Produktivität

Es ist ok, ein Volltischler zu sein!

Gitte Härter • 08.12.2008 • email Weiterempfehlen

„Wie es auf Ihrem Schreibtisch aussieht, so sieht es in Ihrem Kopf aus“, heißt es manchmal.

Na dann gute Nacht!

Wenn Sie zu den Leuten gehören, die nichts auf dem Schreibtisch liegen haben, alles frei und blank gewienert, dann lesen Sie jetzt nicht weiter. Denn dann gehören Sie nicht zu uns.

Wir, das sind die mit den Papierstapeln, Ablagekästchen und der Haftzettel-Armee. Wir, das sind die, die ihren Schreibtisch gründlich leeren, nur um nach zwei Tagen wieder das alte Chaos vor sich zu haben. Wir, das sind diejenigen, die das, an dem sie gerade jetzt oder in naher Zukunft arbeiten wollen, vor sich haben müssen, weil sonst das gute alte „Aus den Augen, aus dem Sinn“ greift.

Ist nicht schlimm! – Wenn …

Es gibt einen Unterschied zwischen Chaos und vermeintlichem Chaos. Vermeintlich ist, wenn etwas aussieht wie Unordnung, aber in Wirklichkeit System dahintersteckt. Ein System, das nur Sie persönlich kennen. Das aber bedeutet, dass Sie genau wissen, was sich wo in diesem Haufen da befindet.

Wenn Sie mit anderen einen Schreibtisch teilen oder Mitarbeiter haben, die auch Zugriff auf Ihre Unterlagen haben müssen, dann können Sie sich so ein Chaos nicht leisten, das ist klar! Denn wir alle wissen nicht, wann uns eine Krankheit spontan ins Bett zwingt oder ein Bus überfährt. Und dann muss natürlich das Business weiterlaufen können.

Arbeiten Sie alleine, dann dürfen Sie einen wilden Schreibtisch haben. Aber das heißt nicht, dass das Chaos regiert!

Ich weiß, dass viele Leute den leeren Schreibtisch propagieren, und das hat seine Vorteile. Nur, was die Leertischler nicht wissen, ist, dass wir richtigen Volltischler es gar nicht in der Hand haben, sondern die Papiere die Tischplatte einfach immer wieder „zuwachsen“. Klar könnten wir jeden Abend aufräumen, klar könnten wir den Locher, den wir eben benutzt haben, gleich wieder in den Schrank tun – aber wir arbeiten so nicht. Wir wollen die Dinge, die wir bearbeiten, vor uns im Blick haben. Aber das muss natürlich mit System geschehen, und es ist besonders wichtig, den vollen Schreibtisch vom Prinzip her gut zu organisieren und zu warten:

1. Ablagekästen reduzieren

Manche Volltischler überkompensieren mit zu vielen Ablagekästen (oder wahlweise Hängemappen). Das sieht aber dann nur von außen ordentlicher aus und macht die Ordnung nicht besser. Im Gegenteil, es schafft viel mehr Papiergräber und braucht Platz. Reduzieren Sie sich auf einige wenige Ablagekästen.

Ich habe beispielsweise bei mir auf dem Schreibtisch nur ein, zwei knallbunte Ablagekörbe für große Projekte, etwa einen Selbstlernkurs oder ein Buch, an dem ich gerade schreibe. Und hinter mir steht ein Regal mit zwei, drei weiteren Ablagekörben für Projekte, die gerade ruhen oder erst später kommen. Ich habe also auf dem Schreibtisch immer nur wenig, an dem ich aktuell arbeite – das aber dafür meistens alles ausgebreitet neben mir.

2. Der Haftzettel-Durchlauf

Post-its sind ja die beste Erfindung überhaupt. Ich habe immer einen Klotz quadratischer gelber Haftzettel vor mir und schreibe, wenn ich eine Idee habe oder etwas außer der Reihe tun muss, wie etwa gleich jemanden zurückrufen (das nicht auf meiner To-Do-Liste landet), auf einen Zettel. Für die Blog-Einträge zum Beispiel notiere ich auch immer Einfälle oder Beobachtungen und habe einen Stapel Zettel vor mir liegen. Wenn ich dann einen Artikel schreibe, stöbere ich die Zettel durch und schaue, was mich gerade anmacht.

