es sich um eine Rohrverstopfung handelt.
Du meine Güte: Heute hab ich’s nicht so mit gefälligen Formulierungen.
Aber ich weiß nicht, wie ich’s anders sagen soll. Das Pendant zum verstopften Abfluss gibt’s eben auch beim Tun. Es kann sein, dass eine Aufgabe sich quergestellt hat und alles blockiert. Das ist dann wie im Haushalt: mit bloßer Willenskraft kriegen Sie das Rohr nicht frei.
Wenn Sie also irgendwie nicht vorankommen, dann prüfen Sie, ob eine Verstopfung vorliegt.
Diagnose stellen
Hier einige Gründe, warum sich eine Aufgabe querstellen könnte und damit alles – und Sie selbst – blockiert:
Sie versuchen zu viel auf einmal. Packen Sie Ihre To-Do-Liste zu voll? Das erlebe ich häufig bei Kunden: die Tagesplanung ist dermaßen unrealistisch, dass sie ständig unzufrieden sind und abends immer sehr viel Unerledigtes bleibt. Eine Variante davon ist, dass Sie sich zu kurze Deadlines setzen und so vor der Aufgabe stehen, dass mehrere Dinge gleichzeitig fertig werden müssen. Das wiederum erzeugt Druck und Unruhe, was ganz enorm den „Abfluss“ verstopft.
Sie sind gerade nicht in Stimmung. Es gibt Tätigkeiten, die einem gerade gar nicht von der Hand gehen. Vielleicht wollen Sie etwas konzipieren, etwas schreiben oder eine neue Geschäftsidee ausarbeiten, aber es will und will nicht klappen. Dann kann es gut sein, dass Sie einfach derzeit nicht in Stimmung dafür sind. Auch wenn man längere Zeit intensiv an einer Sache gearbeitet hat und endlos daran rumdoktert, verliert man die Lust oder ist mutlos. Dann ist keine Zeit, mit der Brechstange und Willenskraft ranzugehen, sondern locker zu lassen und so wieder Zugang zu finden.
Sie haben keinen Kopf dafür. Wenn Sie eine andere Sache belastet oder eine Aufgabe oder ein möglicher Auftrag das Gehirn besetzt hält, dann haben Sie buchstäblich gerade keinen Kopf dafür. Ergo: erst die belastende oder dringlichere Aufgabe angehen. Wenn dies nicht möglich ist, hilft es manchmal, klar zu priorisieren: Jetzt mache ich eine Stunde diese Sache und danach widme ich mich dem anderen. Wenn das nicht geht, weil Sie einfach gerade mit Problemen zu kämpfen haben, machen Sie sich klar, dass Sie – worum immer es sich gerade dreht – die Belastung nur noch größer machen, wenn Sie alles komplett blockieren lassen.
Sie wollen es gar nicht machen. Manchmal hat man Aufgaben aufgeschrieben, die man gar nicht tun will. Zum Beispiel: Sie haben sich vorgenommen, telefonisch Neukunden anzusprechen, aber haben so eine Abneigung gegenüber dem Telefon, dass Sie ehrlich gesagt gar nicht die Absicht haben, das auch wirklich zu tun.
Sie wissen nicht genau, wie. Oft weiß man nicht genau, wie anfangen, weil man bestimmte Informationen noch nicht hat, an seinen Fähigkeiten zweifelt oder einfach nicht weiß, wie anfangen oder weitermachen.
Sie sind überarbeitet oder überfordert. Eine generelle Überlastung, vor allen Dingen, wenn sie schon länger besteht, kann eine Gesamtblockade herbeiführen.
Die Grundidee stimmt nicht. Manchmal hat man eine Idee, kennt die Aufgabe und hat sich darüber schon Gedanken gemacht, aber es will nicht flutschen. Ich kenne das beispielsweise gut, wenn ich ein Buch oder einen Selbstlernkurs schreibe und entgegen meiner sonstigen Gewohnheit nicht schnell und fließend schreiben kann. Früher dachte ich, das läge an Wille und Disziplin, aber ich habe herausgefunden, dass es in solchen Fällen immer an der Struktur oder am Format liegt. Sobald ich das behebe, fließt es wieder. Manchmal ist die Lösung, alles, was ich dazu schon gemacht habe, in die Tonne zu kloppen und von vorne anzufangen.
Die Verstopfung beheben
Wenn etwas davon zutrifft, sparen Sie Kraft und Zeit, wenn Sie dort ansetzen und sich darum kümmern die Verstopfung zu beheben – sich einfach zu zwingen, andere Dinge zu machen, eine Sache ewig vor sich herzuschieben oder sich dafür zu schelten, dass nichts vorangeht, machen es nur schlimmer.
Entdecken Sie den Auslöser. Freuen Sie sich darüber, dass Sie es erkannt haben.
Fragen Sie sich dann, was Sie idealerweise tun können, um die „Verstopfung“ zu beheben, zum Beispiel:
- Können Sie die Sache einfach lassen oder auf einen späteren Zeitpunkt verschieben (z. B. wenn es sich um eine Idee handelt oder um eine Angelegenheit, die überhaupt keine Dringlichkeit hat)? Das feste Parken, also das bewusste Zurückstellen oder Verschieben auf einen festgelegten späteren Termin, bringt Ihnen sehr viel, weil Sie den Druck, das jetzt zu tun, aus dem Genick haben.