Ich schreibe aber auch einen Buchtipp oder etwas, das ich im Auge behalten muss (zum Beispiel, ob es erledigt ist), auf und klebe es vor oder neben mich auf den Schreibtisch. Und manchmal vergesse ich, den Zettel zu entfernen.

Wenn Sie auch ein Notizzettelverteiler sind, dann kann ich Ihnen nur empfehlen, spätestens am Ende der Woche mal die Zettel zu durchforsten, ob sie sich erledigt haben oder ob sie vor lauter Zettel etwas ganz übersehen haben, das schnell noch gemacht werden will. Idealer wäre natürlich, das jeden Abend zu machen – aber hey, wir sind’s grin

3. Keine gemischten Stapel

Was ich gar nicht mag, ist die Umschreibung „kreatives Chaos“. Früher habe ich einige Jahre in einer werbenahen Branche gearbeitet, und da wurde dann das „kreative Chaos“ immer gerne als Entschuldigung für gnadenlose Schlamperei und Unzuverlässigkeit genutzt. Wichtig ist: Volltischler heißt nicht Chaotenheini!

Darum dürfen natürlich nicht verschiedene Papiere und Vorgänge wild durcheinandergeworfen werden. So etwas ist Schmarrn: denn es erhöht Fehler, Sie brauchen irre Zeit, um alles durchzusuchen, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis Sie sich komplett verzetteln und Panik kriegen, weil der Überblick fehlt.

Der chaotisch erscheinende Schreibtisch sieht nämlich nur wirr aus. In Wirklichkeit ist ganz klar Vorgang bei Vorgang. Und damit sich nichts vermischt, helfen Hüllen.

4. Lang lebe die Klarsichthülle!

Die besten Hüllen aller Zeiten sind die stabilen Prospekthüllen mit oberem und seitlichem Eingriff, finde ich. Da lohnt es sich, eine gute Qualität zu kaufen, die nicht rumschlabbert und vor allen Dingen nicht voneinander abgleitet (wie das bei den Prospekthüllen oft ist). Bei mir kommt jeder Vorgang, auch wenn es nur eine A4-Seite ist, in eine extra Hülle. Auf diese Weise mischt sich nichts, was nicht zueinander gehört.

Wenn Sie verschiedene Projekte haben, dann kann ich Ihnen Pappumschläge empfehlen: Die gibt’s in der Schreibwarenabteilung bei den Ordnern: Das sind nur Papp-Klappen, also ein gefaltetes A3-Kartönchen ohne Heftung. Die gibt es in verschiedenen Farben. Ich nutze sie gerne für laufende Projekte, die etwas länger dauern. An der Oberkante deutlich beschriften, und dann können Sie sie auf der Tischplatte so übereinander legen, dass Sie die Beschriftung sehen. Sie können auch einen Farbcode nutzen, je nachdem, was sich für Ihr Geschäft anbietet: entweder für eilige Projekte rote Kartonumschläge oder pro Kunde eine bestimmte Farbe.

Wenn sich das Projekt ändert, kleben Sie eine neue Beschriftung drüber oder klappen den Umschlag einfach anders zusammen.

5. Genug freie Arbeitsfläche

Volle Schreibtische sind anstrengender als leere. Denn auch wenn Sie glauben, dass es Ihnen nichts ausmacht oder Sie es gewohnt sind, so haben Sie doch die Papierfülle immer im Blick: Ihr Schreibtisch ist unruhig und das stört die Konzentration, ob Sie wollen oder nicht. Wenn Sie viel zu tun haben, dann kann es Sie sogar unnötig belasten.

Das merken auch eingefleischte Volltischler immer dann, wenn sie ihren Schreibtisch mal komplett freiräumen: Das ist schon angenehmer, bringt Ordnung und Konzentration rein. Darum ist es auch eine ganz sinnvolle Kurz-Therapie, wenn man gerade überwältigt ist, sich daranzumachen, den Schreibtisch zu ordnen, und so dann wieder buchstäbliche Klarheit zu schaffen.

Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie genug freie Arbeitsfläche haben, um nicht nur an Ihre Computertastatur zu kommen, sondern auch, um alles nach Plan hinzulegen, etwas aufzuschreiben, bequem an Ihr Telefon und an Ihre Maus zu kommen etc. Ich weiß, dass das echt banal klingt, aber bei ganz vielen Arbeitsplätzen ist es nicht so, dass alles auf Zugriff ist und genug Platz zum Arbeiten da ist.

Auch wenn Sie nicht jeden Abend Ihren Schreibtisch aufräumen, wofür es viele gute Gründe gibt, so lohnt es sich, spätestens alle zwei bis drei Wochen mal komplett alles wegzuräumen, auszumisten und den Schreibtisch zu entstauben. Wenn Sie darin schlecht sind, dann tragen Sie sich diese Viertelstunde regelmäßig als fixen Termin in Ihren Kalender.

Und natürlich: Alles runter vom Schreibtisch, das Sie nicht ständig brauchen! Den Stempel, den Sie nur alle 14 Tage mal wo draufhauen, können Sie locker in die Schublade packen. Und brauchen Sie wirklich drei Dutzend Kugelschreiber?

Von Ralf, einem bekennenden Leertischler (wie übrigens Christine auch einer ist), kommt noch der Tipp, sich einfach zwei Schreibtische anzuschaffen: einen, den man hemmungslos vollmüllen darf, und einen, den man ordentlich hält und wo man Platz hat, um mal etwas zu schreiben oder zu zeichnen.

Übrigens: Die Farbe Ihrer Schreibtischplatte macht einen Riesenunterschied! Ich hätte das ja nicht geglaubt. In einer früheren Firma hatten wir lange Zeit schwarze Schreibtische und bei einem Umzug haben wir alles auf mattes Weiß geändert – ein Unterschied wie Tag und Nacht! Ich habe selbst noch einen alten schwarzen Schreibtisch, aber wenn ich ihn austausche, wird der nächste hundertprozentig hell. Ich kann Ihnen nur empfehlen, sich eine helle Platte anzuschaffen. Sitzen Sie im Möbelladen mal Probe.

Na, sind Sie auch Volltischler?

 

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Anmerkungen & Kommentare

Von: Ru_Flair am 08.12.2008
Ich bin Volltischler mit Geist im Leben. Und wenn es dann heisst: "Zu Tisch bitte", schöpfe ich aus dem Vollen. Geschichten die der Tisch erzählt, Tageshonorar für die Konstante in der Bewegung. Leere haben wir schon genug!

Danke für den Beitrag und Grüße an alle Volltischler grin
Von: Jürgen Gräbel am 08.12.2008
Es ist schon verwunderlich, wie sich die Papiere so "zufällig" auf den Tisch springen und sich auch nicht mehr entfernen lassen möchten.
Ich denke, das kennt wohl jeder. Dennoch ist ein aufgeräumter Arbeitsplatz für mich allabendlich ein kleines Erfolgserlebnis. Ich freue mich dann stets auf den nächsten Arbeitstag, an dem ich eben nicht erst Müllabfuhr spielen muss.
Wie mache ich das? Ich verwende ebenfalls Klebezettel und Sichthüllen für jeden Vorgang.
Ich habe zwei Ablagekörbe. Einen für "heute" und einen für "später".
Wenn ich etwas später erledigen will, dann schreibe ich das anvisierte Datum auf den Klebezettel,klebe ihn innen in die Sichthülle und ordne ihn im Ablagekorb "später" nach Datum ein. Gleichzeitig reserviere ich mir im Outlook unter dem entsprechenden Tag die geschätzte Zeit für die Erledigung. Dadurch mülle ich mir auch meine späteren Arbeitstage nicht zu.
Dieses Vorgehen klappt bei mir bereits seit Jahren hervorragend.
Danke "3M" für die "Post-it's" und dem anonymen Erfinder der Sichthüllen.
Von: Jutta Wendt am 08.12.2008
Ich stimme Jürgen Gräbel voll zu! Denn ich kenne keinen richtigen Volltischler, der ein "wirkliches" System hat, also eines, bei dem auch alles gut aufzufinden ist. Suchen ist dann an manchen Tagen die Hauptarbeit. Will man so seine Arbeitszeit verbringen?

Und die Unterscheidung zwischen vollem und leerem Schreibtisch ist wie schwarz und weiß. Wo bleiben die Grautöne? Derer gibt es viele und eine gute Bürorganisation findet die passenden Grautöne zu den vermeintlichen Chaoten ...

Übrigens: Sichthüllen empfehle ich auch immer und bei Zetteln (da kommt dann "verzetteln" raus) stellen sich meine Nackenhaare meist auf - wie ist es mit kleinen Heften, in die alles kommt oder einem Notizblock, der fest am Schreibtisch etabliert ist?