- Können Sie sich in den nächsten Tagen feste Zeiten dafür reservieren, um sich ganz konkret nur dieser einen Aufgabe zu widmen und sie über die Bühne zu bekommen?
- Kann Ihnen jemand dabei helfen?
- Fehlen Ihnen Informationen oder sind Sie unsicher, wie Sie die Aufgabe anpacken sollen?
- Hilft ein Tapetenwechsel? Einzelunternehmer können sich unter Leute mischen und beispielsweise in einem Café die Aufgabe konkretisieren – oder Sie nehmen sich eine Auszeit, ein freier Nachmittag oder ein Urlaub, um den Kopf wieder frei zu bekommen.
Wenn die Aufgabe, die sich quergestellt hat, weg ist, kann es wieder fließen.
Sie können diesen Beitrag
kommentieren oder ihn an einen Freund oder Bekannten
weiterempfehlen
oder
Twitter den Beitrag.
Anmerkungen & Kommentare
das ist ja eine großartige Anmerkung: Nicht nur, dass Du die oft so unergiebigen Wartezeiten beim Arzt dazu genutzt hast, Dir Deine Aufzeichnungen mitzunehmen - sondern dass Du auch noch den ungenutzen Warteraum mit dem Tisch genutzt hast - und so "mal eben" Deinen Text runtergeschrieben hast.
Wunderbares praktisches Beispiel!
Danke!
Gitte
- Ich stelle mir vor, was wäre, wenn ich die Aufgabe gar nicht erledige. Meist hätte dies unangenehme Konsequenzen, wäre aber keine Katastrophe. So kriege ich diese "ich muss..."- Gedanken wieder los und kann es lockerer angehen.
- Wenn ich nicht weiss, wie ich die Aufgabe genau angehen soll (z.B. ein Buchkapitel schreiben) suche ich mir jemanden, der sich kurz Zeit nimmt (muss nicht vom Fach sein) und dem ich erkläre, was das Problem ist und wie ich es lösen werde. Durch diesen Perspektivenwechsel (ich bin kompetent und erkläre es dir) habe ich oft besser Ideen oder es gelingt mir, eine Struktur oder ein Konzept zu bilden.
- Oft reicht es, wenn einfach jemand in der Nähe ist. Wenn ich alleine keine Lust habe und nicht vorwärts komme, rufe ich manchmal jemanden aus dem Bekanntenkreis an der z.B. studiert und treffe mich in einem Café zum gemeinsamen Arbeiten. Dabei arbeitet zwar jeder für sich, aber dennoch nicht alleine, was auch mühsame Arbeiten schon viel erträglicher macht
vielen Dank für die nützlichen Ergänzungen!
Das mit dem Erklären funktioniert auch wunderbar mit Selbstgesprächen, wenn gerade niemand bei der Hand ist.
Einen schönen Tag
Gitte
Anmerkung schreiben
Bitte keine Firmen im Namensfeld und keine Webadresse oder sonstige Eigenwerbung im Kommentar.
Dieser Eintrag kann nicht mehr kommentiert werden.
Unsere aktuellen Selbstlernkurse:
- Wenn die Selbstständigkeit belastet (21-Tage-Programm)
- Wie Sie Ihr Angebot Schritt für Schritt verbessern
- Erfolgreiche E-Mail-Newsletter (Tagesversion / Wochenversion)
- Webseiten, die verkaufen
- Erfolgreiche Telefonakquise (Business-to-Business)
- Akquise mit Spaß und Motivation
- In 3 Schritten zu einem aussagekräftigen Profil
- Geschäftliche und persönliche Ziele finden
Kategorien
Die letzten Kommentare
Was ist Ihre beste Qualität?
Silke Bicker
21.05
Heute lernen Sie: Größenwahn
Angela Stahlhacke
21.05
Was ist Ihre beste Qualität?
Amos Ruwwe
21.05
Zwei Websites, die mir besonders aufgefallen sind
Gabriele Walter
21.05
Zwei Websites, die mir besonders aufgefallen sind
Gregor
19.05
7 Erfolgsfaktoren für Ihre Akquise!
Gute – und damit erfolgreiche – Akquise weist sieben wichtige Eigenschaften auf. Sie ist ...
111 Annahmen ...
... mit denen Selbstständige
meistens danebenliegen
Gitte Härter •
In Andeutungen trifft diese Woche fast jeder Punkt auf mich zu. Irgendwie geht es in diesen Tagen nicht soooo voran wie ich es mir wünsche.
Hier ein Beispiel:
Ich wollte/sollte am Donnerstag einen Pressetext über eine gelungene Veranstaltung meines regionalen Berufsverbandes vom Vortag schreiben. Am Schreibtisch habe ich keinen Einstieg in das Thema finden können. Als ich meine Frau dann morgens zum Arzt fuhr, nahm ich meinen College-Block mit meinen Aufzeichnungen und einen gut schreibenden Kugelschreiber mit.
Ich erinnerte mich, daß ihr Arzt einen oft ungenutzten zweiten Warteraum mit einem richtigen Tisch darin hat. Dort setzte ich mich dann während der Warte- und Behandlungszeit meiner Frau hin. Den Pressetext konnte ich zu 80 Prozent einfach so herunterschreiben.
Wieder zurück am Schreibtisch floß der Text fast von selbst in das elektronische Textdokument auf dem Monitor meines Notebooks.
Herzliche Grüße
Norbert