Liebe Grüße und danke für den Beitrag!
Von: Zamyat M. Klein am 08.12.2008
Wunderbar, wunderbar! Ich gehöre auch zu den ringenden Halb- Voll- oder Halb- Leer- Tischler.

Ich finde leere Schreibtische einfach bewundernswert- und in der Tat kenne ich das sehr gut, dass sich das auch auf meine Konzentration auswirkt. Wenn da zu viel (ungeordnet) rumliegt, macht mich das kribbelig.

Da kämpfen in mir mein chaotischer kinästhetischer Anteil und mein visueller ordentlicher! (Wie in allen Lebensbereichen)
Sie sind fast gleich stark, nur von Hause aus bin und bleibe ich Kinsäthetin.
Und die schaffen es in zwei Minuten, Chaos zu verbreiten - spielend, wie von selbst.

Körbchen gibt es zum Glück schon lange nicht mehr, seit ich auf Classei (Stehregistratur- viel feiner unterteilt als Hängeregistraturen!) umgestiegen bin- der Segen schlechthin.

Nun habe ich für diverse Projekte, die viel Papier beinhalten, nicht nur eine Mappe, sondern eine schmale oder dickere Classei- Box. Wie für mein neues Buchprojekt, für mein aktuelles Zweit- Buchprojekt, für ein konkretes Seminar usw.

Die stehen im Regal - und wenn ich aktuell damit arbeite, auf einem Zweit- Tisch, der neben meinem Schreibtisch steht.
Der Zweittisch ist leider kleiner - und von daher blitzschnell voll. Da liegen nämlich auch Bücher, die ich mal so nebenbei durcharbeiten oder rezensieren will, Prospekte, die ich vielleicht doch noch mal anschauen will etc.

Mein Laptop hat noch einen kleinen Extra- Tisch hinter mir -das heißt ich kann mich mit dem Schreibtischstuhl zum Schreibtisch (der übrigens rot ist!! und das nun vor frisch gestrichenen gelben Wänden!! Das bringt es- Power und Energie und Licht pur!) oder zum Laptop- Tisch drehen.

Nur jetzt mit dem gebrochenen Fuß geht das alles nicht mehr. Da ich ihn hochlegen muss, passt der Hocker nur unter den großen Schreibtisch. Und alle Orgaboxen für das aktuelle Buch stehen nun auf dem Laptoptisch, da ich nicht mal eben aufstehen und was holen kann. So entstehen langsam Papierberge um mich herum.

Noch ein Trost für solche wie uns: wenn man es hin und wieder schafft, abends den Tisch ganz leer zu räumen, dann ist das am nächsten Morgen wie Weihnachten. (Sollte man sich vielleicht vor allem für den Wochenanfang gönnen).
Und da es so selten ist, kann man es richtig würdigen und sich freuen wie jeck.
Sähe es täglich so aus, würde es einem ja gar nicht mehr auffallen grin.

In diesem Sinne
fröhliche unorthodoxe Ordnung!

Chaos mag ich auch nicht, ich bin wohl geordnet und strukturiert - und liebe leere Schreibtische und aufgeräumte leere Büros. Doch in der Realität ist es eher gemütlich.

Da fällt mir noch was ein: vor langer Zeit hat mal jemand auf einem Blog Fotos der verschiedenen Arbeitsplätze und Schreibtische veröffentlicht. DAS fand ich spannend!! Zu sehen, wie und wo andere Menschen arbeiten.
Leider habt ihr ja keine Fotos hier (wieso eigentlich??) - aber das könnte ich ja in meinem Blog mal anregen.

So, an die Arbeit!
Schöne Woche wünsche ich allen
Zamyat
Von: Norbert am 08.12.2008
Guten Morgen, Gitte!

Schöner Artikel! grin

Ich bin praktizierender Leer-Tischler mit einem Hang zum Voll-Tischler.

Was heißt das?

Auf meinem Schreibtisch, der aus hellem Holz hergestellt ist, befinden sich nur Telefon, Mobiltelefon, Lampe, Monitor, Notebook, die Dockingstation für das Notebook, die Schreibunterlage, Mousepad, Tastatur, die Maus natürlich, ein Notizzettelkasten, ein Block selbstklebender, gelber Zettel, mein "Noch zu erledigen"-Ringbuch, zwei Schreiber, ein kleiner, DIN-A5 großer Drei-Monate-Tischkalender mit verschiebbarem Datumsfenster, ein Kaffeebecher und ein Wasserglas.

Ansonsten liegt hauptsächlich nur der Vorgang auf dem Tisch, der gerade bearbeitet wird.

Ich arbeite auch mit so genannten Sichthüllen, die oben und seitlich offen sind. Jeder Vorgang findet seinen Platz ein so einer Hülle. Unterschiedliche Vorgänge, die aber zum gleichen Projekt gehören, kommen in einen so genannten Eckspanner. Das ist ein Aktendeckel mit je einem Gummizug über die obere und untere reche Ecke der Mappe.
Prospekthüllen sind mir nicht praktisch genug, um mal schnell etwas hinein zu tun, da sie nur oben offen sind und an der Seite einen Heftrand haben, der die Hülle zu breit macht.
Allerdings bei umfangreicheren Projekten werden diese Prospekthüllen schon von mir genutzt, da ich die einzelnen Themen dann in einem DIN-A4-Ordner übersichtlich bündeln kann.

Auch ich arbeite gern mit Notizzetteln und den gelben Post-It-Zetteln, wenn ich mir schnell in Stichworten Gedanken zu Ideen, Artikeln, Vorgängen oder Rückrufen mache. Diese Zettel sortiere ich dann dem jeweiligen Vorgang in den Sichthüllen zu beziehungsweise schmeiße sie nach Erledigung weg.

Die Leer-Tischler-Idee praktiziere ich, seit ich 1975 ein einjähriges Praktikum in der Maschinenbaufertigung gemacht habe. Es hat mir sehr gefallen, wie in den Werkstätten und an den Maschinen zum Feierabend immer wieder alles an seinen Platz gelegt wurde, um am nächsten Tag - ohne großes Suchen - sofort wieder an seine Aufgaben gehen zu können.

Aber ich schrieb ja oben, daß ich einen Hang zum Volltischler habe. Was ja nichts anderes heißt, als daß ich im Herzen vielleicht doch eher zum Voll-Tischler neige. Um nun dem Voll-Tischler in mir auch zu seinem sinnvoll-kreativen Recht kommen zu lassen, habe ich neben meinem Schreibisch ein Regal mit vielen Regalbrettern stehen, die nur jeweils einen Abstand von zehn bis zwanzig Zentimetern zueinander haben. Da finden alle jene Stapel, Arbeitsgeräte und Ablagekörbe ihren Platz, die sonst vielleicht die Arbeitsfläche meines Schreibtisches verengen könnten. (Das wäre in etwa der zweite Schreibtisch, den Ralf empfiehlt.)

Wenn ich arbeite, will ich mich auf meinem Schreibtisch einfach jederzeit ausbreiten können. Mit zu viel anderen Sachen auf der Arbeitsplatte geht es nicht.

Zudem schränkt es meines Erachtens die Konzentration ein, wenn ständig andere Vorgänge, Zettel und Hinweise im Sichtbereich liegen.

Ich wünsche Dir einen guten Start in eine angenehme und erfolgreiche Woche.

Herzliche Grüße aus Hamburg
Norbert
Von: Norbert am 08.12.2008
Ha! Interessant!

Wie es Jürgen Gräbel beschreibt, mache ich es auch. Ablagekörbe für "Heute" und "Später". Bei "Später" dann Sichthüllen mit Post-It-Zetteln drin, die mit Datum versehen und danach sortiert werden. Parallel dazu der Eintrag in Outlook. - Empfehlenswert.

Und die Idee von Jutta Wendt, am Schreibtisch ein Ringbuch für Notizen zu etablieren, nutze ich in entsprechender Form. Das Ringbuch liegt neben dem Schreibtisch im Regal an einem festen Platz. Dort kommen Überlegungen skizzenhaft mit Datum versehen hinein. Morgens lese ich mir dann die Notizen in meiner "Wie geht es mit meinem Unternehmen weiter?"-Denkstunde durch. Gedanken, die eher zu Projekten gehören, kommen in die jeweiligen Sichthüllen. Andere, allgemeine Gedanken bleiben weiterhin im Ringbuch. Oftmals ergeben sich daraus dann neue Anregungen für weiterführende Ideen. - Klasse!
Von: Jutta Wend am 08.12.2008
Nochmal ich grin
Ich bin begeistert von der Aussage von Z. Klein: ich nutze nämlich auch das Classei-System und versuche auch, es meinen Kunden nahezubringen. Es ist in der Anschaffung erstmal ein bisschen teurer, aber es macht sich ganz schnell bezahlt! Auch Sichthüllen kosten Geld und Post-its, nutzt man Classei, schränkt sich das ganz stark ein.

zu Norbert: ich glaub, die meisten neigen eher zum Volltischler (bei mir passiert das zwischendurch auch immer wieder!). Klasse Idee übrigens mit dem Regal, denn mit dem zweiten Schreibtisch bin ich gar nicht einverstanden - noch ein Tisch mehr, der gefüllt werden kann ...
Von: Norbert Jothann am 08.12.2008
Hallo, Frau Wendt!

Ja, das mit dem zweiten Schreibtisch finde ich auch nicht gerade zielführend.

Wie Sie schon ganz richtig schreiben: "Noch ein Tisch mehr, der gefüllt werden kann..."

Bei einem Regal, das weniger Platz einnimmt, komme ich besser an alles. Und durch die schmalen Abstände zwischen den einzelnen Regalbrettern, komme ich zu einer besseren Übersicht und Ordnung.
Von: Zamyat M. Klein am 08.12.2008
Hallo Frau Wendt!,

ja, Sie sind ja auch vom Fach, wie ich auf Ihrer Webseite sehen konnte! grin

Classei (oder Mappei) ist wirklich ein geniales System- und so teuer eigentlich auch nicht. Ich habe nur eine minimale Ausstattung (hatte einen Super-Berater der Firma, der mir nichts Überflüssiges angedreht hat, sondern im Gegenteil gebremst hat). Und wenn ich von Zeit zu Zeit ausmiste, kann ich die alten Mappen wieder neu einsetzen. Ich weiß gar nicht, wie ich je ohne auskam. Und das Irre ist, wenn jemand anruft und nach einem Seminar von vor 5 Jahren fragt: Zupf, habe ich es sofort zur Hand.

Die Farben der Reiter sind identisch mit den Farben, die ich für meine Mind Maps entwickelt habe.

Beides zusammen (Classei und Mind Map) sind unschlagbar.

Ordnende Grüße
Zamyat M. Klein
Von: Ini Haaks am 08.12.2008
Hallo, liebe Gitte Härter,

ich habe gerade laut gelacht. Vielen Dank, Ihr Text zur Ordnung oder Chaos auf dem Schreibtisch ist Ihnen wirklich gelungen. Ich habe direkt gute Laune bekommen. Und alles stimmt. Ich arbeite alleine und wenn mein Mann nach Hause kommt (hat natürlich seinen Schreibtisch "keimfrei" verlassen) "freut" er sich manchmal über meinen super vollen Schreibtisch: "Dass Du überhaupt noch etwas findest", ist ein Satz den ich gute kenne. Ehrlich gesagt, ich habe es aufgeben generell Ordnung zu halten. Finde allerdings auch alles immer wieder, da gutes Gedächtnis und perfekt organisierten PC. Und von Zeit zu Zeit mache ich "razzeputz", mein spezieller Ausdruck fürs Aufräumen und Klären. Tut dann richtig gut und fällt direkt auf.

Ihr Tipp mit der hellen Schreibtischplatte, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen und auch empfehlen. Seid ich mir von zwei Jahren einfach eine helle große (wegen Ordnung und so - hm) Platte vom Baumarkt habe zuschneiden lassen, arbeite ich noch lieber, als Volltischler, denn Chaos ist immer noch - habe jetzt jedoch mehr Platz – lach!

Danke für diesen Beitrag, und allen die dies lesen, einen guten Start in die Woche, herzlichst Anne
Von: Gitte Härter am 08.12.2008
Huch!

Was ist denn da los? Das scheint ein spannendes Thema zu sein: herzlichen Dank für die vielen Kommentare und die Schilderungen, wie Ihr das haltet. Ich habe zudem noch einige E-Mails bekommen. Freut mich, dass der Artikel so gut ankommt.

Zamyat hat ja erwähnt, dass leider keine Bilder hochgeladen werden können. Wir haben uns das tatsächlich überlegt und wollten es machen, aber uns dann dagegen entschieden: nicht jeder hat eine eigene Website und dann über andere Bilderdienste oder über uns, das war uns alles zu umständlich. Und: Ich dachte mir, dass die wenigsten Selbstständigen hier offen ihren Chaos-Schreibtisch ins Netz stellen wollen grin

Peer Wandiger hatte im November den Aufruf, ein Foto seines Arbeitsplatzes zu zeigen. Wer neugierig ist, wie andere Leute so arbeiten: Die Ergebnisse sind hier zu sehen.

Einen schönen Nachmittag
Gitte
Von: Jutta Wendt am 08.12.2008
Hallo Frau Klein,

nun war ich auch gerade mal auf Ihrer Webseite und bin auch fündig geworden grin Und Ihre Zeilen: Classei und Mind Map sind unschlagbar - das könnte von mir sein grin

Gerade für Menschen, die sich schwer tun mit einer gewissen Ordnung, gibt es nichts Besseres. Frau Haaks gucken Sie sich das System doch mal an (classei.de) - viel von Ihrem Schreibtisch würde dann immer zu sehen sein grin weil Ordnung da wirklich einfach und schnell geht.

Meine Besonderheit bei der Organisation bei Kunden ist die, dass ich keine festen Vorgaben oder ein festes Schema für die Kunden habe. Ich gucke zuerst auf den Menschen - wo liegen seine Schwächen, so seine Stärken, was mag er gar nicht, was liegt ihm - und dann suche ich ein passendes System. Classei gehört fast immer dazu, es eignet sich zum Einsatz in allen möglichen Arbeitsgebieten fast perfekt.

Aber natürlich versuche ich auch mit dem etwas zu nachen, was bei Kunden schon vorhanden ist.

Das mit der hellen Platte ist mir neu, trifft auch nicht auf mich zu - ich hatte viele Jahre schwarzes Holz. Aber ich denke, es ist ein guter Tip und genau wie mit der Regal von H. Jothann behalte ich das mal im Kopf - irgend jemand kann das sicherlich gut umsetzen.

In diesem Sinne - schönen Tag!
Von: Barbara Schäfer am 08.12.2008
Liebe Gitte, wie kommen Sie denn in mein Büro???
Von: Zamyat M. Klein am 08.12.2008
Hallo Gitte,

danke für den Link - aber das sind ja fast alles sehr leere Tische und nur PCs und vielleicht mal ne Saftflasche. Haben die Leute denn alle kein Papier???
Ich liebe Papier, habe als Kind schon gerne Büro gespielt.

Was die Fotos in euerem Blog und eine eigene Webseite betrifft - da verstehe ich den Zusammenhang nicht??
(Allerdings nehme ich fast immer nur Fotos, die ich selbst gemacht habe und habe daher nix mit Rechten am Hut).

Ja, das Thema scheint ja eine Lawine ins Rollen gebracht zu haben. Wahrscheinlich weil es für Viele so eine Entlastung ist, wo man sonst ständig Newsletter und Blogbeiträge liest: Leer- Tischler musst du sein!

Liebe Grüße
Zamyat
Von: Gitte Härter am 08.12.2008
... ich sag doch: Chaotenschreibtische mag man nicht so gerne zeigen.

Papier mag ich auch. So sehr ich meinen Computer liebe: Dinge durchdenken oder gar Korrekturlesen - das muss ausgedruckt sein.

Zur Erklärung: Unser CMS kann in den Kommentaren keine Forenfunktionen - darum gibt es auch keine Smileys zur Auswahl oder eben die Möglichkeit eines Bilduploads. Darum müssten bei so einer Aktion die Leute ihre Bilder per link einbinden - und dafür brauchst Du eine eigene Website oder eben eine Seite, wo Du Bilder im Netz veröffentlichen kannst.
Oder eben für alle, die nicht auf ihr eigenes Bild verlinken könnten, die Möglichkeit, uns das Bild zu mailen und wir müssten es dann ggf. optimieren von der Größe, den Abmessungen und selbst hochladen und die links einbinden. Und das würde total in Arbeit ausarten.

Viele Grüße
Gitte
Von: Norbert Jothann am 08.12.2008
Hallo, Zamyat!
Hallo, Gitte!

Also: Für meine Begriffe sind da schon ein paar "Chaotenschreibtische" und auch jede Menge Papier (und Bücher) zu sehen. Einer hat sogar eine 500-Blatt-Druckerpapier-Paket als Unterlage für seinen Monitor genommen.

Anmerkung: Ich mag Papier auch sehr gerne. Und Bücher, die in den Regalen um meinen Arbeitsplatz herum zu finden sind. grin

Herzliche Grüße
Norbert

 

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